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  • Day72

    Lago di Monata

    June 14 in Italy ⋅ ☀️ 18 °C

    Nun steht sie also an, die letzte Station auf dem geliebten Stiefel. Um den Heimweg in für uns alle erträglichen Etappen zu gliedern fahren wir bis in die Lombardei quasi bis zur Lasche des Stiefels. Um aber nicht wieder Gefahr zu laufen, in italienische Strandhorden zu geraten, steuern wir statt der großen Lagos den Lago die Monata genau zwischen dem Maggiore und Como an.

    Die Nachtfahrt dorthin nimmt Alma nach ein paar unruhigeren Abenden mit alter Gelassenheit, nur der Campingplatz lässt uns zu später Stunde nicht mehr rein. So campieren wir kurzum vor der verschlossen Pforte des Platzes wie Hardcore Fans vorm Konzerthaus ihrer Lieblingsband. Zum Glück gibts morgens noch vorm Check nen astreinen Kaffee in der dem Campingplatz angeschlossenen Bar. Diese sieht wie auch die restlichen Gebäude aus, als wäre sie einem Pinterest-Boho-Account entsprungen. Passend dazu tragen die Besitzerinnen und der gesamte Staff tiefgründige Tattoos und/oder grell gefärbte Haare.

    Die Lage am Lago ist der Knaller! Umgeben von liebevoll gestalteten Dauercamperhütten, bei denen man nur noch erahnen kann, dass das mal irgendwann ein Caravan war. blicken wir direkt auf das spiegelglatte Wasser, hinter dem sich das diesige Alpenpanorama auftürmt. Dementsprechend bestehen unsere Hauptaktivitäten in SUPen und Alma die Artenvielfalt des Sees entdecken zu lassen.

    Zum Deutschlandspiel gönnen wir uns dann dem Rahmen angemessen Bier vom Fass aus der Bar und das Seepanorama, was definitiv dabei hilft, die Niederlage besser zu verkraften.

    Am nächsten Tag ist es dann soweit, wir starten in Richtung unserer ersten Grenzüberfahrt seit 2 Monaten. Alma versucht zum Abschluss nochmal, so viel Kies wie möglich in den Mund zu stecken, um sich vielleicht noch etwas Italiengeschmack zu bewahren. Wir tun das lieber, in dem wir einen finalen Großeinkauf mit den Lieblings Dingen der vergangenen Wochen einschieben.

    Liebes Italien, du warst ein großartiger Gastgeber - Wir sehen uns bestimmt bald wieder!
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  • Day70

    Tschüss Toskana

    June 12 in Italy ⋅ ⛅ 27 °C

    Unsere Abreise aus Elba nach fast 4 Wochen fühlt sich in etwa so an, wie der Abschied von einer neuen besten Sommerferien-Freundschaft. Statt tränenreichem Abschiedswinken gibts bei uns nochmal riesige Käfer zu bestaunen und die obligatorische Starthilfe am campingplatz, weil wieder mal irgendeine Lampe an war, ich irgendeinen Schalter dann doch falsch eingebaut habe oder der Mond nicht nur das Meer sondern auch den Saft unserer Batterie abfließen lässt. So kommen Ina und ich beide auf unsere Stresskosten, Alma findet wie immer alles spannend bis belustigend.

    Von diesen Zwischentönen abgesehen, verläuft unsere Rückreise aufs Festland aber sehr harmonisch, auch weil wir auf der Fähre mit diversen italienischen Familien eine schattige Kinderecke bilden, in der Komplimente für das Baby des jeweils anderen und Windeln ausgetauscht werden. Nach einem stilechten Lunch auf dem Supermarktparkplatz gehts ab nach Lucca, unserem gewählten Zwischenstopp, wegen schöner Stadtkulisse und schönen kleinen Klamottenläden. Wie eigentlich immer, laufen Inas große Shoppingambitionen ins Leere und ich finde direkt im ersten Laden zu viel. Dafür ist die Stadt angenehm leer, einzig das Treffen des italienischen Vespa-Clubs sorgt für ordentlich Sound auf den Straßen und Möglichkeiten für Alma, sich die Seele aus dem Leib zu winken.

