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  • Day97

    Home sweet home

    April 3, 2020 in Germany ⋅ ⛅ 4 °C

    Da waren wir nun, wieder zu Hause.

    Der Flug nach Frankfurt war überraschend angenehm und wir konnten gut schlafen.
    Zwar bekamen erstmal alle Fluggäste einen neuen Mundschutz, den man auch die ganze Zeit tragen tragen musste, aber das waren wir ja gewohnt.
    Es hat auch niemand gehustet 🙈
    Eine wirkliche Versorgung gab es nicht, sondern nur kleine Lunchpakete, aber das reichte vollkommen- und man wurde weniger häufig geweckt 👌🏽
    War wohl nicht im Auswärtigen- Amt- Wohlfühlpaket enthalten 😅
    Übrigens nur zur Info :
    Diese Flüge der Regierung sind absolut nicht kostenlos, wie manchmal behauptet wird.
    Man zahlt aber nicht vorher, sondern bekommt im Anschluss eine Rechnung.
    In unserem Fall wohl zwischen 800-1000€ pro Person...

    Angekommen in Deutschland konnten wir uns an dem ausgebrochen Jubel vieler Fluggäste nicht wirklich beteiligen...
    Denn gern hätten wir unsere Reise unter anderen Umständen natürlich fortgesetzt.

    Bisher erlebten wir strenge persönliche Distanz und Mundschutz.
    Hier:
    Niemand, nicht einmal die Polizisten trugen Mundschutz und auf den Abstand zwischen den Einzelnen wurde auch nicht geachtet- wir waren noch voll im 1,5m Modus 😅
    Temperaturkontrolle? Nö.
    Warum eigentlich nicht? 🧐
    Viele Reisende wurden mit Schildern und Blumen begrüßt und es wurde sich herzlich umarmt.
    Undenkbar bisher 😷

    Naja, uns wurde im Flugzeug ein Zettel in die Hand gedrückt, dass wir bitte freiwillig die nächsten 14 Tage isoliert zu Hause bleiben sollen.
    Können wir einrichten 😅

    Im Zug bekamen wir schon mal einen Eindruck vom runtergefahrenen Leben in der Corona- Krise.
    Der Zug war schon um einige Waggons verkürzt und äußerst spärlich besetzt.
    Der Leipziger Hauptbahnhof war verwaist und wir gingen auf Nahrungsuche.

    Nach insgesamt 36h kamen wir dann in Samus WG an und gönnten uns als Schlaftrunk erst einmal einen Glühwein.
    Dank gut gepacktem Versorgungspaket müssen wir auch erstmal nicht verhungern 😅

    RiRoeReisen verabschiedet sich erst einmal bis auf weiteres und freut sich, Sie auch bei der nächsten Reise auf FindPenguin begrüßen zu dürfen! 💃🏼🕺🏼
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day96

    Länderpunkt!

    April 2, 2020 in Chile ⋅ ☀️ 32 °C

    Das lassen wir uns nicht nehmen 😜
    Unsere Regel ist ja immer:
    Man hat ein Land erst besucht wenn man dort ein Bier getrunken hat.
    Also haben wir uns die Zeit genommen und eins getrunken.
    Wirklich nur eins, denn mehr Dollar hatten wir nicht 😅

    Vom Flugzeugfenster aus bekamen wir einen kleinen Eindruck über die Schönheit dieses Landes und wir werden definitiv wieder kommen!
    Denn das Bier war schon mal vielversprechend 😛
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  • Day96

    Hasta luego Peru

    April 2, 2020 in Peru ⋅ ⛅ 7 °C

    Wir wussten, dass es am 1. und 2. April jeweils zwei Flüge von Cusco nach Santiago de Chile und von dort dann nach Frankfurt geben wird.
    Warum Chile?
    Tja, irgendwas scheint in den politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Peru gewaltig schief zu laufen.
    Seit nun zwei Wochen Ausgangssperre gelang es dem Auswärtigen Amt nur bedingt, die versprochenen Rückholflüge zu organisieren.
    Festgelegte Termine wurden kurzfristig abgesagt und die Enttäuschung war verständlicherweise bei vielen Reisenden groß.
    Besonders Lima war dafür ein Paradebeispiel. Man könnte ja eigentlich annehmen, dass im größten Flughafen des Landes so ein paar Flugzeuge am Tag in alle möglichen Richtungen ausströmen können.
    Können sie auch, nur nicht nach Deutschland...
    Nachdem Tag für Tag Maschinen das Land zb in Richtung USA oder Israel verließen, wurde Deutschland oftmals gar keine Fluggenehmigung erteilt, oder diese eben kurzfristig gestrichen.
    Viele Reisende, die sich noch schnell nach Lima gerettet hatten, weil sie dort die Rückkehrmöglichkeiten verständlicherweise am höchsten sahen, sitzen dort noch immer fest...
    In diversen Facebook- Gruppen kann man einen guten Eindruck über die dort herrschende Stimmung erhalten.

