• Guido Luterbach
  • Guido Luterbach

Lausanne-London VF

Pengembaraan 58hari oleh Guido Baca lagi
  • Arras Ruhetag

    28 Mei, Perancis ⋅ ⛅ 30 °C

    Heute schlafen wir wieder mal länger und lassen uns Zeit beim Frühstück. 
    Wir besuchen das Touristenbüro für den Pilgerstempel und die Reservation der geführten Tour durch das Tunnelsystem Carrière Wellington. Der unterirdische Kreide-Steinbruch wurde im 1. Weltkrieg von 500 Bergleuten aus Neuseeland, darunter auch Maori und Bewohner der pazifischen Inseln, in nur sechs Monaten zu einem Tunnelsystem von 19 km erweitert. 
    Nach der Fertigstellung des weit verzweigten Labyrints befandend sich ca. 22'000 Soldaten im Stollen und warteten im 1917 auf den Überraschundsangriff gegen die Deutschen. Das Gebiet um Arras stand während der Jahre 1914–1918 unter britischer militärischer Verwaltung und war Schauplatz heftiger Kämpfe.
    Am Nachmittag schlendern wir umher und Besuchen noch die Basilique-Cathédrale Notre-Dame et Saint-Vaast. Das Museum der schönen Künste hat leider infolge Sanierungsarbeiten geschlossen.
    Da dreiviertel der Stadt durch den Bombenhagel zerstört wurde, ist vieles nicht wirklich alt. Viele Gebäude um den Place Héros und Grand'Place wurden jedoch originalgetreu wieder aufgebaut.
    Heute haben wir auf unserer Wanderung die 1'000 km-Grenze überschritten.
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  • Ablain-Saint-Nazaire

    29 Mei, Perancis ⋅ ☁️ 29 °C

    Der Weg aus Arras über den Vorort zieht sich dahin. Es ist teilweise bewölkt und sehr schwül. Anschliessend geht es wieder über Nebenstrassen, durch Kleindörfer und auf Felwegen entlang an Bächen und Bahngleisen. Alles wie gewohnt. Die Landwirtschaft dominiert die Landschaft. Die Kulturgüter stehen nahezu immer im Zusammenhang mit den Kriegen. Heute sehen wir eine ehemalige Abtei und eine Kirche als Mahnmale die im Krieg zerstört wurden, die Einschusslöcher in den Überresten sind gut sichtbar.
    Wir sind viel zu früh am Zielort Ablain-Saint-Nazair bei unserem BnB. Wir probieren es und haben Glück. Die Familie ist zu Hause,  die Dame des Hauses begrüsst uns freundlich und lässt uns rein. Wir beziehen das Zimmer und schon bald sind wir wieder auf dem Weg zur Erinnerungstätte de Notre-Dame-de-Lorette. Es ist ein riesiger ovaler,  teilweise auskragender Ring mit in den Wände eingravierten, alphabetisch geordneten Namen aller in dieser Gegend gefallenen Soldaten zwischen 1914-1918. Es sind 294'000 Namen. 
    Nachher besuchen wir die Basilique Notre-Dame de Lorette und den riesigen französischen Soldatenfriedhof der die Basilisque umgibt. Die Kirche ist sehr speziell, sehr farbig und teilweise mit Mosaiken ausgestattet. Als wir eintreten beginnt ein Organist zu spielen. Gewaltig was er da spielt, keine Kirchenmusik, nein ein Stück von Pink Floyd, dann Bach und weitere uns nicht bekannte Stücke. Und dies in einer Intensität und einem Klangvolumen, dass es uns in dieser Atmosphäre ganz anders wird. Wir sind völlig begeistert. 
    Die Gastgeberin hat das Nachtessen für uns vorbereitet und im Kühlschrank in unserem Zimmer deponiert. So können wir es nach Bedarf in der Mikrowelle aufwärmen. Sie hat sogar eine kleine Flasche Rotwein dazugestellt.
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  • Bruay-la-Buissière

