Michael Strube

Joined January 2017
  • Day13

    Autor (Jens)

    Mittlerweile routiniert packten wir unser Zeug zusammen und verließen die Wohnung pünktlich in der Früh, um einigermaßen pünktlich unseren letzten Stopp in Jönköping zu erreichen. Am Auto angekommen erlebten wir jedoch leider eine böse Überraschung. Ein dickes fettes gelbes Parkticket über eine Strafe von ganzen 120 € war um unsere Scheibenwischer befestigt. Da unser schwedisch leider genauso wenig vorhanden ist, wie unser russisch, baten wir kurzerhand eine Passanten um Übersetzung des Tickets. Dieser erklärte uns, dass wir zu nah an einen Zebrastreifen geparkt hätten und daher die Strafe kassierten. Das ist soweit vielleicht ja noch nachvollziehbar, was dem ganzen aber die Krone aufsetzt ist, dass vor uns noch ein Auto parkte, welches noch näher an dem Zebrastreifen parkte als wir und dies in der Straße (es gibt in Schweden unzählige Zebrastreifen) sogar noch diverse weitere Male so war und die allesamt kein Ticket erhielten. Hier entsteht leider ein offensichtlich diskriminierender Eindruck gegenüber ausländischen Autofahrern, was insgesamt das Fazit untermauert, dass man sich Stockholm echt hätte schenken können. Mit Wut im Bauch begaben wir uns letztlich doch noch auf den Weg in Richtung Jönköping (was blieb uns auch anderes übrig) und ließen das unübersichtliche Straßennetz von Stockholm hinter uns. Gegen 12:00 Uhr erreichten wir unseren letzten Stopp auf unserer Route und waren ziemlich enttäuscht von dem Bild, was sich uns bot. Der superschöne riesige See wird nahezu überhaupt nicht touristisch genutzt, sodass man weder einen vernünftigen Strandabschnitt besuchen kann, es keine vernünftige Promenade zum spazieren gehen gibt, noch etwaige Möglichkeiten für eine vernünftige Bootstour bestehen. Ehrlich gesagt echt eine krasse Verschwendung, aber anscheinend haben die in Schweden einfach zu viele von solchen Seen. Da die wohl von Studenten geprägte Stadt zudem noch nahezu wie ausgestorben wirkte (anscheinend waren gerade Semesterferien) entschieden wir uns auf diesen letzten Halt zu verzichten und direkt die Heimreise anzutreten. Auch aus dieser Erfahrung haben wir wieder gelernt, dass man sich nicht von offensichtlichen geografischen Merkmalen, wie in diesem Fall den riesigen See, blenden lassen darf und stattdessen sich besser noch einmal im Vorfeld informiert. Im Endeffekt aber alles halb so wild, da wir dadurch dem deutschen Berufsverkehr entgehen konnten und ohne Stau‘s oder weitere Zwischenfälle wieder in Göttingen ankamen. Einzig erwähnenswert waren die beeindruckenden Brücken, die Dänemark zu bieten hatte, sich diese allerdings auch ordentlich durch eine Maut (wird Zeit, dass wir auch endlich eine einführen) von knapp 100 € bezahlen ließen. Darüber hinaus haben wir auf der Rückfahrt auch wieder eine alte Tradition aus der Zeit in Neuseeland aufleben lassen und überbrückten die Zeit im Auto unter anderem mit einigen Hörbuchfolgen unserer Kultserie Sherlock Holmes. Gegen 24:00 Uhr trafen wir dann wieder wohlbehütet zuhause ein und beendeten damit letztlich nach 13 Tagen und 4.042 Km unseren Roadtrip. Am Ende bleiben ganz ganz viele tolle, spannende und bewusstseinserweiternde Erlebnisse, an die wir wahrscheinlich unser ganzes Leben zurückdenken werden. Zusammenfassend kann zudem festgehalten werden, dass alles nur halb so schlimm war, wie befürchtet und es sich mal wieder gezeigt hat, wie wichtig es doch ist seine eigenen Erfahrungen zu machen!

    To be continued...
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day12

    12. Blaue Lagune

    July 8 in Sweden

    Die Tasche für den Strandausflug gepackt machten wir uns bei endlich mal herrlichem Sonnenschein pünktlich auf den Weg in Richtung der sogenannten blauen Lagune. Dies gestaltete sich aber aufgrund der brutal unübersichtlichen Straßenführung in Stockholm schwieriger als erwartet, sodass wir statt ca. 1 1/4h fast 2h benötigten. Wir haben bis jetzt leider immer noch nicht rausgefunden, was das System dahinter sein soll, aber egal die werden sich schon etwas dabei gedacht haben... Hofft man zumindest. Die letzten Meter verliefen über einen Feldweg und kurz vor dem Ziel hatten wir noch einen kurzen Schock zu verdauen. Die Autos vor uns stoppten auf einmal abrupt, weil die Zufahrt zur blauen Lagune offensichtlich nur gegen die Abgabe einer kleinen Gebühr möglich war. Grundsätzlich wäre das ja auch kein Problem gewesen nur haben wir uns aufgrund der komfortablen Situation in Schweden (nahezu alles wird mit Kreditkarte bezahlt) keine Kronen organisiert, weshalb uns bei der Zufahrt schon etwas mulmig wurde. Wir erklärten der jungen Dame unsere Situation, boten Ihr als Alternative sogar Euro an, doch Sie hatte anscheinend vollstes Verständnis für unsere Situation und ließ uns einfach ohne die Entrichtung einer Gebühr gewähren. Das Auto schnell geparkt machten wir uns voller Vorfreude direkt fußläufig auf den kurzen Weg zur blauen Lagune. Vorbei an diversen großen Gruppen, die sich am Rand des See‘s augenscheinlich bestens ausgerüstet niederließen (Grill, unzählige Kühlboxen und Sitzgelegenheiten) erreichten wir den kleinen aber feinen Strandabschnitt. Wie es der Name vermuten ließ, schimmerte das Wasser herrlich blau und war eine überragende Abkühlung bei den heißen Temperaturen. Leider besuchten den See nicht all zu viele Einheimische, da das Publikum sich doch sehr gemischt gestaltete. Besonders lästig waren eine größere Gruppe Jugendliche, die den Strand den ganzen Tag mit nerviger Musik beschallten, sodass ein Entspannen leider nur bedingt möglich war. Immerhin haben wir es aber zumindest einmal auf dieser Reise zu einem leichten Sonnenbrand geschafft und erreichten zudem beim Ball oben Halten mit dem Kopf nach stetiger Steigerung ganze 51 Wiederholungen. Micha war damit zwar immer noch nicht zufrieden, weil er wohl irgendwann mal in seinem Leben 100 Wiederholungen geschafft haben soll, aber ich fand das angesichts unserer geschundenen Körper ganz okay. Nach der Schließung der Parkzone durch eine Art Ranger gegen 18:00 Uhr traten wir wieder die Heimreise in Richtung Stockholm an, um unterwegs noch an einem Lidl halt zu machen (Sonntagsgebot kennen die Schweden anscheinend nicht). In Stockholm wieder angekommen entschieden wir uns noch für einen letzten Spaziergang und eine Partie Schach auf einer Parkbank. Diesmal dauerte das Spiel deutlich länger, wenngleich der Ausgang ähnlich vernichtend verlief, da ich am Ende bis auf den König keine Figur mehr übrig hatte. Kein Kraut gewachsen gegen den Michael, ist eben ein schlauer Bengel. Morgen beginnt mit der Fahrt nach Jönköping dann der letzte Abschnitt unserer Reise.Read more

