Nine la Loca

Joined October 2017Living in: Sachsenheim, Deutschland

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  • Day67

    Wie gesagt, das archäologische Areal ist riesig, deswegen ging es - mal wieder viel zu früh- los, um zumindest noch El Tablón und la Chaquira zu besichtigen- im Verhältnis zu den gestrigen Stätten verhältnismäßig kleine Ansammlungen von Statuen und Fresken, dafür aber in Verbindung mit einer umso imposanteren Aussicht.

    Da wir heute weiterziehen wollten und man hier für 260 km mit 7-9 h Expressbusfahrt rechnen muss (es hat einen Grund, warum hier jedes Nest seinen eigenen Flughafen hat) schenkten wir uns den Fußmarsch bei 35°C zu den restlichen Stätten und spazierten zurück nach San Agustin.

    Das Gute an der deutschen Eigenheit, alles auf eigene Faust erwandern zu wollen? Man bekommt mehr von den Leuten hier mit.
    Abgesehen von der Hauptstadt- aber das ist auch keine Überraschung- wird man hier an fast allen Ecken und Enden freundlich empfangen, auf der Straße im Vorbeigehen gegrüßt, junge Mädls fragen verschüchtert nach einem Foto mit dem großen bärtigen Gringo, der Weg zur nächsten Attraktion wird einem ungefragt gewiesen und die Kiddies ( und eigentlich auch deren Eltern) freuen sich wie Schnitzel, wenn sie 2 Worte Englisch raushauen können.
    Ich liiiiebe Kolumbien!

    Gut, Schlepper ("ich habe die beste & billigste Tour für dich, mein Freund! ") findet man hier überall, sicherlich muss man auch darauf achten wann man welche Orte aufsucht, aber gemeinhin muss man sagen, ist das hier ein ausgesprochen friedliebendes, ehrliches und offenherziges Volk, das sich noch über jeden ausländischen Touristen freut. Die Einzigen, mit denen man hier bisher zu feilschen brauchte, waren die großen Busunternehmen 😱

    Im Gegenteil, man muss darauf achten, eine gute Balance zu halten zwischen Vorsicht bewahren und dem Vermeiden überbordender Ängstlichkeit vorm ach- so -gefährlichen Kolumbien.
    Es wäre schade, wenn die ersten über- vorsichtigen Ausländer hier letztlich auf Dauer ein negatives Bild vom Touri hinterließen.

    Die aufkeimende Infrastruktur mit Hotels und Restaurants alle 5m lässt einen anstehenden Tourismusboom befürchten, doch hoffen wir, dass sich die Leute hier trotzdem ihre Offenherzigkeit bewahren und nicht in eine solch oberflächliche Profitgier verfallen, wie beispielsweise die Kubaner nach der Lockerung des amerikanischen Handelsembargos.

    Nun noch ein paar Worte zum eigentlichen Rückweg:
    "Coffee mujeres"? das klang intressant.

    Und kaum hatte sich die resolute Herrin des Hauses unserer angenommen, wurde aus einem kurzen "lass uns doch fix etwas Kaffee für die restliche Reise kaufen" eine einstündige Highspeed- Tour durch den Prozess der Kaffeebereitung- vom Selber- Pflücken der Bohne (wusstet ihr, wie lecker das Fruchtfleisch rund um für Kaffeebohne schmeckt? Daraus wird hier sogar Kuchen gemacht!), über die Trocknung und das Rösten bis hin zum Abfüllen von Christans 1. Selbst- gerösteten Kaffee.

    Nebenbei erfuhren wir noch, dass wir wieder einmal bei einer Kooperative aus 23 Frauen, verteilt über ganz Süd- Kolumbien, gelandet waren und dass die Kolumbianer selbst eigentlich nur den 0-8-15- Kaffee in ihren Supermärkten kaufen können, da die guten Bohnen lieber für viel Geld ins Ausland verkauft werden.