    Nun zu uns:
    Wir wussten, dass wir per Mail informiert werden, wenn wir an einem der beiden Flüge Anfang April teilnehmen dürfen.
    Der 1.4. verstrich, nicht ohne dass wir permanent auf unser Handy starrten.
    Wir hatten mit einer Nachricht bis 20 Uhr gerechnet - vergeblich.
    Aber auch nicht schlimm, denn dann gibt es bestimmt einen anderen Flug.
    Wir schmiedeten sogar schon Pläne für die nächsten Tage.
    Rummms, 21 Uhr : Christoph bekam eine Mail, dass er am nächsten Tag fliegen kann, Treffpunkt 6 Uhr in Cusco.
    Da fehlte natürlich noch eine 🙈
    Bei der angegebenen Nummer angerufen, aber man konnte uns nicht unbedingt weiterhelfen, denn die offiziellen Teilnehmerlisten wurden erst am nächsten Morgen veröffentlicht.
    Ich solle aber mitkommen, denn wir hatten uns beide auf der Rückholliste eingetragen und uns gegenseitig als Begleitperson angegeben.
    Nächstes Problem:
    Wie zum Geier kommen wir nach Cusco?
    Remember: Ausgangssperre bis 5 Uhr, Fahrt nach Cusco mindestens 1,5h.
    Die Dame am Telefon wusste auch wo wir stecken, aber der Zeitpunkt des Treffens war nun mal festgelegt und es wurde explizit darauf hingewiesen, dass man sich selber um einen Transport kümmern soll.
    Wir fragten Landy, ob es realistisch sei, dass wir es pünktlich nach Cusco schaffen.
    Sie telefonierte ein wenig herum und arrangierte uns einen Fahrer mit Genehmigung für den nächsten Tag 5 Uhr.
    Damit war unser Schicksal beschlossen, wir werden heim fahren.
    Innerhalb von 1h war besiegelt, dass wir unsere langersehnte Reise nun endgültig beenden werden...

    Wir verabschiedeten uns von Michael, unserem Ami, der auch noch mit sich rang, ob er nun heim kehren solle... (er hat sich übrigens nun fürs Bleiben entschieden)

    Im Zimmer angekommen kurze Ausnahmesituation.
    Tun wir das Richtige?
    Werden die Einschränkungen nicht vielleicht doch bald gelockert?
    Sollen wir nicht doch lieber hier bleiben und abwarten?

    Der berühmte Konflikt zwischen Herz und Verstand...
    Unsere Entscheidung war gefallen.
    Die Zeit ist einfach zu ungewiss, am nächsten Tag kann alles anders sein und es ist weder an Weiterreise noch an Heimkehr zu denken, weil der Flugverkehr nicht wieder aufgenommen wird.
    Wir packten voller Missmut unsere Rucksäcke und hätten das lieber gemacht, weil wir weiter reisen und nicht das letzte Mal.

    An Schlaf war nicht wirklich zu denken und so klingelte der Wecker schneller als uns lieb war.
    Wir verabschiedeten uns von Landy und ihrem Freund Vlady und starteten mit dem Fahrer in die Nacht.
    Nach wenigen Metern die erste Polizeikontrolle.
    Wir hatten einen von der Regierung ausgestellten Passierschein und waren uns eigentlich sicher, dass diese Maßnahme zwar ein wenig Zeit in Anspruch nehmen würde, uns aber nicht aufhält.
    Wir sollten eines besseren belehrt werden...
    Schnell zeigte sich, dass der Fahrer zwar eine Genehmigung hatte, zwischen Urubamba und Cusco zu verkehren, aber das nicht unbedingt mit uns 🙈
    So richtig haben wir nicht herausgefunden, wo nun genau das Problem lag, aber es bedurfte einige Überredungskünste, dass wir weiter fahren durften.
    Erleichterung.
    Aber das war ja noch nicht die letzte Kontrolle, zwei folgten und diese zogen sich noch mehr in die Länge.
    Aber wie auch immer durften wir jedes Mal passieren.
    Uns war zwar schnell klar, dass wir niemals um 6 Uhr am Treffpunkt ankommen würden, aber uns war auch bewusst, dass die Registrierung von über 300 Deutschen nicht in einer halben Stunde getan sein würde.
    So kamen wir eine halbe Stunde zu spät an und stellten uns an die immer noch sehr lange Schlange an.
    Unter den meist Jüngeren und Menschen im normalen Alter herrschte übrigens gemischte Stimmung. Viele reisten aus dem normalen Urlaub zurück, sie waren glücklich, nun endlich nach Hause zu kommen, zumal viele auch die letzten Wochen ausschließlich im Hostel verbracht hatten.
    Doch natürlich gab es auch weitere Leidensgenossen, die schweren Herzens ihre Weltreise abbrechen mussten.
    Das gab uns ein wenig Hoffnung, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
    Wir erfuhren von einem Gespräch hoher Politiker und der Polizei, die die Grenzschließungen und die Aufhebung internationaler Flüge wohl noch mindestens drei bis sechs Monate, wenn nicht sogar bis Anfang des Jahres verlängern wollen.
    Nehmen wir das einfach mal so hin.
    Was aber mittlerweile Fakt ist :
    Ab 6.4. dürfen Männer nur noch Montag, Mittwoch und Freitag raus, die Frauen an den restlichen Tagen und sonntags herrscht komplettes Ausgangsverbot...
    Klingt jetzt wirklich nicht so einladend...

