Ein Jahr Abenteuer

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Eigentlich war das Jahr 2020 ganz anders geplant... Wir wollten Südamerika bereisen. Aber wie das so bei vielen Plänen ist, meistens kommt es anders als man denkt... Und so wurde aus einem Jahr Südamerika ein Jahr voller Abenteuer :)
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  • Day219

    Viel Island - wenig Footprint

    August 1 in Iceland ⋅ ☀️ 26 °C

    Sorry, dass das mit dem neuen Footprint ein bisschen länger gedauert hat, aber in Island gibt es so viel mehr zu sehen und zu erleben als wir erwartet haben... Da war einfach keine Zeit für das Smartphone... Aber hier für euch eine kleine (nicht chronologische) Zusammenfassung der letzten 8 Tage Island :)
    - Baden im Hot Pot
    - Wasserfälle (überall!!!)
    - Schafe auf und neben der Straße
    - ein Schwan im Hochland
    - Sonne und 20°C
    - ein Torfmuseum
    - Regen
    - ziemlich starker Wind (der sogar das Auto wackeln ließ)
    - Delphine
    - Fish & Chips (aus fangfrischem Fisch)
    - niedliche und tollpatschige Papageitaucher
    - die östlichste Stadt Islands
    - der nördlichste Leuchtturm Islands
    - Arctic Henge
    - Buckelwale (beim Springen, Jagen/Fressen, Schwimmen & Tauchen)
    - Zwergwale
    - Walmuseum (mit Blauwalskekett)
    - verschiedene Kirchen und Leuchttürme
    - Wohnen in einer alten Schule
    - Alfaborg (der Sitz der Elfenkönigin)
    - Autofahren durch die Wolken
    - Wandern (bergauf und bergab)
    - Mitternachtssonne
    - fantastische Ausblicke von Berggipfeln auf die Landschaft (türkises Meer, schwarzer Strand, grüne Wissen, grau-braune Berge)
    - Canyon aus Basaltsäulen und türkisblauem Wasser
    - wunderschöner Regenbogen über einem Tal mit einem See
    - Wundern darüber wie andere das schaffen, in 10 Tagen um die Insel zu fahren (dann sieht man ja gar nichts)
    - verschiedene Vögel gesehen / aufgeschreckt
    - isländische Spezialität gegessen (aus Schafsfleisch bzw -Innereien)
    - mehr als 2000 Fotos gemacht und ein paar Videos
    - Autos mit platten Reifen und anderen Pannen gesehen
    - 2 Höhlen mit Kristallen angeschaut (eine davon direkt am Wasser)
    - über einspurige Brücken gefahren
    - Islandpferde gesehen (mit Vorfreude auf eine Reittour, die wir noch machen wollen)

    Wahrscheinlich haben wir noch viel mehr erlebt und gesehen (aber es fällt mir spontan nicht ein) und wir sind jetzt schon gespannt, was wir in den nächsten Wochen noch alles erleben werden - auf Island wartet ja gefühlt hinter jeder Ecke eine Überraschung oder zumindest etwas, was man so nicht erwartet hat :)
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  • Day209

    Miniatur-Wunderland

    July 22 in Faroe Islands ⋅ ☁️ 11 °C

    Es ist inzwischen mehr als 4 Wochen her, seit wir per Schiff den Atlantik überquert haben. Aber wir erinnern uns daran, als wäre es erst gestern gewesen.
    Die klare Luft und der minimale Seegang erlaubten uns schon Stunden vor der Ankunft die Silhouetten der Färöer Inseln am Horizont sehen zu können. Es war aufregend, die Schatten wachsen zu sehen, bis sie sich als grüne Flächen, grau-braune Berge und weiße Wolkenfetzen zu erkennen gaben. Die Einfahrt in den Hafen der färöischen Hauptstadt Thorshavn ließ dann keinen Zweifel mehr, dass wir an einem märchenhaften Ort angekommen waren. Wer einmal dass Miniatur-Wunderland außerhalb der Hamburger Speicherstadt erleben will, dem sei eine Reise zu den Färöer Inseln wärmstens empfohlen. Die kleinen, süßen, teilweise grasbewachsenen Häuser, die Schafe auf den Wiesen, spielzeugkleine Leuchttürme,... Alles machte den Eindruck in einer anderen Zeit vergessen worden zu sein - im positiven Sinn. Leider konnten wir das alles nur von der Fähre aus betrachten, denn nachdem Autos und Passagiere die Fähre verlassen bzw. betreten hatten, wurden die Segel mit Kurs auf Island gesetzt. Mitten durch die Färöer Inseln... um deren Schönheit im Sonnenlicht noch einmal ausgiebig genießen zu können, bevor sie so lautlos am Horizont verschwanden wie sie viele Stunden vorher aufgetaucht waren.Read more

