Kit Kat Petrinella

Joined September 2019Living in: Würzburg, Deutschland
  • Day119

    Troja!

    January 22 in Turkey ⋅ ☀️ 5 °C

    Heute haben wir viel vor und da es mal wieder sehr windig draussen ist, haben wir eh keine grosse Lust im Freien zu sein und fahren dementsprechend früh los nach Troja.
    Der Parkplatz verlangt wie auch schon in Ephesus und Pergammon Gebühren, die man erst beim Rausfahren zahlen muss. Da man selber das Ticket zieht, ziehen wir ganz gerissen ein normales Auto Ticket. Mal sehen, ob wir später damit durchkommen. Auch hier finden sich wieder einige Reisebusse voller Asiaten, aber trotzdem ist es nicht all zu stressig. Auf dem Parkplatz liegen einige süsse Hunde verteilt und es ist mal wieder Knuddelzeit. Am Eingang stolpert dann auch noch ein kleiner Welpe herum und so dauert es bis wir mal endlich unsere Tickets kaufen. Innendrin muss Kathi dann aber auch schon wieder links abbiegen, da zwei weitere Welpen unter einem Baum liegen. Sooo knuffelig. Es hat etwas gedauert, bis wir dann mal los sind, um Troja auch anzuschauen. Da wir die Schilder nicht gesehen haben, sind wir quasi rückwärts durch die Ausgrabungen, was aber auch nicht weiter schlimm war und so waren wir die meiste Zeit alleine. Die Ausgrabungen sind auch wirklich schön gemacht mit vielen Erklärungen auf Englisch und Darstellungen, wie es früher ausgesehen hat. So kann man sich die Stadt gleich viel besser vorstellen. Bevor wir das Gelände wieder verlassen, müssen wir dann auch noch mal das hölzerne Pferd erklimmen, was am Eingang steht. Da es das Haupt-Fotomotiv aller Touristen ist, ist es nicht so einfach überhaupt mal hinauf zu kommen, aber wir haben Glück und passen einen Zeitraum ohne Reisebusse ab. Noch kurz Welpen knuddeln und wir sind wieder draussen. Leider klappt unser Trick mit dem anderen Ticket nicht und wir müssen den teureren Preis zahlen.....

    Mittlerweile gibt es ein neues Museum über Troja bzw. alle archäologischen Stätten an der Westküste. Wir haben gleich ein Kombiticket gekauft, da wir uns dieses nicht entgehen lassen wollen. Der Besuch lohnt sich sowas von! Das Museum ist riesig und auf drei Stockwerken wird die gesamte Geschichte der Region erklärt, sowie Funde gezeigt und griechische Sagen erzählt. Im obersten Stockwerk wird dann auch noch die genaue Ausgrabung erklärt, sowie das Fehlen eines Grossteils des Schatz des Priamos aus Troja thematisiert. Vor allem in Russland sind viele Schätze ausgestellt und die Russen wollen sie nicht zurück geben. Die Stimmung ist klar: Gebt uns unsere Schätze zurück!
    Auf jedenfall eine absolute Empfehlung für zukünftige Türkei-Reisende.

    Vor dem Museum machen wir uns noch die restlichen lecker Kichererbsen warm und teilen auch ein bisschen mit einem süssen Hundchen. Nicht weit von Troja entfernt liegt die Stadt Çanakkale, wo wir die Fähre zurück nach Europa nehmen wollen. Der Fährhafen befindet sich direkt an der vollen Flaniermeile und so ist es etwas nervig dorthin zu fahren. Dafür werden wir jedoch mit dem original trojanischen Pferd aus dem Hollywood-Film belohnt, das die Stadt Çanakkale abgekauft hat. An der Fähre dann das nächste Problem: wir brauchen Bargeld. Wir waren so stolz unsere Lira los zu sein und jetzt kann man hier leider nicht mit Karte zahlen. Es gibt zwar einen Geldautomaten direkt neben der Einfahrt, aber der will eine Gebührt fürs Abheben. Nach etwas hin und her finden wir eine Halkbank, wo wir umsonst abheben können. Leider aber einen Mindestbetrag von 50 Euro. Unser Auto konnten wir netterweise schon vor der Fähre parken und nach unserer doch längeren Suche nach Geld sind wir froh dann gleich auf eine Fähre fahren zu können. Wir sind das letzte Auto was gerade noch so drauf gequetscht wird. Die Überfahrt dauert nur 15 Minuten und melancholisch blicken wir auf Asien zurück. Auf einer Landstrasse geht es wieder Richtung Norden. Hier ist es sehr schwer einen Platz zu finden, da alles gesäumt ist von Militärdenkmälern und die Polizei jeden Camper wegschickt. Alles um die erst kürzlichen Schlachten von Gallipolli (1991) zu ehren. Ein bisschen Schade, da es hier wirklich schöne Strände gibt. Wir fahren in eine grössere Stadt, um hier unser Restbargeld in Adblue und Lebensmittel zu stecken. Adblue war auch wirklich nötig, da wir eine Warnleuchte hatten es aufzufüllen (obwohl laut Angabe es noch 2500 km reicht).

