Julia Eichler

Joined December 2019
  • Day55

    Rocha - Anders als gedacht

    February 19 in Uruguay ⋅ ☀️ 27 °C

    Als wir uns überlegt haben, von La Paloma aus Rocha zu besuchen, da dachten wir noch dass die Hauptstadt der gleichnamigen Region einiges zu bieten hätte. In unserer Vorstellung war die Stadt größer als die kleinen, verschlafenen Orte direkt an der Küste, mit ein paar guten Läden ausgestattet, wo man vielleicht mal Postkarten findet oder wo wir ein paar Dinge von unserer Liste kaufen können - denn auch auf Reisen geht mal was verloren oder kaputt oder man bemerkt, dass man Dinge gut gebrauchen könnte, an die man vorher gar nicht gedacht hat.
    Die knappe halbe Stunde Busfahrt war erfreulich kurz und voller Entdeckerdrang stürzten wir uns ins Getümmel ... äh ... Moment... Getümmel war nicht das mit den leeren Straßen und den Fußwegen ganz für uns alleine oder?? Also nochmal von vorne ... voller Entdeckerdrang hatten wir gefühlt die ganze Stadt für uns alleine und uns beschlich die Vorahnung, dass die 8 Stunden bis zur Rückfahrt ganz schön lang werden könnten. Optisch glich die Stadt dem, was wir aus Uruguay schon kennen - flache Wohnhäuser, denen man ihr Alter ansieht, wenig Schatten, kollektive Siesta zwischen 11 und 15 Uhr, ein paar Supermärkte, ein paar Ramsch-Läden, ein begrünter Platz in der Mitte, drei Restaurants und ein wegen Wartungsarbeiten vorübergehend geschlossener Eisladen rundherum, ein großer Schuhladen ... das war's dann auch schon! Aber irgendwie ging die Zeit dann doch gut rum ... Ich hab mir am Wasserspiel im Park die Füße gekühlt und mir später ein paar Crocs gekauft, die im Sale für 20 Euro angeboten wurden. Weiße Crocs! Auf Südamerika-Rundreise! Voll praktisch, ist ja überhaupt nicht dreckig hier. Aber die einzige Alternative wäre rosa gewesen und das sah irgendwie fehl am Platz aus an meinen Füßen. Wir sind ungefähr jede Straße in der Innenstadt mindestens 1x abgelaufen und haben uns Würfel und Schreibblock zum Knobeln gekauft - immer nur (Offiziers-) Skat spielen, wird auf die Dauer auch langweilig. In einer Seitenstraße blühte ein dornenbesetzter Baum, dessen rosa Blüten bei Schmetterlingen und Kolibris sehr beliebt war. So schnell wie die Mini-Vögel fliegen, ist es gleichzeitig Herausforderung und Dauerbeschäftigung, sie zu fotographieren. Zur Feier des Tages (2 Monate verheiratet) hatten wir als Mittagsmahlzeit billige, irgendwie alt schmeckende Pommes und dazu je einen Hotdog aus Brot und halbwegs warmen Würstchen, zu denen uns eine verschmierte Dose Ketchup und eine etikettlose Flasche Mayonaise gereicht wurde. Es hat wohl doch eine Bedeutung, wenn ein Lokal die komplette Auswahl an maximal vorhandenen freien Sitzplätzen bietet. Außerdem gelernt ... günstig gleich lecker gilt zwar in Paraguay aber definitiv nicht in Uruguay!
    Am Busterminal haben wir dann ab 15min vor Abfahrt, die moderne Anzeigetafel, die Lautsprecherdurchsagen und die große, sehr modern wirkende Glasfront bewundert während wir darauf warteten, dass für unseren Bus die Plattform angezeigt wird. Als 3 min vor Abfahrt immer noch nichts dran stand (was grundsätzlich hier nicht ungewöhnlich ist, da die Busse selten pünktlich sind), schlug ich vor, trotzdem mal raus zu gehen ... wir sehen den Bus ja dann, wenn er ankommt- ganz ohne elektrische Anzeige! Im Abfahrtsbereich standen 2 Busse unserer Buslinie Rutas del Sol ... Swen fing plötzlich fast an zu rennen, um zu schauen, ob einer der Busse unserer ist und tatsächlich ... wir stiegen in wortwörtlich allerletzter Sekunde ein, Türen zu und los! Das war knapp und wieder mal ein Beweis dafür, wer sich auf Technik verlässt, ist oft verlassen...
    Zurück in La Paloma haben wir auf dem 5km-Weg zwischen Busterminal und Unterkunft noch einen wunderschönen Sonnenuntergang am Strand miterlebt. Ende gut, alles gut :)
    Read more