  • Day11

    11. Stockholm

    July 7 in Sweden

    Autor (Jens)

    Nahezu in Pole Position (lediglich 1 Fahrzeug war vor uns) stellten wir unseren Hobel auf dem weitläufigen Parkdeck des riesigen Tankers ab. Als wir danach das eigentliche Schiff betraten kamen wir aus dem Staunen eine Zeit lang erstmal nicht mehr hinaus. Auf 10 Decks verteilten sich neben den ganzen Kabinen für die Reisenden, diverse Restaurants, Bars, ein Supermarkt, eine Art Theater, ein Kinderspielparadies, ein Casino, eine Disco und sogar ein Zigarrenclub... der Wahnsinn! Unsere Kabine war zudem deutlich komfortabler als erwartet (eigenes Bad inklusive Dusche). Zum Start unserer Reise schauten wir erstmal das 1. Viertelfinale des Tages zwischen FRA vs. URU, was unsere Nachbarn verdientermaßen für sich entschieden. Im Anschluss gingen wir auf eine kleine Erkundungstour und machten dabei unter anderem auch einen kleinen Stopp im Supermarkt. Dieser war ähnlich der Duty Free Shops im Flughafen aufgebaut und bot auch eine Vielzahl an interessanten Angeboten. So bekamen wir unter anderem 24 Dosen (0,33er) Heineken für knapp 14 € (ohne Pfand) und 24 Dosen Cola (ebenfalls 0,33er) für 10 €. Nachdem verstauen dieser Errungenschaften in unserer Kabine, verfolgten wir das 2. Viertelfinale des Tages zwischen BRA vs. BEL in einer Art Irish Pub. Irgendwann während des Spiels fiel uns auf, dass wir für 2 Bier insgesamt 13 € bezahlten, also nahezu genauso viel wie für 1 ganze Palette. Wie pflegte Charly Harper doch immer zu sagen „das Haus gewinnt immer“ und irgendwie muss sich dieser Riesentanker ja auch finanzieren. Das Spiel war dagegen sein Geld definitiv wert und gehörte in meinen Augen auch zum Besten, was wir bisher bei dieser WM sehen durften. Der Turnierfavorit aus Brasilien mit seiner Ballerina Neymar musste sich hierbei den taktisch super agierenden Belgiern geschlagen geben, was durchweg alle Passagiere auf dem Schiff erfreute. Leider verpassten wir den Sonnenuntergang aufgrund des Spiels um wenige Minuten, konnten aber zumindest angesichts des roten Schimmerns am Horizont erahnen was für einer schöner Anblick das gewesen sein muss. Mit diesen schönen Eindrücken verabschiedeten wir uns auch rasch in unsere Kabine und standen erst ca. 1h vor dem Ankommen in Stockholm wieder auf. Das Schiff verließen wir dann als allererstes, da das Auto vor uns wohl bereits bei einem Zwischenstopp von Bord gefahren ist. Nach dem Kampf durch die Stadtautobahnen Stockholms (total unübersichtlich, weshalb wir uns mehrmals verfuhren), bezogen wir die uns diesmal nicht vollständig (Sauberkeit war verbesserungswürdig) überzeugende Airbnb-Wohnung um uns anschließend mit unseren Deutschlandtrikots bewaffnet direkt auf den Weg in die Stadt zu begeben. Das Stockholmer Stadtgebiet besteht zu ca. 10% aus Wasser, weshalb dieses Element allgegenwärtig ist. Man muss sich das in etwa so vorstellen, dass die Stadt aus einer Vielzahl von Inseln besteht, die über Brücken bzw. Wasserstraßen miteinander verbunden sind. Die Gebäude sind in der Regel auch viele viele Jahre alt und geben der Stadt dadurch Ihren typischen Flair. Definitiv sehenswert! Von einer Einheimischen Kellnerin, die aufgrund Ihres 1 jährigen Aufenthalts in Köln ziemlich gut deutsch sprechen konnte, holten wir uns einige Tipps ab und schauten das Spiel SWE vs. ENG in einer großangelegte Bar. Zuvor schmissen wir beiden Experten aber noch ein bisschen Geld beim Besuch eines Museums zum Fenster hinaus, weil wir uns beim Umrechnungskurs um eine Stelle verrechneten. Statt 1,2 € kostete der Besuch also 12 € pro Person und war leider sein Geld nicht wert, weshalb wir das Museum auch nach einer halben Stunde wieder verließen. Das schlimme daran ist, dass uns die schwedische Kellnerin zuvor davon abriet, aber aus schlechten Erfahrungen lernt man bekanntlich ja. Die Schweden waren ähnlich wie in Deutschland überwiegend im Trikot unterwegs und absolut überzeugt davon, dass Sie das heutige Spiel deutlich gewinnen werden (es fielen hier Aussagen wie 3:0 für uns). Größenwahn tut bekanntlich selten gut und so kam es auch wie es kommen musste und die Schweden schieden sang und klanglos aus. Die Enttäuschung hielt sich allerdings in Grenzen und es wurde aus der Not eine Tugend gemacht und kurzerhand die Mucke aufgedreht, die Konfettikanonen angeschmissen und neuer Alkohol geordert. Angesichts der Preise (7,20 € für ein 0,33er Bier) entschieden wir uns persönlich diesem Motto nicht anzuschließen und erkundeten lieber weiter die Stadt. Mit der Fähre (ein in Stockholm allseits benutztes Verkehrsmittel) führen wir für umgerechnet knapp 4€ zu mehreren Inseln. Wer braucht da schon eine überteuerte Sightseeingtour. Das Abendspiel verfolgten wir dann in unserer Unterkunft auf unseren Smartphones (Fernseher der Wohnung hatte keinen Antennenanschluss), da wir im Hinblick auf das für Morgen überragend angesagte Wetter pünktlich in der Früh eine kleine Lagune (Geheimtipp der Kellnerin) ansteuern wollen.Read more