  • Day208

    Atlantik - Überquerung

    July 21 in Denmark ⋅ ⛅ 15 °C

    To tell a long story short... früh aufgestanden, am Hafen gefrühstückt, kurzer Strandspaziergang, eine Stunde in der Autoschlange gewartet, Fähre nach Island geentert und jetzt fröhlich an Norwegen vorbei schwimmen :)
    Wir freuen uns wie kleine Kinder auf unsere Zeit auf der Insel aus Feuer und Eis :)
    Island - wir kommen!!!
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  • Day205

    Plan B :)

    July 18 in Denmark ⋅ ⛅ 19 °C

    Wir freuen uns, dass wir uns inzwischen auf dem Weg Richtung Plan B befinden :) nach SÜDamerika folgt jetzt der hohe Norden. Wir haben warme Sachen geshoppt, Reiseproviant eingekauft, unser neues Auto vollgepackt und sind fröhlich losgefahren... erstmal nach Dänemark. 3 Tage in Udby mit Ausflügen nach Odense und an den Strand von Fredericia gingen schnell vorbei und wir setzten unseren Weg gen Norden fort. Hier warteten Wind, Wellen und Wolken schon sehnlichst auf unsere Ankunft. In Skagen - dem nördlichsten Punkt Dänemarks und gleichzeitig Treffpunkt von Ostsee und Nordsee - erlebten wir ein ganz besonderes Schauspiel. Viele Menschen pilgerten (zu Fuß oder bequem per Traktor-Shuttle) regelrecht zur Landspitze... Für ein tolles Foto, für ein paar Minuten Füße im Wasser, für die Erkenntnis, dass der Unterschied zwischen Ostsee- und Nordseewasser gar nicht so groß ist oder um eben einfach mal da gewesen zu sein. Trotz Sonne, beeindruckenden Wolken und angenehmen Temperaturen haben diese Menschen etwas wirklich schönes verpasst. Während sich der größte Teil der Besucher an der Landspitze tummelten, schwammen ca 150 - 200 Meter weiter landeinwärts zwei neugierige Seehunde in der Nordsee und schauten immer wieder mit ihren Köpfen aus dem Wasser. Völlig unbemerkt von den meisten Anwesenden, die gar nicht wissen, was sie um wenige Meter verpasst haben. Später waren insgesamt vier der knuffigen Tierchen gleichzeitig im Wasser zu beobachten. Für mich gibt es nichts schöneres als Tiere in freier Wildbahn zu beobachten.
    Vor dem Regen am nächsten Tag versteckten wir uns im Nordsee-Ozeaneum, wo wir neben Seepferdchen, Seesternen und vielen anderen Meeresbewohnern vor allem die zwei Mondfische im Aquarium bewundert haben. Um ehrlich zu sein, Mondfische sind jetzt weder die schönsten Fische noch die elegantesten Schwimmer aber trotzdem irgendwie beeindruckend und nichts was man alle Tage sieht.
    Zum Abschluss unserer Zeit in Dänemark haben wir uns am Strand von Lonstrup und Lokken sowie am Leuchtturm Rubjerg nochmal ordentlich vom Wind durchpusten lassen. Der aufgewirbelte Sand am Leuchtturm hat einen fast glauben lassen, man bewege sich auf einem anderem Planeten... naja oder wenigstens auf dem Mond. Viel konnten wir von der schönen Aussicht an der Steilküste allerdings nicht sehen geschweige denn genießen, denn die Sandkörner in den Augen haben die Sicht schon erheblich beeinträchtigt :( wenn man sich die Brille vom Kopf pusten lässt, sieht man übrigens auch nicht so viel :D egal ob mit oder ohne Sand in den Augen!
    Abends hieß es dann wieder Tasche packen und Auto-Tetris spielen... Das Abenteuer wartet auf uns :)
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  • Day162

    Zurück!

