• Guido Luterbach
  • Guido Luterbach

Lausanne-London VF

Et 58-dagers eventyr av Guido Les mer
  • Guînes

    3. juni, Frankrike ⋅ 🌬 15 °C

    Nach einem sehr kargen Frühstück und der Kurzreinigung des Appartements(*) laufen wir etwa zwei km den gleichen Weg wie am Vortag zurück um wieder auf die VF zu gelangen. Es geht auf einer Nebenstrasse einen hohen Hügelkamm hinauf und auf der andern Seite wieder ins Tal runter. Dann durchwandern wir ein ellenlanges Dorf, bei dem die Häuser an der Strasse aufgereiht sind. Wir hoffen auf ein offenes Restaurant und machen extra einen Umweg. Leider ergebnislos, wieder sind alle Lokale zu.
    Also nehmen wir etwas enttäuscht den nächsten Hügel in Angriff. Der Wind ist extrem stark, er bläst uns frontal an und es braucht viel Kraft sich dagegen anzustemmen. Auf dem Hügelplateau wird es ohne Hecken echt mühsam. Die Regenwolken kommen bereits bedrohlich näher. 
    Wir schaffen es gerade noch in den Wald hinein als der Regen losbricht.
    Es ist ein feiner, fast sprühartiger Regen der kaum durchs Blätterdach dringt. Wieder mal Glück gehabt. Der Wald ist sehr schön. Auf der einen Seite hat er starke Buchen, auf der anderen Seite ist es ein dichter feinstämmiger Kulturwald. Auf einer Lichtung essen wir das Wenige essbare was wir noch im Ruchsack haben. Bald geht es ab der VF in unser Zielort Guînes, wo wir in einem Hotelzimmer in einem alten umgebauten Landgut nächtigen. Kaum sind wir angekommen beginnt es wieder zu regnen. Diesmal heftiger und mit Windböen. Mal im Zimmer, zieht es uns nicht mehr so richtig wieder hinaus in den Regen um den Dorfkern zu besichtigen. Wir verschieben es immer wieder. Das Nachtessen haben wir zum Glück im Hotel reserviert. 
    Trotzdem Calais näher liegt, geht es morgen nicht direkt nach Calais sondern nach Wissant ans Meer. So ist die Wegführung der VF.

    * Die meisten französischen Appartementvermieter haben grosse Ansprüche an den Gast. Du musst die Bettwäsche selber abziehen, den Abfall trennen und selber in den Container werfen, alles abwaschen und wegräumen,  manchmal sollte man sogar noch die Böden machen. 
    Sie verlangen viel, wollen aber selber wenig geben. Es fehlt teilweise Seife. Preisen das  Appartement mit Waschmaschine an, stellen sie aber ab, es fehlt an Waschmittel, etc. Heizungen funktionieren nicht oder isr auf max. 19° Grad eingestellt. Späte Eincheckzeiten und frühe Auscheckzeiten. Wir haben diesbezüglich bisher schon einiges erlebt.
    Die Trennung des Abfall wird immer gross thematisiert, sie haben aber nur ein Abfallbeutel und ein Kübel. Wie soll das funktionieren?
    Les mer

  • Wissant

    4. juni, Frankrike ⋅ 🌧 15 °C

    Am Morgen als wir aufstehen regnet es bereits und es sieht düster aus. Beim Ablaufen ist es wieder trocken. So geht es bis zum Mittag, der Regen wechselt sich mit bewölktem und sonnigem Himmel. Regepellerine an und wieder ab weil es sonst zu warm darunter wird. Guido verzweifelt fast ab mir. Aber am schlimmsten ist es mit dem Wind. Unglaublich wie stark er bläst. Man muss sich richtig gegen die Windböen stemmen. Wenn er kurz aufhört fällt man fast nach vorne. Wenn er seitlich angreift drückt er dich ein Schritt weg oder wirft einem fast aus der Spur. Am schlimmsten ist es auf dem Mont de Couple. Da kommt man buchstäblich ins torkeln, das Handy wird einem fast aus den Händen gerissen. Es ist eine kurze Strecke aber sehr kräftezehrend.
    Schön sind die Felder im Wind, die Wogen im Getreide gestalten sich wie das Meer, sie werfen Wellen.
    Kurz vor Wissant, auf den vorgelagerten Hügeln sichten wir die ersten Möwen und die Bunker aus dem 2. Weltkrieg. 
    In Wissant trinken wir als erstes einen Espresso an der Sonne und merken, dass es hier einige Touristen hat. Komisches Gefühl nach so langer Zeit in abgelegenen Gegenden und Dörfern. 
    Wir beziehen anschliessend das Hotelzimmer um schon bald danach zum Strand zu laufen. Das Meer ist rauh und hat Gischt, was die Kitesurfer draussen vermutlich lieben.
    Der Wind bläst unvermindert. Wir können erahnen was das heisst für unsere morgige letzte Etappe in Frankreich nach Calais. Warm anziehen und den Sonnenhut sichern.
    Ein grosses Etappenziel ist für uns mit der Ankunft am Meer erreicht. Die 1'250-Kilometer-Marke haben wir heute Abend hinter uns gelassen. Unser bisheriger Fussmarsch von Lausanne aus war ein langer Zickzackkurs quer durch Frankreich, und unser Ziel liegt noch vor uns.
    Les mer

