• Wanderstart am Alto del Contadero

    March 4 in Spain ⋅ 🌬 14 °C

    12,3 km - 60 m Aufstieg - 1.220 m Abstieg

    Um 9:00 Uhr holt uns das Taxi am Hotel ab. Eine Dreiviertelstunde lang geht es hinauf in die abgeschiedene Bergwelt der Inselmitte. Schon am Startpunkt unserer Wanderung am Alto del Contadero auf 1.340 m spüren wir den Atlantikwind, der über die Kämme peitscht. Er trägt salzige Feuchtigkeit mit sich und webt den Nebel zu dichten Schleiern, die über die Höhenrücken ziehen. Regenjacke, lange Hose, feste Schuhe und sogar Handschuhe sind heute Pflicht.

    Der Pfad ist nass, vom Regen teils ausgewaschen und aufgeweicht. Doch die Feuchtigkeit hat ihr Gutes: Sie lässt das Grün der Pflanzen fast unnatürlich intensiv leuchten. Riesige Lorbeerbäume und Baumfarne stehen wie stille Wächter am Wegesrand – von ihren Blättern tropft es endlos, und die Luft ist erfüllt vom schweren Duft nach Erde, Moos und feuchtem Holz.

    Die Route beginnt mit einem allmählichen Abstieg und folgt größtenteils einem alten Verbindungsweg, der einst als Pilgerpfad zur kleinen Einsiedelei diente. Eigentlich hatten wir uns für unsere Wanderwoche im März kanarischen Sonnenschein erhofft, doch stattdessen wirkt dieser Lorbeerwald wie eine Welt aus einer anderen Zeit – mystisch, still und vollkommen entrückt. Bei gerade einmal 7 °C und kräftigem Wind ist es auf den ersten Kilometern empfindlich frisch, doch wir laufen uns warm und genießen es, wie die Temperatur mit jedem Meter Abstieg ganz allmählich nach oben klettert.
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