• Bunter Start in Medellin

    Jan 2–6, 2025 in Colombia ⋅ 🌧 18 °C

    Mitten in den Anden und bekannt als die „Stadt des ewigen Frühlings“, hat Medellín sich von einer sehr düsteren Vergangenheit zu einer beeindruckenden Stadt in Südamerikas gewandelt. Für uns perfekt für den Start ins Abenteuer 😀

    Nach ca. 16h Flug sind wir gegen 20 Uhr (Ortszeit) gelandet, haben uns nach einer kurzen formalen Einreise eine kolumbianische SIM Karte geholt und sind dann mit öffentlichem Bus und ein paar finalen Kilometern Taxi zum vorab gebuchten Hostel gefahren.
    Direkt an der Carrera 70 gelegen (eine der belebten und sicheren Ausgehmeilen in Medellin), für uns gut als Ausgangspunkt.

    In den 1980er Jahren zählte Medellín zu den gefährlichsten Städten der Welt. Raubüberfälle, explodierende Bomben und Entführungen waren an der Tagesordnung. Damals organisierte das Medellín-Kartell laut Time Magazin 80 % des Weltdrogenhandels! Der wohl international bekannteste Drogen-Baron Pablo Escobar gab hier mit anderen Bossen den Ton an. Sie kauften Richter, bestachen Politiker und machten immer wieder durch unvorstellbar brutale Morde Schlagzeilen. Nach Pablo Escobars Tod 1993 und der Auflösung des Medellín-Kartells wurde die Stadt zusehends sicherer, die Stadt wurde 2013 zur innovativsten Stadt der Welt gekürt und stach damit sogar New York und Tel Aviv aus.
    Beste Voraussetzungen also für ein paar spannende Tage...

    Nach einer relativ kurzen ersten Nacht haben wir die letzen drei Tage für 2 free Walking Touren, eine davon in die Comuna 13 (Details unten) Ausflüge (botanischer Garten, Metrocable Fahrt, kleine Wanderung, Cerro de las treve cruzes, el poblado) und einem ersten "Ankommen" genutzt - Medellin hat uns mit seinen herzlichen, hilfsbereiten lebensfrohen Bewohnern, der kolumbianischen Küche und der Kultur definitiv überzeugt.

    Morgen geht es mit dem Bus weiter nach Salento - wir sind gespannt ☺️

    Comuna 13....
    ... ein Viertel das immer noch als Favela (Slum) zählt. Hier gab es bis vor ein paar Jahren noch eine der höchsten Mord- und Kriminalitätsraten.
    Die Häuser wurden kreuz und quer gebaut, größere Zufahrtsstraßen wurden "vergessen"
    Um die Mobilität zu verbessern, baute die Regierung nach Escobas Tod Rolltreppen in das sehr steil gelegene Viertel. So kamen die Touristen um diese Rolltreppen zu bewundern und fanden eine große Streetart-, Breakdance-, und Hip-Hopszene vor. Mittlerweile schieben sich tausende Touristen durch die schmalen Gassen... Einheimische verkaufen Souvenirs und Getränke zu Höchstpreisen.
    Wir sind mit gemischten Gefühlen nach Hause gegangen.
    Einerseits vermittelt das Viertel ein tolles Lebensgefühl durch die vielen Graffiti und der Musik die aus jeder Ecke kommt. Andererseits sind die Massen an Touristen zu viel für die kleinen Gassen und man bekommt keinen wirklichen Eindruck wie es ohne wäre.
    Zum einen bringen die Touristen Geld und Sicherheit für das Viertel. Davon profitieren die Einheimischen am meisten. Auf der anderen Seite geht so auch viel ursprüngliche Kultur verloren.
    Die Gentrifizierung ist hier vermutlich erst am Anfang, sie schreitet aber rasend schnell voran...
    Unser Resümee: Vermutlich "darf" man hier zwiegespalten sein.
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