    Und dass es neben dem üblichen gewaschenen + gerösteten Kaffee noch den im Fruchtfleisch getrockneten und dann mühevoller freigepuhlten Kaffee und- die Königin unter den Bohnen- den ohne Hülle aber mit Fruchtfleisch getrockneten Kaffee gab, der der Bohne ihren fruchtigen Charakter verleiht, "Café de miel" und und und.
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day66

    Maya, Inkas und Azteken, davon hat ja jeder schon mal gehört.
    Über die indigenen Völker, die seit 5000 vor Christus die Flusstäler am Kreuz der 5 Flüsse bevölkerten, ist hingegen wenig bekannt.
    Noch vor Ankunft der Konquistadoren waren sie ausgestorben. Was sie hinterließen, waren zahlreiche Kunstwerke aus Stein- Statuen, Ornamente und Grabstätten, wie man sie in dieser Präzision und nach all den Jahrtausenden noch unversehrt, nur noch an wenigen Flecken dieser Erde zu sehen bekommt.

    Wurden sie bis Anfang des 20. Jahrhunderts noch von der hiesigen Bevölkerung als Glücksbringer auf deren Grundstück, Fundament der Häuser, Dekoration des Marktplatzes oder Kultobjekt glorreicher Prozessionen in San Agustin verwandt, so ist es dank der Bemühungen zahlreicher Archäologen und des hiesigen ethnischen Institutes gelungen, einen einzigartige Museumspark zu erschaffen, in dem man diese Kunstschätze inmitten von Bergen und Urwald bewundern kann. Der Stolz der Einheimischen, den sie gerne und bereitwillig mit jedem Fremden hier teilen.
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  • Day65

    "Ein vertrocknetes Halbtrockengebiet im Tropenwald"
    So die Beschreibung der Wüste Tatacoa.
    Wer sich darunter genauso wenig wie ich vorstellen kann, versuchen wir es damit: ein riesiges Gebirge aus Lehmbergen.

    Bei bis zu 50°C und jährlichen Niederschlagsmengen von durchschnittlich 1070 mm Regen hat sich hier eine bizarre Tropenlandschaft entwickelt, in der Skorpione und Hasen, Früchte- tragende Kakteen und mehr als 72 Vogelarten leben.

    Bedeckt von einem sternenklaren Himmel, wie man ihn nur noch selten findet und an dem sich ohne Mühe die Gestirne der nördlichen und der südlichen Hemisphäre beobachten lassen und wir innerhalb kürzester Zeit 14 Sternschnuppe zählten.
    Erfinde mal auf für Schnelle so viele Wünsche
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  • Day64

    ... Wer möchte, kann nun auch noch Bilder für die letzten 6 Blogs schmökern 😊

  • Day63

    180 m unter Tage, groß genug, um mehrere Airbusmaschinen und den Eiffelturm zu verstecken und seit Jahrhunderten Quell des hiesigen Wohlstandes: das Salzbergwerk von Zipaquíra.
    Während die tiefer gelegenen Stollen noch für die nächsten 500 Jahre das Land mit Salz versorgen können, so wurden die höher gelegenen Gänge zu einer gigantischen unterirdischen Kathedrale ausgebaut- die cátedral de sal.

    Neben 2 weiteren Exemplaren in Polen die einzige ihrer Art weltweit und ein wahrhaft magischer Ort.
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  • Day60

    Der letzte Tag hier in Costa.Rica.
    Da heißt es, nochmal so richtig Natur tanken.
    Auf Empfehlung meiner Herbergsmutter machen wir uns heute nach Cahuita auf, einem Nationalpark direkt am Meer, wo man quasi im Bikini nach Affen Ausschau halten kann.

    Und wieder einmal hat sich das günstige Hostel als Auffangbecken der interessantesten Charaktere erwiesen.
    Den Schlafsaal teile ich mir mit Nid, einer Yogalehrerin, die für Kost und Logis an allen möglichen schönen Orten der Welt arbeitet.
    Nachdem sie bald in ihrer Luxuslodge im Urwald von Osa aufhört (richtig, da, wo ich gerade herkomme), geht es für 2 Wochen nach Panama, dann Nicaragua und schließlich zu ihrem Freund nach Australien.
    Und wer jetzt denkt, zu solch einem Leben muss man wirklich geboren sein oder man wird sich das mit dem Alter schon noch anders überlegen: Nid ist 36 und bevor sie sich diesem etwas anderen Leben verschrieb, war sie eine stocknüchterne englische Anwältin, mit Haus am Meer und allem, was dazu gehört.
    Ein schwerer Unfall und die 1,5- jährige Erholungsphase öffneten ihr die Augen, was sie wirklich will.

