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  • Day4

    Geamana, der toxische See - eine Sünde!

    August 25, 2019 in Romania ⋅ ⛅ 27 °C

    ....wir rumpeln seit 20 min im 1. Gang über eine schmale Schotterstraße durch das siebenbürgische Erzgebirge in Rumänien. Schneller sollten wir hier besser nicht fahren, auch wenn unser ML alles bestens mitmacht. In Zeitlupe zieht die Landschaft vorbei.
    Ach, Du Scheiße!“ Normalerweise äußere ich mich nicht so ordinär beim Anblick von Naturgewaltigkeiten. Aber ich weiß, dass das hier nicht von der Natur geschaffen ist …
    … sondern in diesen Stausee die chemischen Abfälle der Kupfermine Roşia Poieni fließen – der zweitgrößten in Europa.

    Vor 40 Jahren, entschied die Regierung Ceaucescu den Kupferabbau in der Mine Rosia Poieni zu starten und den Stausee anzulegen. Prinzipiell fand man das gut, weil damit Arbeitsplätze in der Region geschaffen wurden, selbst wenn 300 Familien für den Stausee ihr Dorf Geamana verlassen mussten.

    Eine beeindruckende Tragik. Der Schlamm schillert in der Mittagssonne bizarr wie eine Plastikplane. Als wären wir auf einem fremden Planeten mit toxischer Atmosphäre gelandet. Es ist unwirklich. Ihr müsst dort gewesen sein, um eure eigenen eigenartigen Gefühle entwickeln zu können. Aber ihr solltet euch beeilen. In 1,5 Jahren wird nur noch das blecherne Kirchendach herausschauen. Dann ist das Dorf Geamana endgültig verstorben.

    Und die Landschaft und Natur, die keinen direkten Kontakt mit dem See hatte, ist oberflächlich betrachtet durchaus idyllisch. Nur ist es totenstill rund um den See. Keine Vögel, keine Mücken. So Giftbrühe hat auch was für sich.

    Bei Kontakt mit Sauerstoff und meteorischem Wasser oxidieren die Sulfide, wodurch saures, schwermetallhaltiges Sickerwasser entsteht....der tot wartet! Unfassbar...!
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