  • Day54

    La Paloma - Leuchtturm

    February 18 in Uruguay ⋅ 🌧 23 °C

    Eigentlich war Regen angesagt ... aber ähnlich wie in Deutschland macht das Wetter hier was es will und nicht was der Wetterbericht sagt. So sah es denn morgens zwar wolkig aus und war für La Paloma - Verhältnisse windig bzw. stürmisch aber Tränen vergossen hat der Himmel nicht :) warum auch - war doch echt ein schöner Tag! Nachdem am Wochenende der Strand von zahlreichen Menschen bevölkert war, herrschte nun wieder entspannte Leere und wir konnten die Sonne, den Wind und die Füße im kühlen Atlantikwasser voll und ganz genießen. Das perfekte Wetter um vom Leuchtturm aus auf die Welt unter uns zu blicken. Der Eintritt betrug (wie bei allen anderen Leuchttürmen an Paraguays Küste) 30 Pesos pro Person, das sind etwa 75 Cent (also ein echter Geheimtipp für ein schmales Reisebudget) und der Ausblick ist jedes Mal sein Geld wert. In diesem Fall waren 143 Stufen bis zur Aussichtsplattform zu bewältigen und wir haben ziemlich über alle Besucher gegrinst, die keuchend und schwitzend und sichtlich erschöpft durch den Aufstieg oben angekommen sind. Aber zugegeben die meisten Häuser hier sind flach und an der Küste gibt's auch selten Berge ... woher soll die Kondition für eine Leuchtturmbesteigung dann auch kommen? Außerdem scheint vielen Leuten das lokale Essen auch sehr gut zu schmecken, was dann natürlich auch beim Sport eher hinderlich ist ;)
    Aus eigener Erfahrung können wir den guten Geschmack von Eis, Keksen, Burgern, Obst und Co übrigens nur bestätigen!
    Von oben betrachtet sah La Paloma dann doch größer aus als ich angenommen hatte, mit einem kleinen Hafen, vielen Cabañas (=Ferienhäuschen), vielen Bäumen und einigen markanten Gebäuden wie dem Wasserturm oder dem einzigen Hochhaus der Stadt. Unbestrittenes Highlight ist und bleibt dort oben allerdings der Blick auf den Atlantik, dessen Wasser in unterschiedlichen Blautönen schimmert und der gesäumt ist von felsigen und sandigen Stränden! Ohne den Wind, der uns ordentlich durchgepustet hat, hätten wir da stundenlang stehen und schauen können :)
    Read more

  • Day53

    La Paloma - Gelassenheit

    February 17 in Uruguay ⋅ 🌧 27 °C

    Wir sind nun in La Paloma angekommen :) und erleben nochmal eine andere Seite von Uruguay... unsere Gastgeber haben uns bei unserer Ankunft am 15.Februar vom Busbahnhof abgeholt und uns angekündigt, dass wir jetzt zum schönsten Ort in ganz La Paloma fahren - "La Serena"! Die meisten Häuser und Unterkünfte haben nämlich einen Namen - zumindest in den Küstengebieten und in den kleineren Orten! Serena bedeutet "Gelassenheit" und irgendwie passt das sowohl zum Ort als auch zu den Menschen hier. Es liegt knapp 5km außerhalb des Ortes und ist dadurch sehr ruhig, umgeben von viel Grün und nachts kann man bei klarem Himmel einen wunderschönen Sternenhimmel sehen oder aber den Geräuschen der Grillen und Zikaden lauschen. Die Hütte in der wir untergebracht sind, ist aus Lehm gebaut, mit eingearbeiteten großen Holzscheiben, als Fenster dienen eingemauerte Glasflaschen und unterschiedlich große, bunte Glasscherben. Überall gibt es Löcher und Ritzen, Spinnweben, ... ich hab gedacht, ich halte es nicht lange aus :) Aber außer ein paar lustigen Fröschen im Bad und einer kleinen verspielten Katze hatten wir wenig tierischen Besuch. Allerdings haben wir, nachdem wir die Löcher im Moskitonetz mit Tape zugeklebt hatten, zum ersten Mal in Südamerika jede Nacht darunter geschlafen - sicher ist sicher. Der Atlantik ist etwa 10 bis 15 Minuten Fußweg entfernt, aber selbst der ist irgendwie ruhig und gelassen hier. Die Oberfläche ist seit unserer Ankunft wie glatt gebügelt, am Strand kommen höchstens ein paar kleine Wellen an ... nur keine Aufregung!! Und irgendwie haben wir festgestellt, dass dieses Gefühl schon so ein bisschen auf uns abgefärbt hat ...
    Wir können übrigens bestätigen, dass "La Serena" einer der schönsten Plätze in La Paloma ist, denn die Stadt selbst ist weder schön noch hat sie Charme, der Strand ist irgendwie normal, einige Strandabschnitte in Ortsnähe stinken bestialisch (und waren trotzdem voller Menschen) und auch ansonsten haben wir nichts entdeckt, was uns wirklich begeistert hat. Schöner wurde es erst als wir mit dem Fahrrad nach La Pedrera gefahren sind ... da führte der Weg vorbei an verträumten Orten, Meerschweinchen, die erschrocken in die Büsche gehopst sind, und wahnsinnig schönen Aussichten auf Felsen, Strand und Meer :)
    Read more