    Ähnlich erging es Lori: im Norden Italiens als Grundschullehrerin mit Mann und Kindern ein stinknormales Leben geführt.
    Kaum waren die Kinder aus dem Haus, folgte die Trennung.
    Lange dauerte es, bis sie darüber halbwegs hinwegkam- und schließlich entschied, dass sie so nun auch nicht weitermachen will, alles zurückließ und mit 46 Jahren zu einer Freundin nach England zog.
    Von dort aus begleitet sie nun des Sommers private Reisegruppen in ihre italienische Heimat, um von ihrem Ersparten schließlich in den Wintermonten ins warme Lateinamerika zu fliehen und sich dort mit Gelegenheitsjobs und in Schlafsälen lebend unter die Leute zu mischen- und das seit 13 Jahren.

    Ein Leben muss wahrlich nicht immer geradlinig verlaufen, um das persönliche Glück zu finden.

    Und während wir so über unsere Leben philosophierten, passierten wir weitere traumhafte Strände, Affenhorden, Faultiere, Urwald und Lianen.

    Der perfekte Abschluss!
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  • Day58

    Langsam neigen sich die Wochen hier in Zentralamerika dem Ende entgegen und es wird Zeit, endlich einmal Bekanntschaft mit der Karibikküste im Osten des Landes zu machen.

    Egal in welchem meiner 3 Länder, überall hat die Karibik etwas Verruchtes. Dort herrscht ein anderes Klima, die Rastafari- Kultur der hier hauptsächlich vertretenen ehemaligen Sklaven bestimmt das Bild. Freizügigkeit, "Gras" und eine gesteigerte Kriminalitätsrate, dafür ist die Gegend bekannt; so sagt man.

    Auch Costa Rica bildet da keine Ausnahme.
    Das Herz der "Bananenrepublik" schlägt hier, dies ist der Ort, an dem "Chiquitita" und Co. in Form der ehemals Politik-bestimmenden US- amerikanischen United Fruits Company ihre Wurzeln hat.
    Bevor die Pflanzen von einer kaum abwendbaren Krankheit befallen wurden, wurde hier ein Bananenimperium (keine Übertreibung) erschaffen, in dem die einfachen Arbeiter unter sklavenähnlichen Bedingungen schuften mussten.

    Nachdem sich die italienischen Gastarbeiter gegen die unhaltbaren Bedingungen aufgelehnt hatten und zurück nach Bella Italia geschifft wurden, importierte man jene, die sich schon auf anderen Plantagen als belastbar erwiesen hatten: Schwarze. Jamaikaner und Afrikaner schufteten hier tgl. bis zum Umfallen und unter zahlreichen Supressionen.
    Bis Ende der 1930'er Jahrhunderts war es ihnen verboten, das zentrale Hochland jenseits ihres Sektors zu betreten, schwarze Lokführer mussten an der imaginären Grenze gegen ihre weißen Kollegen ausgetauscht werden.

    Kein Wunder, dass sich hier ein eigenes Land im Lande entwickelte und Armut und Verzweiflung die Leute zu extremeren Taten trieb.
    Eine der Hauptumschlagsplätze kolumbianischen Kokains soll sich noch heute in den hiesigen Gewässern befinden.

    Nunja, über ein Koks-Boot bin ich hier noch ni gestoßen, gekifft wird hier genausoviel wie im Rest des Landes, nur dass die Schaufenster hier noch unverblümter mit entsprechendem Zubehör werben und das bisschen Straßenkriminalität erwartet mich genauso des nachts am Haltepunkt Strehlen, dem Hamburger Kiez oder auf der Leipziger Bahnhofsstraße.

    Gut, man sieht hier mehr Rastazöpfe und lauscht des öfteren Weihnachtsliedern im Bob Marley Beat.

    Ansonsten ist Puerto viejo, das bei vielen Touristen beliebte "Herz der Karibik" einfach nur prima zum am-Strand-chillen und abends hoppeln gehen.

    Und damit meine ich richtig abends. Vor 12 geht da nichts.
    Nix mehr für unsere alten Knochen.

