• Vanderbilt Summit

    August 12 in the United States ☀️ 30 °C

    New York – Die Stadt, die niemals schläft … und uns erstmal schwitzen ließ. Teil 2

    Nachdem wir unsere etwas abenteuerliche, aber letztendlich doch erfolgreiche Bustour beendet hatten, machten wir uns wieder zu Fuß auf den Weg durch die Straßen von New York.

    Und dabei wurde uns ziemlich schnell etwas klar:

    Diese Stadt konnte man vermutlich hundertmal durchqueren und würde beim hundertundersten Mal trotzdem wieder etwas Neues entdecken.

    Überall gab es etwas zu sehen. Gewaltige Gebäude, kleine Läden, verrückte Menschen, bekannte Straßenzüge und immer wieder diese Momente, in denen man stehen blieb und dachte:

    Das kennst du doch irgendwoher.

    Aus einem Film?
    Einer Serie?
    Einem Computerspiel?

    Oder hatte New York einfach irgendwann beschlossen, sich heimlich in unser Gedächtnis einzupflanzen, lange bevor wir überhaupt hier gewesen waren?

    Wer weiß.

    Doch langsam rückte unser nächstes großes Ziel näher:

    SUMMIT One Vanderbilt.

    Bevor wir allerdings in schwindelerregende Höhen aufsteigen konnten, meldete sich ein deutlich bodenständigeres Bedürfnis.

    Hunger.

    Und wenn man schon in New York ist, dann musste natürlich etwas typisch New Yorkerisches her.

    Also gönnten wir uns einen klassischen Pizza Slice für sagenhafte 1,50 Dollar. 🍕

    Bei dem Preis erwarteten wir ungefähr die kulinarische Qualität eines leicht angefeuchteten Pappkartons.

    Doch dann kam der erste Bissen.

    Und …

    verdammt war das Ding lecker.

    So lecker, dass aus einem Slice ziemlich schnell zwei wurden.

    Rein aus wissenschaftlichen Gründen selbstverständlich.

    Man musste schließlich überprüfen, ob der erste vielleicht nur zufällig so gut gewesen war.

    War er nicht.

    Experiment erfolgreich abgeschlossen.

    Nun waren wir bereit.

    Auf zum SUMMIT.

    Wir betraten das Gebäude, durchliefen den Sicherheitscheck und machten uns schließlich auf den Weg nach oben.

    Immer höher.

    Bis sich plötzlich eine vollkommen andere Welt vor uns öffnete.

    Spiegel.

    Überall Spiegel.

    Boden. Wände. Decken.

    New York über uns.
    New York unter uns.
    New York neben uns.

    Und irgendwo dazwischen:

    wir.

    Für einen kurzen Moment wusste man nicht mehr so genau, wo der Raum aufhörte und die Stadt anfing.

    Es fühlte sich an, als hätte jemand Manhattan genommen, es in ein Kaleidoskop gesteckt und anschließend beschlossen:

    „Noch nicht genug. Mehr Spiegel!“

    Dann ging es weiter.

    Von einem Raum zum nächsten.

    Wir landeten in einem Raum voller silberner Ballons, die schwerelos durch die Luft schwebten und uns umgaben.

    Ein bisschen Spielplatz.

    Ein bisschen Kunstinstallation.

    Und ein bisschen wie eine sehr elegante Kindergeburtstagsfeier in mehreren hundert Metern Höhe.

    Doch egal, in welchem Raum wir uns befanden, eine Sache zog unsere Blicke immer wieder magisch an:

    die Aussicht.

    New York lag unter uns.

    Diese Stadt, die sich unten noch gigantisch und beinahe überwältigend angefühlt hatte, wirkte von hier oben plötzlich vollkommen anders.

    Die gewaltigen Hochhäuser wurden kleiner.

    Die Straßen verwandelten sich in schmale Linien.

    Die Autos sahen aus wie Spielzeug.

    Und die Menschen?

    Kaum noch zu erkennen.

    Irgendwann erreichten wir schließlich die Terrasse.

    Wir traten hinaus.

    Und verstummten.

    Vor uns breitete sich Manhattan aus.

    Endlos.

    Häuser bis zum Horizont. Straßenschluchten zwischen den Wolkenkratzern. In der Ferne verschwammen Stadt und Himmel miteinander.