  • Day48

    Cabo Polonio - Plan B :)

    February 12 in Uruguay ⋅ ☀️ 23 °C

    Oder irgendein anderer Plan ... zumindest nicht unserer. Denn wir hatten uns das total schön überlegt... unsere Gastgeberin hatte herumgefragt und herausgefunden, dass wir im Nachbarort im Hostel Fahrräder ausleihen können. Damit wollten wir die 10km bis Cabo Polonio radeln, uns dort gemütlich einen Tag in dem Dörfchen ohne Strom und Elektrizität (wie jeder Einheimische uns stolz erzählt) umschauen, am Leuchtturm die Seelöwen-Kolonie bestaunen und dann einfach irgendwann gemütlich zurückradeln. Soweit die Theorie... In der Praxis sah es dann so aus: Wir sind zeitig aufgestanden, haben uns fertig gemacht, schnell gefrühstückt und Proviant vorbereitet. Dann sind wir am Strand ca. 1 Stunde und 15 Minuten bis nach Barra de Valizas gelaufen, sind voller Vorfreude ins Hostel rein... und dann hieß es: "Fahrräder? Nö, die sind schon vermietet an ein anderes Pärchen. Da hab ich jetzt keine für euch!" Erster Gedanke: "Na toll - und jetzt?" Morgen früh nochmal den ganzen Fußweg um Fahrräder auszuleihen ... da hatte ich irgendwie keine Lust drauf ... der Typ im Hostel erzählte uns dann, dass man auch nach Cabo Polonio laufen kann. 5km bis dahin, vielleicht 10km aber man sieht mehr vom Strand, vom Atlantik und von den Wanderdünen, außerdem hat man vom höchsten Punkt der Dünen einen fantastischen Blick über alles! Okay überredet - wir laufen (und zurück nehmen wir den Bus)! Abgesehen von der geschätzten Zeit (2 Stunden für die ganze Strecke) war nichts gelogen, der Weg immer am Wasser entlang ist wirklich toll, von den Dünen hat man einen atemberaubend schönen Blick über den Atlantik und ein paar kleine Inseln auf der einen Seite, Cabo Polonio, das Naturschutzgebiet und die grüne Landschaft Uruguays auf der anderen Seite, sowie die ellenlange Küstenlinie mit den kleinen Städten. Nach etwas über 4 Stunden waren wir dann endlich angekommen - glücklich, aber mit schmerzenden Füßen. In Cabo Polonio selbst gibt es nicht viel zu sehen, zwei handvoll bunt hingewürfelte Häuschen und Hostels, flaches karges Land, einen Leuchtturm, die Seelöwen auf den Felsen sowie rechts und links der Landzunge einen Strand. Tagsüber bekommt man wenig davon mit, dass es keine Elektrizität und wenig Licht gibt... die Sonne scheint ja und überstrahlt auch den angeblich schönsten Sternenhimmel der Welt. Bis zur Dunkelheit wollten wir mit dem Rückweg allerdings nicht warten, also sind wir mit einem 4x4 Gelände-Truck aus dem Naturschutzgebiet herausgefahren worden (echt ein Erlebnis!) und dann per Bus zurück ... noch lecker Fish&Chips bzw. Pizza essen gewesen und dann ins Bett gefallen!Read more

