Reisefazit
March 11 in Spain ⋅ 🌬 19 °C
El Hierro und La Gomera – Die Inseln am Rand der Welt
Hinter uns liegen erlebnisreiche und erfüllte Tage voller Kontraste auf den kleinsten und ursprünglichsten der Kanarischen Inseln. Was als Reise in den „ewigen Frühling“ geplant war, entpuppte sich als ein tiefes Eintauchen in die ungezähmten Urgewalten des Atlantiks.
Unsere Highlights und Learnings:
• Natur in ihrer reinsten Form: Meterhohe, mit Moos und Flechten bewachsene Lorbeerbäume, die im Passatnebel verschwinden, schufen eine Atmosphäre wie aus alten Sagen. Von mystischen Regenwäldern, abgelegenen Wasserfällen und tief eingeschnittenen Canyon-Landschaften bis hin zu rauen Vulkanplateaus und den brachialen Wellen des Atlantiks haben wir auf engstem Raum Landschaften erlebt, für die man sonst über einen ganzen Kontinent reisen müsste. Wir haben hautnah gespürt, wie der „horizontale Regen“ die Inseln speist und wie der Wind die Natur – und unsere Frisuren – formt.
• Die gewaltigen Barrancos: Mit ihren steilen Terrassenfeldern, die sich wie Treppen die Hänge hinaufziehen, und den tiefen Tälern, die majestätisch zum Meer abfallen, boten sie uns Ausblicke, die jeden einzelnen Höhenmeter wert waren.
• Kulinarische Belohnungen: Nach den Wanderungen lockten herrliche Einkehrmöglichkeiten mit frischem Fisch, regionalen Spezialitäten, etwas Gofio oder einem Schuss Miel de Palma (Palmsirup), der uns die Energie für den nächsten Aufstieg gab. Nicht zu vergessen: die liebgewonnenen Abende bei Sangria und einem stilechten Barraquito.
• Spontane Begegnungen: Wer hätte gedacht, dass wir Heiko und Melanie aus Balzhofen kennenlernen, beim Frühstück im Valle Gran Rey den Wiegerts aus Sasbach begegnen, in einer Bar in Imada ein nettes Hamburger Paar treffen oder gemeinsam mit Bettina und Jacob wandern würden? Das alles waren herzliche und inspirierende Momente, die unsere Reise bereichert haben.
• Das Wetter-Paradoxon: Vertraue hier niemals allein der Vorhersage! Wenn 22°C angekündigt sind, packe trotzdem für 10°C und Sturm. Das Zwiebelprinzip ist überlebenswichtig. Während wir oben im Nationalpark im dichten Nebel fröstelten, glitzerte unten am Meer die Sonne auf den schwarzen Vulkanstränden. Jede Insel ist ein echtes Chamäleon.
• Höhenmeter sind relativ: Auf beiden Inseln bedeutet „eine kurze Strecke“ oft „viele Treppenstufen“. Die Wege verlangen den Waden, den Gelenken und dem Kreislauf alles ab, belohnen aber mit unvergesslichen Panoramen.
• Insel-Rhythmus: Geschlossene Restaurants und kleine Pannen gehören dazu. Die Herzlichkeit in den kleinen Bars und eine gemütliche Runde Rummikub wiegen jeden Luxus auf.
Fazit: Trotz der Nähe zu Teneriffa haben sich La Gomera und El Hierro ihre Ursprünglichkeit bewahrt. Es war eine Reise der Entschleunigung und der Erkenntnis, dass man für die großen Abenteuer oft nur einen kleinen Rucksack, gute Schuhe und die Fähigkeit braucht, sich dem Wind entgegenzustemmen.
Wir verlassen die Inseln mit bleibenden Erinnerungen und dem festen Vorsatz, die Welt auch in Zukunft zu Fuß zu entdecken – und dabei immer Handschuhe, Mütze, Schal und eine echte Regenjacke im Gepäck zu haben. Denn am schönsten ist es, gemeinsam mit Freunden zu wandern und diese besonderen Erlebnisse zu teilen.Read more