  • Day9

    10. Tallinn

    July 5 in Estonia

    Autor (Jens)

    Aus Bequemlichkeit und weil es gar nicht so viele spannende Dinge zu berichten gibt, fasse ich die letzten beiden Tage mal in einem Bericht zusammen. Wir starteten den Tag gestern nach einer verhältnismäßig langen Nacht (der Schlafkomfort hat sich deutlich verbessert) relativ spät und entschieden uns angesichts des vielversprechenden Wetters (kaum Wolken am Himmel) für einen weiteren Strandbesuch. Dort angekommen übernahmen pünktlich nach dem Ausbreiten unserer Handtücher die Wolken wieder das Kommando, weshalb wir uns um einen Sonnenbrand keine Gedanken machen mussten. Irgendwie zieht sich das mit dem Wetter, wie ein roter Faden durch unseren Trip, aber es geht bekanntlich auch immer schlechter, sodass wir aus der Not eine Tugend machten und uns statt zu sonnen mit einer Runde Beach-Fußballtennis vergnügten. Hierbei zeigte sich mal wieder, dass es eine gute Entscheidung war meine aktive Fußballkarriere zu beenden, da Micha mich 3:0 nach Sätzen vom Strand fegte (schönes Wortspiel). Ich war halt eher immer der man fürs Grobe, denn nicht umsonst war mein Spitzname JP4 (in Anlehnung an die Fußballlegende Heiko Westermann). Am Abend ging es dann in die Nimeta Bar, die übersetzt so viel heißt wie No Name Bar, wo der eigentliche Plan ein paar ausgiebige Stunden an der Dartscheibe vorsah. Diesen durchkreuzten allerdings eine Vielzahl an Rauchern, da sich in der schmalen Nische, warum auch immer, der Raucherbereich befand und so ein Spielen unmöglich war. Wir griffen zurück auf unser Improvisationstalent und mischten uns stattdessen unters Volk. Hierbei kamen wir unter anderem mit einem finnischen Pärchen ins Gespräch, die uns einiges über das bedingungslose Grundeinkommen, die Herausforderung der Bewältigung der Flüchtlingsthematik sowie den Preisunterschied des Alkohols im Vergleich zu Finnland (kostet dort wohl fast das doppelte) erzählten. Später kamen noch einige Gespräche mit Esten dazu, die in einer einheimischen Kneipe nur unweit unserer Unterkunft endeten und diese absolut aufgeschlossen und positiv überrascht waren, dass Deutsche sich in Ihr kleines Land verirrten. Nach einer relativen kurzen Nacht packten wir heute morgen unsere sieben Sachen zusammen, da wir heute Nachmittag Tallinn bereits wieder in Richtung Stockholm mit der Fähre verlassen. Vorher nahmen wir aber nochmal einen Anlauf auf die Dartscheibe, was diesmal auch problemlos klappte, da der Schuppen nahezu leer war. Micha fegte mich in gewohnter Manier vom Fließ (immerhin habe ich ein Leg gewonnen) und wir wanderten anschließend noch einige Zeit durch die Gassen der Stadt. Trotz des schlechten Wetters (leichter Nieselregen) waren viele Menschen auf den Straßen unterwegs, da offensichtlich eine Art Mittelalterfest an diesem Wochenende stattfindet. Micha begutachtete noch schnell einen Parcours (seine Schule soll wohl bald einen Ähnlichen bekommen), ich machte noch schnell einen Schnappschuss von einem Eichhörnchen und dann machten wir uns schon auf in Richtung Hafen um pünktlich auf der Fähre einzuchecken... To be continuedRead more

  • Day8

    9. Fahrt nach Tallinn

    July 4 in Estonia

    Autor (Jens)