    Saßen wir eben noch bei entspannten Klängen in unseren rot-gelb-grünen Sesseln am Strand, so verschwanden zu vorgerückter Stunde zunehmends Stühle, Tische.und "normale Leute" um uns drumrum, um das Ganze in einen Reggeafloor am Strand zu verwandeln.

    Pura vida!
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  • Day57

    4:30 Uhr. Mehr oder minder geschickt versucht die Hälfte des Schlafsaales sich für einen nächtlichen Dschungelspaziergang bereit zu machen. Leises Heranpirschen zählt wahrlich nicht mehr zu den Stärken des verweichlichten Grossstadt- Primaten.

    Nachdem nun alle munter waren, ging es los: hatten wir gestern.noch den Sekundärwald erkundet, also quasi in 50 Jahren wieder zugewachseneh Dschungel, so wanderten wir heute durch das wirklich hohe Dickicht* ein Urwald, den die Menschenhand kaum je verändert hatte.
    Und dort floh eine Tapirmutter mit ihrem Jungen- etwa von der Grösse eines Wildschweines, nur friedertiger- vor uns ins Unterholz, die Brüllaffen begrüssten uns schon von weitem her, die Finne eines Haies zog durch den Urwaldfluss auf der Suche nach einem kleinen Guten-Morgen-Snack, bevor die Gezeiten wieder ihre Richtung
    änderten und sich alles wieder ins Meer ergoss.

    Meine Favoriten aber? Ameisen und Termiten!
    Gigantische Nester aus angedauten Holzspänen haften an den Bäumen; aus Schutz vor Feinden haben sie sich Tunnel auf der Baumrinde gebaut; wo sie entlang ziehen, wächst sprichwötlich kein Gras mehr.
    Kommen sie ins Haus, heisst es erstmal reiss-aus-nehmen. Haben sie sich nach 1 Tag in der Küche gütlich getan, kann man sicher sein, auch keine Küchenschabe oder sonstiges Getier mehr vorzufinden.
    Blind wie ein Maulwurf und doch straff organisiert spazieren sie erhobenen Hauptes streng in Reih und Glied- an ihrem Hinterkopf befindet sich eine Art Duftdrüsse, die es ihnen ermöglicht, ihrem Vordermann zu folgen.
    Jeder hat seine Aufgabe- die Königin gibt den Ton an, befiehlt, ihren Soldaten- Ameisen, in welchem Nest sie heute einfallen, um Unterschlupf zu suchen und die Feinde in die Flucht zu schlagen, bevor sie sich von ihrem Vagabundenleben erholt und einen ihrer zahlreichen Liebhaber vernascht- Ammen hat sie ja genug, die sich um die Aufzucht der Brut kümmern.
    Während die Anabolika- gefütterten Riesen- Exemplare als Soldaten den Stamm beschützen, verdingen sich die zu klein geratenen Gefährten als Küchenhelfer und schneiden und schleppen riesige Blattschnipsel in Richtung Bau- im Verhältnis dazu müsste unsereins einen PKW heimtragen.

    Die besten aber- die Zwerge unter den Ameisen: die Qualitätskontrolleure. Wie mit den kleinen Hunden, die meisstens am lautesten Knurren, so sind auch diese zum meckern geboren und erklimmen stichprobenartig die mühsam heimgeschleppten Blätter, um sie von oben bis unten zu inspizieren, bevor sie den Bau passieren dürfen.
    Einer der Ameisen wurde das aber irgendwann zu bunt und sie schleppte ihr Blatt mitsamt Kontroll-Meise davon.
    Klagen halfen da auch nicht viel, ¨das ist mir in meiner ganzen Karriere noch nicht passiert... Warte es nur ab, bis die Königin davon erfährt!¨ verhallte im Dunkel des Ameisenbaus....
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  • Day56

    Solange ich mich erinnern kann, hat man mir beigebracht, dass Pumas, Giftschlangen, Krokodile und Co. am besten aus der Ferne und zwar stabilem
    Glas bewundert werden sollten.
    Wer will schon als Sonntagsbraten enden?

    Ich muss sagen, e länger ich in diesem Land bin, umso mehr kann ich deren Einstellung nachvollziehen, die artenreiche Umwelt nicht als Feind, sondern als gleichberechtigte Mit-Lebewesen zu betrachten.