  • Day47

    Aguas Dulces - mehr Meer

    February 11 in Uruguay ⋅ ⛅ 22 °C

    Wir sind jetzt schon 47 Tage unterwegs ... das ist mehr oder weniger ein Siebtel unserer gesamten Reisezeit. Auch hier kann man sagen, wahnsinn wie die Zeit vergeht ... denn gefühlt sind wir gerade erst angekommen! Da es uns am Atlantik in Punta Del Diablo so gut gefallen hat, haben wir uns entschlossen, noch ein bisschen mehr Zeit am Meer zu verbringen. Nur ein kleiner Ortswechsel, um ein paar neue menschenleere Strände zu bewandern und um näher an Cabo Polonio zu sein - unser morgiger Tagesausflug! Unser gemütlicher Strandspaziergang war etwa 14km lang und dauerte auf dem Hinweg etwa anderthalb Stunden und auf dem Rückweg (durch Fotos, Fische beobachten, Wassertreten, usw) etwa 2,5 Stunden. Unsere Gastgeber meinten, die Strecke bis Barras de Valizas und den Wanderdünen wäre nicht weit ... so um die 40 Minuten. Also entweder sie haben Joggen mit Spazierengehen verwechselt oder wir haben den falschen Weg genommen ... wobei immer am Strand lang ... da kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Es war insgesamt trotzdem wieder ein toller Tag mit Sonne, Wind und salziger Luft :) dazu ein paar Kühe, die genau wie wir einen entspannten Strandspaziergang unternommen haben an diesem schönen Tag! Außerdem konnten wir neben Möwen und kleinen rotbeinigen Wasservögeln, riesengroße, kahlköpfige Geier beobachten, die über ihrer Mahlzeit kreisten und es auch verspeisten (bei näherer Betrachtung entpuppte sich die Mahlzeit als kleiner toter Seelöwe). Außerdem kamen uns ein paar Reiter entgegen, die zumindest bei mir den Wunsch weckten, auch mal hoch zu Ross am Strand entlang zu reiten. Wir hielten wieder vergebens nach Delphinen Ausschau, die hier laut Internetrecherche wohl das ganze Jahr vom Strand aus zu sehen sein sollen - im Gegensatz zu den Walen, die man nur mit etwas Glück in der Winterzeit antrifft. Naja... ein paar Chancen haben wir ja vielleicht noch in den nächsten Monaten. Dafür allerdings an so einer Bootstour für sensationshungrige Touristen teilzunehmen, können wir uns im Moment nicht vorstellen ... obwohl oder gerade weil viele Teile der uruguayischen Atlantikküste von der Regierung zur Schutzzone für Wale und Delphine erklärt worden sind. Irgendwie klappt das auch noch ohne die Tiere zu sehr in ihrem Lebensraum zu bedrängen!Read more

