• Guido Luterbach
  • Guido Luterbach

Lausanne-London VF

Pengembaraan 58hari oleh Guido Baca lagi
  • La Fère, Domaine Le Parc

    23 Mei, Perancis ⋅ ☀️ 29 °C

    Bevor wir loslaufen besuchen wir die Bäckerei bei einem Stehfrühstück und als Zwischenverpflegung ein Sandwichekauf. Laon verlassen wir auf der Rampe Saint-Marcel. Sie ist sehr steil und teilweise glitschig, sie führt uns ins untere Dorf Laon. Schon bald sind wir im Umland. Auf einem Waldweg treffen wir auf einen Deutschen Militärfriedhof aus dem 1. Weltkrieg. Die Waldwege und Feldwege wechseln sich ab mit Routen auf Nebenstrassen. Die Strecke bietet ausser der Natur nicht viel. Lediglich in einem Waldabschnitt treffen wir auf die wenige noch vorhanden Ruinenteile der Abbaye bénédictine de Saint-Nicolas. Wir begegnen da auch vier Japanerinnen mit grossen Rucksäcken. Sie sind alle vollvermummt und tragen Handschuhe. Wir wissen nicht wie die das bei der aktuellen Wärme von 30° aushalten, wir sehen den Vorteil nur beim Mückenschutz und die Moskito's sind reichlich vorhanden.
    Es zieht sich dahin. Das Essen verschieben wir immer wieder. Die Rast ist kurz, da es auf den Strassen und Feldwegen zu warm ist und auf den Waldwegen plagen uns die Mücken. Stehenbleiben ist ein Ding der Unmöglichkeit. Die Biester umschwärmen einem sofort. Also gibt es lediglich eine fünf Min-Rast. Die wenigen Siedlungen und Kleindörfer haben wie gewohnt keine Restaurants und auch Bänke sind rar wo man sich niederlassen könnte. Im zweitletzten Dorf ist Flohmarkt wo wir endlich eine kühle Cola trinken können. Die Bürgermeisterin stellt sich mit einem Bier an unseren Stehtisch und beginnt ein Gespräch mit uns. Sie lädt uns in ihr Gemeindehaus (Mairie) ein und gibt uns einen Pilgerstempel. Wir sind gerührt über die Geste.
    Auf den letzten km geht's wieder etwas leichter.
    Wir sind eine halbe Stunde vor der Eincheckzeit an der Unterkunft. Also erkunden wir noch wie wir morgen wieder am schnellsten auf die VF zurück kommen. Das BnB ist etwas vom Weg ab.
    Das schöne Herrenhaus liegt auf einer leichten Anhöhe, mit Blick auf einen kleinen See und mit Wald umgeben. Man hat fast Hemmungen mit den Rucksäcken und in Wanderkleidern einzutreten.
    Wir haben das Nachtessen mitgebucht. Der Gastgeber ist auch Koch und hat uns einen Viergänger vom Feinsten inklusive Weinverköstigung aufgetischt. Wir sind mehr als zufrieden. Und das alles ist mehr als preiswert.
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  • Basilique Saint-Quentin

    24 Mei, Perancis ⋅ ☁️ 29 °C

    Da wir das Frühstück erst um 08.00 Uhr erhalten wird es später als sonst mit dem Start unserer Route. Wir haben einen sehr langen Weg vor uns und die Temperaturen gehen gegen Mittag auf über 30°. Also sind wir zu Beginn etwas zügig unterwegs um die kühleren Morgenstunden zu nutzen. Der Weg geht zu Beginn mehrere km auf einer Nebenstrssse. Der Asphalt heizt schon am Morgen recht ein. Wir sind froh als wir auf den Canal de Saint-Quentin treffen. Hier gibt es etwas Schatten. Um eine Schlaufe der VF abzukürzen, welche über das offene Feld führen würde, gehen wir auf einem teilweise sehr dichtem Trampelpfad dem Kanal entlang weiter. Wir kämpfen uns durch Brennesseln, grosses Blattwerk und Stechranken. Ein Paar mit Rennvelo folgen uns und wir lassen sie passieren. Die Frau ist aufgebracht und "wettert" dem Mann wohl wegen des Weges hinterher.
    In Jussy gehen wir weg vom Kanal auf Feldwege und Nebenstrassen.
    Aber zuerst setzen wir uns in ein schattiges Bushäuschen und verpflegen uns.
    Es wird richtig heiss auf dem offenen Gelände. Halb verdurstet kommen wir in Seraucourt-le-Grand an und finden endlich ein offenes Restaurant. Anschliessend geht es wieder entlang des Canal Saint-Quentin.
    Es liegen noch 10 km bis zu Stadt vor uns. Aber zum Glück bietet der anliegende Wald stellenweise noch schattige Abschnitte.
    Ausgelaugt treffen wir im Stadtzentrum ein und beziehen umgehend unser Appartement. Es ist bereits 16.30 Uhr. Es geht alles schnell, wir wollen ja noch etwas von der Stadt sehen.
    Saint-Quentin hat im Zentrum viele schöne Bauten im Art-Deco-Stil. Sie wirkt aber etwas ungepflegt und schmudelig.
    Zum Nachtessen gehen wir in ein belebtes Aussenquartier.
    Je nördlicher wir kommen, fällt uns auf, dass wieder vermehrt Hausratabfälle und Plastik auf den Strassen- und Wegrändern liegt. Auch in den Kanälen schwimmt immer wieder der eine und andere Müll.
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  • Péronne