    Für 2 Tage sollte es mal wieder in den Dschungel gehen- diemal den Corcovado- Nationalpark im Südwesten des Landes, auf der Osa- Halbinsel.
    Kaum zu glauben, dass es noch sowas wie Geheimtipps in diesem Lande gibt, in dem man sonst an allen Ecken und Enden nur auf die Touristenströme trifft.

    Von Guatemala her war ich es ja schon gewohnt, dass hier keiner ein Gewehr im Dschungel für notwendig erachtet. Aber unsere Guides hier hatten ja nichtmal eine Machete dabei.

    Brauche man hier nicht. Wofür denn?

    Vor einigen Jahren hätten sie mal einen ausgehungerten Puma gesichtet, der sich wirklich auffallend stark für ein Kind in der Wandertruppe interessierte. Nachdem aber der Vater und die Guides zu diesem hingerannt waren, hatte er sich offenbar doch gegen den 2- beinigen Snack entschieden und zog wieder seiner Wege.
    Die einzigen Toten, die dieser Park bisher zu beklagen hatte, waren offenbar nur verirrte, verhungerte oder verletzte Wanderer, jene, die die Flut unterschätzt hatten und Wanderer, die den ganzen Tag zu wenig getrunken hatten und dann vor lauter Glück ins Meer sprangen und einen Kreislaufzusammenbruch erlitten. Oder jene, die sich mit den hiesigen illegalen Goldsuchern anlegten.
    Offenbar liessen sich im Herzen des Parks noch immer nennenswerte Goldnuggets in den Flüssen schürfen. Da das freilich verboten ist, sind diese Abenteurer häufig bewaffnet unterwegs unnd man sollte- wenn man sie denn beim Schürfen überraschen sollte- einen möglichst geräuschlosen Rückzug antreten. Einer der Wege ist sogar noch gesperrt, weil es letztes Jahr aufgrund dessen fast noch einen blutigen Zwischenfall gegeben hätte.

    Als der Nationalpark vor etwa 1 Generation errichet wurde, hatte es viele bewaffnete Auseinandersetzungen gegeben, weil sich die hiesigen Goldgräber und Farmer freilich nicht so leicht vertreiben lassen wollten.

    Das ist auch der Grund, weswegen die meisten Einheimischen mehr Angst vor fremden Menschen haben, als vor den wilden Tieren.
    Und bisher scheinen sie mit ihrer friedlichen Ko-Existenz ja auch durchaus erfolgreich zu leben.

    Übrigens, auch die Grundregel, ¨guck, was der Guide für Schuhe trägt, dann weisst du auch, was du anziehen solltest¨  schien hier nur bedingt zu gelten.
    Während unsere Guidin- richtig, der erste weibliche Guide, den ich hier treffe, und es sollte nicht der Einzige bleiben- noch wenigstens mit langen Hosen und Gummiestiefeln daher kam (oh oh...wie in Guatemala, ich hatte doch nur meine Wanderschuhe dabei), so kam der 2. Guide gleich in kurzen Hosen und Wanderschühchen daher.
    Naja, wenn er meint, bei all dem giftigen Getier hier.

    Unsere heutige Truppe? Alles Deutsche, alles Pärchen und dann auch noch fast alles Ärzte. Da hätte ich auch daheim bleiben können. -.-¨

    20 km straffen Fussmarsches standen an- da der Weg mehrere Flüsse passierte und die Flut mit 14:00 Uhr heute recht zeitig anstand, mussten wir zusehen, dass wir den letzten Fluss erreichten, bevor wir hüfttief im Wasser verschwanden. Bzw. unsere kleine Guidin gänzlich.

    Keine Sorge, deutsche Truppe, deutscher Stechschritt; überpünktlich schafften wir es ans Ziel, nicht ohne unterwegs diversen Tapiren, Affen, buntesten Vögeln, Erdmännchen, Leguanen,.... und sogar Faultieren zu begegnen.
    In meinem nächsten Leben möchte ich auch ein Faultier werden- den ganzen Tag einfach nur abhängen- was für ein Leben!
    Zum Glück hatten wir 4 hervorragende Späher in unserer Truppe- ich hätte die behaarten Kokosnüsse mit Augen und Krallen nie entdeckt.