  • Day45

    Punta Del Diablo - Tierisch toller Tag

    February 9 in Uruguay ⋅ ☀️ 22 °C

    Wir haben vorübergehend dem Busfahren den Rücken gekehrt und haben auf den Drahtesel umgesattelt ... zumindest für diesen einen Tag :) unser Ziel war der etwa 20km entfernte Ort Coronilla und das dortige Schildkrötenzentrum. Aber dazu habt ihr ja schon ne Menge Text gelesen. Aber auch abgesehen davon hatten wir echt einen tollen Tag. Besonders gut angefühlt hat sich die größere Freiheit und Flexibilität, die man mit nem Fahrrad einfach automatisch besitzt. Wir konnten zum ersten Mal raus aus dem Ort, an dem unsere Unterkunft ist und die Landschaftschaften schöner sehen als aus einem dreckigen Busfenster.
    Ich muss sagen, es ist echt cool, wenn zwischen Kopf und Himmel mal kleine grüne Papageien fliegen statt Meisen und wenn man am Straßenrand auf sonnenbadende Echsen trifft die mindestens 5x so groß sind wie die Garteneidechse, die man in Deutschland antreffen kann. Richtig toll war, dass wir das Tier, was auf der uruguayischen 1-Peso-Münze zu sehen ist und in Landessprache Mulita heißt, ebenfalls am Straßenrand entdeckt haben. Im Gegensatz zu einigen Schlangen und anderen Feder- sowie Fellresten sogar lebendig! Zwei kleine Ohren, eine spitze Schnauze, grau-rosa gefärbt, von Natur aus Träger eines bestimmten modischen Accessoires: das Gürteltier! Ich muss sagen, es ist verdammt niedlich :) vor allem, wenn es sich auf der Suche nach Nahrung durch Gras und Blätter wühlt! Auf die Kollision mit einer ziemlich großen, blau-grünen Libelle hätte ich gern verzichtet, aber zum Glück haben wir beide das Malheur unbeschadet überstanden. Wobei ich mich immernoch frage, was sie von mir wollte - vielleicht ein Stück mitfahren? Nach dem Besuch von Karumbé sind wir noch ein Stück am Strand entlang spaziert und auch hier gab es tierisch viel zu entdecken. Offensichtlich hatte ein Sturm (oder einfach nur die Flut) eine Menge Dinge angespült. Neben Steinen, Muscheln, Holz, Maispflanzen und Müll, vor allem tote Fische, Krebse (oder deren Einzelteile) und Eier von Rochen, Haien oder anderen Fischen. Außerdem einiges, wo wir keine Ahnung hatten, was das ist. Am Ende gelangten wir zu einem Fluss über den eine hölzerne Hängebrücke gespannt war - die zu überqueren, wollten wir uns nicht nehmen lassen. Der Rückweg verlief trotz Gegenwind nicht viel langsamer als der Hinweg und vergleichsweise unspektakulär. Wir konnten die Weite der uruguayischen Landschaft mit den Rinder- und Pferdeherden, den grünen Wäldern und Feldern nochmal in vollen Zügen genießen, die von der Abendsonne in rot-orangenes Licht getaucht wurden. Pünktlich zum Einbruch der Dämmerung waren wir dann zurück in Punta Del Diablo. Eins ist sicher, das war zwar die erste aber bestimmt nicht die letzte Radtour auf unserer Reise.
    Read more

  • Day45

    Coronilla - Karumbé

    February 9 in Uruguay ⋅ ☀️ 22 °C

    Direkt am Atlantischen Ozean an der Küste Uruguays liegt das kleine Schildkrötenzentrum Karumbé (= Schildkröte in Guarani-Sprache) mit einer riesengroßen Aufgabe ... okay eigentlich mit vielen großen Aufgaben. Aber dazu später mehr! Erstmal wollte ich noch etwas loswerden, was mir schon seit unserer Ankunft in Südamerika dringend auf dem Herzen liegt. Wem die Umweltthematik (ihr wisst schon ... Vermeidung von Plastikmüll, Mülltrennung, Nachhaltigkeit, Recycling, und Co) in Deutschland zu viel wird, dem empfehle ich dringend eine Reise oder Auswanderung nach Südamerika. Alle Liebhaber von (Einweg-) Plastik werden sich hier wie im Paradies fühlen. Plastikbeutel gibt's an der Supermarktkasse für umsonst, selbst dann wenn man einen Rucksack oder Einkaufsbeutel dabei hat und gegen das Einpacken in Plastik protestiert. Aber insgesamt wird hier alles doppelt und dreifach in Folie und Plastik verpackt ... sicher ist sicher! Wer glaubt, das wäre schon alles, was hier an Umweltschmutz zu nennen wäre, der täuscht gewaltig. Abgelutschte Eisstäbchen werden ebenso wie Trinkbecher, Flaschen, Dosen und Verpackungen nach Benutzung, genau dort entsorgt, wo man geht und steht ... auf dem Weg, im Fluss, im Straßengraben, im Wald ... was halt gerade so da ist. Egal ob am Flussufer oder in den Städten, volle Babywindeln, Berge an Müll, Essensreste, Hundekacke und anderes undefinierbares bilden überall das Highlight in ansonsten echt schöner, unberührter Natur. Da fragt man sich doch echt ... warum tut der Mensch das? Hier ist offensichtlich noch nicht angekommen, was in Europa inzwischen hoffentlich viele Menschen wissen ... achtlos weggeworfener Müll gefährdet die Natur, verletzt oder tötet Tiere und schadet nicht zuletzt dem Menschen selbst! Aber vielleicht interessiert das hier auch einfach niemanden... aber zurück zum Schildkrötenzentrum! Denn die interessiert es nämlich doch!!! Und zwar so sehr, dass sie nicht nur Projekte mit Kindern machen, sondern auch bei jedem einzelnen Besucher (egal ob Tourist oder Einheimischer) Aufklärungsarbeit leisten! Sie erzählen darüber wie Schildkröten krank werden nachdem sie Plastik gefressen haben oder wie sie schwimmunfähig werden und ertrinken, eingewickelt in Fischernetze und Plastikschnüre. Sie erklären, dass die Schildkröten hier gesund gepflegt und dann wieder in die Freiheit entlassen werden. Selbst die, die gerade nur reglos über einer Poolnudel in 10cm tiefem Wasser hängen und noch eine Weile brauchen bis sie sich erholen. Sie schützen auch Natur und Ökosystem, indem sie nicht einheimische Schildkröten dauerhaft im Zentrum behalten, um die Ausbreitung invasiver Arten zu verhindern. Hinter 21 Jahren Karumbé-Projekt stehen neben Wissenschaftlern, Biologen und Medizinern vor allem freiwillige Helfer, die ein bisschen von all dem Schaden wiedergutzumachen versuchen, was andere Exemplare unserer Spezies angerichtet haben. Echt beeindruckend. Für das Zentrum und die kleine private Führung war kein Eintritt zu bezahlen, nur eine große gläserne Spendenbox an der Seite. Für uns eine Herzensangelegenheit, die Leute und vor allem die Schildkröten dort ein bisschen zu unterstützen!!! In der Hoffnung, dass noch viele Leben gerettet werden :)Read more