    Weil wir aber auch merken, dass eine Innenstadt bei 30 Grad nicht ideal ist und wir uns noch nicht ganz vom Mittelmeer verabschieden wollen, fahren wir nachmittags Richtung Carrara, um den Tag am Strand ausklingen zu lassen, bevor es dann endgültig Richtung Norditalien geht. Dass an einem Sonntag im Juni und dem Beginn der italienischen Sommerferien auch andere auf die Idee kommen könnten - geschenkt! Und so quetschen wir uns auf ein freies Stückchen Sand zwischen Familien, Sonnenschirmen und herrlich arroganten italienischen Lifeguards. Ordentlich Gesonnt und gesandet verlassen wir dann abends endgültig die geliebte Toskana Richtung Norden - in der Hoffnung, dass Alma schläft und wir im Dunklen nicht ganz so der wunderbaren Umgebung nachtrauern. Spoiler: hat beides gut geklappt!
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  • Day63

    Elba - Ferrato

    June 5 in Italy ⋅ 🌙 20 °C

    In der Literatur wurde der Begriff Robinsonade für Geschichten geschaffen, in denen die Protagonisten unfreiwillig auf einer Insel festsitzen. Wenn man so will, erleben wir auf Elba unsere persönliche Almanade. Natürlich mit dem feinen Unterschied, dass es nicht ganz 28 Jahre sind wie bei Robinson Crusoe und wir alles hier sowas von gern und freiwillig tun! Aber die Insel und die bestmöglichen Umstände für Alma lassen uns auch nach gut zwei Wochen einfach nicht los. Auch wenn wir immer mal halb neidisch, halb sentimental auf die Mountainbikes und sonstigen Spielereien um uns herum blicken: jeder Tag, an dem wir Alma in Seelenruhe beim spielen, lernen und interagieren am Strand oder auf dem campingplatz beobachten und begleiten können, ist einfach pure Freude! So passt der Wortsinn unseres Reisegrundes spätestens jetzt mit der Wirklichkeit zusammen: denn es heißt schließlich ElternZEIT und nicht Elternabenteuer-und das Kind darf auch mit-Zeit!

    Und so geht es auch genauso auf unserem nächsten Stellplatz weiter, der uns von den Böblinger Mädels aus Enfola empfohlen wurde. Auf dem kleinen Aggricamping zwischen zwei traumhaften Buchten gelegen, werden wir Zeuge der italienischen Winke-Schule, durch die Alma von unseren anlässlich des Nationalfeiertags zahlreich auf die Insel geströmten italienischen Nachbarn geführt wird. Mit diesen neuen Winke-Skills läuft das fishing for compliments natürlich noch viel besser.

    Auch auf dem Wasser merkt man den Feiertag, denn die Festland-Schickeria bevölkert mit ihren Yachten die malerischen Buchten. Wie kleine Kleckse Vogelkacke sprenkeln die weißen Boote auf dem türkisen Wasser - aber scheiß drauf, Elba ist nur einmal im Jahr!

    Neben Alma-Bespaßung gilt es nun langsam, unser Bräunungslevel auf ein für die Daheimgebliebenen beneidenswertes Niveau zu hieven. Dafür werden keine Mühen gescheut und der Kinderwagen durch die Morgensonne gejoggt und nachmittags das Sonnen-SUP ausgepackt. Leider will Alma nun auch unbedingt mit Paddeln und so macht der Sonnenschirm uns einen Strich durch die Sonnenbrandrechnung. Dafür entpuppt er sich bei Böen als akkurate Segelalternative.

    Alles in allem also pure Entspannung und Begeisterung darüber, wie eine kleine Insel so große Freude bereiten kann. Wir würden es locker 28 Jahre aushalten, nur die Insekten könnten gern etwas kleiner sein, wenn’s nach Ina geht...
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  • Day54

    Elba - Enfola

    May 27 in Italy ⋅ 🌙 18 °C

    Was macht man nach einer Woche erfülltem Leben in der Strandoase? Einfach genauso weitermachen! Mit diesem Anspruch und etwas Bammel, ob die aus Laconella gewöhnten Premiumverhältnisse irgendwie zu halten sind, brechen wir Richtung Enfola auf - dachten wir zumindest. Denn erstmal ist wieder kurz Batterieapokalypse, wegen Licht sechs Tage anlassen und so. Aber natürlich können die Götter in Weiß vom laconella Campingplatz auch mit einem Starthilfebatterie dienen. Danach kann ja der Tag eigentlich nur noch erfolgreich weitergehen. Und das tut er auch, denn unser neues Domizil kann sich auch mal sowas von sehen lassen! Am Ende einer Landzunge residieren wir wieder allerfeinst und inmitten von Familien, denen 24/7 das „endlich raus aus dem Coronaloch“- Grinsen im Gesicht steht.

