• Abstecher Slowakei in die hohe Tatra

    June 9, 2025 in Slovakia ⋅ ⛅ 2 °C

    Ein neuer Tag – und sofort liegt dieses Kribbeln in der Luft. Was machen wir heute? Noch einmal Zakopane? Oder raus in die Wildnis? Die Entscheidung fällt fast wie von selbst: Die Berge rufen.

    Wir werfen einen Blick auf die Karte – die Slowakei ist nur einen Katzensprung entfernt. Warum also nicht? Ein neues Land, ein neues Abenteuer. Ohne lang zu zögern, fahren wir los.

    Der Weg führt uns durch dichte Wälder, vorbei an kleinen Dörfern, manche fast vergessen, andere lebendig. Polen lassen wir hinter uns – und rollen hinein in eine andere Welt.

    Unser Ziel: die Lomnitzer Spitze, einer der eindrucksvollsten Gipfel der Tatra.
    Angekommen, landen wir auf einem kleinen, privaten Parkplatz – betrieben von einem Schweizer. Er gibt uns Tipps, Routen, Warnungen.

    Wir starten locker mit der kurzen Tour – denken wir. Doch kaum auf dem Weg, packt uns der Ehrgeiz. Oder der Leichtsinn? Wir wechseln spontan auf die mittlere Route.

    Der Berg testet uns.
    Der Pfad wird steiler, die Luft klarer, die Ausblicke gewaltiger. Unter unseren Füßen plätschern Wildbäche, über uns ragen Felswände empor. Und dazwischen: wir. Zwei Menschen, zwei Hunde, ein bisschen Wahnsinn.

    Je weiter wir gehen, desto mehr spüren wir es: Das ist kein Spaziergang.
    Müde Beine, pochende Herzen, ein flüchtiger Zweifel – war das zu viel?
    Aber umkehren? Nein. Jetzt nicht mehr.

    Und dann, nach einer gefühlten Ewigkeit, ein Zeichen am Horizont:
    Eine Skistation. Menschen. Leben. Wir haben es geschafft.

    Der Weg nach unten wird zur Erlösung. Jeder Schritt zurück Richtung Van fühlt sich verdient an. 14 Kilometer.
    21428 Schritte.
    Höhenmeter 548. Gänsehaut.

    Zurück am Van – erschöpft, durchgeschwitzt, aber selig – wissen wir:
    Heute haben wir nicht nur Grenzen überquert. Sondern welche verschoben. In uns selbst.
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