    June 5 in Germany ⋅ ⛅ 14 °C

    Dank eines Lufthansa - Sonderfluges von Buenos Aires nach Frankfurt sind wir nun wieder zurück in Deutschland. Einerseits ein beruhigendes Gefühl, aber andererseits auch ein komisches. Aber für uns ändert sich ja erstmal nicht so viel... Nach 11 Wochen Ausgangssperre in Argentinien folgen 14 Tage Schutzquarantäne in Deutschland. Das Gesundheitsamt möchte einen Corona-Test mit uns machen, weil wir mit den Eltern meines Mannes in einem gemeinsamen Haushalt leben. Während wir darauf warten, dass jemand für den Abstrich vorbei kommt, genießen wir den Luxus in Deutschland mehr als 15 Quadratmeter Wohnfläche und einen Garten zu haben. Ich liebe das Gefühl barfuß über den Rasen zu laufen und frischen Schnittlauch aus dem Hochbeet zu naschen. Nach einer Woche warten und mit dem Gesundheitsamt telefonieren, kommt dann wirklich jemand für den Test vorbei... Ich will euch mal die Details ersparen... 2 Tage später dann der Anruf, dass wir beide negativ auf Corona getestet wurden und mit sofortiger Wirkung das Haus verlassen dürfen! Wir können es gar nicht glauben. Der erste Spaziergang - noch dazu ohne Maske - fühlt sich irgendwie "verboten" an. Zur Feier des Tages kaufen wir uns Eis und frische Erdbeeren :)
    Ab jetzt kann die Planung für das nächste Abenteuer so richtig losgehen.
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  • Day161

    Adios

    June 4 in Argentina ⋅ ⛅ 13 °C

    Nach 161 Tagen Abenteuer in Südamerika (davon 77 mit Ausgangssperre) endet hier und jetzt unsere Reise!
    Mit Tränen in den Augen und ein paar Kilo zu viel Gepäck schauen wir auf eine wahnsinnig schöne Zeit zurück, wünschen uns, dass wir hätten länger bleiben und mehr sehen dürfen und hoffen, dass wir eines Tages zurückkommen :)
    Adios Argentina ....
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  • Day133

    Buenos Aires - die Eiszeitrechnung

    May 7 in Argentina ⋅ ☀️ 16 °C

    Seit dem letzten Footprint ist schon wieder eine Woche vergangen, was bedeutet, dass inzwischen 7 Wochen Ausgangssperre vergangen sind und wir zugeben müssen, dass wir keine Ahnung haben, wie viele noch vor uns liegen. Wenn es nach uns geht, dann nicht mehr so viele ... aber es ist gut möglich, dass das die argentinische Regierung etwas anders sieht als wir. Woran das wohl liegen könnte?! Nicht nur aufgrund der politischen, sozialen und gesundheitlichen Situation muss man sich in Argentinien in nächster Zeit vermutlich ein bisschen wärmer anziehen ... im wahrsten Sinne des Wortes, denn es wird spürbar Herbst hier. Die Temperaturen fallen (sowohl tagsüber als auch nachts), der Wind frischt auf, es mischen sich Wolken und vereinzelt Regen unter den wärmenden Sonnenschein ... und so habe ich kleine Frostbeule meine flauschigen Socken, Kuschelhose und dicken Pullover rausgekramt, damit ich mir hier nicht den Hintern abfriere! Insbesondere, wenn wir uns auf den Weg zu unserem Lieblingseisladen Rapanui machen, wären verkühlte Körperteile irgendwie ungünstig - dann würde das Eis wahrscheinlich auch nur noch halb so gut schmecken. Seit Montag (6,5 Wochen nach dem Shutdown) hat der nämlich wieder geöffnet und verkauft wieder himmlisch gutes Eis (zum Beispiel Himbeer-Schoko-Baiser oder Blaubeere-Holunder-Champagner oder Vanille mit karamellisierten Pekannüssen oder Maracuja-Kiwi) sowie handgemachte Schokolade :) Der tägliche Gang zum Eisladen ist eine gute Orientierung, welchen Wochentag wir aktuell haben ... seit der Wiedereröffnung sind wir heute zum vierten Mal die Strecke gelaufen und haben uns leckeres Eis gekauft - also ist heute Donnerstag! Klappt gut, die neue Eiszeitrechnung :)Read more

