• Teezeremonie

    31. maj 2024, Japan ⋅ 🌧 18 °C

    Übers Internet haben wir vor einigen Tagen eine Teezeremonie gebucht und machen uns nun heute Morgen auf den Weg zum Lokal.
    Das Ganze findet natürlich so gut wie möglich in authentischem Outfit statt. Das heisst, wir bekommen einen "easy-to-wear"-Kimono und posieren in formeller Haltung😊.
    Wir werden unter fachkundiger Leitung in die Kunst der Tee-Zubereitung eingeführt. Unser Lehrer studiert bereits seit 16 Jahren die Tee-Zeremonie. Er hat einen "Master-Degree". Er ist sehr bescheiden, typisch japanisch, und meint, dass er selbst noch viele Jahre Übung braucht, bis er wirklich das so gut kann wie seine Meister. Für denjenigen, welcher die Zeremonie durchführt gilt es, mehr als 1000 Regeln einzuhalten. Für die Gäste der Zeremonie sind es ein wenig mehr als 100 Regeln. An diesem Morgen lernen wir eine handvoll und sind damit schon restlos überfordert 😊. Hinzu kommt die körperliche Fitness für mehr als 2h knieend am niedrigen Tisch zu sitzen. Bei der Tee-Zeremonie geht es in erster Linie nicht um das gemeinsame Trinken des zubereiteten Tees sondern vor allem um eine mentale Leistung zu vollbringen und alle Regeln einzuhalten.
    Voller Begeisterung erzählt er über seine grosse Leidenschaft, den Matcha-Tee und seine Zubereitung. Er nennt sich selbst ein "Matcha-Maniac" und kennt viele weltweit hergestellte Matchas, die er mit einem eigenen Analysegerät zuhause chemisch prüft, ob es wirklich Matcha ist. Das echte Pulver für den Matcha wird aus Teeblättern gewonnen, welche nicht direkt dem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Das führt dazu, dass der echte Matcha eine andere Wirkung zeigt als gewöhnliche Grünteesorten. Er erklärt uns auch, dass Matcha-Tee eigentlich gegessen und nicht getrunken wird. Man isst das Pulver, welches sich im heissen Wasser auflöst. Er selbst malt sich zuhause jeden Tag aus den Blättern die notwendige Menge an Pulver für einen Tee!
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