• Eisbären und Kohle

    December 16, 2025 in Svalbard and Jan Mayen ⋅ 🌬 -6 °C

    Auf die Fotoliste gehört ein Warnschild: Achtung Eisbären. Also mache ich mich die 2km auf zum Schild.

    Auf dem Weg dorthin sind die Reste der Kohleseilbahn sichtbar, mit der früher die Kohle aus den Gruben zum Hafen transportiert wurde. Ende der 80er zugunsten LKW-Transport stillgelegt dient sie heute noch als Fotomotiv und Relikt an die Zeiten ausgiebiger Kohleförderung.

    Warum gibt es hier eigentlich Kohle? Kaum Vegetation und damit auch keine Möglichkeit der Ablagerung von Kohle. Tatsächlich befand sich Spitzbergen vor 350 Millionen Jahren am Äquator und wies sumpfige Wälder auf, die zur Bildung von Kohleflözen führten. Anschließend driftete Spitzbergen an seine heute Position bei 78°N. Ich finde es nach wie vor faszinierend, wie die Wissenschaft zu solchen Erkenntnissen gelangt ist. An dieser Stelle ein Buchtipp: "Bill Bryson, Eine kurze Geschichte von fast allem"

    Und dieser Kohlebergbau war jahrelang wichtigste Einnahmequelle. Im Juli 2025 schloss die "Grube 7" auf Spitzbergen und damit die letzte norwegische Kohlegrube. Auch das Kohlekraftwerk schloss. Die Vorkommen sind nicht wirtschaftlich abbaubar und schlecht für's Klima ist es allemal.

    Übrigens ebenfalls auf Spitzbergen befindet sich die russische Siedlung "Barentsburg", in der weiterhin Kohle gefördert wird. Dorthin sind es nur 55km. Möglich macht diese Ansiedlung der Spitzbergen-Vertrag, der "Bürgern der Vertragsstaaten gleiche Rechte auf Arbeit, Handel und Schifffahrt" garantiert.
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