  • Day126

    BA - Ausgangssperre Tag 42

    April 30 in Argentina ⋅ ☀️ 18 °C

    "Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen" hieß es früher oft, wenn wir mit der Familie unterwegs waren. Tatsächlich hat das auch gestimmt, denn es gab immer etwas zu erleben oder zu entdecken. Aber was soll man in einem Footprint erzählen, wenn man tagein tagaus auf 15 Quadratmetern verbringt? Wenn man zwar auf Reisen aber gar nicht unterwegs ist? Sechs Wochen auf dem argentinischen Abstellgleis irgendwo im Stadtteil Recoleta haben den Monat April verschluckt, ohne dass es uns wirklich aufgefallen ist. Plötzlich ist Mai. Der Blick aus dem Fenster ist bis auf anderthalb regnerische Tage immer gleich gewesen: strahlender tiefblauer Himmel mit einer hochmotivierten Sonne und einigen vereinzelten Wölkchen von Zeit zu Zeit. Irgendwie zu schön, um 24 Stunden am Tag von Mauern und Dach umgeben zu sein, aber wir haben ja keine Wahl. Egal ob Montag, Donnerstag oder Sonntag ... jeder Tag fühlt sich gleich an und verläuft mehr oder weniger nach dem gleichen Schema X ... Aufstehen, Frühstück mit dem Lesen der neuesten privaten und öffentlichen Nachrichten, ein bisschen Zeit totschlagen mit Spielen, Lesen, Nachrichten schreiben, Putzen, dann mittags eine Tütensuppe, Videotelefonate, dann wieder Zeit rumkriegen ... mit Sport, Musik hören, Spiele spielen, 2 bis 3 x pro Woche Einkaufen, am Fenster stehen, um ein bisschen Sonne zu tanken bevor sie hinter den hohen Häusern verschwindet, Abendessen kochen, 21 Uhr am Fenster der argentinischen Nationalhymne lauschen und für die Alltagshelden klatschen, ein bisschen You-Tube schauen, schlafen! Von Highlights und erzählwürdigen Erlebnissen fehlt da jede Spur! Themen, die uns beschäftigen, sind, dass unser Lieblingseisladen Rapanui ab Montag wieder Eis verkauft und ob ein Paket von meiner Mama im Laufe der nächsten Woche hier ankommt, ohne vom Zoll abgefangen zu werden oder auf dem weiten Weg von Deutschland nach Argentinien verloren zu gehen. Die Zeit hier hat aber nicht nur Nachteile (auch wenn es Phasen gibt, in denen es sich sehr danach anfühlt) ... man lernt welchen Wert vermeintliche Kleinigkeiten haben - ganz nach dem Motto "man weiß erst zu schätzen, was man hat, wenn man es nicht mehr hat!" Um das wirklich zu verstehen, möchte ich euch gern einige Beispiele geben: ein finnischer Freund von mir, schrieb gestern, er wünsche sich, dass sein Fitness-Studio wieder öffnet, weil er diese Woche nur 4x5 km (also 20km ingesamt) laufen gewesen ist und offensichtlich zweifelt, dass er sich damit ausreichend fit halten kann. Zum Vergleich ... wir gehen (zum Zwecke des Einkaufens) im Durchschnitt 1km pro Tag, das bedeutet wir sind in 3 Wochen ungefähr die Strecke gegangen, die er in einer Woche gejoggt ist. Anderes Beispiel: in Deutschland gab es Unstimmigkeiten darüber, wie denn "im wohnortnahen Umfeld" kilometertechnisch zu definieren ist und ob man sich jetzt 5km, 10km oder doch 20km von seinem Zuhause entfernen darf ... in Argentinien gibt's es einige Provinzen jetzt wieder Spazieren gehen erlaubt ist ABER ... maximal 1 Stunde am Tag, vor 20 Uhr und im Umkreis von 500m um die eigene Unterkunft! Das ist schon ein spürbarer Unterschied ... ach übrigens ... die Stadt Buenos Aires gehört nicht zu den Provinzen, wo das erlaubt ist. Letztes Beispiel für heute: an alle, die heute ihre Wäsche gewaschen oder gebügelt haben, ein Brot gebacken haben, zum Frühstück frisch getoastetes Brot gegessen haben, Blumen in ihren Garten gepflanzt oder einfach nur im Liegestuhl die Sonne genossen haben, bei Amazon bestellt haben, die von Tür zu Tür mit ihren Nachbarn geschwatzt haben, ... herzlichen Glückwunsch! Ihr habt alle etwas tolles geschafft, obwohl es euch vielleicht gar nicht außergewöhnlich vorkam. Wie wenig selbstverständlich diese Dinge sind, merkt man erst, wenn man keine Waschmaschine und kein Bügeleisen hat, keinen Toaster, keinen Backofen, keinen Balkon, keinen Garten, keinen Baumarkt ... und nein, das ist nicht schlimm, aber wir freuen uns darauf, wenn all die Dinge wieder Teil unseres Lebens sind!Read more