    Kurzer Schockmoment als wir an der Reihe waren:
    Stehen wir beide auf der Liste?
    Ja!
    Danke Merkel 😆

    In Bussen wurden wir dann alle zum Flughafen gefahren, dort wurde beim Eintreten Temperatur gemessen und wir stellten uns in verschiedenen Schlangen erstmal vor dem Gebäude an.
    Nach und nach kam man dann den Schaltern näher und wir hielten unsere Tickets als Symbol der beendeten Reise in den Händen...
    Makabererweise wären wir übrigens genau heute sowieso nach Santiago de Chile geflogen und von dort in zwei Tagen nach Vietnam (haben für diesen annullierten Flug übrigens Voucher bekommen, machen wir also hoffentlich nächstes Jahr 😉)

    Da in Cusco nur kleinere Flugzeuge starten können, wurden alle Deutschen erstmal in zwei Flugzeuge aufgeteilt.
    Diese mussten mitten in der Wüste, in Iqique, auch erst einmal landen um aufzutanken, denn anscheinend ist die Strecke nach Santiago zu lang 😅
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  • Day92

    Quarantäne- Zwischenbilanz

    March 29, 2020 in Peru ⋅ 🌧 14 °C

    So schnell kann es gehen...
    Das Coronavirus ist in Südamerika angekommen und die Zahl der Erkrankten stieg kontinuierlich.
    Nachdem wir am Abend des 15.3. zufällig die Rede des peruanischen Präsidenten im TV gesehen hatten, packten wir am nächsten Tag unsere Sachen.
    Denn an diesem Montag war quasi ein Toleranz- Tag und ab dem 17.3. sollte in ganz Peru das Leben für 14 Tage still stehen.
    Grenzschließung, Flugverbot, keine öffentlichen Verkehrsmittel, geschlossene Schulen Universitäten, Restaurants und Museen und auch viele Unterkünfte setzen ihre Gäste vor die Tür oder bleiben zwar geöffnet, nehmen aber niemanden mehr auf.
    Einzig die Märkte, Apotheken und Lebensmittelgeschäft dürfen seitdem öffnen.
    Man darf also einkaufen gehen, jedoch auf direktem Wege und nur maximal paarweise und mit Mundschutz.
    In unserem Hostel in Ollantaytambo trafen wir kurz vor unserem Aufbruch ein britisches Pärchen, die ziemlich verzweifelt versuchten, eine Möglichkeit zu finden, noch schnell über Cusco nach Lima zu kommen. Keine Chance, denn alle Flüge gingen ausschließlich vormittags und sie hatten erst am Morgen von den nahenden Einschränkungen erfahren.
    Da Mahalia im 4. Monat schwanger ist, lief das ganze auch nicht sehr entspannt ab...
    Wir konnten ihnen nur den Tipp geben, mit uns nach Urubamba zu kommen.
    Wir standen in gutem Kontakt zu unserer früheren Gastgeberin Landy, die uns gern aufnahm.
    Denn uns war ziemlich wichtig, einen Ort zu finden, wo man die Quarantäne zumindest im eigenen Garten "genießen" kann.
    Außerdem gibt es hier eine große Markthalle und wir mussten nicht befürchten, bald zu verhungern 😅
    Und da waren wir nun zusammen mit den Engländern, einem Ami und der jungen Landy, die mit ihren 26 Jahren den Laden gut am Laufen hält. Schnell wurde eine kleine Küche für uns organisiert, denn wir wohnen nicht im Haupthaus, sondern am anderen Ende des Gartens. Wäre nicht nötig gewesen, hat aber sich im Nachhinein jedoch als sehr praktisch erwiesen 👍🏼