    Unser Platz für die Nacht befindet sich in Grenznähe in einem Wald. Hier wartet auch schon ein anderer Van auf uns. Inken und Patrick aus Hildesheim stehen hier in ihrem Gandalf, der Blaue. Unter ihrem Auto sitzen zwei kleine Babykatzen, die aber nicht zu ihnen gehören, sondern zum betteln hierher kamen. Die müssen natürlich gleich geknuddelt werden. Inken und Patrick laden uns auch gleich zu ihnen in den Camper ein und wir machen es uns bei Snacks und Wein gemütlich. Die zwei sind auf dem Weg nach China und gerade ihre erste Nacht in der Türkei. Wir tauschen uns über gute Plätze und Eigenheiten der Länder aus und müssen bald Bier- und Snacknachschub aus Louie holen. Da wir noch nichts gegessen haben, essen wir mit gesundem Appetit die Nüsse, Pistazien und Kekse. Die Runde ist so schön, das wollen wir nicht wegen Essen zerstören (später essen wir im Bus dann doch noch eine Kleinigkeit). Schön sich auch mal wieder mit Deutschen auszutauschen, aber auch komisch so frequentiert wieder Leute zu treffen. Das sind wir nicht mehr gewohnt. Müde fallen wir in unsere Betten.
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day118

    Alexandria Troas

    January 21 in Turkey ⋅ ⛅ 1 °C

    Wir erwachen gegen 5 Uhr nachts, weil in dem Nirgendwo um uns, zudem eine Sackgasse, ein Auto fährt. Wir spickeln raus und sehen, dass es schon wieder wegfährt. Es scheint keine Polizei oder Grenzschutz zu sein, den wir am ehesten erwartet hätten, weil gleich die nächsten Inseln, die man sehen kann, zu Griechenland gehören. Was das Auto hier gemacht, wissen wir nicht, aber die Lichter werden immer kleiner und verschwinden dann ganz. Der Rest der Nacht verläuft ruhig und am Morgen ist es leider sehr windig und ungemütlich, so dass wir nach einem kleinen Früshtück wieder mal Richtung Troja aufbrechen. An der nächsten Post wollen wir unser Maut-Guthaben aufladen, da wir eine SMS bekommen hatten, dass wir beim letzten Stück unser Guthaben überzogen haben. Damit das nicht länger als 15 Tage her ist und wir Strafe zahlen müssen, steht das heute auf der Liste ganz oben. In dem Ferienörtchen neben unserem Kleopatra-Strand parken wir vor der Post (in keiner anderen Stadt jemals denkbar), drinnen nur zwei Leute vor uns, die Freude ist groß, die Sache mit der Maut mal unkompliziert erledigen zu können. Mit Google-Übersetzer ausgerüstet, die Sätze zurecht gelegt, unsere Mautnummer auf Papier dabei. Die junge Dame spricht leider kein Englisch, kein Problem für uns. Sie versteht unser übersetztes und sagt dann "Ayvalık, Ayvalık". Nein, nicht schon wieder in die größere Stadt wegen dieser Maut!! Es hilft nichts, wir räumen das Feld und fahren zum Postamt nach Ayvalık. Kathi nimmt alle Unterlagen und springt raus, weil man nirgends in der Nähe halten kann und Maurice mit dem Auto immer wieder Patroullie fährt, ob nicht irgendwo ein Platz frei wird. Die enge Straße ist sehr belebt, überall Leute, Gegenverkehr, trotzdem halten manchmal Leute und blockieren alles und werden sofort von plötzlich auftauchenden Polizisten weggepfiffen. Gut 30 Minuten Hin- und Herfahren, dann wird ein Platz am Ende der Straße frei, wo Maurice mit Louie steht und auf ein Zeichen von Kathi wartet. Das kommt nicht, aber ein Parkzettelaussteller (hier gibt es Personal für alles mögliche; Nummer eins unserer Liste ist der Fahnenschwenker vor einer Baustelle), aus dem Maurice sich gerade noch rausreden kann und nun wieder das Pendeln anfängt. Einfach nirgends wird man in Ruhe gelassen.
    Währenddessen kriegt auch Kathi die Krise im Postamt. Sie hat, wie wir schon gelernt hatten, gleich eine Nummer gezogen und zum Glück das Mautsystem richtig erkannt. Beim Warten beobachtet sie, welche Schalter für die Maut zuständig sind. Und sie beobachtet, dass sich Leute einfach reindrängeln, mit falscher oder ganz ohne Nummer, sie komme einfach zur Tür rein, gehen an allen wartenden vorbei an die Schalter und werden auch noch drangenommen! Kathi wartet brav, bis ihre Nummer drankommt, während schon die Eingangstür für die Mittagspause abgeschlossen wird. Die Dame kann wieder mal kein Englisch, bemüht aber ihren eigenen Google-Übersetzer. Schließlich versteht sie das Anliegen, dass wir einfach das Guthaben aufladen wollen und sagt, wir sollen die Maut beim Zoll bei der Ausreise zahlen. Kathi entgegnet, dass dann eine Strafe fällig wird, weil die 15 Tage verstreichen. " Ach, das ist wirklich so mit den 15 Tagen?" fragt die Postbeamtin und die Touristin Kathi erklärt der Türkin von der Poststelle für Maut, dass das durchaus der Fall ist in der Türkei. Trozdem ziert sie sich weiter, sagt, sie könne den aktuellen Stand nicht nachsehen und auch so nichts machen. Nur die Security-Frau (wie beim ersten Mal) versucht wirklich zu helfen. Alle Kollegen gehen in Mittagspause und auch Kathis Beamtin macht Anstalten, unverrichteter Dinge gehen zu wollen, da platzt Kathi der Kragen und sie besteht drauf, dass die Frau endlich das Bargeld vor ihrer Nase auf das Mautkonto bucht. Vermutlich aus Angst, dass die Pause sonst noch kürzer werden würde, macht sie es endlich widerwillig, gibt Kathi die Bestätigung und die Sache ist endlich erledigt. Wie man nur so ein System führen kann, auf das Touristen angewiesen sind (die andere Mautvariante ist noch wesentlich komplizierter!!), ist uns einfach absolut unverständlich. Selbst als Einheimische wäre uns die Umsetzung des eigentlich einfachen Systems viel zu blöd.
    Irgendwann steht dann Kathi am Straßenrand als Maurice mal wieder vorbeifährt und beide sind fertig mit den Nerven und nur froh, einfach aus dieser Stadt raus zu fahren.
    Etwas außerhalb halten wir an einer Tankstelle und füllen unsere leeren Energieresevoirs mit etwas Ruhe und Mittagessen.
    Als wir später an einer Tankstelle besonders günstig Eurodiesel sehen, lassen wir dort volltanken. Vielleicht macht die Tankstelle eine Art Happy Hour und muss möglichst viele Kunden abfertigen, wir wissen es nicht, aber die Tankwarte rennen umher, verteilen die Zapfpistolen in den Autos, rennen weiter, kassieren ab. Unser Tankwart ist besonders eifrig und wirkt wir ein Eichhörnchen auf Speed, rennt hinter das Gebäude, holt etwas hier, tankt dort, kassiert und rennt weiter. Belustigt geht es für uns weiter und wir müssen schon wieder Einkaufen, was wir bei unserem Lieblingsladen der Türkei Migros machen. Dabei springt auch ein leckeres Pistazien-Magnum für Maurice bei heraus.
    Da es schon wieder spät ist (die Post hat uns so viel Zeit gekostet) beschließen wir, wenigstens noch zum heute erreichbaren Alexandria Troas zu fahren, um diese noch zu besichtigen, um irgendwas anderes noch zu machen, als Sachen zu erledigen. Das Gelände ist kostenlos zugänglich und viel sieht man nicht, aber bekommt immerhin einen Eindruck. Die Stadt sollte man Hauptstadt sein, aber es wurde dann Konstantinopel..
    Wir versuchen noch zum Theater zu laufen, welches auf unserer Karten-App MapsMe verzeichnet ist, wir finden aber nicht hin, weil es keinen Weg mehr gibt, nur noch Felder und Olivenhaine.
    Stattdessen finden wir ein altes Gewölbe, welches gut 90 Prozent verschüttet ist, der Zugang ist aber frei und wir wissen zwar nicht, wie alt das hier ist, aber die Atmosphäre beim erkunden ist spannend.
    Zurück am Parkplatz fahren wir ein kurzes Stück zu weiteren Ausgrabungspunkten und schauen uns diese noch an. Schön, dass Alexandria Troas kostenlos zu besichtigen ist, was aber bei der Konkurrenz in der Nähe aber auch sonst schwer zu akzeptieren wäre.
    Kathi hat schon vorher einen Platz für die Nacht in der Nähe herausgesucht und wir suchen erstmal die richtige Zufahrt, die mit unserem Louie zu schaffen ist, ohne dass wir uns im Sand eingraben.
    Bis auf einen großen Hundekadaver auf dem Weg ist es dann sehr schön in den Dünen und wir wollen die Natur und die letzte Sonne genießen, aber der Wind ist einfach zu garstig kalt und nach kurzem Versuch verziehen wir uns wieder in den Bus und verbringen einen ruhigen Abend.
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  • Day117