  • Day100

    BA - Ausgangssperre Tag 15

    April 4 in Argentina ⋅ ⛅ 19 °C

    15 lange Tage Ausgangssperre liegen hinter uns ... keiner weiß wie viele noch vor uns liegen, aber die Hoffnung lebt, dass es nicht mehr allzu viele werden! Wenn man den ganzen Tag zuhause ist, hat man viel Zeit zu hören, zu sehen und zu lesen ... und irgendwann verspürt man das dringende Bedürfnis zu einigen Dingen auch mal seine Meinung zu sagen! Mal unter uns ... da entdecke ich bei Facebook einen Kommentar, wo die Bundesregierung als Kadaver beschimpft wird und die aktuellen Maßnahmen als Freiheitsberaubung bezeichnet werden - den Rest erspare ich euch jetzt mal ...! Wir sind hier schon jedes mal irgendwo zwischen hysterischem Lachkrampf und therapiewürdigem Aggressionspotenzial, wenn jemand im Zusammenhang mit Deutschland von Lagerkoller oder Ausgangssperre redet, aber Freiheitsberaubung?! Jetzt wird's echt lächerlich... Nur mal so zum Vergleich: in Deutschland darf man in seinen Kleingarten gehen, man darf joggen, spazieren gehen, Fahrrad fahren, viele Menschen gehen noch arbeiten, ... das alles darf man mit allen im eigenen Haushalt lebenden Menschen gemeinsam tun oder mit einer anderen Person im Abstand von 1,5m! In Argentinien darf man nur zum Arzt oder zum Einkaufen, ansonsten muss man zuhause bleiben, die Polizei patrouilliert und kontrolliert gefühlt an jeder Straßenecke, wenn man keinen Grund für das Unterbrechen der Ausgangssperre vorweisen kann, besteht das Risiko verhaftet zu werden bzw. eine Geldstrafe zu zahlen. By the way ... hier wurden schon vom Jogger bis zum Reisebus mehrere tausend Menschen und knapp 1000 Fahrzeuge von der Polizei aus dem Verkehr gezogen. In die Supermärkte darf nur eine Person pro Familie, die maximale Einkaufsmenge für Milch, Seife, Klopapier und Co sind vorgegeben! Das hat allerdings den Vorteil, dass genug für alle da ist. Arbeiten geht nur, wer einen gesellschaftlich relevanten Job hat. Guckt man zu den Nachbarn sehen die Einschränkungen teilweise noch gravierender aus, in Peru wird anhand des Geschlechts vorgeschrieben, an welchem Tag man raus darf ... Montags, Mittwochs und Freitags Frauen - Dienstags, Donnerstags und Samstags Männer - Sonntags bleiben alle zuhause. In Mittelamerika gibt's Länder, in denen die Menschen genau 2 Stunden pro Woche raus dürfen für alle wichtigen Besorgungen ... wenn man es in dieser Zeit nicht zum Supermarkt und zur Apotheke schafft, hat man schlichtweg Pech gehabt und muss eine Woche auf die nächste Chance warten!
    Aber nochmal zurück zu Argentinien. Wer jetzt schon glaubt, das bisher Geschriebene sei schlimm, der liest jetzt besser nicht weiter ... Tag für Tag das gleiche Bild alte, klapprige Gestalten, die im Park versuchen Eis oder gekühlte Getränke zu verkaufen, Männer (jeden Alters), deren Körpern man die Arbeit ansieht, tragen unfassbar große Säcke mit Plastikflaschen oder ziehen wie ein Esel einen Karren durch die Straßen, auf dem sich Pappe und Plastik stapeln ... Bankkonto? Fehlanzeige! Wohnort? Armenviertel! Der tägliche Lohn für den Knochenjob? Ein paar Cent pro Kilo, um sich (und der Familie) abends etwas zu essen kaufen zu können! Und jetzt? Ausgangssperre! Keine Arbeit, kein Geld, kein Essen ... Lösung? Verhungern ... Ausgangssperre brechen ... Was würdet ihr tun? Hier hat zum Glück der argentinische Staat eingegriffen und dem Militär die Zuständigkeit übergeben, die Menschen mit Nahrung zu versorgen, um so die Einhaltung der Ausgangssperre zu sichern.
    Mit dem Wissen um all das und noch mehr, frage ich mich und euch ernsthaft... welchen Grund hat Deutschland nochmal, sich zu beschweren?
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  • Day96