    Nach einer letzten kuscheligen Nacht im wunderschönen St. Petersburg (ich werde das Klappsofa nicht vermissen) starteten wir gegen 08:00 Uhr unsere Reise zu unserem nächsten Anlaufpunkt Tallinn. Die Fahrt raus aus der Stadt, die uns denke ich nicht das letzte Mal gesehen hat, gestaltete sich aufgrund der nicht nachvollziehbaren Routenführung von Google Maps zwar etwas anstrengend, wurde aber letztlich durch Micha als Fahrer weitestgehend unbeschadet bewältigt. Auf den ersten ca. 100 km waren die Straßenverhältnisse mehr als bescheiden und erinnerten im Hinblick an die unzähligen Schlaglöcher eher an eine Crossstrecke. Besonders interessant war, das sich immer mal wieder einige komplett frisch geteerte Passagen dazwischen befanden, die aber nie länger als 100m anhielten. Ein bisschen entstand hier der Eindruck, dass man aufgrund fehlender Gelder Schadensbegrenzung betrieben hat. Zum Glück wurde es mit dem Abbiegen auf die Europastraße deutlich besser und wir absolvierten den Weg zur Grenze ohne weitere Vibrationen. Noch kurz für ca. 15 € (ein Paradies für Autofahrer hier) vollgetankt, erreichten wir die Grenze ohne weitere Zwischenfälle. Die Grenzbeamten wirkten alle ziemlich tiefenentspannt und der russische Beamte versuchte uns zu erklären, was das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft doch für eine Schande sei. Ich dachte mir im stillen nur „Junge erzähl mir was Neues“, aber er hat es wahrscheinlich nur witzig gemeint. Durch die typisch russische kühle Ausstrahlung kam das aber ganz anders bei uns an. Aufgrund des geringen Aufkommens an der Grenze ging es rasch weiter zur estnischen Seite, die wir letztlich dann auch passierten und somit wieder europäischen Boden unter den Füßen bzw. Rädern hatten. Insgesamt bleibt festzuhalten, dass wir uns die Grenzkontrollen deutlich schlimmer vorgestellt hätten und hier mal wieder die Devise gilt man sollte nicht alles glauben, was man so hört, sondern sich lieber ein eigenes Bild machen. Der letzte Abschnitt unserer Route verlief bis auf die ebenfalls sehr offensiv fahrenden Esten und die sehr lustigen Schilder „Achtung Elche“ (leider haben wir keinen gesehen) problemlos, sodass wir unseren Zielort um 14:30 Uhr erreichten. Nach Bezug der Wohnung, die übrigens sehr weiträumig ist (endlich wieder ein eigenes Bett), begaben wir uns direkt an den Strand um zumindest noch ein paar Sonnenstrahlen zu genießen. Dies war leider nur ein kurzes Unterfangen, da das Wetter eher als durchwachsen bezeichnet werden konnte und wir daher nach 2h wieder die Heimreise antraten. Nach einem kurzen Zwischenstopp in einem der ortsansässigen Supermärkte ging es anschließend direkt zu Fuß in die wunderschöne Altstadt von Tallinn. Diese ist umgeben von einer Festungsmauer, durchgehend mit Kopfsteinpflaster ausgestattet und verfügt über ausschließlich an das Mittelalter erinnernde Gebäude. Zudem tummeln sich auf jeder Straße Restaurants, von denen aus man das Bunte treiben wunderbar beobachten kann. Wir entschieden uns konsequenterweise für ein mittelalterlich angehauchtes Restaurant (die Kellner trugen alle Trachten aus dieser Zeit) und probierten dabei auch die speziellen Hausbiere. Sowohl das Honigbier als auch das Zimtbier dürfen als gewöhnungsbedürftig bezeichnet werden, weshalb Micha‘s Entscheidung eines kleinen Bechers, jeweils eine gute Wahl war. Das Essen konnte das ganze jetzt nicht wieder aufwiegen, weshalb es sicherlich bessere Alternativen in Talinn gibt. Mit einem vollen Magen und nun immerhin bei bestem Wetter begaben wir uns dann noch auf die Erkundung der Stadt und besichtigten unter anderem auch noch das Wahrzeichen von Tallinn den Domberg (Schlossanlage). Eigentlich wollten wir zum Schluss des Tages noch einen etwas längeren Aufenthalt in einer Bar ansteuern, allerdings war die Stadt wie ausgefegt, weshalb es letztlich nur noch ein Getränk sowie eine Partie Billard wurde. In einem Gespräch von anderen Barbesuchern erfuhren wir wahrscheinlich auch den Grund für die leeren Straßen, da wohl gerade ein großes Festival in der Stadt stattfindet. Egal kann man nicht ändern, wir haben zumindest beim Verlassen der Bar noch einen kleinen Lichtblick entdeckt (eine Dartscheibe), weshalb wir morgen wohl ein kleines Trainingslager einlegen werden.Read more

  • Day7

    Auto (Jens)

