Fremdeln mit der Fremde: Capetown
April 13 in South Africa ⋅ ☀️ 25 °C
Diesmal dachte ich, es könnte besser werden: Premium Economy, Condor, More Legspace. Wer mein Reisekarma kennt, darf schon mal raten. Auflösung: 150 kg, Mundgeruch, Logorrhoe. Erschlafft beim Schlafen freizügig in meine Richtung, was das Geruchsthema nicht besser macht. Konsum der fliegenden Amöbe: geschätzte 4 Rotwein, 1 Gin Tonic, 5 Cola. Der Mensch ist divers.
Aber wer eine solche Reise vorhat, der bringt urplötzlich die Gelassenheit eines Containerschiffes auf. Die sind ja zuweilen so gelassen, dass sie gar nicht mehr ankommen wollen. Auf so einem schwimmt mein Auto. Irgendwo im maritimen Nirgendwo zwischen Namibia und Südafrika.
Also ist auch meine Gelassenheit gefordert und ich überfordert. Das macht nichts, weil es hier keinen interessiert. Also besinne ich mich mal: der alte weiße Mann hat unweise beschlossen, dem frühlingshaften Norden den Rücken zu kehren und sich dann doch noch mal Afrika anzuschauen. Was kein Land ist. Und diesen Titel hat auch das Buch, dass ich als Reiselektüre geschenkt bekam. Ich bin gespannt - auf die Reise und das Buch. (Danke, lieber Jörg!)
Wer von vom Airport mit dem Auto in die Stadt fährt, sieht es als erstes: ein großes Township. Das ernüchtert sehr schnell vom wirklich guten Wein, den Condor serviert. Wie entspannt es doch da erscheint, von Forsbach nach Köln zu fahren. Und diese passagere Störung einer eigentlich so schönen touristischen Symphonie ist eine Dissonanz, die hier nicht stumm zu werden scheint.
Was ich sagen will - und deswegen fremdele ich auch: die Apartheid ist nicht weg. Aber das ist nur ein erster Eindruck und ich gehe auch nach dem amöbengestörten und minutenhaften Flugschlaf noch an die berühmte Waterfront, die mir im post-Flug-benebelten Gehirn vorkommt wie ein touristischer Kreuzfahrer-Fiebertraum. Eben noch Township, jetzt Kaufkraft. Eine Mall an der anderen, gastronomische Verführungen überall.
Ich treffe an der Waterfront Theo und Carmen und Sandro, die mir mit ihrem Youtube-Kanal "Fernfahren" eine Menge Inspiration geschenkt haben. Genieße die belgisch-deutsche-schweizerische Freundschaft, als mich meine Gastgeber in der "Rutland Lodge" abends spontan privat zu sich zum Essen einladen. Und höre erstaunt aus dem Leben von zwei Menschen, die Jahrzehnte in diversen afrikanischen Ländern gelebt und gearbeitet haben. Sie für das Rote Kreuz, er für die UN. Kennenlernen in Bagdad, Leben in Tansania, Kenia, Südafrika, Söhne in der Schweiz und New York.
Und denke darüber nach, wie beschenkt ich mich fühle, nach vier Wochen in Australien jetzt in Südafrika zu sitzen und darüber schreiben zu können.
Und morgen werde ich erstmal versuchen, die neuen Spiegel für den Toyota aus dem Zoll zu angeln - das wird nicht spaßig, fürchte ich. Aber wer links sitzt und auch links fährt, hat bei einer gewissen Fahrzeugbreite ein Problem, vor dem überholenden Ausscheren nach hinten zu schauen. Da brauchts Spiegel-Viagra und das kommt in Form von pornös teueren, ausziehbaren Clearview-Spiegeln aus Australien. Quasi die Rolex unter den Außenspiegeln. Wird nur nicht mehr Geld wert. Na dann: gute Nacht!Read more















TravelerGutes Nächtle und angenehme Träume 😇, das kann ja heiter werden ! 😉
Traveler
Sehr cool da ,oder !!!?
Thomas WimmersIrjenzwie schon…🙈