    BA - Ausgangssperre Tag 12

    March 31 in Argentina ⋅ ⛅ 21 °C

    Heute sollte eigentlich der letzte Tag der Ausgangssperre in Argentinien sein. Aber wie erwartet wurde die Ausgangssperre nach paraguayischem Vorbild um 14 Tage verlängert. Für uns war heute trotzdem der letzte Tag ... in unserer Airbnb-Unterkunft. Keine Sorge, wir wurden nicht rausgeschmissen. Wir haben uns freiwillig entschieden, dass wir die Dunkelheit und die dünne verbrauchte Luft gern verlassen möchten ... und haben uns gestern voller Hoffnung durch Airbnb geforstet, um jemanden zu finden, der keine Bedenken hat, uns eine neue Unterkunft zur Verfügung zu stellen. Das war tatsächlich schwerer als gedacht und als wir uns schon fast damit abfinden wollten, hat's dann doch geklappt. Wir haben dann unsere sieben Sachen zusammen gepackt und saßen wie auf heißen Kohlen bis der Moment des Umzugs gekommen war. Um ehrlich zu sein, wir hatten schon Schiss, dass uns die Polizei auf ihren täglichen Kontrollfahrten zur Überprüfung der Einhaltung der Ausgangssperre aufgreift. Mit unseren Rucksäcken und Taschen bewegen wir uns ja nicht unbedingt unauffällig durch die menschenleeren Straße. Zum Glück war der Weg nicht lang und obwohl uns 2 Polizeiautos begegneten, wurden wir nicht angehalten. Unsere neue Wohnung liegt im 9. Stock des Hauses, ist wesentlich kleiner als die letzte aber wir sind trotzdem viel glücklicher als vorher! Wir sehen den Himmel, wir haben viel Tageslicht, wir wissen beim Blick aus dem Fenster welches Wetter gerade ist, durchs offene Fenster kommt tatsächlich frische Luft - all das hat nach 12 Tagen Abstinenz einen unschätzbaren Wert und schon nach wenigen Stunden hier merken wir wie sich die innere Uhr wieder umstellt und sich unser Wach-Schlaf-Rytmus langsam an den Tag-Nacht-Rythmus anpasst. Wir fühlen uns gleich irgendwie wohler in unserer Haut.
    Ob ich morgen wieder eine Stunde die Wolken beim Fliegen beobachte oder doch lieber die Katze und Schildkröten in der Wohnung schräg unter uns oder die dicken Tauben auf dem Strommast, habe ich noch nicht entschieden :) es ist einfach toll, so viele Möglichkeiten zu haben!
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