Abenteuerlicher als beabsichtigt
March 12 in Italy ⋅ ☁️ 13 °C
Hatten wir die Abfahrt von unserem Nachtlager noch für etwas brenzlig befunden, so hat sie uns doch auch durch gutes Gelingen vielleicht ein bisschen zu leichtfertig gemacht.
Statt der kleinen Straße nach rechts zu folgen, von wo wir gekommen waren, entscheiden wir uns spontan für die linke Seite, die wir noch nicht kennen.
Lange Zeit ist die Strecke sehr schmal, einspurig und bei jeder Kurve sind wir angespannt. Und dann stehen wir plötzlich nach circa 50 Kilometern vor einer Vollsperrung. Als wir schon schweißgebadet den Rückweg antreten wollten, kamen Italiener vorbei, die uns eine Umleitung über unbefestigten Untergrund zeigten. Auch das hat unser Carthago dank dem Super Driver mit einigen Dreckspuren gemeistert.
Endlich bewegen wir uns wieder auf normal ausgebauten, zweispurigen Landstraßen. Bis wir an einer Tankstelle nach einer Gasflasche fragen und bei der Ausfahrt unbeabsichtigt wieder auf eine kleine Straße geraten, die den Weg für 10 Tonner freigibt und ebenfalls nach Savona im Golf von Genua führt, wo wir heute hin wollen. Wir gucken uns kurz an: Passt! Auf wenn’s ins nächste Abenteuer. Da wussten wir noch nicht, wie sehr diese Strecke es in sich haben sollte für unser 8 m Gefährt und uns…
Landschaftlich ist die Route natürlich eine Augenweide und ein bisschen Adrenalin in jeder Serpentine ist ja auch ganz nett, aber… Die Straße ist so schmal, dass unsere Räder so gerade eben auf dem Teer Platz haben, was für Christoph vollste Konzentration bedeutet. Wir werden bis auf 650 Höhenmeter hoch geleitet und natürlich auch wieder herunter. Das alles meistens ohne Leitplanke. Schluck. Als wir in der nächsten Abwärtsserpentine zurücksetzen müssen, rutscht mir das Herz in die Hose. Lange Zeit schweigen wir uns an bei höchster Konzentration und ich kralle nur noch in die Armlehnen.
Dann die nächste Serpentine, die uns an unsere Grenze führt.
Mit 8 m hängen wir genau schief drin. Vorwärts geht es nicht weiter und rückwärts drehen die Räder durch. Aber mit dem Gegendruck meines ganzen Körpers und wirklicher Zentimeterarbeit schaffen wir es nach mehrmaligem hin und her, dass wir wieder mit allen sechs Reifen auf dem Teer in eine Fahrtrichtung stehen. Wir sind beide schweißgebadet.
Und dann im nächsten Bergdorf finden wir tatsächlich an einer Ministation Gasflaschen zum Kauf.
Ich checke die weitere Route zu der es aber sowieso keine Alternative gibt. Die Serpentinen sehen alle machbar aus und so geht’s dann also weiter bis Savona. Langsam werden die Bäume grüner, und die Luft beginnt, nach Meer zu riechen, als wir gegen 17:00 Uhr endlich die Küste erreichen.
Es kam, wie es kommen musste: der angepeilte Campingplatz hatte wegen Baumaßnahmen geschlossen. Auch das noch. Also fuhren wir weiter, bis wir nach Spotorno kamen und einen Parkplatz mit Wohnmobilen entdeckten. Egal was kommt, hier bleiben wir jetzt. Puuhh!
Als wir zu Fuß die Palmen gesäumte
Promenade entlang schlendern, entspannen wir langsam, und in einem netten Restaurant am Meer lassen wir die Abenteuer des Tages Revue passieren. Das war ein bisschen mehr, als wir an Abenteuer haben wollten, hat uns aber unsere Grenzen aufgezeigt.
Von der Lombardei, durch das Piemont bis an die ligurische Küste:
Tolle Strecke, tolle Leistung, toller Schutzengel! Danke!Read more


























Traveler
Oh my gosh - is that a two lane road???? 😳
TravelerEs hätte tatsächlich Gegenverkehr kommen können. Gott sei Dank 🙏 kam dieser erst, als wir unten waren. 😇
Traveler🤣🤣🤣