    Heute ist es also soweit, nach unserem ersten Spiel bei einer Fußballweltmeisterschaft in Kaliningrad folgt nun also unser erstes KO-Spiel bei einer WM. Für viele wenig überraschend stehen sich hierbei die Fußballweltmächte aus Schweden und der Schweiz gegenüber, ein hochklassiges Spiel kann also erwartet werden... Nicht! Lassen wir die Ironie und kommen zum Tagesgeschehen. Mit einer relativ langen Schlafphase im Rücken starteten wir den Tag angesichts der mal wieder starken Regenfälle deutlich gemächlicher. Der Wetterbericht versprach allerdings gegen Mittag eine deutliche Verbesserung, weshalb wir die Zeit mit einer Partie Speedschach überwunden. Speedschach, noch nie gehört? Das ist eine besondere Form des bekannten Spiels Schach, wo der Gegner (in diesem Fall Micha) einen innerhalb von 4 Zügen niedermacht. Na ja, ich habe andere Stärken. Bei der Buchung unserer Unterkunft dachten wir eigentlich aufgrund der im Vergleich zur Größe der Stadt geringen Entfernung zum Stadion, dass wir dieses problemlos fußläufig erreichen können. Dies war allerdings ein Trugschluss, da die Strecke laut Navi ganze 9,1 km betrug, was uns mal wieder vor Augen führte, wie riesig diese Stadt doch eigentlich ist. Wir ließen uns davon aber erstmal nicht beirren und traten die Reise angesichts unseres großen Zeitfensters zu Fuß an. Die Route führte mal wieder entlang von unzähligen beeindruckenden Gebäuden, die einem aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen ließen. Das Stadion wurde zudem auf einer Insel erbaut, weshalb auch einige riesige Brücken überquert werden mussten und uns so auch einen Blick auf einige Kreuzfahrtschiffe bot. Für die letzten Kilometer entschlossen wir uns aber dann doch die Metro (U-Bahn) zu nutzen, was im Hinblick auf die Steilheit und vor allem Länge der Rolltreppe ebenfalls wieder eine beeindruckende Erfahrung war. Gefühlt befand sich der Bahnsteig nur unweit über dem Erdkern. Der Weg zum Stadion führte über eine riesige Allee (1,2 km lang) direkt gerade aus, sodass das imposante Bauwerk bereits von weitem erblickt werden konnte. Was auf dieser Meile abging ist wirklich kaum in Worte zu fassen. Tausende Menschen feierten, sangen, lachten und taten was auch immer. Rein optisch sowie akustisch waren die Schweden klar überlegen, bekamen überraschenderweise aber ziemlich starke Konkurrenz von den Deutschen, die vereinzelt überall zu sehen waren. Wie hat das doch ein Schweizer so schön formuliert „spekulative Frühbucher“ eben. Die Schweden waren super gelaunt und wir wurden angesichts unserer Deutschlandtrikots auch häufig angesprochen. Berechtigterweise durften wir uns auch einige hämische Kommentare anhören, bewältigten dies aber mit gewohnter Lässigkeit, als Hamburgfan bin ich in der Vergangenheit ja viel Kummer gewohnt. Im komplett neugebauten Stadion bahnten wir uns den Weg über Rolltreppen und ein mehr an eine Konzerthalle erinnernden Innenraum in voller Vorfreude zu unseren Plätzen (wir hatten immerhin die teuerste Kategorie). Dort angekommen waren wir einfach nur geschockt, fassungslos, frustriert und stocksauer als wir diese einnahmen. Die Plätze befanden sich in der allerletzten Reihe (direkt unterm Dach), in Höhe der Eckfahne und was die größte Frechheit war hinter der Videoleinwand, sodass man keinen Blick auf das gesamte Stadion hatte und nicht mal wusste welche Spielminute gerade läuft. Die FIFA muss sich angesichts solcher Aktionen nicht wundern, dass so viel negativer Unmut Ihr gegenüber herrscht, denn diese Plätze zu einem Preis von 245 Dollar zu verkaufen ist einfach nur übelste Abzocke #F**kFIFA. Wir taten das in dieser Situation einzig richtige und tranken uns die Situation schön, was sich immerhin positiv auf unser Becherkontingent (die waren wie in Kaliningrad echt ganz nett) auswirkte. Zur Abrundung des ganzen war das Spiel ziemlich beschissen anzugucken (es gab kaum nennenswerte Torabschlüsse) und das Essensangebot (trockenes belegtes Brötchen) war ne ziemliche Vollkatastrophe. Die Stimmung im Stadion war dagegen dank der Schweden wohl ganz gut, jedoch gehe ich davon aus, dass unsere Plätze dies nicht ganz zur Geltung kommen ließen. Die Schweizer Eidgenossen waren nur vereinzelt verstreut im Stadion und akustisch überhaupt nicht wahrzunehmen. Der Rest ist schnell erzählt, Schweden geht aus dem nichts kurz vor Schluss 1:0 (natürlich keine Verlängerung oder Elfmeterschießen) in Führung und zieht in die nächste Runde ein. Immerhin ist dieses Ergebnis für unseren Stopp in Stockholm nicht ganz verkehrt und sofern Schweden Weltmeister wird, können wir zumindest sagen wir haben als einziger den Weltmeister geschlagen. Bis auf die schwedischen Fans leerte sich das Stadion brutal schnell, weshalb wir noch einen kleinen Rundgang durch das Stadion absolvierten. Hinter den letzten Sitzplatzreihen hatte man entlang einer Glasfront einen einzigartigen Blick auf die gesamte Stadt, sowie die Ostsee und da es anscheinend Niemanden interessierte, kosteten wir diesen bis zum letzten Moment aus. Irgendwann wurden wir dann doch einmal freundlich aus dem Stadion geleitet und wir entschieden uns das letzte Spiel des Abends in einer Bar / Restaurant direkt an der Fanmeile anzuschauen. Natürlich klappte auch hier wieder einiges nicht, da wir fast 1h auf unser Essen warten mussten und das Personal prinzipiell einen völlig überforderten Eindruck hinterließ. Egal, kann man nichts machen, irgendwann kam das Essen dann doch und wir verfolgten noch, wie die Engländer den Elfmeterbann brachen (was ist das eigentlich für eine WM?). Direkt nach dem letzten gehaltenen Elfmeter brachen wir in Richtung U-Bahn auf und fuhren bis nahezu vor die Haustür (hätten wir das mal vorher gewusst). Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass es trotz der negativen Rahmenbedingungen (Plätze, Kackspiel, etc.) angesichts der einzigartigen Stimmung vor allem vor dem Stadion sowie der vielen beeindruckenden Bilder eine tolle Erfahrung war, die wir definitiv nicht missen möchten.Read more

  • Day6

    7. Sankt Petersburg

    July 2 in Russia

    Autor (Jens)

