Auf gehts nach Philadelphia
August 12 in the United States
☀️ 31 °C
Philadelphia – Wo Amerika begann und Rocky auf uns wartete 🇺🇸
Nach unserem erfolgreichen und ziemlich beeindruckenden Tag in New York hätte man meinen können, wir würden uns am nächsten Morgen ein wenig Erholung gönnen.
Ausschlafen vielleicht.
Gemütlich frühstücken.
Den Tag langsam beginnen.
Natürlich nicht.
Urlaub bedeutet schließlich, sich freiwillig zu Uhrzeiten aus dem Bett zu quälen, die man zu Hause als Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezeichnen würde.
Denn heute wartete das nächste Abenteuer:
Philadelphia.
Also ging es sehr früh los.
Draußen zeigte sich Union City von einer ungewohnt stillen Seite. Die Straßen waren noch fast leer, die Stadt schien selbst noch nicht ganz entschieden zu haben, ob sie überhaupt schon wach sein wollte.
Wir hingegen hatten keine Wahl.
Unser Bus wartete schließlich nicht auf Langschläfer.
Also machten wir uns auf den Weg nach New York und erreichten schließlich das mittlerweile schon fast vertraute Port Authority Bus Terminal.
Und siehe da:
Diesmal fanden wir unseren Bus tatsächlich schnell.
Keine Irrwege.
Keine ausgefallenen Haltestellen.
Keine drei überfüllten Busse.
Fast schon verdächtig.
Dann kam direkt die nächste Überraschung.
Unser Guide sprach Deutsch.
Perfekt!
Damit war zumindest die Gefahr gebannt, bei komplizierten amerikanischen Geschichtserklärungen freundlich zu nicken und innerlich überhaupt keine Ahnung zu haben, worum es gerade ging.
Gut gelaunt machten wir uns also auf den Weg Richtung Philadelphia.
Und irgendwann war es so weit:
Wir waren da.
Philadelphia.
Die Stadt, in der amerikanische Geschichte geschrieben wurde.
Doch bevor wir uns mit Unabhängigkeit, Freiheitsglocken und berühmten Persönlichkeiten beschäftigen konnten, gab es eine deutlich wichtigere Angelegenheit zu klären:
Frühstück.
Und was frühstückt man in Philadelphia?
Toast?
Müsli?
Ein Croissant?
Nein.
Natürlich nicht.
Ein Cheesesteak.
Denn wenn man schon einmal hier war, musste man schließlich auch eines der berühmtesten Gerichte der Stadt probieren.
Also führte uns unser Weg zu George's, wo wir uns unser erstes echtes Philadelphia Cheesesteak gönnten.
Morgens.
Zum Frühstück.
Ein ordentlich belegtes Sandwich mit Fleisch und Käse.
Unser Körper fragte vermutlich kurz, was genau wir ihm da zu dieser Uhrzeit antaten.
Aber der Urlaub hatte inzwischen ohnehin sämtliche Regeln außer Kraft gesetzt.
Und außerdem:
Wenn Philadelphia sagt, dass Cheesesteak Frühstück ist, dann ist Cheesesteak Frühstück.
Damit war die kulinarische Grundlage für den Tag geschaffen.
Und nun konnten wir uns endlich der Geschichte widmen.
Während wir durch Philadelphia fuhren, begann unser Guide zu erzählen.
Von der Geschichte der Vereinigten Staaten.
Von George Washington.
Von der Freiheitsglocke.
Von der amerikanischen Unabhängigkeit.
Und vor allem davon, welche gewaltige Bedeutung Philadelphia für die Entstehung der USA hatte.
Je länger wir zuhörten, desto mehr entstand das Gefühl:
Hier hatte irgendwie alles angefangen.
Plötzlich waren es nicht mehr nur Namen und Ereignisse aus irgendwelchen Geschichtsbüchern.
Wir waren tatsächlich an den Orten, an denen ein Teil dieser Geschichte geschrieben worden war.
Schon ein merkwürdiges Gefühl.
Doch so spannend amerikanische Geschichte auch sein mochte, irgendwo in Philadelphia wartete noch etwas ganz anderes auf uns.
Etwas Legendäres.
Etwas, das vermutlich mindestens genauso viele Menschen mit dieser Stadt verbinden wie die Freiheitsglocke.
Rocky. 🥊
Und irgendwann standen wir tatsächlich dort.