    25 Mei, Perancis ⋅ ☀️ 27 °C

    Heute Morgen um 07.30 Uhr ist es in der Stadt Saint-Quentin sehr ruhig, nur die Kehrichtabfuhr ist unterwegs. Wir suchen noch eine Bäckerei für Brötchen und Sandwiche. Am Stadtrand geht der Weg über offene Felder, teilweise an Hecken entlang die etwas Schatten bieten. Gegen Mittag gehen die Wege in Strassen über weche kaum Schatten haben. Sämtliche Dörfer die wir durchlaufen sind nahezu ohne Leben und Verpflegungsmöglichkeiten gibt es auch keine. Es sind vielfach alte Bauerndörfer mit riesigen Häusern, Stallungen und Betriebsgebäuden. Gewisse Gebäude wurden teilsaniert.
    Der Weg wird extrem lang. Es gibt eigentlich keine Abwechslung auf dem Weg. Einzig die Kirchen- und Gräberruinen in einem Waldstück, sowie eine Ringelnatter welche plötzlich vor unseren Füssen auftaucht unterbrechen die Monotonie.
    Die Temperatur steigt über 30° und das mitgetragene Wasser beginnt fast zu kochen und erfrischt nich mehr. Das alles zieht an den Kraftreserven. Nach 37 km erreichen wir endlich die Provinzstadt Péronne. Bei der ersten Gelegenheit trinken wir im stehen eine kühle Cola.
    Ein kleiner Stadtrundgang ist nach der Dusche wieder möglich. Aber die Neugier ist nicht mehr gross vorhanden. Wir sind erschlagen. Es wird Zeit in Arras einen Ruhetag einzuplanen. Es liegen noch zwei Etappen dazwischen, die zum guten Glück etwas weniger km haben.
    Das Nachtessen haben wir in einem Restaurant unter arabischer Führung eingenommen.
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  • Bapaume