    Für einen Moment standen wir einfach nur da.

    Und staunten.

    Doch irgendwann stellte sich eine wichtige Frage.

    Die Sonne würde erst später untergehen.

    Sollten wir so lange hier oben bleiben?

    Oder wieder hinunterfahren und New York noch ein bisschen zu Fuß erkunden?

    Eine schwierige Entscheidung.

    Wir überlegten.

    Wägten ab.

    Diskutierten vermutlich innerlich mit unseren Füßen, die inzwischen ebenfalls ein Mitspracherecht eingefordert hatten.

    Und dann …

    sahen wir die Bar.

    Nun.

    Damit hatte das Schicksal gesprochen.

    Erst einmal ein Bier. 🍺

    Ganz entspannt.

    Nur eines.

    Wir hatten schließlich noch einen langen Abend vor uns.

    Dann kam das zweite.

    Man musste ja irgendwie die Wartezeit überbrücken.

    Und dann …

    Nun ja.

    Ein drittes ging auch noch.

    Spätestens jetzt war die Entscheidung gefallen.

    Wir würden bleiben.

    Nicht weil wir drei Bier getrunken hatten.

    Nein.

    Natürlich nicht.

    Wir hatten lediglich erkannt, dass es unverantwortlich wäre, diesen Platz zu verlassen, bevor die Sonne hinter New York verschwunden war.

    Also warteten wir.

    Langsam sank die Sonne tiefer.

    Das Licht veränderte sich.

    Der Himmel wurde dunkler.

    Und dann geschah es.

    Erst leuchtete irgendwo tief unter uns ein einzelnes Licht auf.

    Dann noch eines.

    Und noch eines.

    Bis plötzlich die ganze Stadt begann zu glitzern.

    New York erwachte ein zweites Mal.

    Straßen wurden zu leuchtenden Adern.

    Fenster verwandelten die Wolkenkratzer in riesige Lichttürme.

    Manhattan funkelte unter uns, als hätte jemand Millionen kleiner Sterne über die Stadt verteilt.

    Und wir standen einfach da.

    Mitten über diesem gewaltigen Meer aus Licht.

    Plötzlich war es still.

    Zumindest fühlte es sich so an.

    Der Lärm der Straßen war weit unter uns geblieben und für einen kurzen Moment gab es nur diese Stadt, diesen Ausblick und dieses kaum greifbare Gefühl, gerade etwas zu erleben, das man nicht so schnell vergessen würde.

    Natürlich versuchten wir trotzdem, es festzuhalten.

    Foto hier.

    Foto dort.

    Noch eins.

    Und noch eins.

    Denn Menschen haben irgendwann beschlossen, dass man einen wunderschönen Moment erst dann vollständig erlebt hat, wenn man mindestens 47 nahezu identische Bilder davon besitzt.

    Aber kein Foto konnte wirklich einfangen, wie es sich dort oben angefühlt hatte.

    Dieser Anblick war einfach atemberaubend.

    Und plötzlich waren wir ziemlich froh darüber, dass uns eine unscheinbare Bar und drei Bier davon abgehalten hatten, früher nach unten zu fahren.

    Manchmal trifft man eben die besten Reiseentscheidungen nach sorgfältiger Planung.

    Und manchmal …

    bestellt man einfach noch ein Bier und wartet ab.

    Irgendwann mussten wir uns schließlich doch von diesem Anblick lösen.

    Wir fuhren wieder hinunter.

    Zurück zwischen die Hochhäuser.

    Zurück auf die Straßen.

    Zurück in dieses wilde, laute und vollkommen verrückte New York.

    Doch für diesen Tag hatten wir genug gesehen.

    Mehr als genug.

    Unsere Füße hatten gekündigt.

    Unsere Köpfe waren voll mit Eindrücken.

    Und irgendwo tief in uns ertönte inzwischen nur noch ein einziger Ruf:

    Bett.

    Also machten wir uns auf den Heimweg.

    Müde.

    Glücklich.

    Und mit unzähligen Bildern im Kopf.

    New York hatte uns an diesem Tag schwitzen lassen, im Kreis geschickt, staunen lassen und schließlich weit über seine Dächer geführt.

    Und während wir endlich ins wohlverdiente Bett fielen, wussten wir:

    Diese Stadt war noch lange nicht fertig mit uns. 🌃✨
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