  • Calais

    5. juni, Frankrike ⋅ 🌬 17 °C

    Heute haben wir in Frankreich die letzte Etappe nach Calais vor uns. Nach dem Aufbruch im Hotel sind wir in ein paar Minuten am Strand, wo uns die VF mehrere km am Atlantikufer entlang führt. Es ist herrlich, wir geniessen den Strandlauf am Morgen trotzdem uns ein kühler Wind in den Rücken bläst. Es ist teilbewölkt aber die Sonne scheint immer wieder durch die Wolken. Es sind nur wenige Leute unterwegs und dies meist mit ihren Hunden. Der Strand ist noch breit, was wir auf die Ebbe zurückführen.
    Beim Cap Blanc Nez verlassen wir den Strand und steigen hoch zum Monument to the Dover Patrol. Eine Infotafel zeigt, dass an dieser Stelle vor tausenden von Jahren eine schmale Landbrücke zwischen Frankreich und England bestand.
    Anschliessend wandern wir bis Sangatte über die Hügeln. Hier sehen wir im Gelände hunderte Einschlagskrater in allen Grössen aus dem 2. Weltkrieg. In dieser Gegend gibt's auch noch viele Bunker. Diese liegen teilweise abgestürzt am Strand, oder stehen am Klippenrand und warten noch auf ihren Absturz. Nich wenige sind aber auch noch gut in den Hügeln eingebettet.
    Nach Sangatte laufen wir entlang der Uferpromenade Richtung Calais. Hier gibts reihenweise, quer zum Wasser angeordnete Buhnen die die Landerosion und somit das abfliessen des Sandes verringern sollen.
    Einen Teilabschnitt laufen wir hinter den bewachsenen Dünen. Der Weg ist beschwerlich, da er teilweise nur aus Feinsand besteht. Vor Calais treffen wir wieder auf den Strand. Er erscheint fast weiss, da der Wind den Feinsand über die Fläche treibt. Unsere Beine erhalten dabei ein kaum spürbares Gratispeeling.
    Calais selber hat bis auf das Hotel du Ville und die Opera nicht viel zu bieten. Es macht eher einen etwas heruntergekommenen Eindruck.
    Bei einer älteren, mit Gold behängten Dame, einer richtigen Französin, essen wir einen speziellen Dreigänger. Er schmeckt ausgezeichnet.
    Für Morgen haben wir Plätze auf der P&O Fähre nach Dover reserviert. Wir hoffen es klappt alles mit dem Gratisshuttle.
    Les mer