    Pergamon

    January 20 in Turkey ⋅ ⛅ 1 °C

    Nach einer angenehmen Nacht frühstücken wir im Bus, draußen ist es leider zu windig und dadurch zu kalt. Wir haben Ajvar von einer türkischen Marke gekauft, der extrem lecker schmeckt und uns in letzter Zeit immer öfter beim Frühstück oder Zwischensnack dient - wie auch heute.
    Wir reden noch ein bisschen mit den Italienern und verabschieden uns, wir wollen es möglichst nach Trojan heute schaffen und das ist zwar nicht besonders weit, aber die Straßen hier brauchen Zeit. Wir kommen noch mal an Epheseus vorbei und diesmal steht das Tor zum Artemis-Tempel offen. Leider ist es eher enttäuschend, ein paar Steine liegen herum, eine halbe Säule steht und nur eine Tafel gibt etwas Info, vermutlich der Grund, warum der Teil kostenlos ist. Im Hintergrund ist immerhin ein Hamam und die Zitadelle von Selçuk schön anzusehen.
    Wir entdecken auf der Landkarte noch die antike Stadt Pergamon, welche auf dem Weg liegt und beschließen, sie zu besichtigen. Es lohnt sich, sie liegt auf einem kleinen Berg und überschaut gut das Umland, hinten gibt ein vermutlicher Stausee ein schönes Bild ab. Der war früher wohl nicht hier, in der Ferne sieht man Teile eines Aquäduktes, der zusammen mit einer Druckleitung damals die Wasserversorgung für die hochgelegene Stadt gebildet hat. Während des 3. Und 2. Jahrhunderts vor Christus war sie die Hauptstadt des Pergamenischen Reiches, unter den Attaliden wurde die Stadt zu einem der bedeutesten Kulturzentren des Hellenismus.
    Ob das Pergament, welches nach der Stadt benannt wurde, wirklich hier erfunden wurde, ist unklar. Aber tatsächlich war hier ein Zentrum der Pergamentproduktion.
    Die Sonne scheint, nur ein kalter Wind macht es manchmal ungemütlich, sonst macht es Spaß, die Überreste anzuschauen. Besonders das Theater, welches in den Berg gearbeitet ist und in das Umland blickt und jetzt am Nachmittag sonnenbeschienenen ist, macht einen tollen Eindruck. Uns fehlt noch ein kleiner Teil, für den wir etwas laufen müssen, aber wie so oft treiben die Wärter leider einen viel zu früh zum Ausgang. 20 Minuten vor Schließung stehen wir wieder am Auto. Immerhin muss man wohl dank Nebensaison keine Parkgebühren zahlen, was uns als Caravan besonders treffen würde, weil ein normales Auto 8 Lira kosten würde und wir unverschämte 45 Lira (macht als das 5-fache, umgerechnet über 7 Euro).
    Als wir im Auto sitzen und unsere Apps nach einem Übernachtungsplatz durchforsten, kommt eine Spaziergängerin mit ihrem Hund ans Auto. Sie sah vorher schon nicht sehr türkisch aus. Sie sagt, sie muss jetzt doch mal Hallo sagen, da wir ja auch aus Würzburg seien. Elke genießt ihre Frührente da, wo es meist etwas wärmer ist. In Würzburg war sie schon länger nicht mehr, ihr Sohn wohnt jetzt in ihrer WG und sie ist auch mit ihrem älteren Bus unterwegs. Wir unterhalten uns kurz, sie lädt uns quasi ein, uns zu ihr zu stellen, aber wir wollen noch etwas Strecke machen und verabschieden uns herzlich.
    Unterwegs Richtung Norden kommen wir noch an einem Riesen-Supermarkt vorbei und werden endlich mal wieder mit Kokosmilch fündig - sie steht bei den Getränkedosen.
    Es ist schon dunkel, als wir unseren Platz ab Kleopatra-Strand erreichen. Etwas windig, aber sonst absolut nix los, das sollte wieder eine ruhige Nacht werden. Kathi probiert ein Rezept mit Kichererbsen, Spinat und Kokosmilch aus, es ist extrem lecker und kommt auf die Liste unserer Lieblingsessen unterwegs.
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  • Day116