    30 Mei, Perancis ⋅ ⛅ 28 °C

    Mit einem gemeinsamen Kaffee verabschieden wir uns vom Gastgeberpaar. Isabelle redet und redet und will kein Ende finden. Ein gemeinsames Foto für ihre Gastgallerie ist auch erwünscht. Nach einigen Umarmungen und Küsschen, sowie Anfangsbegleitung für Einweisung zum Bachweg, sind wir schon etwas später dran mit loslaufen.
    Heute geht es uns beim laufen wieder leichter da die Landschaft kleinräumiger und abwechslungsreicher ist. Auch mit der Wärme ist es etwas besser. Am Morgen hat es Schleierwolken und etwas Wind.
    Heute streifen wir die Kleindörfer nur am Rande, dafür durchlaufen wir wieder mal einige längere Waldabschnitte.
    Man sieht auch, dass es wieder mehr bewaldete Flächen hat. Auch Höhenmeter gibt es in dem nun deutlich hügligeren Gegend wieder mehr. Wir "steigen" hoch zum Le Mont de Baraffles. Oben ist ein grosser Aussichtsturm, für Kinder und Erwachsene je ein entsprechender Baumtrailpfad und ein sehr spezieller Zeltplatz. Es sind runde, ballonartige Zelte auf gespannten Netzen zwischen den Bäumen.
    Wir wollen eine kleine Abkürzung durch den Wald machen. Wir landen auf dem Biketrail.
    Mit unseren schweren Rucksäcken und den fast senkrechten Rampen ein schwieriges Unterfangen, aber mit halten an den dünnen Baumstämmen geht es runter.
    Nach einer längeren heissen Strassenstrecke führt der Weg nach Bruay-la-Buissière über einen bewaldeten Damm in die Kleinstadt. Er erscheint endlos. Wir merken bald, dass unser Hotel am anderen Ende der Stadt liegt. Also liegen nochmals 40 Minuten laufen durch die brütende Stadt vor uns. Damit ist die Stadtbesichtigung gleich erledigt. Es gibt nicht viel zu sehen.
    In der Umgebung der Stadt waren bis in die 60er Jahre sieben Bergwerke in Betrieb die Kohlen abbauten.
    Die Stadt ist eine alte Zechenkolonie. Für die Unterbringung der Bergleute wurden Häuser gebaut, diese sind in in vielen Strassen in Reih und Glied angeordnet. Heute hat die Chemie die Kohlegewinnung abgelöst.
    In der Umgebung hat es noch diverse kegelförmige Abraumhügel, die heute begrünt sind.
    Am frühen Abend gehen wir entlang der Haupstrasse weiter stadtauswärts um ein offenes Restaurant zu finden. Stadteinwärts gibt es nämlich keines.
    Das eine Lokal im Nahbereich ist aus "speziellen Gründen" geschlossen. Da bleibt nur noch das Einkaufszentrum. In einer grässlichen, kantinenartigen Verpflegungsgshalle essen wir was, das ebenso schmeckt, einfach grässlich. Aber wir haben was im Magen.
    Wo ist nur die mal hochgelobte französische Küche geblieben?
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  • Liettres