    Unser Alltag sieht quasi seitdem so aus :
    Schlafen, Yoga, einkaufen, kochen, essen, über Essen nachdenken, repeat😂
    Oftmals essen wir alle zusammen, grillen, schauen Filme oder vertreiben uns die Nachmittage mit Spielen.
    Zum Glück kann man den Platz aber gut nutzen und sich auch einfach mal zurück ziehen.
    Wir sind also sehr zufrieden 👌🏽

    Klingt alles ganz schön und gut und auch die Corona- Fälle bleiben zum Glück niedrig, steigen jedoch weiter (aktuell über 800), aber vorgestern wurden die Maßnahmen dann bis Ostern verlängert.
    Auch die Stimmung schlägt mancherorts um.
    In manchen Städten ist es Reisenden nicht möglich, die Unterkunft zu verlassen, sie müssen Angestellte bitten, für sie einkaufen zu gehen.
    Es gab natürlich auch Erkrankte in Hostels und damit verschärfte sich die Situation noch mehr. Das heißt, man muss 23h im Zimmer bleiben und darf sich eine Stunde in Gemeinschaftsräumen aufhalten, natürlich einzeln /paarweise oder mit nur wenigen anderen Gästen bei Einhaltung von Sicherheitsabstand.
    Mit noch mehr Gruselgeschichten versorgt uns Landy beinahe täglich:
    Bei Nichteinhaltung der Ausgangssperre, z. B. weil man zwischen 20 Uhr und 5 Uhr unterwegs ist oder in Gruppen aufgegriffen wird, versteht die Polizei keinen Spaß.
    Sofortige Verhaftung und abstruse Maßnahmen :
    Da in den meist kleinen Polizeistationen teilweise zu viele Verhaftete über Nacht ausharren müssen, werden diese dazu genötigt, stundenlang sportliche Übungen zu machen, um sie vom Schlafen abzuhalten.
    Wir haben viele Videos gesehen, die noch andere Arten der Beschäftigung zeigen, vom Umkreisen eines langsam fahrenden Polizeiautos oder stundenlangen stehend auf öffentlichen Plätzen, um dabei z. B. die Nationalhymne zu singen, letzteres sogar in Urubamba und live per Facebook übertragen...
    Insgesamt kamen so schon über 30000 Menschen auf ihre Kosten, denn Polizei und bewaffnetes Militär sind stark präsent, auch in der Markthalle.
    Wir persönlich und auch unsere Mitbewohner werden zwar beim Einkaufen noch sehr nett behandelt, allerdings wissen wir nicht, ob die Stimmung kippen wird, wenn es hier die ersten Erkrankungen gibt.

    Alles in allem:
    💩
    Wir haben uns nun beim Auswärtigen Amt auf die Rückholliste eingetragen und warten nun auf einen Anruf. Aus der Traum...
    Unsere einzige Hoffnung ist jetzt, dass sich die Heimholung der nun noch über 2500 Deutschen so lang hinzieht, dass wir es noch erleben, wenn die Ausgangssperre aufgehoben wird und uns dann wenigstens noch das benachbarte Cusco anschauen können.
    Falls nicht, fliegen wir nach Hause, denn man weiß zum jetzigen Zeitpunkt einfach nicht, ob man später überhaupt noch heim kommt.
    Denn wenn die Grenzen weiter dicht bleiben, werden auch keine Flugzeuge fliegen.
    Und wer weiß wie lange 😞

    Gestern erhielten die beiden Engländer endlich den ersehnten Anruf und heute morgen ging es für sie nun von Cusco über Lima nach London.
    Der letzte gemeinsame Abend wurde nochmal gebührend gefeiert und unsere kleine Quarantäne- Familie ist uns sehr ans Herz gewachsen.
    Auch wenn nun wahrscheinlich keine weiteren Erlebnisse mehr folgen, werden wir diese trotzdem schöne Zeit hier nicht vergessen.
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  • Day77

    Machu Picchu

    March 14, 2020 in Peru ⋅ ☁️ 20 °C

    Da waren wir nun, bei einem der neuen sieben Weltwunder.
    Wenn man dieses eigentlich schon 1000mal gesehene Bild vor sich sieht und die Geschichte dahinter erfährt, kann man sein Glück eigentlich gar nicht fassen, dass man es selbst live erleben darf...