    Steine gucken

    January 19 in Turkey ⋅ ⛅ 0 °C

    Wie wir es geschafft haben dieses Paradies wieder zu verlassen, wissen wir nicht. Es war so schwierig! Und schon wieder lacht uns die Sonne entgegen, als lache sie uns aus. Bei dieser Schwere der Situation vergessen wir dann auch noch Maurice Flip Flops, die zum Trocknen in der Sonne standen. Das Ziel das wir vor Augen haben lenkt uns von dieser Tragödie jedoch weitestgehend ab:
    Ephesus!

    Schon an der Strasse zum Parkplatz müssen wir eine Sicherheitskontrolle passieren. Das Auto wird einmal kurz abgecheckt und schon dürfen wir weiter. Das Parken vor Ephesus kostet und ist eigentlich für Camper teurer, als für "normale" Autos, doch anscheinend ist uns der Ticketverkäufer wohlgesinnt und berechnet den billigeren Tarif. Auf dem Parkplatz ist viel Platz, was wahrscheinlich auch der Nebensaison zu Schulden ist und schon beim Aussteigen spricht uns ein Mann an, um uns einen Shuttelservice zum anderen Ende von Ephesus anzudrehen. "Es dauert ewig bis zum anderen Ende und nur steil bergauf. Besser mit Shuttle Service. Gutes Angebot." Ja, er spricht tatsächlich Deutsch und ist trotz Händlerstrategien sehr nett. Wir lehnen trotz all seiner Bemühungen ab und wollen uns jetzt selbst von diesem weiten, steilen Weg überzeugen. Wir passieren eine Tourishopmeile und um nicht die ganze Zeit in Gespräche verwickelt zu werden, reden wir Italienisch miteinander und verstehen kein Englisch oder Deutsch (das funktioniert wirklich super, probiert es mal aus!).

    Auf dem Gelände erwarten uns dann aber doch viele Touristen. Vor allem asiatische Reisegruppen sind hier vertreten und schiessen fleissig von allem Fotos. Ephesus ist wahrscheinlich den meisten ein Begriff und wir müssen nicht viel erklären. Uns hat die antike Stadt auf jedenfall sehr beeindruckt und gerade das Eingangsportal zur Bibliothek lohnt schon einen Besuch. Die Fotos können nur in einem Bruchteil darstellen wie beeindruckend die ganze Anlage ist. Für die Terrassenhäuser und das Museum muss man leider noch einmal extra Eintritt zahlen, aber ausserhalb des bezahlten Teils gibt es noch viele Dinge ganz umsonst zu sehen. Aber dazu später mehr. Man betritt die Stadt westlich von der grossen Hauptstrasse, die von Hafen direkt auf das Amphitheater führt. Hier wird derzeit renoviert, was aber dem beeindruckenden Anblick nicht mindert. Vom hier geht es weiter über das Forum zum Eingang der Bibliothek und dann die Strasse hinauf zum oberen Eingang der Stadt. Auch hier befindet sich ein grosses Forum und ein kleineres Amphitheater. Immer wieder sieht man auf Säulen und Mauern Katzen sitzen, die hier flanieren, als sei es ihre Stadt. Damit liefern sie das ein oder andere tolle Fotomotiv. Wirklich Bock haben sie leider nicht auf Menschen, was bei den Massen an Touristen verständlich ist. Wir bekommen trotzdem ein Kuschelkätzchen in einem ruhigeren Teil. Trotz schon später Tagesstunde bekommen wir noch Sonne ab und bevor einer der Wachposten nach Hause geht dürfen wir auch noch der Katzenfütterung beiwohnen. Ein Hund versucht sich Futter zu erschleichen und ist dabei außer ordentlich brav, was vielleicht an der Anzahl der Katzen liegt. Dagegen hat er auch keine Chance. Schön zu sehen, dass Ephesus selber seine Katzen füttert, wobei sie noch dazu wohl genug von den Touristen bekommen. Zum Ausklang der beeindruckenden Ruinen setzen wir uns noch ganz nach oben ins Amphitheater und lassen uns von der Sonne das Gesicht bräunen. Eine tolle Vorstellung hier ein Theaterstück anzuschauen. Auf Grund der Öffnungszeiten müssen wir Ephesus jetzt verlassen und auch draussen haben die Tourihändler alle schon zusammengepackt. Bevor wir das Gelände komplett verlassen, fahren wir noch zum Grab der sieben Schläfer, was noch mit zur Stadt gehört. Hier ist wesentlich weniger los, als im bezahlten Teil. Durch die komplett überfüllte Stadt steuern wir auch noch den Artemistempel an, aber leider wird abends wohl das Tor verriegelt. Ein paar Verkehrspolizisten versuchen den Verkehr zu regeln. Der Grund für diese Überfüllung ist übrigens ein jährliches Kamel Wrestling Event, was hier in der Nähe stattfindet (Wir wussten vorher auch nicht, dass es so etwas gibt).

