• Österr. Soldatenfriedhof St. Vasil

    20 Mei 2025, Albania ⋅ ☀️ 21 °C

    Der österreichische Soldatenfriedhof in Shën Vasil (albanisch: Varrezat e ushtarëve austriakë në Shën Vasil) befindet sich im gleichnamigen Dorf in der Nähe von Saranda im Süden Albaniens. Er erinnert an österreichisch-ungarische Soldaten, die während des Ersten Weltkriegs in dieser Region ums Leben kamen. 

    Historischer Hintergrund

    Während des Ersten Weltkriegs wurden zahlreiche österreichisch-ungarische Soldaten von italienischen Truppen gefangen genommen und in Südalbanien zur Zwangsarbeit eingesetzt, insbesondere beim Bau der Küstenstrasse zwischen Vlorë und Saranda. Viele von ihnen starben an Krankheiten wie der Spanischen Grippe oder an den Strapazen der Arbeit und wurden in Massengräbern beigesetzt.

    In Shën Vasil wurden über 50 dieser Soldaten begraben. Die lokale Bevölkerung erinnert sich bis heute an diese Ereignisse, und es existiert ein Ort namens „Varri i Austriakut“ (Grab des Österreichers) in der Nähe des Dorfes Piqeras, der an diese Zeit erinnert. 

    Das Denkmal

    Im Jahr 2000 errichtete der lokale Steinmetz Minello Rroshi auf eigene Initiative ein Denkmal, um die Erinnerung an die gefallenen Soldaten zu bewahren. Das Denkmal trägt die Inschrift: „In diesem Ort ruhen die Überreste mehrerer Dutzend österreichischer Soldaten, gefallen während des Ersten Weltkriegs.“ 

    Für sein Engagement wurde Rroshi vom österreichischen Parlament mit der höchsten Auszeichnung des Österreichischen Schwarzen Kreuzes geehrt und in die gleichnamige Organisation aufgenommen. 

    Bedeutung heute

    Der Friedhof und das Denkmal sind heute ein Ort des Gedenkens und werden insbesondere von österreichischen Touristen besucht, die die Geschichte ihrer Vorfahren nachvollziehen möchten. Die Anlage steht symbolisch für die Versöhnung und das Gedenken an die Opfer des Krieges.
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