    Aufgrund der derzeitigen Regenzeit ist der bekannte sogenannten "Inca- Trail" nicht möglich, denn es kommt häufig zu Erdrutschen.
    Dieser startet in Cusco, der ehemaligen Hauptstadt der Inka, und dauert 4 Tage.
    Diese Variante, um hier her zu kommen, fiel also aus.

    Also eben auf anderem Wege.
    Wir legten erstmal einen kleinen Zwischenstopp in Urubamba ein, einem kleinen Städtchen, was uns gleich in seinen Bann gezogen hat (vielleicht auch weil es echtes dunkles Sauerteigbrot gibt 😍)
    Hier haben wir uns mit einer alten Klassenkameradin getroffen und hatten einen wunderschönen Abend - Danke Conny!

    Dann ging es weiter nach Ollantaytambo und von hier kann man wählen, wie man zum Dorf am Fuße des Machu Picchu, Aguas Calientes, gelangt.
    Entweder eine 5-6 stündige Busfahrt (auf der wohl gerade zur Regenzeit auch mal Menschen sterben, weil die Busse die enge Straße runter rutschen) mit anschließender 3 stündiger Wanderung.
    Oder eine ziemlich teure Zugfahrt die einen in knapp 1,5h heil zum Ziel bringt.
    Haben uns für letzteres entschieden, 😅

    Am nächsten Morgen ging es dann los und wir bestiegen den vöööllllig überteuerten Bus zum Eingang des Machu Picchu auf 2400m.
    Dort gabelten wir uns einen coolen Guide auf und erfuhren viel über diesen über diesen ca. 1450 erbauten Ort.
    Dieser wurde 1911 völlig von Bäumen und Sträuchern überwachsen, entdeckt und sorgsam gereinigt.
    Schon 1920 war er für Touristen eröffnet worden und wurde 2007 zum Weltwunder erklärt.
    Dementsprechend ist hier auch der Touristenandrang, pro Tag pilgern hier (nach gut geordneten Zeitplänen) bis zu 2500 Menschen hin.
    Da aktuell allerdings Nebensaison ist, waren es weniger und wir hatten sogar Eintrittskarten für den meist monatelang ausverkauften Aufstieg zum Waynapicchu.
    Auch das Coronavirus lässt die Zahl der Touristen erheblich sinken...
    Gefühlt die Hälfte der Besucher waren aber übrigens Asiaten 😅

    Doch kurz etwas zu diesem besonderen Ort :
    Diese flache Fläche zwischen den Bergen Machupicchu ("alter" Berg) und Waynapicchu ("junger" Berg) ist nicht natürlich entstanden.
    Die Inkas trugen dafür mit ihren Werkzeugen einen Berg ab, der sich hier befand!
    Sie ebneten das Land und schufen aus den Steinen ihre Häuser und die weitläufigen terrassenartigen Grünflächen, welche als Ackerflächen genutzt wurden.
    Über ein ausgeklügeltes Wasserversorgungssystem konnte selbst zur Trockenzeit bewässert werden.
    Selbst plattentektonische Grenzen sind im Grundriss der Stadt zum Schutz vor hier häufigen Erdbeben berücksichtigt wurden.
    Es gibt Sonnenuhren, steinerne Kompasse und beeindruckende Tempel, durch deren Fenster die Winter- und Sommersonnenwende erkennbar ist, denn dann trifft sich das Licht an besonderen Punkten.
    Man vermutet, dass hier neben dem spirituellen Zentrum auch viele Gelehrte lebten, die sich auch mit Astronomie befassten.
    Unser Unterkiefer klappte uns schon das ein oder andere Mal herunter und wir wissen jetzt wahrscheinlich nur einen Bruchteil😅

    In dieser auserwählten heiligen Stätte durften zwischen 500 und 1000 Menschen leben und sie verteidigten sich jahrhundertelang vor anderen Stämmen.
    Da es keine Aufzeichnung der Inka gibt, kann über vieles nur spekuliert werden und es wird angenommenen, dass es für die Bewohner ein Privileg war, hier zu leben.
    Der Grund für das Verlassen dieses Ort vor ca. 300 Jahren war wohl, dass der damalige König vor den Spaniern geflohen ist und sein Volk mitgenommen hat.
    Die Spanier entdeckten diesen versteckten Ort übrigens nie, zumindest ist diesbezüglich nichts bekannt.

    Am anderen Ende des Dorfes thront der Wayanapicchu und wir wanderten die "Todesstufen" hinauf zum Gipfel auf 2600m.
    Wer sich auch immer diesen Namen ausgedacht hat, neigt wohl ein wenig zur Übertreibung, denn es war zwar anstrengend, aber nach einer halben Stunde waren wir oben und noch am Leben 😂
    Ein toller Ausblick auf den Ort bei strahlendem Sonnenschein war Belohnung genug.