    31 Mei, Perancis ⋅ ☁️ 18 °C

    Nach den heissen Tagen ist es am Morgen nun kühl und bedeckt. So wie es der Wetterbericht tags zuvor prognostiziert hat und wir gehofft haben. Wir haben eine sehr lange Etappe, mit nur wenigen Waldstücken vor uns. Wir ziehen uns seit langem wieder eimal die Jacken über.
    Wir gehen durch viele Dörfer, über Feldwege und auf Nebenstrassen. Die Dorfstruckturen ähneln fast auf der ganzen Strecke der Zechkolonie von Bruay-la-Buissière. Die Abraumhügel sehen wir in der Landschaft verstreut auch immer wieder. Auch heute laufen wir auf Dammwegen. Mit den Abraumhügeln ist uns heute klar geworden, dass dies alte Bahndämme sind. Auch die Linienführung, Breite und die Horizontalität sprechen dafür.
    Uns ist seit gestern aufgefallen, dass es in den Dörfern und am Wegrand viele Kapellen gibt. Die meisten davon sind verwahrlost oder mit staubigen Gittern verbarrikadiert, als ob es in den Kapellen etwas zu holen gäbe.
    In Amettes finden wir doch mal ein offenes Restaurant mit Terrasse. Freudig legen wir unsere Rucksäcke draussen ab und gehen rein für die Bestellung. Die Wirtin winkt ab, meint die Terrasse sei geschlossen und drinnen gibt es nichts für uns, trotzdem noch Tische frei waren. Sie schien mit den anderen Gästen wohl schon überfordert zu sein. Wir sind mehr als angesäuert über diese Gastfreundschaft. Also ziehen wir weiter. Im gleichen Dorf finden wir einen Park mit einem Kreuzgang und einer sehr alten Pilgerunterkunft.
    In Auchy-au-Bois geht die Strasse steil nach unten zum Dorfbach. Was treffen wir an, eine Komplettsperrung wegen dem Neubau der Brücke. Es stehen nur noch die seitlichen Geländermauern. Zurück ist keine Option wegen der Wegstrecke, auch über die schmalen Mauerwerke wäre ein Abenteuer für sich. Also zwängen wir uns durch die Absperrung und das Gebüsch und springen über die senkrechten etwa 1.5 m hohen Erdwände in die Grube. Über die Baugrube um dann auf der anderen Seite wieder rauszukommen. Zum guten Glück ist in der Wand ein abgeschnittenen Rohr, das uns als Steighilfe dient.
    Wir sind um 16.00 Uhr in Liettres und warten bis zur Eincheckzeit um 17.00 Uhr in einer kleinen Baumallee. Per Mail kündet der Vermieter an, dass es erst auf 18.00 Uhr möglich ist. Wir sind heute bereits das zweite mal sauer auf die französische Gastfreundschaft. Was sollen diese späten Eincheckzeiten?
    Leider haben viele Unterkünfte in Frankreich sehr späte Eincheckzeiten, zum Leid derer die zu Fuss unterwegs sind.
    Kochen müssen wir heute selber, da es weit und breit nichts gibt und die Unterkunft nur Frühstück anbietet. Wir haben uns für das Nachtessen unterwegs noch Pasta und Sauce eingekauft.
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  • Wisques

    1 Jun, Perancis ⋅ ☁️ 18 °C

    Heute liegt noch einmal ein langer Weg vor uns. Das Wetter macht wieder mit. Es ist leicht bewölkt, aber die Sonne sieht man sehr oft. Es bläst den ganzen Tag ein kühler Wind,  welcher auch die brummenden Windräder an welchen wir vorbeigehen gehörig antreibt. So lässt es sich gut laufen. 
    Am Morgen umrunden wir einen Steinbruch aber erwischen den falschen Weg und stehen unvermittelt vor einer stark bewachsenrn und hohen Böschung. Also steigen wir durch dorniges Gestrüpp auf die Krone der Böschung um oben zu merken, dass es ca. 15 m auf einer kiesigen Steilwand in die Grubenstrasse, auf den offiziellen Weg zurückgeht. Wieder einmal kommen wir mit zerkratzten Beinen unten an, aber wir haben es gut geschafft.
    Im Steinbruch wird ein sehr weisser Stein, vermutlich Kreidenstein abgebaut. Wieder kreuzen Hasen unseren Weg und wir scheuchen Fasanenmännchen auf, doch für ein Foto sind sie einfach viel zu schnell.
    Heute kommen die Felder sehr gut zur Geltung. Die Linsenfelder mit ihren zartblauen Blüten, die Gerstenfelder die langsam goldgelb werden und die Weizenfelder die in der Sonne silbern glänzen. 
    Wir kommen gut voran und treffen bereits um 14.00 Uhr am Zielort in Wisques ein. Daher besuchen wir vor dem Hotelbezug noch die Abbaye Notre-Dame de Wisques. Hier leben doch noch zirka 20 Benediktinerinnen. 
    Wir wohnen in einem grosszügigen Bungalow-Appartement unseres Hotels. Bis zum Abendessen entspannen wir und planen gemeinsam eine alternative Route. Nach Calais laufen und mit der Fähre nach Dover übersetzen oder nach Boulogne-sur-Mer gehen und mit einem Segelboot nach Dover chippern. Das wäre der schönere Küstenabschnitt, jedoch der längere Weg. 
    Die Verfügbarkeit des Seglers müssen wir noch prüfen.
    Wir essen im Hotel wieder mal ausgezeichnet und geniessen es ausgiebig.
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  • Landrethun-lès-Ardres

