Another day in Rishikesh
3. december 2024, Indien ⋅ ☀️ 20 °C
Heute ganz gemütlich mit einer Morgenmeditation und anschließendem zweistündigen Yoga in den Tag gestartet. Mittra hat eine sehr sanfte Praxis, mit ganz viel Achtsamkeit, aber nicht unanstrengend, da sie richtig tief geht. Frühstück gab es auch gleich bei ihm, bzw. Brunch, da es mittlerweile fast 11 Uhr war. Ganz frisch gemachte typisch indische Aloo Paratha mit Joghurt. Mmmhhhhh, drei Stück davon sättigen bis abends! 😅
Dann stand eine Besorgung für einen Freund am Plan. So typische Metalltellerchen, die hier häufig für's Essen verwendet werden, da quasi unzerstörbar. Aber dafür musste ich in's Zentrum von Rishikesh, zu Fuß eine gute Stunde entlang der Hauptstraße - nicht einladend. Also nahm ich mir wieder ein Moped - Taxi, das gefällt mir und erinnert mich an zuhause, wenn Annemarie und ich durch Wien kurven. Gut, bisserl weniger Gehupe in Wien, aber sonst... 😉
Der kundige Fahrer setzt mich auch gleich am richtigen Eck ab und ich werde rasch fündig.
Dann mache ich meinen Weg hinunter zum Triveni Ghat, einer weiteren Stelle am Ganges, wo abends groß das Aarti gefeiert wird. Man kann fein am Wasser entlang spazieren und es ist so viel ruhiger als am Markt! Aber dort sitzen auch viele Menschen, mit denen es das Leben nicht ganz so gut gemeint hat. Zu viele, um allen etwas geben zu können. Das macht mein Herz immer schwer. Ich versuche allen zumindest ein warmes Lächeln zu schenken und nicht einfach an ihnen vorbei zu sehen, was manchmal gar nicht so leicht ist.
Am Schwierigsten finde ich jene Frauen, die meist mit kleinen Kindern im Schlepptau, richtig aufdringlich neben mir herlaufen, und fast schon an meinen Kleidern ziehen, auch wenn ich signalisiere, dass ich gerade nichts geben möchte oder kann. Irgendwann ist eben das Kleingeld zu Ende, das ich mir immer für diese Zwecke aufhebe. Es ist auch schon vorgekommen, dass sie mit der Höhe meiner Spende nicht zufrieden sind und fordernd, ja beinahe verärgert ihre Hand für mehr ausstrecken. Diese Energie finde ich leider sehr abstoßend und es fällt mir schwer, mein Herz hier offen zu halten.❤️
Ebenfalls sehr belastend für mich, sind die vielen Kühe in der Stadt. Scheinbar gab es eine Gesetzesänderung, die den zuvor schon illegalen Export von Rindfleisch komplett unterbindet, und nun werden die Kühe einfach sich selbst überlassen. Die finden in der Stadt natürlich nur bedingt Futter, das für sie geeignet ist, weshalb vor allem viele Kälber aber auch ältere Kühe für meine Begriffe ungesund aufgebläht und abgemagert aussehen und teilweise auch stark verrotzt sind, was mich einfach ganz arg traurig macht. Vor allem angesichts der Hilflosigkeit gegenüber dieser Situation.
Aber das sind die Kontraste mit denen man in diesem Land konfrontiert wird. Es gehört mit zur Polarität unseres Planeten Erde. Leid und Kummer existieren an so vielen Stellen dieser Welt, egal ob wir persönlich ZeugIn davon werden oder nicht. Wir können alleine und augenblicklich nicht alle Probleme lösen, jedoch unser Mitgefühl entwickeln und in unserer Lebenshaltung und unseren Handlungen zum Ausdruck bringen und so Stück für Stück unseren Beitrag leisten.
Om Shanti Shanti Om 🙏🫶🌸Læs mere

It's another World [Mommy]





