    Wir erreichen einen Strand ziemlich direkt vor Ephesus. Auch hier ist die Hölle los. Die Türken nutzen den sonnigen Sonntag zum grillen und picknicken am Strand. Schon auf park4night wurden wir gewarnt, nicht zu weit auf den Strand zu fahren, da hier des öfteren Autos stecken bleiben. Wir halten uns also an einen Weg am Dünenrand und parken Louie ein Stück vom Meer. Im Vorbeifahren haben wir so manches Auto gesehen, was ohne Hilfe wohl nicht mehr aus dem Sand kommt.....daneben fröhlich gegrillt wurde trotzdem ;). Um das Problem kümmern sie sich wohl später. Wir sitzen wegen des Windes in der Fahrerkabine und trinken unser Bierchen mit schönstem Sonnenuntergang vor uns. Schon schade nicht weiter nach vorne zu fahren, aber das einzig vernünftige. Plötzlich sehen wir einen weiteren Camper am Strand entlang fahren. Anhand des Kennzeichens können wir nicht ausmachen woher sie kommen. Wir beobachten wie sie an uns vorbei fahren und letztendlich auf den Strand abbiegen. Wir machen schon Witze darüber, wie waghalsig sie sind und beobachten gespannt das weitere Geschehen.

    Ihr könnt euch denken was passiert: sie bleiben im Sand stecken und kommen weder vor noch zurück. Wir sind etwas hämisch und beobachten, wie ein Paar plus ein Hund aussteigen und in den Dünen nach Holz zum unterbauen suchen. Auch beim nächsten Versuch kommen sie nicht aus dem Sand und wir eilen zur Hilfe. Die zwei stellen sich als Andrea und Rachele und Hund Niña aus Venedig vor. Andrea wollte ein schönes Foto im Sonnenuntergang und dachte es wird schon gut gehen auf den Strand zu fahren. Wir versuchen es mit Anschieben aber auch so bewegt sich das Auto keinen Milimeter. Die zwei zeigen nicht wirklich eine Regung irgendetwas zu machen, obwohl genug Türken am Strand sind, die helfen können. Schliesslich ist es Kathi die zu drei jungen Türken geht und sie um Hilfe bittet. Leider schaffen wir es auch dann nicht den Camper zu befreien und einer der Jungs verweist uns auf einen Traktor der am anderen Ende des Strandes steht. Dieser ist nur da, um festgefahrene Autos aus dem Sand zu ziehen und verlangt dafür Geld. Da es aber die letzte Chance für die Italiener ist, laufen sie schliesslich zu ihm und kurze Zeit später zieht er den Camper mit Leichtigkeit aus dem Sand. Ganze 15 Euro kostet der Spass, was in Lira wirklich viel Ist! Aber irgendwie auch lustig, dass daraus ein Geschäft gemacht wurde, da es wohl immer wieder genug "Deppen" gibt, die sich festfahren. Andrea gibt nach der Rettungsaktion zu, dass er einfach dort an Ort und Stelle die Nacht verbracht hätte und sich morgen an die Lösung des Problems gemacht hätte. Die italienische Gelassenheit können wir nicht ganz verstehen, aber die zwei sind auch so sehr gechillte Personen. Sie parken ihren Camper neben uns und wir landen bei ihnen am Tisch und trinken zusammen Bier und kochen lecker Thunfisch Pasta. Wir erfahren sehr viel über die zwei und sind mal wieder überrascht, was für unterschiedliche Leute am Reisen sind. Die zwei wollen auch nach Georgien und machen gerade ihre Testfahrt um dann auf Weltreise zu gehen. Irgendwie haben sie es auch schon geschafft ihr Warmwasser und ihre Heizung kaputt zu machen, aber bei der ganzen Verplantheit und Gelassenheit fühlen wir uns heimisch. Nach Italien könnts auch mal wieder gehen!

    Gegen Mitternacht fährt die Grenzpolizei kurz vorbei, schaut aber nur kurz und befindet zwei ausländische Vans als ungefährlich. Irgendwann sind wir alle nur noch am Gähnen und ziehen uns zum Schlafen zurück. Mit anderen Reisenden neben einem, schläft es sich ruhig und sicher. Komisch manchmal, weswegen man sich sicher fühlt oder eben nicht.
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  • Day115

    Eine Bucht für uns allein

    January 18 in Turkey ⋅ ☀️ 13 °C

    Die ersten picknickenden Türken sitzen schon am Strand als wir verschlafen aus dem Bus stolpern. Es scheint zwar die Sonne, aber es ist mal wieder sehr windig. Kathi rafft trotzdem alle Motivation zusammen und geht joggen. Maurice liest derweil eingepackt gegen den Wind am Strand. Kathi wird auf ihrer Runde mit zwei süssen, kuscheligen Strassenhunden belohnt. Als sie jedoch den Deutschen ein freundliches Hallo zu wirft sind diese nur verdutzt und antworten nicht wirklich. Vielleicht haben sie nicht damit gerechnet, dass hier noch andere Ausländer sein könnten. Jetzt können wir auch frühstücken, was wir auch tapfer am Strand machen, Wind hin oder her. Wenn man sich etwas schützt, geht es aber wirklich super. Als wir weiterfahren sind die Deutschen auch schon weg und wir sehen sie auf der kurvigen Küstenstrasse auch nicht wieder. Wir decken uns mit nötigen Dingen ein und halten noch an einem der zahlreichen Brunnen am Strassenrand, um unseren Tank wieder zu füllen. Die Strasse ist nach wie vor wunderschön. Da ist das ständige Abbremsen und die engen Kurven auch gar nicht mehr so schlimm. Macht eigentlich Spass bei so einer Aussicht diese Strassen entlang zu "flanieren" (In Louie fühlt man sich einfach toll!).

