• Kajak im Gletschersee - Wanderung zum Gletscher

    June 15 in Iceland ⋅ ☁️ 6 °C

    Um 10 Uhr ging es für uns mit einer geführten Kajaktour in die Gletscherlagune Jökulsárlón. Vier Kajaks, zwei Guides und rund 4 Grad, aber trocken – perfekte Bedingungen für ein sehr besonderes Erlebnis.

    Jökulsárlón gilt als die größte Gletscherlagune Islands. Sie entstand erst vor wenigen Jahrzehnten, als sich der Gletscher Breiðamerkurjökull (Teil des Vatnajökull, dem größten Gletscher Europas) durch das Abschmelzen zurückzog. Der Gletscher verliert aktuell im Schnitt rund 100–200 Meter Länge pro Jahr.

    Zwischen uns trieben riesige Eisbrocken im Wasser. Das Besondere: Das Wasser ist eine Mischung aus Süß- und Salzwasser, da die Lagune über kurze Kanäle mit dem Atlantik verbunden ist. Dadurch kippen die Eisblöcke, drehen sich und bleiben lange sichtbar, bevor sie weiter Richtung Meer treiben. Genau diese Eisstücke landen später am Diamond Beach, wo sie wie Glas auf dem schwarzen Lavasand liegen.

    Die Guides erklärten uns auch, dass die Situation in der Lagune ständig anders ist – täglich brechen neue Eisstücke ab, andere verschwinden wieder im Meer. Kein Tag sieht hier gleich aus.

    Nach der Tour wollten wir noch zur Gletscherzunge laufen, stellten aber nach rund 10 Kilometern fest, wie gewaltig die Dimensionen sind – der Gletscher wirkt viel näher, als er tatsächlich ist. Bei diesem Walk sahen wir Seehunde aus ziemlicher Nähe: manche verspielt, die meisten eher verschlafen.

    Am Nachmittag fuhren wir noch weiter westlich zum Gletscher Skaftafellsjökull, einem Ausläufer des Vatnajökull im Nationalpark Vatnajökull-Nationalpark. Dieser Gletscher liegt deutlich steiler und man kommt näher an die Eisfront heran – noch wuchtiger und unmittelbarer als Jökulsárlónk.
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