    Das Wetter ist hier in der Gegend übrigens ziemlich wechselhaft, so haben wir anfangs den Wayanapicchu gar nicht sehen können, weil er in Wolken gehüllt war.
    Dann folgte strahlender Sonnenschein, dunkler Himmel mit Donnergrollen mit 5 Tropfen Regen und dann zog es wieder auf.

    Am Ausgang ließen wir es uns natürlich nicht entgehen, uns einen Stempel in unserem Reisepass zu holen.
    Den Heimweg traten wir dann zu Fuß an, um den Geldgeiern nicht noch mehr Geld in den Rachen zu stopfen 😝
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  • Day72

    Colca Canyon

    March 9, 2020 in Peru ⋅ ☁️ 16 °C

    Wir haben einen neuen Spitzenreiter in unserer Top 5 der Nachtfahrten! 🏆
    12h permanentes Geruckel und 1000000 Kurven trennten uns von Arequipa.
    Gegen 5 Uhr sind wir endlich angekommen und fielen erstmal wie tot ins Bett.

    Nachdem wir die Stadt ein wenig erkundet hatten, stand eine 2- Tages Wanderung im Colca Canyon an.
    Heißt :
    Abholung um 3 Uhr und Fahrt in Richtung des Naturschutzgebietes.
    Als wir irgendwann aufwachten, lag überall Schnee und wir dachten nur: 💩, darauf sind wir nicht vorbereitet 🙈
    Aber wir hatten zum Glück noch ein Stück vor uns und waren nur kurz auf 5000m angekommen.

    Unser erster Stopp war ein Aussichtspunkt, von dem man die Schlucht wunderbar sehen konnte und auch ein paar riesige Condore vorbei flogen, die mit ihrer Spannweite von 3m ziemlich beeindruckend sind.
    Nach dem Frühstück ging es dann im Zickzack runter in den Canyon, im Tal über eine Brücke auf die andere Seite und auf dieser weiter.
    Später durchquerten wir den Fluss erneut, diesmal aber an einer flachen Stelle.
    7°C Wassertemperatur sind aber auch während nur weniger Schritte 🐷kalt 🙈
    Nach ein paar Auf- und Abstiegen, überquerten wir am späten Nachmittag die letzte Brücke und sprangen als Belohnung in der Unterkunft erstmal in den Pool.
    Am Abend gönnten wir uns noch die Happy-Hour, denn der Motor muss ja geschmiert werden 😛

    Am nächsten Tag brachen wir um 4:30 Uhr auf, um den Aufstieg ohne direkte Sonne zu überstehen.
    6km Geröllweg, 1200 Höhenmeter und 3 Stunden später hatten wir es geschafft und und genossen die Aussicht, die es absolut wert war.
    Und auch der Muskelkater wird irgendwann verschwunden sein 🙈
    Der Rundweg mit 21 km war wirklich die Strapazen wert und wird von uns wärmstens empfohlen, falls mal jemand Bock hat 😉

    Auf der Rückfahrt mussten wir kurz stoppen, da der Bus elektrisch(!) fuhr und irgendein Batterieprobleme hatte.
    Abhilfe schaffte eine normale Autobatterie 😂
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  • Day68

    Nazca

    March 5, 2020 in Peru ⋅ ⛅ 31 °C

    Weiter gings zu den bekannten Nazca- Linien nahe des gleichnamigen Ortes.
    (Lisa dachte übrigens, dass die in den USA sind, wegen Nascar-Race und so 😂🙈)

    Seit über 2000 Jahren bestehen diese von den Indigenen der Nazcar geschaffenen Bilder und teilweise bis 20km lange kerzengerade grafische Linien.
    Sie haben mit großer Wahrscheinlichkeit eine religiöse Bedeutung und wurden für z.B. Opfer- und Fruchtbarkeitsrituale genutzt, doch so ganz genau weiß es niemand.
    Außerdem könnten sie als eine Art Kompass gedient haben und es bestehen wohl auch Zusammenhänge mit der Sommer-/Wintersonnenwende.
    Diverse Verschwörungstheorien sehen es allerdings als erwiesen an, dass diese Präzision nur durch Außerirdische entstanden sein kann.
    Vielleicht ist es einfach eine Mischung aus Beidem 🧐
    Aufgrund der Trocken- und Bodenbeschaffenheit sind die Nazca- Linien so gut erhalten geblieben und gelten nicht umsonst als UNESCO- Weltkulturerbe.

