• Kulinarische Abenteuer – Esskultur pur

    January 1 in China ⋅ ⛅ 15 °C

    Kulinarische Feldforschung – Esskultur in China

    Nach über drei Monaten China steht fest: Hier gilt das Motto „Was sich bewegt, könnte schmecken.“
    Ob Seenadel, Seeigel, Fischmagen, Spinne, Insekt, Wurm oder Frosch – nichts ist vor Kochtopf, Suppe, Grill oder auch TCM sicher. Am liebsten noch mit Puls. Frischer geht’s kaum.
    Tierschutz? Offenbar ein Importprodukt. Hier kommen Schnäbel, Köpfe, Hälse, Krallen, Gedärm und Häute direkt mit auf den Teller – Knorpel, Knochen, Sehnen und Fett inklusive. Filetieren gilt als westliche Unsitte.
    Dazu gesellen sich Stinketofu, kulinarische Überraschungspakete und Gerüche, die sich unauslöschlich ins Gedächtnis brennen. Salatblätter, von heißer Soße weichgeprügelt, erinnern optisch wie geschmacklich an eingeschlafene Füße. Alles ist ölig, bunt, kreativ – und geschmacklich irgendwie aus demselben Baukastensystem.
    Die Tischkultur ist ebenso erlebnisreich: Schmatzen, Schlürfen, Zutschen, Ausspucken – gerne neben dem Teller. Gegessen wird, was gerade greifbar ist, geteilt per Stäbchen-Angriff auf Nachbars Teller. Der Mülleimer steht griffbereit, echtes Geschirr eher optional. Hauptsache nicht am Tisch die Nase putzen.
    Kurzum: Ein Fest für Abenteurer, starke Nerven und sehr offene Geschmacksknospen.
    Guten Appetit! 🍜😄
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