• Underground City Derinkuyu

    3. april 2024, Tyrkiet ⋅ ⛅ 12 °C

    Weiter in Richtung Göreme mache ich noch einen Stopp in der Stadt Derinkuyu und besichtige die unterirdische Stadt. Ein Bewohner der Stadt renovierte 1963 sein Haus. Als er im Keller eine Wand niederriss, tat sich dahinter ein weiterer Raum auf, der nicht im Grundriss verzeichnet war. Der Mann wurde stutzig, grub weiter und stieß dabei auf einen schmalen, dunklen Gang, der in ein verzweigtes Tunnelsystem führte. So wurde die unterirdische Stadt entdeckt, die heute nach weiteren Ausgrabungen für Besucher begehbar ist. In der Türkei gibt es viele weitere unterirdische Städte, Derinkuyu ist dabei die Größte. Bisher wurden hier 8 in die Tiefe gehende Stockwerke freigelegt, der tiefste zugängliche Punkt liegt 55 Meter unter der Erdoberfläche und die Breite der Anlage erstreckt sich über mehrere Kilometer. Schätzungsweise sei aber bisher nur ein Viertel der Anlage ausgegraben. Auch hier gab es Räume für Tiere, Weinkeller und Lagerräume, Kirchen, Aufenthalts- und Wohnräume, Küchen und sogar einen Kerker. Tausende Belüftungsschächte sorgten für eine ausreichende Luftzirkulation, gleichzeitig reichten sie bis zum Grundwasser hinunter um auch die Wasserversorgung sicherzustellen. Alle Zugänge zur unterirdischen Stadt konnten mit runden Verschlusssteinen, die vor die Zugänge gerollt werden konnten, verschlossen werden. Da sie nur von innen und nicht mehr von außen geöffnet werden konnten, konnten sich die Bewohner:innen so vor Eindringlingen und Angreifern schützen. Einige dieser Verschlusssteine konnte ich beim Durchgehen auch entdecken. Das Tunnelsystem ist echt riesig und war wirklich sehr beeindruckend. In der Netflix-Doku „Untergegangenen Zivilisationen auf der Spur“ geht es in Folge 7 auch um die unterirdische Stadt in Derinkuyu – wer sich also mal anschauen möchte, wo ich so rumstronze, kann da gerne mal reinschauen.Læs mere