    Am Meer finden wir einen weiteren tollen Platz. Auch hier hinunter in die Bucht muss man wieder länger fahren und die Strassen sind nicht ganz Schlagloch-frei. Aber jede Anstrengung lohnt sich: Hier unten gibt es gleich mehrere Möglichkeiten sich direkt ans Wasser zu stellen und die Bucht, die wir wählen ist wirklich gerade grosse genug für Louie und uns, perfekt also. Wir kommen pünktlich vor dem Sonnenuntergang an und geniessen ein Bier, sowie noch einmal kurz ins Meer einzutauchen. Nicht sonderlich warm, aber herrlich erfrischend! So Lesen wir noch im letzten Sonnenschein und lassen den schönen Tag ausklingen. Ein Lagerfeuer ist hier natürlich auch schnell gezaubert und am Feuer isst sich so ein Shakshuka gleich viel besser.

    Am nächsten Morgen ist der Ausblick natürlich einfach nur herrlich. Direkt aus dem Bett machen wir die Hintertür auf und werden von der Sonne angestrahlt. Schon bald haben wir nur unsere Badesachen an. Nacheinander nutzen wir die Natur um uns herum zum joggen und stießen dabei auf ein paar alte Ruinen. Hier stand einmal ein Fischerdorf, was von Griechen zerstört wurde. Ein Grabmal erinnert an eine Heldin des Dorfes, die zurück ging um ihre Enkel zu retten. Dabei wurden sie und die Enkel getötet. Es macht wirklich Spass zwischen den Ruinen hindurch zu laufen und dem felsigen Pfad am Meer in eine weitere Bucht zu folgen. Die Häuser sind zwar teilweise mit Balken abgestützt, aber nur ein Schild weist auf eine historische Stätte hin. Herumklettern darf man wie man will. In der anderen Richtung finden wir dann auch noch weitere Ruinen: Hier gibt es eine ganze Kirche zu sehen mit tollen Säulen und Fresken. Wirklich fantastisch, dass so ein Ort nicht touristisch erschlossen ist und man einfach nach Lust und Laune auf Entdeckungstour gehen kann. Auf einem der Wege liegt leider dann noch ein toter Raubvogel, was in dem Sinne faszinierend ist; mal so einen Vogel aus nächster Nähe zu sehen. In der Luft wäre er uns dennoch lieber.

    Geduscht wird nach der Anstrengung im Meer bzw dann abgeduscht an unserer Aussendusche (wir können den Duschhahn von innen einfach aussen anschliessen und mit Umleitventilen fliesst dann auch dort das Wasser). Einfach niemand ist den ganzen Tag zu sehen und für uns ist klar hier bleiben wir noch eine Nacht! Unserer neuentdeckten Leidenschaft des Backgammon Spielens gehen wir auch hier wieder nach.

    So geht der Tag wieder viel zu schnell rum und wir könnten hier wirklich ewig bleiben. Sonnenuntergang, Lagerfeuer (Wir gehen auch grosse Holzsuche und kommen mit mehr als genug zurück, ein Sturm scheint hier Vorarbeit geleistet zu haben), perfekt. Hoffentlich bleibt es hier auch in Zukunft so schön und die wenigen Leute, die herunter kommen, nehmen ihren Müll komplett wieder mit. So tolle Orte wird man nur noch selten an der Küste finden und bitte, bitte kommt nie ein reicher Immobilienhai auf die Idee dort ein Hotel hinzubauen! Es gibt schon so viele hässliche Bunker Hier, es braucht nicht noch mehr!
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  • Day113

    Hello Summer!