    Unser Durchgangs-Platz entpuppt sich schnell als echter Unterhaltungsgarant. Die Mädels von nebenan sind Alma-vernarrt ab der ersten Minute und spielen mit ihr so alle 3 Stunden mal kurz ihre gesamte Spielzeugsammlung durch. Und auch sonst läufts hier lässig.Wir kommen endlich dazu, all unsere Spielzeuge beziehungsweise in den Kofferraum gestopften Sportkrams zu nutzen. Das SUP wird ordentlich bestiegen oder im Fall von Ina auch gern als Wasser- Sonnenliege genutzt. Das Wasser schimmert von da aus gesehen noch türkisblauer und alles alltägliche scheint noch weiter entfernt.

    Alma erlebt auch etwas für sie überhaupt nicht alltägliches und bekommt ihren ersten Mini-Hauer. Statt sich davon irgendwie beeindruckt zu zeigen, knabbert sie ab sofort nur noch ambitionierter an allem ess- und nicht-essbaren, wie Steinen, Tischkanten oder Mückenspray. Da ihr Bewegungsdrang von Tag zu Tag zunimmt, beschränken sich dann auch unsere geplanten Inselerkundungstouren auf die Fortbewegung mit dem sup bis zu nächsten Bucht oder dem Fahrrad zum Supermarkt.

    So ist der Tag gespickt von unaufgeregten Dingen, die in Summe Urlaub so unglaublich aufregend machen. Muße und Elba, wir sind in Woche zwei endgültig sicher: das passt mindestens so gut wie Aperol und Prosecco!
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    Wilfried Brink

    Das hört sich soooo gut an. 👍 lG aus Heikendorf

     
  • Day45

    Elba - Lacona

    May 18 in Italy ⋅ ⛅ 18 °C

    Mit neuer Frisur - Alma Style - und neuem Elan machen wir uns auf den Weg nach Piombino, um von dort die Fähre ins Campingglück zu nehmen. Da ich mich seit drei Wochen durch Tolstois Krieg und Frieden kämpfe, muss ich bei Elba zwangsläufig an Napoelon denken, auf der Überfahrt treffen wir allerdings nur Batman. Dass die Fahrtzeit eine statt neun Stunden beträgt, macht Ina erst so richtig bewusst, dass Elba mindestens neunmal besser für sie ist als Sardinien... und wer braucht überhaupt Sardinien? Das fragen wir uns spätestens bei Ankunft in der Bucht unserer Wahl, Lacona.

    Wir schlagen unsere Zelte auf einem Campingplatz auf, der keine Wünsche übrig lässt: Stellplatz direkt an den Klippen mit Blick über die Bucht, zwei Strände in 5 Minuten Entfernung, Miele und Villeroy & Boch in den Sanitäranlagen- fertig ist der deutsche feuchte Spießertraum! Für uns genau das richtige nach dem mentalen Tiefdruckgebiet zuletzt. Alma freut sich genauso über so viele Erkundungs- und Entfaltungsmöglichkeiten und über die Ameisen neben unserem Auto.

    Zwar jagt uns die Ankündigung, dass ab dem Pfingstwochenende die Barzis und Schwaben einfallen werden, kurz Gänsehaut auf die Unterarme, aber wir bleiben ja eh nur bis Montag. Und so verbringen wir traumhafte Tage voller Rumhängen zwischen Strand, Strandbar und Stellplatz - so hatten wir uns das vorgestellt!
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    Ute Völker

    traumhafte Bilder, genießt die Zeit😘

     
  • Day44

    Zwischen den Meeren

    May 17 in Italy ⋅ ⛅ 23 °C

    Der Hoffnungsschimmer von unserem Traumziel Sardinien flackert immer wieder auf, geöffnet ja nein vielleicht? Am Ende überwiegen die Zweifel, aber unser Blick bleibt Richtung Westen gerichtet.