Vor den berühmten Treppen des Philadelphia Museum of Art.
Genau jenen Stufen, die Rocky Balboa im Film hinaufgerannt war.
Wir blickten nach oben.
Viele Stufen.
Sehr viele Stufen.
Natürlich gab es jetzt nur eine Möglichkeit.
Wir mussten da hoch.
Einfach gemütlich hochgehen?
Nein.
Innerlich lief längst die berühmte Trainingsmusik.
Also machten wir uns an den Aufstieg.
Stufe für Stufe.
Immer weiter nach oben.
In unseren Köpfen waren wir selbstverständlich hochtrainierte Profiboxer auf dem Weg zum größten Kampf unseres Lebens.
Unsere Lungen hatten möglicherweise eine etwas andere Einschätzung der Situation.
Aber egal.
Denn irgendwann standen wir oben.
Geschafft.
Philadelphia lag vor uns.
Und für einen kurzen Moment konnte man tatsächlich verstehen, warum genau diese Treppe zu einem solchen Symbol geworden war.
Es war herrlich.
Aufregend.
Und irgendwie ein kleiner Moment, den man einfach erleben musste.
Natürlich durfte anschließend auch das obligatorische Foto mit der Rocky-Statue nicht fehlen.
Wenn man schon einmal hier war, musste schließlich dokumentiert werden, dass wir unseren imaginären Boxkampf erfolgreich überstanden hatten.
Doch Philadelphia war noch nicht das Ende unseres Tages.
Denn anschließend sollte sich die Welt noch einmal vollkommen verändern.
Wir ließen die Großstadt hinter uns und machten uns auf den Weg zu einer Amish-Familie.
Und plötzlich fühlte es sich an, als wären wir nicht nur ein paar Kilometer weitergefahren.
Sondern ein paar Jahrzehnte zurück in der Zeit.
Das hektische Leben der Städte verschwand.
Keine riesigen Wolkenkratzer.
Kein Times Square.
Kein hupender Verkehr.
Stattdessen Ruhe.
Felder.
Höfe.
Und ein Lebensstil, der sich bewusst gegen vieles richtet, was für uns vollkommen selbstverständlich geworden ist.
Wir bekamen einen kleinen Einblick in das Leben der Amish, erfuhren einiges über ihre Traditionen und konnten uns auf dem Hof umsehen.
Es war faszinierend.
Gerade noch hatten wir in einer Millionenstadt gestanden, in der alles schneller, größer und moderner sein wollte.
Und plötzlich befanden wir uns an einem Ort, an dem das Leben nach vollkommen anderen Regeln funktionierte.
Zwei Welten, die kaum unterschiedlicher hätten sein können.
Anschließend ging es noch weiter zu einem Amish Village.
Dort hatten wir etwas Zeit, uns in den umliegenden Shops umzusehen, durch die Gegend zu schlendern und die Atmosphäre auf uns wirken zu lassen.
Und irgendwann kam dieser unvermeidliche Moment jedes guten Ausfluges:
Der Tag hatte beschlossen, langsam Feierabend zu machen.
Also stiegen wir wieder in unseren Bus.
Die Rückfahrt begann.
Draußen zog die Landschaft vorbei und im Kopf sortierten sich langsam die Eindrücke dieses Tages.
Ein Cheesesteak zum Frühstück.
Amerikanische Geschichte.
Die Freiheitsglocke.
George Washington.
Philadelphia.
Rocky.
Die berühmten Treppen.
Und schließlich diese vollkommen andere Welt der Amish.
Ganz schön viel für einen einzigen Tag.
Müde, glücklich und mit einer weiteren Ladung Erinnerungen im Gepäck machten wir uns schließlich auf den Weg zurück nach Union City.
Und wieder einmal wurde uns bewusst:
Diese Reise bestand längst nicht mehr einfach nur aus Orten auf einer Landkarte.
Jeder Tag öffnete eine neue Tür.
Manchmal führte sie zwischen gigantische Wolkenkratzer.
Manchmal auf die Spuren amerikanischer Geschichte.
Manchmal zu einer Treppe in Philadelphia, auf der man plötzlich überzeugt davon war, Rocky Balboa persönlich zu sein.
Und manchmal führte sie morgens direkt zu einem Cheesesteak.
Amerika eben. 🥊🇺🇸✨Read more


























