• San Gerardo de Dota

    16.–20. dec. 2024, Costa Rica ⋅ ☁️ 17 °C

    Krasser hätte der Ortswechsel nicht sein können: aus unserem feuchtwarmen Dschungelparadies holte uns morgens um 7 Uhr das Höllenboot ab, das wir als superpraktisches Fortbewegungsmittel schon liebgewonnen hatten, und fuhr uns über den Pazifik zum Fluss Sierpe und von dort aus mit einem Taxi Colectivo zum nächsten Busbahnhof. Dort bestiegen wir den Bus in Richtung San José, der sich mühsam über den Pass Cerro de la Muerte bis auf 3335 Meter Höhe quälte und uns kurz drauf einfach an der Straße im Nebel ausspuckte.

    Eiseskälte, dichter Nebel und eine fast unwirkliche Landschaft nahmen uns in Empfang und nach dem Mittagessen in einer einsamen Bar an der Interamericana holte uns Carla, unser Shuttle, ab und brachte uns ins rund 800 Meter tiefer gelegene San Gerardo de Dota. Dort gibt es einen wilden Fluß, Blockhüttencharme und Bachforelle in allen Variationen. Außer Wanderwegen und einer leeren Happy Hour Bar nichts los und in der Nacht eiskalt. Die erste Nacht verbrachte ich mit allem an, was ich dabei hatte, inklusive Jacke unter drei Wolldecken.

    Die nächsten Tage erkundeten wir die Gegend zu Fuß und waren in märchenhaften, fast schon gespenstisch anmutenden Eichen-Nebelwäldern im Talamanca Gebirge unterwegs. Ganz oben in dem uralten Eichenwald gab es viele Wildkamerafallen und auf einer großen alten Eiche konnte ich im Nebel eine sehr große Raubkatze sehen, die sich vermutlich von uns gestört fühlte und den Baum verließ. Dass es in diesem Gebiet viele Jaguare und Pumas gibt und alle Raubkatzen Costa Ricas hier vertreten sind, erfuhren wir erst später, als wir uns nach dem Zweck der Wildkameras erkundigten, die wohl im Rahmen eines Forschungsprojekts zur Errichtung von Jaguarkorridoren aufgestellt worden waren. Aufregend! Das hätte ich mir auch nie träumen lassen, dass wir im Wildkatzen-Habitat einfach so herumstreifen würden. Die meisten Menschen hier leben ohne Angst vor den großen Katzen und haben ein großes Interesse an den Tieren und Pflanzen.
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