    Nachdem gestrigen zugegebenermaßen auch für mich sehr witzigen Intermezzo (Danke nochmal Micha für das schöne Bild von mir) übernehme ich heute wieder die Verantwortung für unseren Blog, da ich angesichts der weiterhin krassen Regenfälle gerade eh nichts besseres zu tun habe. Aufgrund des sehr schmalen und ziemlich unbequemen Schlafsofas wachten wir brutal zerknirscht aus dem Land der Träume auf und brauchten erstmal einige Zeit um uns zu sammeln. Der Wetterbericht hat zu unseren Gunsten mal wieder nicht gestimmt (ganztägig Regen war angesagt) denn es war zwar kalt aber immerhin trocken, sodass einer weiteren Erkundung der Stadt nichts im Wege stand. Wie gestern durch Micha bereits beschrieben ist St. Petersburg eine echt überragende Stadt, total weitläufig angelegt, gespickt von wirklich unzähligen beeindruckenden Gebäuden, weshalb man aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt. Man merkt bis auf die kyrillischen Schriftzüge wirklich nicht, dass man sich in Russland befindet, da die Stadt und die Menschen hier ziemlich westlich angehaucht sind. Am frühen Nachmittag verschlug es uns in ein georgisch / usbekisches Restaurant, dass mit super viel liebe zum Detail, total freundlichen Kellnern und einem leicht außergewöhnlichem Essen zu überzeugen wusste. Im Anschluss begaben wir uns auf das FIFA-Fanfest, wo wir aufgrund der abermals sehr gründlichen Kontrollen mit leichter Verspätung das 1. Achtelfinale #BRAMEX des Tages verfolgten. Pünktlich zum Ende der ersten Halbzeit begann es buchstäblich zu schütten, weshalb wir uns kurzerhand entschieden die 2. Halbzeit in einem der unzähligen Bars zu verfolgen. Leider waren wir nicht die einzigen, die auf diese Idee kamen, sodass sich unser Unterfangen deutlich schwieriger als geplant gestaltete. Hinzu kam auch noch die destruktive Haltung vieler Bars bezüglich der zugelassenen Anzahl an Gästen, was vermuten lässt, dass die Russen noch nie in Irland in einem Pub waren, denn die hätten aus der Not noch eine Tugend gemacht und die Menschen im Zweifel gestapelt. Na ja, lange Rede kurzer Sinn, letztlich wurden wir auf einem Hinterhof doch fündig und ließen uns in einer kleinen aber feinen Bar mit einer Vielzahl an Craftbiersorten nieder. Die Anwesenden Brasilianer rasteten trotz der Schauspieleinlage von Neymar, der seine nicht vorhandenen Sympathiepunkte mittlerweile weit in den negativen Bereich getrieben hat, angesichts des Weiterkommens der Selecao völlig aus, was uns eine erste unbeschreibliche Erfahrung bescherte (so was hat man echt noch nicht gesehen). Aufgrund der weiterhin stromartigen Regenfälle probierte ich mich (Micha blieb beim deutschen Hefeweizen getreu dem Motto „was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht) im Laufe der Zeit durch das weitläufige Sortiment und erhielt so einen bunten Mix an interessanten Geschmackserlebnissen. Weitere interessante Erlebnisse erhielten wir durch den Austausch mit den anderen Barbesuchern. So erklärte uns ein Einheimischer zum Beispiel, dass er super glücklich ist, dass so viele Leute sich nun selbst einen Eindruck verschaffen und er es nicht verstehen kann, warum die westlichen Medien Russland in ein so schlechtes Bild rücken, was wir grundsätzlich nach unseren bisherigen Erfahrungen auch nur bestätigen können. Jedoch endete ein intensiverer Austausch ziemlich abrupt von seiner Seite mit den Worten „Sorry guys, i am to drunken, I have to go home“. Wie so oft im Leben wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine Neue und so trafen wir Konstantin, der in Dresden geboren wurde und seit seinem 5. Lebensjahr in St. Petersburg lebt. Wir verstanden uns sofort prächtig, da er aufgrund seiner Zeit in Amerika auch sehr akzentfreies Englisch beherrschte und zudem angesichts seiner positiven und aufgeschlossenen Art als unser russisches Ebenbild durchgehen würde, die Trinkfestigkeit mal ausgenommen aber dazu später mehr. Das Wetter war weiterhin beschissen, weshalb wir gemeinsam mit seiner Kollegin (die beiden arbeiten im Kempinski-Hotel und wollten nur entspannt was trinken) nebenbei auch noch das 2. Achtelfinale #BELJAP verfolgten und von den Getränken her langsam vom Bier auf Cocktails umschwenkten. Micha entschied sich, warum auch immer, für einen Aperol Spritz. Meine darauf folgende logische und vollkommen berechtigte Bemerkung „Schwuggelle“ fand unser neugewonnener Freund dermaßen lustig, dass er es noch diverse weitere Male verwendete, weshalb davon auszugehen ist, dass er es nie wieder vergessen wird. Ganz beiläufig trafen wir am Abend zudem auch noch einen Deutschen in den besten Jahren (Mitte 50 würde ich schätzen), der die Reise nach St. Petersburg mit dem Motorrad über eine etwas andere Route (von Süddeutschland an die Ostseeküste, von dort mit der Fähre nach Helsinki und von Helsinki dann zum Zielort) absolvierte. Auf unsere Routenbeschreibung folgte ein kurzes „mit dem Auto? Das ist stark“. Er hat übrigens auch sämtliche Spiele (ab dem Achtelfinale) der deutschen Nationalmannschaft in Brasilien erlebt und gab uns den Tipp für die übernächste WM (Katar werden wir uns sicherlich nicht geben) in den USA uns für die Möglichkeit „follow your team“ zu bewerben, wo man wohl automatisch immer Tickets bekommt, wenn seine Mannschaft weiterkommt. Cooler Typ auf jeden Fall, der mit seinem Aussehen an Helmut Schön (Weltmeistertrainer von 1974) erinnerte. Im Anschluss an die krasse Aufholjagd Belgiens begaben wir uns noch in einen Irish Pub, wo wir noch ein letztes Bier zu uns nahmen. Konstantin konnte dieses leider nicht mehr genießen, weil er total betrunken unbedingt die Heimreise antreten wollte. Böse Zungen behaupten übrigens , dass wir den Jungen kaputt gespielt haben, aber was soll bei Aperol Spritz auch anderes herauskommen. Unsere Unterkunft fanden wir aufgrund der überragenden Lage (immer nur dem Kanal entlang) und dem bereits einsetzendem Tageslicht um 02:30 Uhr (die berüchtigten weißen Nächten in St. Petersburg) problemlos, sodass wir nach den vielen Eindrücken des Tages schnell wieder ins Reich der Träume eintauchten.Read more

  • Day5

    Autor (Micha)

