• Ankunft im Valle Gran Rey

    7. marts, Spanien ⋅ 🌬 17 °C

    Die deutsche Präsenz ist auf La Gomera seit Jahrzehnten ein prägendes Merkmal, ganz besonders hier im Valle Gran Rey. Schaut man auf die aktuellen Zahlen (Stand März 2026), so sind auf der gesamten Insel offiziell rund 500 bis 600 Deutsche im Melderegister eingetragen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit: Die Zahl der Langzeiturlauber und „Überwinterer“, die hier ihre zweite Heimat gefunden haben, ohne fest gemeldet zu sein, liegt deutlich höher. In der Hochsaison schätzt man, dass sich gleichzeitig bis zu 2.000 Deutsche auf der Insel aufhalten. Im Valle Gran Rey ist der Ausländeranteil mit fast 35 % am höchsten – und wir mittendrin.

    Ehrlich gesagt: Als wir ankamen, waren wir für einen Moment fast schockiert. Manche Ecken wirken regelrecht „vergammelt“. Direkt hinter unserer Anlage erstreckt sich ein riesiger Platz, auf dem sich Bauschutt, Müll und ausrangierte Fahrzeuge stapeln – ein krasser Kontrast zur idyllischen Postkarten-Erwartung.

    Doch genau das macht den aktuellen Vibe hier aus: Sobald man den ersten Schreck verdaut hat, spürt man diese unglaublich entspannte, fast schon hypnotische Stimmung. Im Valle gehen die Uhren nicht nur langsamer, sie scheinen manchmal ganz stehen zu bleiben. Die Menschen begegnen einem mit einer beneidenswerten Gelassenheit, locker und voller kreativer Ideen. Man lernt schnell, über den Rost und den Schutt hinwegzusehen und stattdessen die tiefe Zufriedenheit aufzusaugen.
    Als wir schließlich abreisen müssen, schwingt eine ordentliche Portion Wehmut mit. Nicht nur, weil das Wetter endlich umgeschlagen hat – wir waren hier sogar zum ersten Mal im Atlantik baden! Wir haben dieses ganz besondere „Hiersein“ wirklich in vollen Zügen genossen.
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