  • Dover

    6. juni, England ⋅ 🌧 14 °C

    Wir hatten wohl gestern mit dem Wetter wieder sehr viel Glück. Beim heutigen tristen und regenverhangenem Himmel wäre die Strandwanderung alles andere als schön und angenehmen gewesen.
    Wir sind heute morgen etwas angespannt, ob alles mit der Überfahrt nach Dover auch klappt. Aber es funktioniert wie geplant. Der Shuttlebus ist pünktlich und nicht überfüllt. Die Abfertigung am Terminal läuft etwa gleich ab wie auf einem Flughafen. Man geht aber zur Kontrolle durch beide Zölle. Mit dem Transferbus fahren wir als erste Passagiere direkt auf die Fähre. Der Eurotunnel war keine Alternative, da man als Fussgänger beim Tunnelportal kein Zugang erhält.
    Auf der Fähre war es angenehm ruhig. Gesehen haben wir bis auf die Küsten und das eine und andere Schiff nur das Wasser. Bei der Ankunft müssen wir als Fussgänger lange warten, bevor wir das Schiff im Bus verlassen können. Der Bus chauffiert uns bis ausserhalb der Sperrzone der Hafenanlage. Danach müssen wir unseren Weg wieder selber finden.
    Das Wetter ist mehr als garstig. In den Pellerinen laufen wir in das Zentrum von Dover und gehen erst mal etwas trinken. 
    Den Pilgerstempel holen wir im Geschichtsmuseum, wo wir die Gratisausstellung der Geschichte von Dover, auch gleich besichtigen. Es gilt noch die Eincheckzeit für das Hotel abzuwarten. Hier gehen die Uhren eine Stunde nach, also keine Sommerzeit.
    Nach dem Bezug des Zimmers laufen wir zum Dover Castle hoch. Es gibt jedoch einen saftigen Eintrittdpreis. Für die verbleibenden eine bis zwei Stunden ist es das uns nicht wert, da die Zeit für eine ausfürliche Besichtigun zu kurz ist und es auch wieder zu regnen beginnt. Wir laufen die Strasse entlang des Castle hoch und sehen es uns aus der Ferne an. Nachher geht es wieder steil nach unten in die Stadt zu einem Bier und Ginger. 
    Der Einkauf ist auch noch zu erledigen. Morgen haben wir eine lange Strecke bis nach Canterburry vor uns. Wir hoffen auf besseres und vor allem trockeneres Wetter.
    In einem italienischen Restaurant finden wir etwas feines zu essen.

    Die Engländer sind bezüglich Kälteempfindung schon etwas eigenartig. Sie laufen bei 13° barfuss in Sandaletten, kurzen Hosen oder Miniröcken und ärmellosen T-Shirts herum. Auch lassen sie die Klimaanlagen im Hotelzimmer und in den Lebensmittelläden laufen. In Bereichen mit gekühlten Lebensmitteln erfriert man nahezu.
    Les mer

  • Kathedrale von Canterbury

    7. juni, England ⋅ ☁️ 18 °C

    Wir nehmen in einem Café am Stadtrand von Dover unser Frühstück ein. Ein englisches Frühstück mit 2 Spiegeleiern, Toast, Pilzen und Tomaten und Kartoffel-Bohnen Puffer. Nicht gerade unser Geschmack, aber wir brauchen Energie für die doch recht lange Strecke. 
    Zuerst geht's einfach mal hoch um dann auf einem Plateau zu wandern. Es sind sehr schöne Wege. Vielfach wandern wir durch Heckenpfade, Feldwegen und was sehr speziell ist, auf Trampelpfaden quer durch Weizen- oder Maisfelder. Hier hat scheinbar der Wanderer über die Agrarwirtschaft die Oberhand. 
    Unterwegs streifen wir die Dörfer nur am Rande. Aber wir sehen doch ein paar alte Kirchen mit alten Gräbern. 
    Die Felder sind nicht wie in Frankreich voll ausgenutzt. Es finden sich immer wieder ungenutzte Fläche wo die Blumen Platz finden und prächtig gedeihen. 
    In Canterbury angekommen geht es mal zum Kaffeetrinken. Dann zur Kathedrale wo wir mit unseren Pilgerpässen einfach Einlass bekommen. Die Kathedrale ist riesig und auf verschiedenen Ebenen angelegt. Es geht immer wieder einige Stuffen hoch und wieder runter. Es gibt Seitenschiffe und verschiedene Kirchen, Kapellen und Kryptas innerhalb der Kathedrale. 
    Von dem allem und der über 30 km langen Wanderung sind wir erschöpft. Daher gehen wir ins Hotel, welches innerhalb des Geländes der Kathedrale liegt. Hier erfahren wir, dass wir als Gäste eine Messe mit Chorbegleitung besuchen können. Also schnell duschen und schon geht's zurück in die Kathedrale.
    Zum Glück haben wir morgen einen Ruhetag eingeplant. Von der Stadt haben wir noch nichts gesehen. Zum Nachtessen kommen wir auch sehr spät und sind im Restaurant die letzten Gäste.
    Les mer

  • Canterbury (Ruhetag)