    Zurück zu unserem Fluss- knietief ging es durch die Fluten, am anderen Ufer angekommen, merkten wir, wie es immer unruhiger wurde und die Wellen allmählich vom Meer den Fluss hinauf schwappten. Viel später hätten wir hier wirklich nicht durchwaten wollen.

    Übrigens wollen sie hier noch dieses Jahr eine Brücke errichten, da eines der hiesigen Krokodile mit seinen >3m mittlerweile wohl doch auch für die hiesigen Guides eine  kritische Grösse erreicht hat.

    In einem Stück und deutlich entspannter ging es die restlichen 2 km durch den Dschungel, wo uns am Ende mitten im grünen Nirgendwo ein Palast von einer Urwald- Lodge erwartete: Souveniershop, 60 Etagenbetten, Speisesaal, geflieste Duschen, Solarstrom bis 20:00 Uhr.
    Und der letzte Hauch Indiana- Jones- Feeling war dann auch endgültig dahin, als mich einer der Mitstreiter fragte, ¨ hast du schon deine Emails gecheckt? Wir haben doch auch WLAN hier¨

    Nun denn, im Gegensatz zum Dschungeltrek in Guatemala werde ich heute Nacht zumindest nicht mit mir hadern müssen, ob die Blase schon so dolle drückt, dass sie es wert ist, dafür mit Stirnlampe bewaffnet zum Dschungel- Plumpsklo zu ziehen und mich vom Puma vernaschen zu lassen.
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  • Day55

    Seit ich hier gelandet bin, prophezeit mir meine Oma jeden Tag, dass mich die Haie fressen werden.

    Hier auf der Osa- Halbinsel? Völlig unbegründete Sorgen.

    Erstmal reisst es mir bei der Strömung hier jenseits von 2 Metern vom Strand sowieso schon fast die Beine weg. Da ist das Wasser noch nichtmal knietief. Meiden sollte man zudem die Flussmündungen hier- die hiesigen Krokodile verbringen auch gerne mal einen Tag im Meer. Da haben die Haie im tiefen Gewässer noch nicht einmal ein Chance, nach meinem kleinen Zeh zu schnappen.

    Ich werde nie verstehen, warum Europäer und Amis sich usgerechnet hierhin auswandern. Habt ihr schonmal von tödlichen Haiattacken auf Rügen gehört? Killerquallen?
    Da ist es auch schön!

    Aber die Einheimischen hier haben halt ein viel harmonischeres Verhältnis zur Natur:
    ¨ ist es gefährlich, hier zu baden?¨
    ¨Nö¨
    ¨ Aber ich habe von Hai- und Krokodilattacken gehört!¨
    ¨ Ach, iwo. Man sollte halt ein bisschen aufpassen und nicht im Revier der Krokodile schwimmen. Und wenn, dann ordentlich auf die Nase hauen.¨
    ¨Und das mit der einen Haiattacke ist pure Panikmache. Der war nur verärgert, als ich ihm aus Versehen mit dem Surfbrett über den Kopf fuhr. Das wäre ich an seiner Stelle auch. Das war kein Angriff¨

    Hm. Irgendwo haben sie da schon recht. Trotzdem hielt sich mein Bedürfnis, aus Versehen doch als ¨sea food¨ zu enden, in Grenzen und ich wollte mich lieber etwas dem Landesinneren widmen.

    In Freddy hatte ich einen Ausflugs- Freund gefunden: einem deutschen Biologiestudenten, der vor dem Masterstudium erstmal etwas Abwechslung suchte und für 1 Jahr i.R. eines Freiwilligendienstes als Hilfslehrer in einer Grundschule in der Hauptstadt arbeitete.

    Da wir uns nicht dazu durchringen konnten, um 5:30 Uhr aufzustehen, um den öffentlichen Bus zu nehmen (wer es noch nicht weiss- ich bin einfach nicht zum frühen Aufstehen geboren....fragt meine armen Kollegen), wollten wir uns den Wasserfall ¨King Lui¨ lieber sportlich verdienen und hinradeln.