    Um das ganze besser sehen zu können, empfiehlt sich ein Flug.
    Gesagt, getan.
    In dem kleinen Flugzeug haben insgesamt 6 Passagiere Platz, jeder hat also einen Fensterplatz. Um nun zu garantieren, dass auch jeder die verschiedenen Bilder sehen kann, wendet der Flieger also ziemlich oft um nochmal mit der anderen Seite drüber zu fliegen.
    Klingt harmlos, wir waren allerdings froh, nach ca. 30min wieder festen Boden unter den Füßen zu haben 🤢🙈
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  • Day67

    Huaccachina

    March 4, 2020 in Peru ⋅ ⛅ 31 °C

    Huacachina ist DAS Ziel der Influencer.
    Bilder der Wüstenoase versprechen ein grünes Paradies mitten in der Wüste umgeben von beeindruckenden Dünen.

    Nun ja, das mit den Dünen stimmt.
    Ansonsten liegt der Ort ca. 1km von der Hauptstadt des Departaments Ica entfernt und besteht ausschließlich aus Restaurants und Hotels.
    In der Mitte findet man zwar die versprochene Oase in Form eines Teiches mit Palmen, aber irgendwie reißt es das dann auch nicht mehr raus.
    Natürlich ist die Tatsache, dass da Wasser inmitten von Sand ist, schon beeindruckend, aber es hat uns einfach nicht von den Socken gehauen...
    Die Straßen sind, wie so oft, natürlich auch ziemlich vermüllt und auch die Wüste selbst war davon nicht verschont...
    Unsere Unterkunft lag ein wenig außerhalb und darüber waren wir auch ziemlich froh 😅

    Was hier allerdings sehr cool ist, sind die angebotenen Sand-Buggy Touren mit Sandboarding.
    Also erstmal durch die Wüste heizen und dann kopfüber die Dünen runter 👌🏽
    Die erreichte Geschwindigkeit war auch höher als erwartet 🙈
    Um anschließend nicht komplett gesättigt zu sein, empfiehlt es sich, ein Tuch über Mund und Nase zu ziehen ☑️
    Wir haben es aber ohne Verletzung überstanden und konnten anschließend den Sonnenuntergang inmitten der Wüste erleben.

    Nach der Tour haben wir uns anschließend noch auf die riesige Düne neben dem Ort gequält und uns an einem Instagram-like Bild versucht, es sollte aber nicht so recht sein.
    Haben für die Rückkehr den direkten Weg gewählt und sind runter gerannt, was in dem weichen Sand super schnell ging.

    Fazit:
    Huacachina ist ein bsschen überbewertet, aber der Spaß wars wert 👌🏽
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  • Day66

    Paracas

    March 3, 2020 in Peru ⋅ ⛅ 27 °C

    Folgt man der Panamericana erreicht man irgendwann Paracas.
    Ganz in der Nähe von Pisco, aus dem der "Pisco Sour" - der beliebteste Cocktail in Peru - stammt
    (konnte uns geschmacklich übrigens nicht sonderlich überzeugen).
    Die Küstenstadt lebt eindeutig nur von Tourismus und Fischerei.
    Grund dafür sind die "Galapagosinseln des armen Mannes", die Isla de Ballestas.
    Dort kann man nach kurzer Bootsfahrt Vögel, Pinguine und Seelöwen mit Babies in freier Wildbahn erleben. 😍

    Auch hier ist rundherum wieder nichts als Wüste und den letzten Regen gab es 1998.
    Allerdings erstreckt sich hier ein riesiges Naturschutzgebiet, was nicht nur die Inseln und Wüsten einschließt, sondern auch die beeindruckenden Küsten entlang des Festland. Und wie kann man sowas am besten erkunden?
    Genau, mitm Fahrrad (Taxi war uns zu teuer).
    Wüste und Fahrrad?
    Klar, wir sind schließlich nicht ganz dicht.
    Auch der Zustand der verrosteten Mühlen schreckte uns nicht ab, denn was sollte uns außer bisschen Hitze schon passieren...
    Also ordentlich Sonnenschutz und Hut auf.
    Den schlimmsten Gegner hatten wir gar nicht aufm Schirm: Gegenwind.
    Ohne Ende.
    Die insgesamt 16km zogen sich also ziemlich in die Länge und jeder der doch recht zahlreichen Hügel fühlte sich wie ne kleine Bergetappe an 😂
    Belohnt wurden wir allerdings mit tollen Aussichten, Abkühlung am Strand und einem Eis.
    Für den Rückweg brauchten wir dank Rückenwind dann auch nur einen Bruchteil 👌🏽