    Ja das hättet ihr nicht gedacht. Ich bin jetzt dran und erzähle euch von der Fahrt nach St. Petersburg. Los geht's!
    Wenn man von Riga nach St. Petersburg fährt, muss man, um die EU Außengrenze Estlands passieren zu dürfen, einen Termin vereinbaren. Wir *hatten* unseren Termin ursprünglich um 10 Uhr an der Grenze, was bedeutet *hätte* dass wir spätestens um 7:00 Uhr im Auto *hätten* sitzen müssen.
    Ich weiß nicht genau ob Jänseleber noch von seiner Sängerkarriere träumte oder an zu starken Armmuskelkaterschmerzen litt, jedenfalls kamen wir nicht pünktlich aus dem Bett, sodass wir den Termin kurzerhand Online auf 14:00 Uhr umbuchten und somit die Nacht verlängerten. Mir war das im Übrigen auch ganz recht, da ich ahnte, was für eine Fahrt uns bevorstand.
    Wir fuhren also 14:00 Uhr los und verließen die liebgewonnene Stadt Riga. Vorbei an ausgedehnten Wäldern und auf einspurigen "Autobahnen" (Bei uns in Sachsen-Anhalt sind das etwas besserer Feldwege) erreichten wir zügig die Grenze zu Estland, welche wir natürlich ohne Kontrollen (EU) passierten. Ab jetzt wurden die Straße noch schlechter und mündete schließlich in eine grobe Schotterpiste. Mit einem Mietwagen wäre das natürlich kein Problem, aber mit dem eigenen Fahrzeug tut man sich da wirklich schwer.
    Wir erreichten die Grenze "pünktlich" um 14:00Uhr und konnten direkte zur Kontrolle für die Ausreise aus der EU. Der Estnische Beamte fragte uns ganz verwundert, ob wir mit dieser Kiste aus Deutschland gekommen sind und drehte sich nach unserem Kopfnicken mit einer Mischung aus Anerkennung, Unverständnis und einem Augenrollen wieder ab. Im Rahmen der Kontrolle lernten wir übrigens eine Gruppe von jungen Russen kennen, welche auch mit dem Auto von Kaleningrad nach St. Petersburg reisten. Einer von ihnen studiert in Köln und konnte deshalb richtig gut Deutsch sprechen. Wir redeten über die WM, stellten fest, dass wir das gleiche Spiel besuchten (#BELENG), und analysierten die Fehler der deutschen Nationalmanschaft (mal wieder).
    Die EU-Ausreise klappte innerhalb von Minuten und es ging zügig weiter zum russischen Grenzposten. Hier wurden wir sehr sehr skeptisch beäugt. Zwei junge deutsche hübsche Männer fahren mit einem SEAT (Die Automarke gibt es hier nicht) nach St. Petersburg...Dies ist wohl auch für die erfahrenen Grenzbeamtinnen (Es waren wirklich nur Frauen) eine Besonderheit.
    Naja nach längeren Befragungen (auf Deutsch) und einigen Fangfragen (Und wie passiert ihr die Grenze auf eurer Rückreise nach Deutschland?), welche wir allesamt geduldig und souverän bewältigten, bekamen wir den Stempel und durften nach einer guten Stunde einreisen.
    Es ging wieder weiter auf einspurigen "Autobahnen" in Richtung Sankt Petersburg und immer gerade aus (400km). Gegen 16:30Uhr hielten wir in einer russischen Stadt (Pskov), um das Spiel (#RUSSPA) zu sehen. Der Tatsache geschuldet, dass die Russen in dieser kleinen Provinz einen relativ unfreundlichen Eindruck machten und Spanien bereits durch ein lächerliches Tor in Führung ging, fuhren wir noch vor der Halbzeit weiter (Ja Elfmeterschießen verpasst🤔), um noch bei Tageslicht nach St. Petersburg zu kommen. Der Verkehr wurde immer dichter und die russischen Autofahrer (in der Regel mehrere gleichzeitig) setzten im Minutentakt zu waghalsigen Überholmanövern an. Verkehrsschilder werden hier auch eher als Vorschlag angesehen und finden keine wirkliche Beobachtung.
    Aber eines können wir festhalten: Die Straße wurde immer besser. 50km vor unserem Ziel kamen wir in einen 30min Stau, der durch eine Baustelle verursacht wurde. Übrigens wurde hier Sonntagabend und während des Spiels der eigenen Nationalmannschaft gearbeitet.
    Nach dem Stau folgte dann tatsächlich eine richtige Autobahn (Nagelneu) die dann sogar achtspurig wurde und direkt klar machte, St. Petersburg ist eine russische Vorzeigestadt. Wir kamen aus dem staunen nicht mehr raus, riesige prunkvolle Gebäude und weitläufige Plätze zieren das Bild der Stadt. Eine Superlative nach der anderen und zu keinem Moment mit den deutschen "Großstädten" vergleichbar.
    Wir erreichten unsere Unterkunft und checkten zügig ein, um wieder auf die Straße zu gehen. Denn hier war die Freude über den Sieg gegen Spanien riesig. Die Leute umarmten und drückten sich, feierten auf den Straßen oder fuhren im Autokorso mit wehenden Flaggen und hupend durch die Stadt, als ob Sie bereits Weltmeister geworden sind. Einfach nur der Wahnsinn. Wir fragten uns tatsächlich ob in Deutschland die Weltmeisterschaft so gefeiert wurde. Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch das Stadtzentrum, nahmen wir noch einen Snack bei einer bekannten Bürgerkette zu uns, um anschließend Todmüde ins Bett zu fallen.
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  • Day4

    5. Riga

    June 30 in Estonia

    Autor (Jens)