    Ich glaube, ich hatte euch schon in Nicaragua ein bisschen über die Grundgesetze des Fahrradfahrens fernab europäischer Normen verraten... und die Mischung aus mitleidigen und entsetzten Blicken der Ticos ob unseres Vorhabens liessen auch nichts Gutes erahnen....dabei muss ich sagen, die Einheimischen hier sind echte Weichpüppies.
    Ein so verhältnismässig bequemes Fahrrad auf so schlaglocharmen Strassen bin ich, glaube, noch nie gefahren. Gut, die Kettenabeckung brach schon nach 5 km, kurz darauf sprang auch die Kette zum 1. Mal von der Kurbel...aber ansonsten war meine Banane aus den 80ern ein echter Hit!
    Und so peesten wir die 18 km entlang, heizten durch Flussbäche, Schotterbetten und an Stränden entlang.
    Eine kurze Erfrischung im Meer (knietief, fernab von Flussläufen, keine verdächtige Finne weit und breit) und danach das Highlight des Tages: in bester Neandertaler- Manie unsere 1. eigene Kokosnuss ¨ erlegt¨!

    Idyllisch wiegten sich die Palmen am Strand, eine hatte extra für uns erst kurz zuvor die perfekte Kokosnuss abgeworfen: randvoll mit süssem Saft und eine dicke Schicht knackigen Kokosfleisches, dass jede Raffaello- Kugel vor Neid erblassen würde!

    Der Vorteil an Hostels und Schlafsälen? Netterweise hatte uns einer unserer Mit-Schläfer für eben solche Fälle seine Machete überlassen. Auch wenn er mir später gestand, dass er davon ausging, dass ich nur mit 9 Fingern wieder heim käme. Warum denken immer alle, ich könnte nicht mit einem Messer umgehen? -.-¨

    Kleine Kokoskunde:
    - Junge Nuss? Außen grün, innen viel süßes Fruchtwasser, wenig Kokosfleisch
    - Alte Nuss? Außen braun, innen nur noch wenig Wasser, da das alles zu lecker Fleisch geworden ist
    - Übrigens, "außen", das ist nicht die haarige braune Schale, wie wir sie Transport-optimiert und eigentlich schon völlig vertrocknet un unseren Supermärkten vorfinden, sondern nochmal 10 cm dicht- faseriges Fruchtfleisch drumrum. Der eigentlich knifflige Part. Damit haut man eine ganze Weile gegen 'nen scharfkantigen Stein, ohne dass sich was regt
    Der harte Kern ist ein Witz dagegen
    - Unsere Nuss? Perfektes Mittelmaß
    - Nuss am Strand gefunden? Dann an dem Stielansatz schnüffeln. Was schon vergoren riecht, IST auch vergoren. Da kann man sich dann auch die Kraft sparen
    - Kokospalmen besteigen? Super anstrengend, da alles so klein. Entweder in bester Tarzan- Manie alles umklammern oder, bei schiefen Palmen, wie ein Ägypter, eine Hand nach oben, eine nach unten gespreizt und nur mit den Beinen Umklammernd.
    Kleiner Einführungskurs nach einem netten Schwatz mit dem enthusiastischen Kokosverkäufer in Sámara.
    Da lobe ich mir doch meine Felsen. Da hat man wenigstens was Gescheites zum anfassen.

    Nachdem wir uns nun in bester Ötzi-Manie vorgearbeitet hatten (zwischendurch dachte ich schon, die Nuss will uns veräppeln und besteht nur aus grünem Fruchtfleisch) ging es glücklich und gestärkt weiter.

    Begleitet von freilebenden Affenhorden, roten Ara-Papageienschwärmen und sonstigem herrlichem Getier.

    Am Ende erwartete uns, gut versteckt, ein Traum von einem Wasserfall! Und das Beste: je höher man an und um ihn kletterte, umso schöner wurde er! Und zu guter letzt auch noch ein Kletterseil!
    Offenbar wurde er auch zum rappeling benutzt!
    Nun ja, was da hängt, ist auch für alle da und so rutschten wir IM Wasserfall wieder hinab.