    8. juni, England ⋅ 🌧 16 °C

    Heute haben wir einen Ruhetag, darum geht alles langsamer, auch beim Frühstück. Komplizierter für das Frühstück geht es fast nicht mehr. Alles auf Einzel- und Nachbestellung. Am Ende haben wir etwa 10 Teller auf dem Tisch.
    Am früheren Morgen besuchen wir nochmals die Kathedrale. Wir sind mit Ausnahme der Putzmanschaft alleine, herrlich. Auch erkunden wir noch das Restgelände. Es gibt Parks und eine grosse Schulanlage. Das umschlossene Gelände ist sehr gross. Es ist fast eine Stadt in der Stadt.
    Um 10.00 Uhr holen wir das Pilgerzertifikat im Pilgerbüro ab und checken im Hotel aus um in unserem heutigen Hotel das Gepäck zu deponieren. Auch hier in England ist die Hotelsituation schwierig, sogar in einer Stadt.
    Nachdem alles erledigt ist, schlendern wir der Nase nach durch die Stadt und trinken in einem versteckten Café einen Espresso der den Namen verdient. Wir shoppen etwas, besser gesagt, wir schauen uns die Kleider- und Schuhgeschäfte an. Die Auswahl entspricht jedoch nicht unserem Geschmack.
    In einem italienischen Restaurant essen wir ein spätes Mittagsessen, eine kalte Platte die sehr gut ist. 
    Der Regen holt uns wieder ein und es wird trist. Also beziehen wir das Hotelzimmer. Ich suche im Netz eine Unterkunft für Mitte Woche. Das ist ein mehr als schwieriges Unterfangen, da das Wlan immer wieder Aussetzer hat und die Buchungsplattformen keine Unterkünfte in der Gegend anbieten. Also gilt es alle privaten Anbieter anzuschreiben und abzuwarten was Sache ist. 
    Es kommt dabei keine Freude auf.
    Praktisch den ganzen Abend prüfen wir verschiedene Alternativen und wägen diese ab.
    Les mer

  • Charing

    9. juni, England ⋅ 🌬 14 °C

    Beim Frühstück im Flagstaff wollen wir keinen Durchlaufkaffee, sondern bestellen total vier Espresso. Beim auschecken verrechnet uns das Hotel 16 Pfund für die Maschinenkaffees. Wir insistieren, aber ohne Erfolg. Na ja so lernt man dazu.
    Der Weg heute ist sehr abwechslungsreich. Er führt uns entlang von Bächen, auf Trampelpfaden durch Felder und Wälder.
    Eine Strecke von etwa 4 km führt uns auf einer Zufahrtsstrasse in das Dorf Wye. Kurz vor dem Dorf vorher hat uns der Regen kurzzeitig überrascht. Als der Regen nachlässt beginnt die Strasse richtig abzudämpfen. Nebelschwaden steigen von der Strasse auf. Es fühlt sich an wie in einer Sauna.
    Im Dorf Wye finden wir ein hübsches Café, wo wir eine weitere Regenfront abwarten. Wir haben Glück, bis auf die eine Front, trifft uns keine Andere und wir bleiben trocken. 
    Die lange Strecke bewältigen wir gut, da wir uns am Ruhetag gut erholt haben.
    In Charing haben wir ein BnB reserviert. Die Dame des Hauses hat uns in der Schlüsselbox den Schlüssel hinterlegt. Aber wo ist der Eingang? Das alte Haus hat viele Türen. Prompt landen wir in der Küche eines Mannes, also in der falschen Wohnung. Er weist uns zur richtigen  Eingangstüre wo uns die Dame der Hauses wortreich empfängt. 
    Die Tür zu unserem Zimmer ist etwa 1.5 m hoch. Kopf einziehen nicht vergessen meint sie mehrmals. 
    Da im Dorf ein Lebensmittelladen offen hat gehen wir bald unsere Zwischenverpflegung für Morgen einkaufen und sehen uns noch die Dorfkirche an. Sonst gibt's kaum Sehenswertes. 
    Zum Abendessen wollen wir ins Restaurant auf dem Sportplatz. Das Lockal ist offen aber sie haben scheinbar nur am Freitag zu Essen. Also müssen wir zum Bengalen. Das heisst nochmals einen Fussmarsch von 25 Minuten den Berg hoch. Aber es hat sich gelohnt, das Essen ist gut.
    Les mer