  • Day36

    Montevideo - erster Eindruck

    January 31 in Uruguay ⋅ 🌙 22 °C

    Die Busfahrt von Concordia nach Montevideo (mit Umsteigen in Salto) war überraschend unspektakulär, nur sehr schaukelig und etwa 1:20 Stunde länger als im Fahrplan angekündigt. Das einzig wirklich nennenswerte ist, dass wir zwar einen Einreisestempel für Uruguay aber keinen Ausreisestempel für Argentinien bekommen haben ... mal sehen, ob das irgendwann mal jemandem auffällt an einer Grenze. Aber für den Moment erstmal egal ... auf das Hier und Jetzt konzentrieren, was bedeutet, wir hatten im Bus mehrere Stunden Zeit die Landschaft Uruguays anzuschauen ... echt toll und beeindruckend! Viele grüne Wälder, trockene Felder, Pferde, die nicht abgemagert aussahen und glänzendes Fell hatten, vereinzelt Ziegen und Schafe, eine Art Farm, wo auf einer Weide eine Herde Alpakas stand, viele Weiden mit Rindern, große Greifvögel, die am Himmel kreisen, irgendwie idyllisch :) und macht Lust auf mehr davon!
    Montevideo dagegen macht seinem Namen als Hauptstadt auch alle Ehre. Es sieht modern aus, fast schon europäisch, nicht so chaotisch, an wichtigen Orten stehen riesige Fahnenmasten mit der Flagge Uruguays, und es sind viele Menschen unterwegs. Unsere Unterkunft ist gut :) die Gastgeberin sympathisch und hilfsbereit, und auch gegen die Gesellschaft von Ron (getigerte Katze) und Lola (lebensfroher Hund) haben wir nix einzuwenden. Ein Tipp des Hauses: Eis von El Cigale - das beste Eis, dass ihr je gegessen habt (Favorit der Mutter: Chocolate a la italiana - Schokoeis mit Schokostücken, Walnüssen und Rosinen, Favorit der Tochter: Dulce de Leche - typisch südamerikanisch, eine Art Karamell vielleicht). Ich entscheide mich für das empfohlene Chocolate a la italiana und Maracuya und bereue es nicht, es schmeckt fantastisch!
    Das Schönste ist aber trotzdem, der mit bunten Lichtern und Wimpelketten geschmückte Platz :) ich glaube, es gibt hier viel zu entdecken!!
    Read more