    Die Reise auf die andere Seite der italienischen Mittelmeerküste ist geprägt von, klar, Strecke machen und meiner persönlichen Reise-Kartharsis. Der jederzeit nach dem Optimalen Weg inklusive möglichst vieler Highlights suchende stößt nämlich hier endgültig an seine Grenzen bzw. Bekommt dieses doch recht deutlich aufgezeigt. Eigentlich sollen auf den rund 350 km die Stadtperle Ascoli Peceno, die Hochebene Castelluccio und im Idealfall noch die wüstenartige crete sinesi mitgenommen werden - Alma, Ina und Petrus holen unsere oder besser gesagt meine Pläne dann in die Realität zurück, denn beim ersten Stop wird klar: Aus dem ausgiebigen Erkunden wird nichts! Immerhin reicht die Zeit zwischen Regengüssen und langsam von der Reise genervtem Kind bei Laune halten noch für einen schönen Gang durch Ascoli peceno und testen der lokalen Spezialität, den frittierten Olive Ascolano. Am Tag unserer Abfahrt wird beim aufwachen noch klar, dass wir tatsächlich auf einem Schul!Parkplatz campiert haben, auch mal was anderes.

    Weil der Wind schon so tut, als wären wir bereits am Meer, entscheiden wir uns kurzum einfach soweit zu kommen wie Alma Bock hat. Glücklicherweise ist allein der Blick durch die Windschutzscheibe so schön, dass man auf einer Autobahn das Gefühl hat, in einem sightseeing Bus zu sitzen.

    So landen wir am Ende des Transits auf einem Stellplatz der genau das bietet, was wir brauchen: Duschen und ne Wiese, damit Alma mal wieder richtig einen abrobben kann! Und da sitzen wir. Auf einem Parkplatz zwischen Autobahn und Bahnschiene, glückselig und zufrieden. Auch das ist eben reisen!

    Das kann ja nur gutes heißen für unsere nächste Reise in der Reise und die heißt Elba.
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  • Day39

    Punta Aderci

    May 12 in Italy ⋅ ☀️ 20 °C

    Die subjektive Empfindung von Zeit ist auf Reisen manchmal tückisch. Man lebt so sehr im hier und jetzt, dass es bisweilen schwerfällt, Zeiträume richtig ein- aber vor allem wertzuschätzen. Das wird uns auf dem Weg zurück an die Adria bewusst, denn wir verspüren wahnsinnige Lust, sich an einem Ort mal länger treiben zu lassen anstatt vom Anreiz des immer neuen getrieben zu werden. Und so landen wir nach kurzer Recherche im Naturreservat Punta Aderci. Kaum zu glauben, dass in direkter Nachbarschaft vom Sommerferien-Hotspot Vasto so ein naturbelassenes Idyll überleben konnte! In unserem Fall mal wieder eh alles etwas anders, denn selbst fernab der einsamen Kiesstrände, die sich nur ein kleinen Spaziergang entfernt unseres Stellplatzes aus dem türkisblauen Meer ausbreiten, läuft die Vorbereitung auf die hoffentlich bald kommenden italienischen und europäischen Sonnenanbeter gerade erst an, sprich: alles mal wieder nur für uns!

    Unser angesprochener Platz zwischen Weinreben und Ozean ist nach kurzer Eingewöhnungsphase genau der richtige, um einfach mal ein paar Tage gepflegt zu gammeln. Was in unserem Fall bedeutet, dass wir den Tag durch das Reservat joggend beginnen um dann so in den Tag reinzuleben - eben soweit uns Duracellhäschen möglich. Nur mit dem steinigen Strand und den ab und zu kreuzenden Wildschweinen kann sich Ina einfach nicht anfreunden, so dass wir zwischen goldgelbem Sandstrand in Vasto und grüner Wiese vor unserem Camper wechseln, geht schlimmer! Hauptsache Alma kriegt einigermaßen Schatten, was mit unserem Drang nach endlich Farbe bekommen des Öfteren mal zu Zielkonflikten führt. Aber wie immer, gewinnt am Ende Alma.

    Himmelfahrt bringt mir dann als endlich offiziell Feierzertifizierten Jungvater ein wunderbares Mittagsdiner an einem Fischimbiss der Visto-Arbeiterklasse samt standesgemäßen 0,66 Liter Peroni-Humpen. Dolce Vita mal anders, aber Hauptsache schön und das ist dieser Ort mit seinen traditionellen Fischerhütten auf Stelzen und der rauen Natur allemal!
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  • Day35

    Abruzzen

    May 8 in Italy ⋅ ⛅ 9 °C

    Wir verlassen Rom mit dem dringlichen Rat unserer Gastgeber, auf jeden Fall den Nationalpark Del Gran Sasso in den Abruzzen mitzunehmen! Kommt uns grundsätzlich Planlosen durchaus entgegen und deshalb: gesagt, getan. wir merken schnell, dass das ne ziemliche gute Idee war!

