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  • Day17

    Gedanken auf dem Heimflug

    October 14 in Germany ⋅ ⛅ 12 °C

    Nach einer sehr kurzen Nacht bringt uns Arsen ganz zum Flughafen. Wir verabschieden uns voneinander und fliegen über Wien zurück nach Deutschland.
    Viele Gedanken gehen mir noch durch den Kopf. Sie gehen zu Armenien und Georgien, zwei sehr interessante Länder und zu deren Menschen, die immer wieder eine besondere Geschichte erfahren haben.
    Obwohl sie in manchem ähnlich sind, unterscheiden sie sie doch in vielerlei Hinsicht. Beiden gemeinsam ist die große Gastfreundschaft, die Freundlichkeit ihrer Menschen und eine sehr interessante und reichhaltige Küche. Gemeinsam ist der Unterschied zwischen den Hauptstädten und dem „platten Land“ und zwischen arm und reich. Unterschiedlich ist aber die Präsentation und die Präsenz der Staatsmacht. Während sie in Armenien vorhanden ist, ist sie in Georgien allgegenwärtig mit intensiver Videoüberwachung und einem eher martialischem Auftreten nach amerikanischem Vorbild.
    Armenien und Teile von Georgien haben sich eine Ursprünglichkeit erhalten, die auf Besucher zum Teil exotisch wirkt, für die Einheimischen aber häufig nur bittere Armut bedeutet.
    Während in den Zentren von Tiflis und Jerewan das Leben pulsiert, verstopft und laut, mit vollen Einkaufszentren, gut gekleideten Passanten und gut besuchten Bars und Restaurants, leben auf dem Land viele Menschen, quasi von der Hand in den Mund, liegt die durchschnittliche Renten bei 50 Euro im Monat, verdienen Ärzte in beiden Ländern nur einige hundert Euro im Monat. Aber die Preise steigen rasant. Trotzdem sind in den Hauptstädten kaum Anzeichen von Armut und Verelendung zu sehen.
    In Georgien scheint der Krieg von 2008 fast vergessen zu sein, als der damalige Präsident Saakaschwili wegen des abtrünnigen Südossetien mit Russland anlegte und als Antwort russische Truppen auf georgischem Territorium hatte mit Hunderten von Toten!
    In Armenien ist der Einfluss Russlands überall spürbar. Fast jeder spricht Russisch, viele Anzeigen sind zweisprachig, immer wieder sind überlebensgroße Statuen zu sehen, die sowjetischen Helden gewidmet sind.
    Überall im Land gibt es die gelben Gasleitungen, den Russen gehören. Aus Russland kommen Öl und der nukleare Brennstoff für das armenische Atomkraftwerk. Neben Amerika ist Russland der größte Kreditgeber. Es ist auch Schutzmacht Armeniens und hat hier auch mehrere Militärbasen. Armenien ist durch die geschlossenen Grenzen zu Aserbaidschan und zur Türkei weitgehend isoliert. Sein wichtigster Wirtschaftszweig ist der Bergbau, die Staatseinnahmen hängen stark davon ab. Über zwei Millionen Armenier arbeiten in Russland und schicken das Geld, das sie dort verdienen, ihren Verwandten in die Heimat. Das entsprach im vergangenen Jahr etwa einem Sechstel des armenischen Bruttoinlandsprodukts.
    Aber egal wie es ist, Georgien und insbesondere Armenien sind großartige Reiseländer mit meist liebenswerten Menschen. Auf dieser Reise hat sich bei den Temperaturen, die wir unterwegs hatten, der neue Offlane Anzug von Rukka und der Neotec II von SHOEI als ausgezeichnet erwiesen, dazu die Vanucci VTB11 Stiefel von LOUIS, für mich die perfekte Kombination aus Enduro- und Tourenstiefel.
    Im Herbst 2020 werden wieder wir in Armenien und Georgien unterwegs sein, um beide Länder mit unseren Motorrädern zu erleben. Natürlich auch ihre Menschen und ihre großartige Küche. Mehr dazu wie immer unter www.mottouren.de
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