    Aufgrund der doch deutlich kürzer als geplanten Nacht (Herrn Strube sei Dank) fällt das Blog schreiben heute etwas schwerer, aber wir sind ja letztlich auch nicht zum Spaß hier, also Augen zu und durch. Wir packten unsere sieben Sachen, verließen Kaliningrad gegen 07:00 Uhr und machten uns auf den Weg nach Riga, wo wir für eine Nacht einen Zwischenstopp einlegen. Vor dem verlassen der Stadtgrenzen tankten wir unseren Hobel für umgerechnet sage und schreibe ca. 0,60 € pro Liter voll, worüber sich unsere Reisekasse sehr freute. Der ziemlich unscheinbare Grenzübergang raubte uns aufgrund der vielen russischen Tagespendler etwas mehr Zeit als geplant, verlief aber auch angesichts einer netten Unterhaltung mit einem älteren russischen Mann (konnte ziemlich gut Deutsch sprechen, da er in Dessau-Roßlau studierte) sehr entspannt. Die baltischen Länder verfügen anscheinend über keine Autobahnen, weshalb wir uns den Weg nahezu ausschließlich über einigermaßen vernünftige Landstraßen bahnten (Michaels Kiste muss hier ganz schön was mitmachen). Die zwischen Felder und Wälder wechselnde Landschaft war insgesamt schön anzusehen und wurde auffallend häufig durch die Sichtung von Störchen aufgewertet (an dieser Stelle ganz liebe Grüße an meine Mama, die diesen Tieren sehr wohlgesonnen ist). Angesichts der Tatsache, dass wir lediglich eine Hand voll Städte durchquerten kamen wir ziemlich gut voran und erreichten unsere Unterkunft gegen 14:00 Uhr. Die Begrüßung erfolgte sehr herzlich, wenngleich wir aufgrund des wuscheligen Hausbären einen kurzen Schreck bei Betreten des Hofes verdauen mussten. In Anbetracht des interessanten Achtelfinalspiels Frankreich vs. Argentinien begaben wir uns zügig auf den Weg in die Innenstadt, die ganz anders als Kaliningrad gespickt ist von unzähligen Bars und aufgrund der engen Gassen und des teilweise verbauten Kopfsteinpflasters ein total cooles Flair vermittelt (definitiv eine Reise wert). Mit nem torreichen Spiel im Rücken verschlug es uns irgendwann in eine Bar namens „Easy Beer“, die es uns nicht nur aufgrund des Namens sehr angetan hatte. Der Laden war total modern und stilvoll eingerichtet und verfügte über einen Riesenauswahl an Biersorten aus diversen Ländern der Welt. Hierbei kamen wir nicht nur aufgrund unseres Wettkampfes im Armdrücken (ich verlor zur großen Belustigung von Micha übrigens kläglich) auch mit 2 Engländern ins Gespräch. Diese waren wenig begeistert vom Brexit, können es immer noch nicht glauben, dass Ihr Turnierfavorit bereits in der Vorrunde ausgeschieden ist, fragten uns nach der Schilderung unserer Reise, ob wir noch nie etwas von einem Flugzeug gehört haben und fanden die Erklärung für die Aussprache meines Namens (Jenson Button without the „on Button“) sehr witzig. Weil wir immer noch nicht genug vom Abend hatten, verschlug es uns noch in einen Karaoke-Schuppen, wo ich allein (keine Ahnung wo Micha war) die Masse zum Song „Du hast“ von Rammstein anpeitschen durfte, obwohl ich diesen gar nicht ausgewählt hatte. Zusammenfassend ein echt cooler Abend in einer total coolen Innenstadt (der Rest den wir gesehen haben, war jetzt nicht so überzeugend), aber es bleibt die Frage, wie wir es morgen pünktlich zur Grenze (ja wir werden erwartet) schaffen sollen.Read more

  • Day3

    4. Ostsee Kaliningrad

    June 29 in Russia

    Autor (Jens)

    Mit einer langen Schlafphase im Rücken und einer eiskalten Dusche (wenigstens funktionierte Sie) zum Start, begannen wir den Tag etwas träge und ließen es vorerst sehr ruhig angehen. Micha hatte trotz der aus der Mülltonne geretteten Ricola Packung mit starken Halsschmerzen zu kämpfen, weshalb wir uns neben dem Einkauf in einem Supermarkt auch auf die Suche nach einer Apotheke begaben. Nur unweit unserer Unterkunft wurden wir dank Strubis Organisationstalent (Google sei Dank) fündig und versorgten uns zu fast deutschen Preisen in einem super modernen Eurospar (wahrscheinlich ein Ableger der uns bekannten Spar-Supermärkte). Angesichts der deutlich geringeren Einkommen fragen wir uns schon, wie das hier funktionieren soll und merken mal wieder, wie gut es uns in Deutschland doch geht. Das Wetter änderte sich im Vergleich zu gestern um 180 Grad, was uns allerdings nicht von unserem Plan, einen Besuch des Ostseestrandes, abbringen ließ. Wir tauschten halt nur die Badehose gegen windfeste Kleidung, wobei ich mich aus Prinzip für eine kurze Hose entschied, denn ich lasse mir doch nicht vom Wetter vorschreiben, was ich anzuziehen habe. Die Straßen außerhalb Kaliningrads sind eine ziemliche Katastrophe und es grenzt an ein Wunder, dass wir ohne Achsbruch oder offener Ölwanne (diverse Male aufgesetzt) davon gekommen sind. Unbeschadet erreichten wir dann aber doch einen ersten Strandabschnitt, den ich allerdings aufgrund des sehr sehr starken Windes und der fehlenden Sonnenbrille (der Sand bließ einem heftig ins Gesicht) nur aus dem Auto beobachten konnte. Wegen der ungemütlichen Verhältnisse entschieden wir uns kurzerhand einen anderen Strandabschnitt anzusteuern. Die Straßenverhältnisse durch die gefühlte Prärie waren weiterhin eine Frechheit, aber unser Zielort konnte sich definitiv sehen lassen. Der Sand war extrem fein und entlang des Strandes reihten sich diverse sehr schön anzusehende Ferienhäuser. Zwar trieb der starke Wind auch hier sein Unwesen, aber war aufgrund der anderen Windrichtung (immerhin nicht frontal ins Gesicht) einigermaßen erträglich, weshalb wir uns auf den kilometerlangen Holzweg entlang des Strandes begaben. Die Halsschmerzen plagten meinen treuen Wegbegleiter weiterhin, weshalb er versuchte regelmäßig eine Linderung durch den Verzehr eines Eises zu erwirken. Wir bezahlten hierbei für das gleiche Eis 3 stark unterschiedliche Preise, weshalb wir wahrscheinlich schön abgezockt wurden, aber mit uns kann man es ja machen und auch hier gilt wieder das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Zum Schluss unserer Reise erklärte mir Micha dann noch anhand eines knackenden Astes, wie genau sein Schlüsselbeinbruch ablief und wie es bildlich ausgesehen haben muss. Ich hätte auf diese Bilder in meinem Kopf eigentlich gern verzichtet, aber das ist nun leider nicht mehr rückgängig zu machen. Den letzten Abend in Kaliningrad (morgen gehts weiter nach Riga) wollten wir einfach nur bei ein paar alkoholischen Getränken entspannt ausklingen lassen, was sich schwieriger gestaltete als erwartet. Zum einen waren viele der Bars die wir vorher herausgesucht hatten geschlossen und zum anderen darf anscheinend nicht jede Bar alkoholische Getränke ausschenken. Die Kommunikation mit den Einheimischen war genauso wenig zielführend, da diese trotz unserer offensichtlich nicht vorhandenen Russisch-Kenntnisse stur in Ihrer Sprache auf uns einredeten. Letztlich wurden wir dann doch fündig und beendeten den Abend mit einigen Bieren und einer kleinen Tanzeinlage von mir (ich habe leider beim „chance is“ verloren).Read more

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