    Da wir aber doch nicht soo viel Bock auf die nächtlichen Minusgrade auf 2000 Meter haben, steuern wir L‘Aquila an, die mittelalterlichen Residenzstadt, die 2009 größtenteils vom Erdbeben dem Erdboden gleich gemacht wurde. Gut, dass es Decathlon erst nach 2009 gab und wir uns zum Start unserer Sucht widmen können. Aber wir kaufen einfach auch wieder sehr sinnvolle Dinge!

    Nach kurzer Diskussion, wie malerisch der nächtliche Spot jetzt noch sein muss, überzeugt Ina mit dem „praktisch gelegen und ohne Serpentinenstraßen zu erreichen“ Plädoyer. Was wir dann die zwei darauffolgenden Nächte genießen, ist ein städtischer Stellplatz, der nicht nur eben diese Merkmale erfüllt, sondern auch noch malerisch ist. läuft! Ein überragendes Detail ist die genau vor unseren Füßen beginnende Straße, die einer einzigen große Fußgängerzone durch die Innenstadt den Weg ebnet. Links und rechts wechseln sich einsturzgefährdete mit komplett restauriert bzw. ziemlich perfekt neu alt aufgebauten Fassaden ab. Umgeben von schneebedeckten Gipfeln genießen wir so etwas wie 2019er Freitagabendstimmung in milder Frühlingsluft inklusive des Auslebens ausgiebigsten People Watching, denn in Italien bedeutet so ein Abend: es wird sich aufgetakelt!

    Aber wir sind ja nicht für Stadtleben sondern Naturerlebnis hier. Also wird das angrenzende Hochgebirge fleißig bewandert, immer durch Almas Glucksen begleitet, wenn sie in der Trage von uns ordentlich durchgeschüttelt wird. Die Wahnsinnsnatur der Abruzzen haut uns echt um, auch weil wir beide so gar keine Ahnung von diesem Mittelstreifen durch Italien hatten. Einzig die Möchtegern-Valentino Rossis, die ihre grell lackierten zweirädrigen Penisverlängerungen um die Kurven jagen als wären sie auf der Flucht, stören teilweise die Idylle. Alma hingegen feiert es wenn die dröhnenden Maschinen an uns vorbeisausen.

    Es wird eh immer klarer, dass wir im besten Land für unsere kleine Lady gelandet sind. Wenn Babys bereits so etwas wie Beliebtheit registrieren können, tun ihr die Italiener und Italienerinnen in jeder erdenklichen Situation den Gefallen. vielleicht ein Hinweis darauf, dass Alma Potential für das Cover Girl der Kinderschokoladenverpackung hat. Passend dazu ist ja dann auch noch Muttertag und so wird Ina für ihre Arbeit an unserem gemeinsamen Bauwerk mit prächtigen fünf Gängen belohnt, die unsere Gastgeberinnen für uns zaubern. Ich darf auch mitessen.

    Das wunderschöne Land, eingerahmt von Adria
    und Dreitausendern, entfacht auch Almas Faszination für Trecker, zumal die hier auf den steilen Feldern auch noch Ketten statt Rädern haben, wow! Getoppt wird das nur von unserer Campingdusche, die wir angesichts der steigenden Temperaturen auch endlich benutzen können. Es wird eben endlich so richtig Mai, schön immer noch hier zu sein!
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  • Day31

    Roma

    May 4 in Italy ⋅ ⛅ 12 °C

    Es gab ein paar wenige Abmachungen zwischen uns im Vorfeld der Reise:
    1. wir geben unserem Bus KEINEN Namen
    2. Alma schläft in nem separaten Bett
    3. wir besuchen Rom, falls wir tollkühnen Viecher es tatsächlich nach Italien schaffen sollten.
    Gut, dass mit dem Bett dann vielleicht im nächsten Urlaub. Um aber in puncto umgesetzte Abmachungen die gute alte Zweidrittelmehrheit zu erreichen, und selbstverständlich aus Lust an der Sache machen wir uns auf den Weg Richtung Capitale. Bereits vor Abreise war klar: wir haben keinen Bock auf Parken irgendwo in der städtischen Peripherie oder noch schlimmer mittendrin - außer natürlich man baut sich einfach eine Mauer um seine kleine Wohlfühloase, aber dazu später mehr.