    January 16 in Turkey ⋅ ☁️ 15 °C

    Am nächsten Morgen geht es für Kathi erst mal in die Laufschuhe und den Küstenweg entlang, während Maurice seine heißgeliebte Morgenstunde mit einer Tasse Kaffee und Lesen zelebriert. Die Sonne scheint und der schwache Wind legt sich auch noch, so dass wir nun auch unser Spezialfrühstück Ei-Lachs-Zwiebel-Toast draußen am Strand genießen können. Mit der Windstille kamen dann auch die Bienen und haben uns etwas genervt, indem sie um den Bus und unser Frühstück schwärmten. Kathi packte einen Trick aus, den sie bei ihrer Arbeit auf Festivals kennengelernt hat: Kaffeepulver anzünden und räuchern lassen. Es erfüllt den Zweck gut und reicht gar nicht mal so schlimm.
    Wir beschließen, noch etwas zu bleiben und den Tag dort zu genießen. Mit Kaffee oder Tee lesen wir etwas erst noch etwas am See. Dann kramen wir ein faltbares, nässeunempfindliches Backgammon hervor, welches uns Kathis Mutter vor ca. 4 Jahren für unsere Tramp-Reise durch Skandinavien geschenkt hat und welches wir irgendwie noch nie genutzt haben. Mit der nun vorhanden Muße widmen wir uns den Spielregeln und dem zunächst ungewohnten Spielfeld. In den letzten Wochen haben wir zunehmend Neugier und Lust bekommen, das Spiel kennenzulernen, weil es viel in Parks, Tee-Lokalen und neben der Straße besonders in der Türkei gespielt wurde, meist von gut gekleideten älteren Herrengruppen.
    Die Regeln sind schnell begriffen, erste Runden mit Spaß gespielt und wir diskutieren schon über unklare Situationen. Das Internet informiert uns später über unterschiedliche Spielweisen wie die offiziellen Turnierregeln und dagegen die Gewohnheiten in der Türkei und Griechenland.
    Da es in der Türkei wohl keine Selbst-Waschsalons gibt und alles mindestens eine Nacht bräuchte, waschen wir ein paar der nötigen Sachen mit der Hand durch und spannen eine Leine am Auto - mangels erreichbarem Baum. Maurice geht nun auch noch Joggen durch die herrliche Landschaft, etwas einen Wanderweg entlang, der dann leider zu beinbrecherisch wird. Aufgewärmt davon geht sogar ein kurzes Bad im Meer. Wir wollen doch noch ein Stück weiterfahren, packen zusammen und es geht zurück über die längere Schotter- und Erdpiste zur Landstraße und ein Stück weiter Richtung Westen zu einem viel versprechenden Platz von park4night. Schon der Weg ist sehr schön, eine kleine Straße schlängelt sich über klarem oft türkisen Wasser durch Pinienwäldchen.
    In der Art ist dann auch der Platz für die Nacht, wir sind begeistert. Am Anfang des langgezogenen Platzes steht ein deutscher Geländewagen mit Wohnaufbau. Wir freuen uns und wollen grüßen, der Junge, den wir sehen, bemerkt uns entweder nicht oder hat kein Interesse. Naja, dann vielleicht später oder morgen oder gar nicht und wir fahren weiter hinter, wo es noch ruhiger ist. Nah am Wasser stellen wir Louie unter Pinien ab und gehen etwas ans Wasser. Oberhalb des Platzes haben Einheimische wohl ihre Freizeit- oder Sommergrundstücke, mit kleinen Häuschen, Grill und Gartendusche.
    Da es sehr mild ist und kaum windig, bauen wir am Meer unseren Tisch auf und essen bei Kerzenschein. Diesmal haben wir beim Sahnekauf aufgepasst und es gibt sehr leckere Erbsen-Sahne-Pasta. So lecker, dass wir die 500 g komplett aufessen!
    Es muss noch eine Runde Backgammon sein und mangels gescheiten Lichts ziehen wir doch um ins Innere. Nachts tuten ein paar Schiffe, aber es schläft sich gut!
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  • Day112

    Summ, summ

    January 15 in Turkey ⋅ ⛅ 14 °C

    Am frühen Morgen fahren schon wieder mehrere Autos an uns vorbei vor durch die überflutete Strasse Richtung Meer. Das wollen wir jetzt auch! Zunächst noch etwas zögerlich, dann aber mutig fahren wir nach vorne. Die Strasse ist wirklich bis zu einer Biegung kurz vor dem Strand überflutet, was aber nie mehr als fusshoch ist. Vorne herrscht schon wahrer Trubel. Sowohl Holländer, als auch ein Türke campieren hier vorne und mehrere Fischer sitzen schon in ihren Campingstühlen am Wasser. Hier hätten wir locker gestern Nacht schon vor fahren können und wären dann auch noch in Gesellschaft gewesen. Schade, aber wir geniessen den Ort jetzt wenigstens am Morgen mit einem Tee lesend am Ufer. Die Holländer fahren leider gleich weiter und der Türke ist mehr mit Fischen beschäftigt, aber die Ruhe haben wir auch gerne.

    Der nächste Streckenabschnitt am Meer erweist sich als wahrlich wunderbar! Serpentinen schlängeln sich direkt an der Küste entlang und wir haben einen wunderbaren Ausblick auf manch eine griechische Insel. An einem besonders schönen Abschnitt machen wir dann Mittagspause und verputzen unseren griechischen Salat mit passendem Blick auf ebendiese Inseln. Vor uns erstreckt sich ein grosser Yacht Hafen, der zu dieser Jahreszeit aber wohl auch eher selten besucht wird. Bei dem Wetter ein Wunder. Herrlicher Sonnenschein und warm! Nur der Wind ist manchmal etwas arg.

    Wir haben schon am Morgen wieder mal einen vielversprechenden Platz abseits der Strassen am Meer herausgesucht. Der Weg dorthin zieht sich ganz schön und wir fahren an die halbe Stunde hinab zum Meer. Gegen Ende schlängelt sich die Strasse in Serpentinen hinab und wir sind froh, dass kein Gegenverkehr kommt. Doch plötzlich müssen wir bremsen: Am Strassenrand liegen drei tote Wildschweine, eine Mutter mit ihren zwei Ferkeln. Grausamer Anblick. Ein wenig später treffen wir auch den schuldigen Jäger, der mit seinem Gewehr in einer Kurve kauert. Wieso in einem muslimischen Land Wildschweine gejagt werden ist uns ein Rätsel. Fallen Wildschweine denn nicht unter nicht halales Essen?
    Noch den ganzen Abend über werden wir Schüsse hören und können dabei nur an süsse,kleine, arme Ferkelchen denken....

    In der Bucht hat wieder einmal ein Imker sein Revier markiert und auf einer Wiese stehen überall Bienenstöcke. Das Summen hört man egal wo in der Bucht. Da es teilweise sumpfig ist parken wir Louie ziemlich direkt vor der Imker Wiese. Die Bucht erinnert an Skandinavien, was leider auch die vielen Stechmücken beinhaltet. Auf die sind wir nicht vorbereitet und müssen vor dem Schlafen gehen erst mal auf Mückenjagd gehen. Trotzdem tragen wir so einige Stiche davon. Vor allem da wir versuchen abends noch etwas draussen zu sitzen.
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  • Day111

