• Killing Fields und S-21 Gefängnis

    2. februar 2025, Cambodja ⋅ ⛅ 33 °C

    Der Besuch bei den Killing Fields und dem S-21 Gefängnis (Tuol Sleng Genozid-Museum) machte mich sehr nachdenklich. Wie grausam Menschen sein können, erstaunt mich immer wieder.

    Beide Institutionen wurden während des Regimes der Roten Khmer (Khmer Rouge, 1975–1979) errichtet. Das S-21 Gefängnis, früher eine Schule, wurde zu einem der berüchtigtsten Folterzentren des Regimes umfunktioniert. Schätzungen zufolge wurden dort etwa 14.000 bis 20.000 Gefangene festgehalten, von denen nur eine Handvoll überlebte. Die Menschen wurden auf brutalste Weise gefoltert, bis sie "gestanden" – oft für erfundene Verbrechen – und schließlich auf den Killing Fields von Choeung Ek qualvoll getötet wurden.

    Insgesamt fielen der Schreckensherrschaft von Pol Pot fast 1,7 bis 2 Millionen Menschen zum Opfer – das waren fast ein Drittel der kambodschanischen Bevölkerung. Viele starben nicht nur durch Hinrichtungen, sondern auch durch Zwangsarbeit, Unterernährung und Krankheiten, da die Roten Khmer ein radikales Agrarsystem durchsetzten, das Millionen Menschen auf die Felder zwang und Nahrung rationierte.

    Besonders grausam war, dass das Regime ganze Familien, Frauen, Kinder und sogar Neugeborene auslöschte, um "Feinde des Staates" restlos zu vernichten. Ein erschütterndes Symbol dieser Grausamkeit ist der sogenannte "Killing Tree" auf den Killing Fields, an dem Säuglinge und Kleinkinder brutal getötet wurden.

    Umso erstaunlicher finde ich es, wie nett, zuvorkommend und fröhlich die Kambodschaner heute sind – trotz dieses unvorstellbaren Leids in ihrer jüngeren Geschichte.
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