    Wir entscheiden uns also kurzerhand für die Hügel vor den Toren Roms als homebase, die, wie wir später erfahren, schon den alten Römern gute Böden für Getreide und Viehhaltung lieferten. Wir merken das vor allem am dauerhaft kitzelnden Nase vom Pollenflug der Roggenfelder und den ca. 43 abruzzischen Schäferhunden, die auf der Straße zum Stellplatz vor diversen Bauernhöfen rumtölen. Und vielleicht aus Ehrfurcht vor der Geschichtsträchtigkeit erinnert auch der Belag dieser Straße stark an römische Zeiten.

    Umgeben von Eukalyptusbäumen und dem zarten Surren der über uns schwebenden Hochspannungsleitung fühlen wir uns sofort wohl, nicht zuletzt wegen der reizenden Gastgeber. Emanuel ist ehemaliger Basketball-Profi, der mit 25 den Court gegen die Wiese getauscht hat und nun auf den Spuren seines Großvaters unglaublich leckeren Honig und Schokolade produziert. Seine Frau Cecil ist hochschwanger -ein uns scheinbar verfolgendes Phänomen - und dann ist da noch die zuckersüße Emma, die tagtäglich um uns herumspringt und Alma mit ihren Lieblingsobjekten, mal mehr mal weniger ausgetrockneten Schneckenhäusern, beschenkt.

    Wir bleiben insgesamt vier Nächte, a), weil es schlichtweg ein wahnsinnig entspannter Ort ist und b), weil wir es einfach können. Bleibt nur für unsere Reisezukunft zu hoffen, dass wir jemals wieder in einen „wie kriegen wir möglichst viel Urlaubsgefühl in 2 Wochen gepresst“ -Modus zurückfinden. Denn die Situation, gewissermaßen losgelöst von Raum und vor allem Zeit reisen zu können, hat absolutes Suchtpotential!

    Ein absolute Gelassenheit ausstrahlender Ort ist auch der beste Kurort, um die Intensität eines Rombesuchs gut zu verarbeiten. Wir fahren seit langem mal wieder mit dem Zug, was vor allem für mich ziemlich lässig ist, weil Renault Master und die römische Parkplatzsituation nicht in einem Satz genannt werden sollten. Dazu kosten die Tickets für die einstündige Fahrt soviel wie ein halber Aperol Spritz. Leider kommen wir nicht in den Genuss ebendieses Kaltgetränks, weil die Chance, monumentale Weltgeschichte ohne abschreckende Touristenhorden besichtigen zu können, einfach zu groß ist. Wir schlendern durchs Colosseum und das Forum Romana und es fühlt sich mal wieder an als liefen wir durch eine Kulisse während der Drehpause . Man wartet nur auf den Moment, dass gleich wieder alle Statisten vom Mittagessen zurückkehren, um das Szenenbild wieder zu beleben. Gleiches gilt jenseits der bereits genannten Mauern des Vatikans. Ein absolutes Sinnbild, dass sich ein Virus eben von keiner noch so hohen Mauer oder vermeintlich heiligen Institution aufhalten lässt - egal, wie Immun sich diese gegenüber sonstiger weltlicher Probleme fühlt. Und so liegt auch das heilige Zentrum der katholischen Kirche fast ein bisschen verwaist da vor uns, was gleichzeitig die Wirkung der schier überwältigende Größe noch verstärkt.

    All das ist am Ende des Tages echt anstrengend und gerade Alma lässt das am Abend kurzzeitig freidrehen, wo unser zitierter Kurort und ein entspannter Tag dazwischen Abhilfe schaffen.

