Letzte Nacht Hotel El Médano
March 10 in Spain ⋅ 🌬 19 °C
Abschied von Teneriffa: Ein Logenplatz über dem Atlantik
Die Anreise zu unserer letzten Etappe klang in der Theorie denkbar einfach: Ein zwanzigminütiger Fußweg von der Fähre zur Bushaltestelle und dann eine entspannte, anderthalbstündige Fahrt direkt bis nach El Médano. Doch die Realität auf Teneriffas Straßen belehrte uns eines Besseren. Trotz unserer Pünktlichkeit ließ der Bus auf sich warten, und als er schließlich mit einer halben Stunde Verspätung eintraf, staunten wir nicht schlecht über die Menschenmassen, die sich bereits angesammelt hatten. Der Wagen war bis auf den letzten Platz rappelvoll und auch im Gang standen die Passagiere dicht gedrängt. Da wir unser Handgepäck dummerweise mit in den Fahrgastraum genommen hatten, verbrachten wir die Fahrt wie die sprichwörtlichen Ölsardinen – mit den Koffern auf dem Schoß gestapelt und kaum Platz zum Atmen.
Doch kaum waren wir in El Médano aus dem Bus gestiegen, war der Stress der Anreise wie weggeblasen. Eine kräftige atlantische Brise empfing uns, wirbelte den Sand am Strand auf und trieb die Surfer und Wellenreiter in der Bucht zu Höchstleistungen an. Wir bezogen unser Zimmer im vierten Stock des geschichtsträchtigen Hotels El Médano und nahmen erst einmal auf dem Balkon Platz. Der Blick von hier oben auf das Meer und den direkt unter uns liegenden Strand ist schlichtweg atemberaubend.
Es ist nicht unser erster Besuch an diesem besonderen Ort. Bereits im November 2022 verbrachten wir hier eine Nacht mit unserem jüngsten Sohn Maurice, um unsere Roller-Tour über die Insel abzuschließen. Schon damals hat uns der Charme des Ortes verzaubert, und die Nähe zum Flughafen ist unschlagbar praktisch, da wir morgen Nachmittag bereits den Heimflug antreten.
Das Hotel selbst ist ein echtes Unikat. Es wurde bereits in den 1960er Jahren auf den Überresten einer alten Hafenmole errichtet, zu einer Zeit, als der Tourismus auf den Kanaren noch in den Kinderschuhen steckte. Als Pionier des Ortes, der einst nur ein kleines Fischerdorf für den Export von Baumwolle und Tomaten war, bewahrt es sich bis heute einen wunderbaren „Retro-Vibe“. Ein Teil des Gebäudes steht im Pfahlbau-Stil auf Stelzen direkt im Atlantik; bei Flut umspült das Wasser das Fundament und verleiht dem Haus einen ikonischen Schiffscharakter. Es ist so markant, dass es Piloten und Kapitänen seit Jahrzehnten als Orientierungspunkt dient.
Nach einem ausgiebigen Spaziergang entlang der Küste entdeckten wir ein authentisches kleines Restaurant, in dem wir uns noch einmal frischen Fisch gönnten.
Den zweiten Kaffee unseres Frühstücks genossen wir auf der berühmten Sonnenterrasse des Hotels, die wie ein Schiffsdeck über dem glitzernden Wasser schwebt und einen Logenplatz mit Blick auf den Roten Berg, die Montaña Roja, bietet. Trotz der Diskussionen um das spanische Küstengesetz, das solche Bauten in der öffentlichen Zone eigentlich verbietet, steht dieses geschichtsträchtige Haus glücklicherweise noch immer an seinem Platz. Es ist der perfekte Ort, um diesen Urlaub bei Meeresrauschen und Geschichte zum Anfassen ausklingen zu lassen.Read more


