    Schöner Strand

    January 14 in Turkey ⋅ ☀️ 2 °C

    Der Wind hat zum Morgen hin zwar etwas nachgelassen, aber Sonne haben wir leider keine auf der Bucht. So fahren wir ziemlich früh weiter und fahren bis Mittags nach Anamur, wo wir einen grossen Carrefour aufsuchen. So ab und zu schätzen wir europäische Produkte dann halt doch. Bevor wir die Stadt wieder verlassen, halten wir noch an einem Pide Restaurant. Auf Pide freuen wir uns schon die ganze Zeit, wenn wir an die Türkei gedacht haben. Hier sind wir ein Highlight und es wird sich gestritten, wer unsere Bestellung aufnehmen darf. Während wir warten werden wir dann von einem jungen Kellner durch das ganze Restaurant geführt und er macht Fotos von uns, wie wir auf der Terrasse sitzen. Er fragt uns, ob er die Fotos auf ihrer Instagram Seite posten darf und wir haben nichts dagegen. Es ist merklich, wie stolz die ganze Familie auf ihr Restaurant ist und wie besonders es ist, dass Deutsche hier essen. Den obligatorischen Schwarztee bekommen wir auch noch aufs Haus. Mit unserem Pide und Ayran machen wir uns dann auf zum Meer, um dort mit schönem Ausblick zu essen. So wirklich schön ist es hier aber leider durch den ganzen Müll nicht, also beschliessen wir weiter zu fahren.

    Über IOverlander haben wir wirklich einen vielversprechenden Platz am Strand entdeckt, der von allen die dort waren nur als Paradies beschrieben wird. Wir sind gespannt und stellen unser Navi ein. Den Weg hinab zum Strand zu finden stellt sich nur als schwieriger als vermutet heraus und wir fahren erst einmal vorbei, da die alte Strasse mittlerweile durch Erdrutsche nicht mehr befahrbar ist und es eine neue Landstrasse gibt. Der Zufahrtsweg geht nur leider von der alten Strasse ab. Letztendlich drehen wir und fahren an dem Absperrschild vorbei auf die alte Strasse und von dort auf den Erdweg der hinab zum Meer führt. Der Weg ist ein Abenteuer. Immer wieder ist er durch Erdrutsche verschmälert und die engen Kurve sind mit Vorsicht zu nehmen. Auf halber Strecke hat ein Imker den Wegrand mit Bienenstöcken gesäumt und campiert selber in einer Blechhütte in einer der Kurven. Unten angekommen müssen wir quasi auf dem Weg stehen bleiben, da der Sand gleich beginnt und wir uns nicht festfahren wollen. Ob wir hier nochmal wegkommen sehen wir dann morgen. Während Maurice Louies Vorderreifen noch auf hohen Steinen parkt, füllt Kathi ein paar Kanister Wasser am nahen Bach und versorgt unseren Tank gleich damit. Wir beeilen uns um jetzt noch die wunderschöne Sonne und den spektakulären Sonnenuntergang zu geniessen. Mit Bier und Campingstühlen begeben wir uns nach vorne ans Meer und lassen uns vom goldenen Licht bescheinen. Herrlich! Maurice macht sich daran Treibholz am Strand einzusammeln und baut sc honmal für später eine Feuerstelle. So verbringen wir also den Abend Müsli essend am Lagerfeuer und machen uns die herrliche Ruhe bewusst. Nicht einmal ein Schiff in der Ferne ist zu hören. Wirklich ein Wunder diesen wunderschönen Strand für sich zu haben. Schuld daran ist wahrscheinlich die Jahreszeit und der Weg hier hinunter. Dieser Platz ist auf jedenfall eine absolute Empfehlung für alle Türkeireisenden, aber vielleicht nur für diejenigen die 4x4 haben ;).

    Am Morgen werden wir von einsetzendem Regen geweckt. Bei uns klingeln die Alarmglocken, bei starken Regen wird der Weg nach oben unbefahrbar und wir sitzen hier unten fest. Also heisst es für uns schnell anziehen und los Geht's! Maurice fährt und Kathi rennt neben Louie her um in den ersten Teil der Strecke rückwärts einzuweisen. Drehen können wir nämlich erst in einer der oberen Kurven. Eine nervenzerreisende Angelegenheit. Mehrmals drehen die Reifen durch und wir müssen wieder nach unten rollen, um es noch einmal mit Schwung zu probieren. Keine Ahnung, wie wir es letztendlich geschafft haben, aber irgendwann steht Louie mit Schnauze nach oben auf dem Weg und Kathi kann wieder einsteigen. Ohne anzuhalten düsen wir nach oben und schaffen den Rest des Weges ohne Probleme. Trotzdem atmen wir auf, als wir wieder oben auf der grossen Strasse stehen.

    Nun kann die Fahrt weiter Richtung Antalya gehen. Auf der Strecke sehen wir immer wieder ganze Erdbeerfelder, wo uns auch schon so manche strahlend rot entgegen leuchten. Schon bald sind am Strassenrand auch viele Händler mit ihren Stiegen von Erdbeeren zu finden. Da müssen wir einfach anhalten und auch welche kaufen. Und wie lecker die sind! Ohne schlechtes Gewissen Erdbeeren im Januar essen, ein Traum! Antalya passieren wir nur, suchen vor Verlassen der Stadt aber noch eine der zahlreichen Malls auf. Maurice braucht dringend eine neue Hose. Wir werden auch fündig und nach einem kurzen Abstecher zum super Migros verlassen wir diesen Ort auch wieder fluchtartig.

    Die Nacht verbringen wir etwas stadtauswärts am Meer bzw. Erreichen wir dieses nicht und parken Louie deshalb in einem kleinen Wäldchen. Die Strasse die eigentlich vor zum Meer führt ist nämlich überflutet und bei der einsetzenden Dunkelheit trauen wir uns nicht es zu versuchen. Am Abend fahren aber noch einige "normale" Autos nach vorne, so dass wir uns vornehmen es am nächsten Morgen auch zu probieren.
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