    So brechen wir vollgepackt mit Schokolade, Käse und eindrucksvollen Bildern im Kopf auf, um uns erstmal wieder ein paar Naturhighlights zu gönnen, die nur 2 Stunden östlich auf uns warten. Wer hat eigentlich gesagt, man bräuchte mehr als ein Reiseland für zweieinhalb Monate? Italien ist einfach überragend, basta!
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  • Day29

    Toskana II

    May 2 in Italy ⋅ 🌧 13 °C

    Was gehört zur Toskana neben Lavendel, Marmor und Zypressen? Richtig, stundenlanges Kurvenfahren. Nach der 13. Haarnadelkurve frage ich mich, ob man nicht rein rechnerisch irgendwann im Kreis fahren MUSS, aber dann sind wir auf einmal doch angekommen am kleinen Weingut von Maurizio und seiner Frau ,deren Namen ich vergessen habe, die aber im 8. Monat schwanger ist und trotzdem aussieht, als hätte sie gerade einen Marathon absolviert beziehungsweise 20 Olivenbäume per Hand gestutzt. Landleben halt! Wir freuen uns vor allem über die schöne, wenn auch durch tiefhängende Wolken getrübte Hanglage und die heißen Duschen ganz für uns allein! Als dann auch noch die neue Planenkonstruktion verhindert, dass Regenwasser auf meinen Kopf läuft, läufts endgültig bei uns.

    Der Aufenthalt besteht vor allem aus wandern und über die selbst im Grau des Himmels wunderschöne Landschaft freuen. Alma freut sich vor allem über ihr Stück Gurke am Morgen, das sie fein säuberlich zerkleinert und in unsere Matratze einarbeitet. Und über die Errungenschaft, sich aus eigener Kraft über das Bett zu robben, um unser Essen oder sonstige Gegenstände genauestens unter Lupe zu nehmen und im Zweifel die Übergabe einzufordern. Bittersweet die Momente, wenn einem Menschen ein Stück Freiheit geschenkt und gleichzeitig anderen genommen wird - in unserem Fall bedeutet das nämlich leider kein entspanntes Frühstück mehr. Aber grundsätzlich zeigt uns die Schlechtwetterlage, wie wunderbar wir es uns zu dritt gemütlich machen können im Bus. Wir hocken auf 5 qm aufeinander und spüren nichts als Glückseligkeit!

    Anders verläuft die Sache an sogenannten Kacktagen. Die treten ab und an auf, völlig unbeeindruckt von dem Ort, an dem - oder der Grundstimmung in der - man sich gerade befindet! Genau dieser Kacktag sucht uns heim am neuen Platz unserer Wahl, der Halbinsel Monte Argentario. Alles läuft am Anfang wie am Schnürchen: wir sind völlig geflasht vom türkisblauen Wasser und den daraus steil aufsteigende grünen Hügeln. Noch geflashter sind wir dann von unserem ersten Stellplatz direkt an einer spektakulären Klippe zwischen den Villen der reichen und schönen Römer. Auch am nächsten Tag liest sich der Plan nach dem aufstehen doch eigentlich relativ easy: Wanderung am schönen Hang, danach etwas durch Orbetello oder wie Ina sagen würde „Ortebello“ schlendern und die Zeit überbrücken, die die Industriewaschmaschine für unseren ersten großen Wäscheberg für sich beansprucht. Zwei vergebliche Versuche, die Wäsche im Trockner trocken zu kriegen, ein durch Inas Rettungstat noch halbwegs abgefangener Sturz von Alma vom Bett und der vergebliche Versuch eine offiziellen Stellplatz zu finden später, liegen die Nerven blank und das „kein Bock mehr auf die ganze scheiße, am liebsten einfach abbrechen“ - Gefühl schwebt über uns wie eine einzelne Regenwolke... Kacktag eben.

    Aber wie schon die Alten und Weisen immer zu sagen pflegen: ne Nacht drüber schlafen hilft!
    Und so geht der hiesige Stopover doch noch mit dem Gefühl zu Ende, weswegen wir eigentlich hergekommen sind: Sonne, Strand und Gedankenverloren aufs Meer starren. Denn die Schönwetter-Front ist da und mit ihm auch die italienischen Wochenendtouristen. Selten haben wir uns so über andere Wohnmobile und Menschen um uns herum gefreut, denn das bringt summa summarum einfach das Gefühl von Urlaub. Und dafür sind wir schließlich doch auch irgendwie unterwegs und grüßen Aperol Spritzig aus dem Sonnenuntergang!
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    Ich wünsch Euch noch ganz viele tolle Erlebnisse.Drück Alma ganz doll von mir. [Sabine]

    5/3/21Reply
    Rainer Buschtöns

    Kacktage muss es auch geben 😜 wenn man dann aber Alma mit Sonnenbrille und FFP2-Schnuller sieht, ist doch alles wieder gut 🥰 Küsschen von Opa 😘

    5/3/21Reply
     

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