• Von San Gerardo nach Uvita

    20.–24. dec. 2024, Costa Rica ⋅ 🌧 27 °C

    Zeit sich aufzuwärmen!

    Nach vier durchgefrorenen Nächten und, zumindest bei mir dauerkalten Füßen, haben wir uns schon sehr darauf gefreut, das Meer wieder zu sehen.

    Morgens holte uns Don Felo (der Vater von Carla) ab, unser Shuttlesevice, der uns 800 Höhenmeter nach oben an die Interamericana bringen sollte. Von dort aus wollten wir mit dem Bus weiterfahren und wären nach drei Mal Umsteigen gegen Abend in Uvita angekommen. Wie der Zufall so spielt, war Don Felo auch auf dem Weg nach Uvita und bot uns an, uns kostenlos mitzunehmen. Was für ein Glück für uns!

    Leider war schon wenige Kilometer später Schluss mit unserer Glücksfahrt, denn genau an diesem Morgen fand die achte Etappe der zentralamerikanischen Version der Tour de France, die Vuelta a Costa Rica statt. Die Straße über den Todespass war an höchster Stelle gesperrt, da die Radrennfahrer sich von 700 Metern auf 3350 Meter hoch strampeln mussten. Was für ein Wahnsinn und wir mitten drin!
    Wir warteten stundenlang und feuerten dann mit unserer ganzen Kraft die Rennfahrer an - der einzige Deutsche hatte leider schon viel weiter unten aufgegeben…

    Als wir dann mittags in unserem Backpacker-Surfer-Hostel in Uvita ankamen, waren wir total erledigt. Nicht nur von 3500 Meter auf 0 waren wir hinuntergefahren, sondern hatten auch die Temperaturzone von 8 Grad auf 32 Grad gewechselt und auch die uns umgebende Altersgruppe: von grauhaarigen Vogelfreaks zu coolen wellenreitenden Mittzwanzigern aus aller Welt und knackigen Surfjungs.

    Trotz der Dauer-Musikbeschallung im Jugendhostel (Gott sei Dank guter Musikgeschmack…), ist es hier traumhaft: wir haben eine halboffenene Holzhütte, aus der man zu allen Seiten nach draußen sieht, ein Bad draußen und genügend Platz für unsere 6kg Reisebibliothek. Ab 5.30 Uhr wachen die Tiere auf: Brüllaffen, rote Aras, Papageien 🦜, Kapuzineraffen, alle begrüßen den Tag. Was für ein wunderbarer Tagesbeginn!

    Wir sind heute kilometerweit am Strand entlang gelaufen: ein Paradies und auch das alles ist ein Naturschutzreservat für die vorbeiziehenden Wale und die Vögel und Meerestiere. Wieder einmal beeindrucken uns die Ticos (so nennen sich die Costaricaner), die sich so mit der Natur und den Tieren verbunden fühlen. Es gibt noch nicht einmal Müll auf den Straßen oder am Strand, selbst beim Radrennen hoben die Umstehenden wie selbstverständlich die ausgetrunkenen Plastikfläschchen der Radrennfahrer auf. Es ist einfach schön zu sehen, wie die Menschen hier sich um ihr Land und ihre natürliche Umgebung sorgen.
    Læs mere