    2 Jun, Perancis ⋅ 🌬 17 °C

    Am Morgen haben wir ein reichhaltiges Frühstück im Hotel erhalten. Auch eine kleine Zwischenverpflegung können wir mitnehmen. 
    Kurz nach unserem Aufbruch besuchen wir am Dorfrand die Abbaye Saint-Paul de Wisques, hier leben noch Benediktiner, die sich mehr abschotten als die Benediktinerinnen. 
    Schon bald darauf erreicht uns die Regenfront. Wir ziehen die Pellerinen an, da es nicht nur nach einem kurzen Regenschauer aussieht. Der Weg führt auch über grasbewachsene Feldwege. Da sind auch bald die Schuhe nass. Dreckstollen sind zusätzlich garantiert auf Feldstrassen, es ist teilweise eine grosse Rutschpartie. Der Regen aber hört nach zwei Stunden auf und die Sonne drückt etwas durch. Der kühle Wind wird stärker, bis uns aus dem Nichts ein heftiger Mittasgregen wieder unter die Pellerinen zwingt. Klatschnass treffen wir in Tournehem-sur-la-Hem ein. Wir haben Glück, der kleine Lebensmittelladen ist für den Nachtessenseinkauf noch offen. Auch die alte Dame auf dem Dorfplatz hat ihr Café de la Mairie noch geöffnet. Sie empfängt uns sehr freundlich. Wir sind glücklich die nassen Sachen abzulegen und uns bei einem Kaffee aufwärmen zu können. Sie führt ein Gästebuch für Pilger wo wir uns auf ihren Wunsch ebenfalls eintragen.
    Los geht es wieder ohne Regen. Aber nach kurzer Zeit kommt ein erneuter, kurzer Regenguss. Der Weg geht hoch auf einen Hügelkamm wo wir auf eine die Ruine der Chapelle Saint-Louis stossen und der Wind uns fast umbläst. Wir wandern den ganzen Tag im auf und ab der Hügel. Der  Weg wird dadurch abwechslungsreicher. 
    Bevor wir Landrethun-lès-Ardres erreichen überqueren wir noch die TGV-Strecke nach Calais. 
    Wegen der Wettersituation fällt die Zwischenverpflegung aus, wir verschieben sie auf unsere Ankunft im Appartement. Da es im Dorf ein Box-Einkaufsladen gibt (Schliessfächer mit Nummern, wie ein Selectaautomat), können wir sogar noch etwas für das Morgenessen einzukaufen. Die Grosswäsche und die Planung ist das weitere Programm für den Nachmittag. 

    Noch etwas zu den Bauernhöfen.
    Die meisten sind in den Dörfern integriert oder am Dorfrand angesiedelt. Dass Höfe alleine auf dem Feld stehen ist die grosse Ausnahme. Sie sind meistens sehr gross mit diversen Bauten um einen grossen  Innenhof angeordet, sowie mit grossen Wohnbauten wie Herrenhäuser.
    Die Miststöcke liegen aber immer weit draussen auf dem Feld an einem Feldweg. Wir haben noch keinen beim Hof direkt gesehen. Dies vermutlich wegen den Geruchsemmissionen und der Hygiene.
    Es gibt riesige Höfe die verlassen sind, aber auch andere die frisch renoviert wurden und man kaum erkennt, dass es ein Bauernbetrieb ist. Erst wenn man die Hinteransicht sieht erkennt man den Geräte- und Maschinenpark.
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