    26 Mei, Perancis ⋅ ☀️ 29 °C

    Um 07.30 starten wir in Péronne, um die kühleren Morgenstunden ausnützen zu können. Die erste Hälften der Strecke haben wir echtes Glück mit Schatten und angenehmen Winden. Der Weg führt meisten auf der Schattenseite vorbei an Hecken oder dann auf Waldpfaden. Er ist abwechslungreich. Wir überqueren den Canal du Nord und sehen ein Frachtschiff das ein zusätzliches Frachtschiff vor sich herschiebt. In einer offenen Kirche bieten sie Pilgern einen Kaffee, Wasser und Riegel an. Unerwarteterweise liegt auch noch ein Pilgerstempel auf. Wir haben uns gerne bedient. Schöne Mohnfelder und Fasane sehen wir auch. Auf einem grünen Feldweg, zirka 5 m vor uns, sichten wir ein Fasanweibchen. Wir stehen bockstill. Der Vogel kommt bis auf 2 m auf uns zu. Er zeigt überhaupt keine Scheu, vermutlich hat er in uns nur gute Absichten gesehen.
    Die zweite Hälfte des Weges Ist weniger ergiebig. Geschlossene Kirchen, Kleinstdörfer ohne Leben und überall in der Landschaft verteilte Windräder. Einzig einige Soldatenfriedhöfe der Deutschen und Engländern aus dem 1. Weltkrieg liegen am Weg. Der 1. Weltkrieg ist in dieser Gegend eigentlich immer präsent. Friedhöfe, Denkmäler oder Gedenkstätten, Stelen, etc. halten diesen Krieg in Erinnerung.
    Wir sind um 15.00 Uhr in Bapaume und trinken als erstes wie immer eine kühle Cola. Da wir erst um 17.00 Uhr das Haus bekommen machen wir einen kleinen Rundgang durch die Provinzstadt. Es gibt nicht viel zu sehen. Die Stadt wirkt etwas herabgewirtschaftet und seelenlos. 
    Ich entschliesse mich kurzfristig die Haare zu schneiden. Leider hat die sympathische Coiffeuse erst um 17.20 Uhr Zeit. Das heisst Hausbezug, schnell duschen und wieder raus. Problem war nur, dass im Haus kein Wasser kommt, das Licht nur teiweise geht und das WiFi auf Anhieb nicht funktioniert. Super, wir sind nicht sehr erfreut.
    Diverser Mailverkehr mit Vermieter wird notwendig. Schlussendlich klappt der fristgerechte Coiffeurbesuch, wir haben Strom im Haus, WLAN-Verbindung und können noch für das Nachtessen einkaufen.
    Dieses geniessen wir mit sommerlichen Temperatur auf der Gartenterrasse.
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  • Arras

    27 Mei, Perancis ⋅ ☀️ 28 °C

    Am Morgen ist es noch kühl als wir loslaufen, aber leider nicht lange. Nahezu auf der ganzen Strecke, bis auf ca. 3 km, haben wir keinen Schatten, aber es gibt immer wieder etwas Wind.
    Zuerst treffen wir auf das Kleindorf Sapignies. Auch hier gibt es wieder einen deutschen Soldatenfriedhof aus dem 1. Weltkrieg. Speziell ist, dass etwa 7 Gockel und 2 Hennen sich zwischen den Grabkreuzen herumtreiben. Die Gockeln haben wir schon beim Dorfeingang durch ihr lautes gekicker gehört. Abschliessend treffen wir auf die Kirche mit dem schönen Portal, es sind zwei Frauen die das Dach stützen. 
    Ausgangs des Dorfes Hamelincourt kommen wir bei einem Grossbauer vorbei. Er hat mindestens zehn riesige Geräte-, Lager- und Viehallen. Die Mastrinder stehen in mehreren Hallen satt aneinander. 
    Wie gestern mit dem Fasanweibchen haben wir fast eine gleiche Begegnung mit einem Feldhasen. Auf dem Weg weit weg sehen wir ihn. Was macht er anstelle die Flucht zu ergreifen, er hoppelt in rasanten Tempo auf uns zu, macht einen kurzen Zwischenhalt, und kommt bis auf 1 m Distanz an uns heran, setzt sich ab und mustert uns intensiv und dann wie auf Kommando sucht er das Weite.
    Weiter geht es auf Dorfstrassen, Feldwegen im Wechsel bis nach Boyelles. 
    Hier haben wir einen Weg wie auf einem Damm und später im Dammeinschnitt. Er ist flankiert von Bäumen und Büschen. Wir rätseln ob der Damm im 1. Weltkrieg künstlich angelegt wurde und als Wehr und Schützengraben genutzt wurde. Das Land ist ansonsten leicht hügelig aber flach.
    Wir treffen immer wieder auf englische Soldatenfriedhöfe. Vereinzelt sind auch deutsche Soldaten auf den englischen Friedhöfen bestattet. Sie haben oben keine abgerundeten, sondern dachförmige Grabsteine. Wenn es ein deutscher Friedhof ist, haben die Gräber schwarze Kreuze. 
    Der Weg in die Stadt zieht sich durch den Vorort Beaurains dahin. Es sind 4 km an der prallen Sonne auf der Haupstrasse und ohne Wind, grässlich.
    Nach dem Ankommen im Appartement machen wir noch gegen Abend eine kleine Erkundungstour und erledigen den Einkauf.
    Hier in Arras machen wir Morgen wieder mal einen Ruhetag. Die langen Etappen und die Hitze haben uns in den letzten Tagen sehr gefordert. Gegen Ende Woche sollte es gemäss Wetterprognose, so hoffen wir, wieder etwas kühler werden.
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