  • Day35

    Concordia - Thermalquellen

    January 30 in Argentina ⋅ ☁️ 23 °C

    Als wir mitbekommen haben, dass es in Concordia heiße Quellen gibt - zu denen es entsprechend gestaltete Schwimmbäder gibt - stand für uns fest, dass wir uns mal für einen Tag ein bisschen faulenzen und entspannen gönnen können. Bei 7 Euro Eintritt für den ganzen Tag pro Person kann man sich das selbst als Weltenbummler mal leisten :)
    Und es hat sich total gelohnt... bei kühlen 26° Außentemperatur und stetig bewölktem Himmel fühlen sich die Becken so um die 30° einfach himmlisch an :) aber das absolute, kuschelige Badewanne-Gefühl gab's dann in einem Becken, was 36° bis 38° warm war. Besonderes Highlight dabei ... es hatte Entspannungsliegen mit Wasserstrahl von oben - also quasi Wassermassage für den ganzen Körper. Darin haben wir mehr als eine Stunde verbracht :) es hätte auch der ganze Tag sein können. Am Ende wollte ich nochmal mutig sein und ins 44° Wärme Becken ... das fühlt sich an wie Kochtopf auf dem Herd ... es ist so heiß auf der Haut, dass man sich da nicht entspannen kann! Also nur ein paar Mal kurz in die Hocke gegangen und wieder raus da! Irgendwann wurde uns dann auch klar, dass unsere roten Körperstellen nicht vom Massagebecken und den harten Wasserstrahlen dort kommen, sondern dass wir trotz bewölktem Himmel Sonnenbrand bekommen haben! Es war ein extrem schöner Tag aber seitdem wird unsere After-Sun-Lotion immer weniger und weniger ...
    Read more

  • Day34

    Concordia - Freud und Leid ...

    January 29 in Argentina ⋅ ☀️ 31 °C

    ... liegen häufig dicht zusammen. Dichter als einem oft bewusst wird. So auch heute in Concordia. Unsere Busfahrt von Posadas nach Concordia war diesmal über Nacht - so spart man sich eine Übernachtung und hat jeweils mehr vom Tag. Je südlicher wir reisen, desto tiefer dürfen wir auch für Bus, Lebensmittel und Co in die Tasche greifen! Wir also rein in den Bus, der zur richtigen Uhrzeit auf der richtigen Plattform stand und 4min nach seiner offiziellen Abfahrt losfuhr. Es stand auch Buenos Aires - als Endhaltestelle - dran (so wurde uns das erklärt) ... nur eins war komisch ... es gab unsere Sitzreihe nicht ... bei Platz 42 war Schluss (Wir hatten 49 und 50!) und wir waren nicht die einzigen, die ihre Sitznummer vergeblich gesucht haben. Auf Nachfrage beim Busbegleiter hieß es nur, setzt euch irgendwo hin, das passt schon! ... Was soll ich sagen... es war natürlich der falsche Bus, in den wir eingestiegen sind! Das haben wir allerdings erst Stunden später bemerkt, nämlich genau dann als wir an Concordia schon einige Kilometer vorbei gefahren waren, ohne am Terminal zu halten. Der Busfahrer hat toll reagiert und hat einen Umweg von etwa 45 bis 60 Minuten auf sich genommen, um uns bis auf knapp 12km an Concordia zurück zu bringen! Dort haben die Polizisten einer Autobahnkontrollstation dann ein Taxi für uns gerufen, das uns zu unserer Unterkunft gebracht hat. Nicht optimal aber immernoch besser als ungewollt in Buenos Aires zu landen. Nach einem recht produktiven Tag mit Buchen unseres Bustickets nach Montevideo, mit viel durch die Stadt laufen, mit am Strand, an der alten Bahnstation und in einer schönen Kirche gewesen sein sowie Abendessen und Frühstück einkaufen, haben wir von unserer Gastgeberin erfahren, dass in Posadas und Umgebung heute ein Tornado gewütet hat. Die anschließende Internetrecherche von uns ergab Sturm, umgestürzte Bäume, ein abgedecktes Dach, herumfliegenden Müll und Starkregen mit überfluteten Bächen. Auch wenn ich es spannend gefunden hätte, das live zu erleben, waren wir doch heilfroh, dass wir unwissentlich rechtzeitig aus Posadas abgereist sind und gesund und munter in Concordia herumspazieren konnten. Manchmal ist alles also doch gut, so wie es kommt :) auch wenn wir das heute früh noch nicht wussten!Read more

Never miss updates of Julia Eichler with our app:

FindPenguins for iOS FindPenguins for Android