    Und wieder können wir etwas auf der imaginären To-do- Liste abhaken 🏜️🚲☑️
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  • Day64

    Lima

    March 1, 2020 in Peru ⋅ ⛅ 26 °C

    Wir waren schon auf dem Weg nach Huaraz sehr überrascht gewesen, dass sich um Lima nur Wüste befindet, das wussten wir nämlich gar nicht 😅
    Hier regnet es tatsächlich nur ca 1l im Jahr, dementsprechend problematisch ist die Wassersituation, man ist daher ziemlich abhängig vom Regen in den Bergen, aus denen ein paar Flüsse hier ins Meer münden.
    Und mangelnder Regen zur Regenzeit wird langfristig wohl wirklich zum Problem...

    In der Stadt merkt man davon nix, zumindest nicht in den touristischen Vierteln, die wir kennengelernt haben.
    Wir nächtigten im Bezirk Miraflores, wo man deutlich den Lifestyle der Reichen spürt (nicht, dass sich das in unserem Low-Budget Hostel widergespiegelt hätte 😅)
    Die Promenade ist von riesigen Hotels und Wohnanlagen gesäumt, wo man in riesigen Wohnungen mit Balkon den Meeresblick genießen kann- für ca 500 Soles (ca. 130€) pro Woche.
    Diese Summe entspricht übrigens dem üblichen Monatsgehalt eines Peruaners, man kann sich also vorstellen, dass hier und entlang der Promenade nur die High-Soceity lebt, der Rest wohnt ziemlich weit vom Zentrum entfernt.
    Auch hier in Lima gibt es nur ein Bussystem und eine einzige U-Bahn Strecke, für wohl aktuell 12 Millionen Einwohner.
    Laut einer Studie herrscht hier die schlimmste Verkehrssituation nach Neu- Delhi und Bogota.
    Stau, aggressive Fahrer und Hupkonzerte stehen also an der Tagesordnung 🙈

    Dennoch hat uns Lima gut gefallen, eine lebendige Stadt mit schönen Stadtteilen, Parkanlagen und eben der Promenade, an der man wunderbar entlang spazieren kann.
    Es ist hier zwar ziemlich teuer und wir konnten uns nur schwer vorstellen, wie die Einheimischen mit ihrem geringen Einkommen hier überleben.
    Der Strand ist leider sehr steinig und es herrscht eine ordentliche Strömung, sodass aus dem Plan surfen zu gehen, leider nichts geworden ist.
    Das Wasser ist durch den Humboldt- Strom auch ziemlich frostig, doch für eine kurze Abkühlung hüpft man auch mal ins 12°C kalte Nass.

    Für eines ist Lima besonders bekannt:
    Ceviche.
    Also roher Fisch mit Limonensaft, Zwiebeln und Koriander.
    Hatten wir bisher auch immer mal probiert und erwarteten daher hier eine ganz neue Dimension dieses Gerichts.
    Wir bestellten zwei unterschiedliche und beide waren auf ihre eigene Art und Weise furchtbar 🙈
    Irgendwann wurde es uns einfach zu ekelig und wir haben aufgegeben.
    Nur um kurz danach in ein Gespräch mit dem Nachbartisch zu kommen und zu erfahren, dass der Besitzer direkt neben uns sitzt 😅
    Haben ein gratis Dessert bekommen 👌🏽

    Dem Wassermangel zum Trotz gibt es hier in der Nähe des Fußballstadions einen Park, in dem jeden Abend eine Wasser- Show stattfindet.
    Um in den Park zu gelangen, muss ein geringer Eintritt bezahlt werden und als wir uns anstellen wollten, sahen wir die längste Menschenschlange unseres Lebens...
    Da wir bisher aber mitbekommen haben, wie Peruaner durchdrehen, wenn es ums Anstehen geht, verwarfen wir unseren Plan, uns irgendwo weiter vorn reinzudrängeln und hatten eigentlich schon mit dem Park abgeschlossen.
    Doch da hatte uns auch schon ein älterer Mann geschnappt und uns ziemlich weit vorn vor eine wild gestikulierende Frau geschoben, die nun für diesen Service nach einem Trinkgeld verlangte.
    Also paar Soles gegeben, schlechtes Gewissen bekommen und pünktlich zu Beginn der Show im Park gewesen 👌🏽
    Clevere Geschäftsidee. 😅

    Abends blüht Miraflores dann nochmal richtig auf, überall sind Bars und Clubs, meist ohne Eintritt und so haben wir nach ein paar Versuchen einen kubanischen Club gefunden, in dem wir mal wieder Salsa üben konnten 💃🕺
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