Vinaixa
13 dicembre 2025, Spagna ⋅ ⛅ 11 °C
Das Vinaixa-Tal ist ein Naturschutzgebiet mit einem hügeligen Relief und einigen Hügeln. Es stellt eine sehr interessante land- und forstwirtschaftliche Mischung dar, die seine Vielfalt steigert und Arten von hohem Naturwert beherbergt, wie z. B. den Habichtsadler. Die Vegetation wird von einem Mosaik aus bewaldeten Flächen von Weißkiefer, Buschwerk von Kermes-Eichen, kombiniert mit landwirtschaftlichen Flächen, wo Oliven, Mandeln, Wein und Getreide angebaut werden, dominiert.
Kleine Ort wie das gleichnamige Vinaixa vermelden fallende Einwohnerzahlen. Wobei die Zahlen bei unterschiedlichen Quellen stark variieren. Die einen sprechen von heute nur noch knapp über 400 Einwohnern, auf einer anderen Seite ist die Rede von um die 600. Von in den 70ern mal ca. 790 Residenten. Im Ort gibt es eine Bäckerei, eine Bar, eine Bankfiliale, eine Olivenöl-Kooperative und sogar einen Mini-Mini Lebensmittelladen.
Die Häuser strahlen morbiden spanischen Charme aus. Grenzsteher zwischen Verfall und Originalität. Andere wurden oder werden kaputt renoviert. Neu gemauerte Fassaden mit leeren Fensterhöhlen und wenig Substanz hinter den Fronten. Noch nicht fertig oder aufgegeben? Alte Steinmauer zielsicher stilbrüchig mit modernen Steinen aufgepeppt. Einzig die Farbe passt.
An markanten Punkt zeigen schwarz-weisse Fotografien den Ort und das damalige Leben so in den 50er Jahren. Viel hat sich nicht verändert, weder zum positiven, noch zum negativen.
Geblieben sind definitiv die Oliven, die Natur und die auffällig grosszügigen Flächen für sportliche Betätigung. Sogar eine Kletterwand gibt es und einen grosszügigen Spielplatz. Das Rathaus erinnert an die Bauten der Franko-Ära. Die Platanen auf dem Platz gegenüber waren vor vielen Jahren schon so mächtig und tragen immer noch ihr Herbstlaub. Dabei ist es hier, auf über 400 Metern Höhe, deutlich kühler als an der Küste.
Ein kurzer Spaziergang durch den Ort bringt uns zu Oliven-Kooperative. Ein kurzes Öl-Tasting verhilft dem Herrn an der Kassa zu einem Umsatz von knapp 70 Euro und wir verlassen mit gut gefülltem Rucksack den kleinen Shop. Auf dem Gelände der Kooperative kann man noch eine bemalte Wand bewundern und vorm Rathaus sind unter den mächtigen Platanen alte Olivenpressen bzw. Mahlsteine ausgestellt. Ein Trupp Rennradler flitzt mit fröhlichen „Hola“ oder „Buenas“ Rufen an uns vorbei. Ansonsten sieht man auch hier im Ort wenig Menschen. Samstag in einem kleinen Dorf in Katalonien.
Auf dem Stellplatz am Ortsrand überwiegen die spanischen Nummernschilder, dicht gefolgt von französischen. Samstag ist offensichtlich Stellplatzwechsel. Viele Fahrzeuge verlassen den Platz, neue rücken nach. Wir hängen am gratis Strom. Der verabschiedet sich mitten in der Nacht. Da muss morgens die Gasheizung ran, die Temperaturen sind brrrr. Einige Wohnmobile verlassen den Platz, wir testen Kabel und Stromanschlüsse und ziehen noch einmal um. Jetzt gibt es wieder Strom. Der Stellplatz ist Eu-gefördert, uns freut das. Im Ort und auch hier gibt es gutes Wifi - ebenfalls aus Eu-Mitteln finanziert und dementsprechend gratis.Leggi altro