    Für alle, die wie ich bis vor 3 Wochen, noch nie vom rappeling gehört haben: man hängt ein Kletterseil in einen Wasserfall und seilt sich eben daran ab.
    Ob canyoing (das mit der Schwimmweste im Canyon treiben), ziplining (an einer Seilbahn hoch über den Dschungel rasen) oder Klassiker wir kayaken oder Wildwasserfahren- ¨Abenteuerurlaub¨ wird hier zunehmends verbreiteter.

    Glücklich und erfrischt, wohlwissend die 1. auf dieser Halbinsel zu sein, die jemals mit dem Fahrrad bis dorthin vorgedrungen sind, machten wir uns auf den Heimweg.

    Etwas unwillkommen- die nächste Erfrischung: ein Tropenschauer wie aus dem Bilderbuch begleitete uns die letzten 12 km nach Hause.
    Verschlammt und durch bis auf die Knochen kamen wir schliesslich an. Wieso gibt es hier keine warmen Duschen?
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  • Day55

    ...heisa dann gibt's wieder jeden Tag neue Bilder & Geschichten in meinem kleinen vorweihnachtlichen Reisekalender :-)

    Ihr Lieben, ich habe euch weder vergessen, noch die Lust am Schreiben verloren.

    Hach, wenn ihr nur wüsstet, wie mir mein Baby (mein Blog) fehlt.

    Damit ihr versteht, warum es gerade hakt:
    1.) Reparatur.unbezahlbar
    2.) neues Handy kostet mich bis zu 4* soviel, wie daheim. Und die Auswahl hier ist wahrlich begrenzt
    3.) schlechtes Karma: Letztens war ich quasi schon so weit, mir aus lauter Verzweifung doch ein Neues zu kaufen. 1h dem Verkäufer alle möglichen Infos aus der Nase gezerrt, mit ihm auf der Strasse Tag- und Nachtaufnahmen gemacht, geflirtet und geschäkert, um noch einen besseren Preis rauszuschlagen. Schliesslich hatte er  all meine Daten im System aufgenommen, ich reichte ihm das Geld über den Tresen und dann? ¨Stefanie, ich weiss jetyt nicht, wie ich dir das sagen soll. Aber der Akku ist soeben explodiert. Und das war unser letztes Modell¨
    Ich glaube, es sollte einfach nicht sein
    4.) wie kommt ihr nun  an gelegentliche Nachrichten? Jetzt kommt das eigentlich komplizierte: ich hatte ja noch ein ¨ Opferhandy¨ dabei, einen alten Klopper, den sie mir ruhig auf der Strasse hätten klauen können. Auf dem ich für solche Nachrichten hier etwa 30 min tippe. Dessen altersschwacher Prozessor mit mir überfordert ist (deshalb auch DER Prozessor...typisch Mann)
    Also schreibe ich mir selber mittels einer externen Bluetooth- Tastatur eine Email, die ich gelegentlich, bei hervorragenden WLAN-Verhältnissen, über meinen kleinen Rentner hochladen kann. (direkt auf der Seite tippen geht ni, da bricht sie gleich zusammen)
    Wie euch u.U. schon aufgefallen ist, hat diese Tastatur ein Faible für das Exotische, eine Aversion gegen ä/ö/ü, scharfes s und eine y-/z- Schwäche.

    Möchte ich das Ganze nun noch mit Bildern, Datum und korrekten Wegpunkten auf der Karte markieren, so brauche ich auch noch einen richtigen Rechner. Also so ein Ding mit riesigem Kasten und Monitor. Tja, finde sowas erstmal öffentlich im Zeitalter von Smartphones.
    Dort muss alles händisch korrigiert werden, ich muss meine qualitativ-tränentreibenden Fotos vom Handz in die Cloud hochladen, um sie von da auf den fremden Rechner runter zu laden, im Blog hochzuladen und wieder vom Rechner zu löschen.

    Klingt kompliziert? Ist auch so

    So wird aus 15 min/ Blog etwa 1 h
    ABER: am Montag kommt Christian, meine charmantere Hälfte, mit highend-Handy und Profikamera. Und vllt. finde ich dann in Kolumbien ja auch endlich mal ein neues gescheites Spielzeug

    Also, ab und an findet ihr auch mal neue Bilder zu älteren Costa Rica- Geschichten

    PS @ Christian: natürlich liebe ich dich nicht nur wegen deiner materiellen Werte :-p
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