Auf dem Weg zu den San Blas Inseln 🏝️
29 dic–5 gen 2025, Caribbean Sea ⋅ ☁️ 27 °C
Silvester auf See 🎆
Am 28.12.24 ging es dann endlich weiter Richtung Westen und damit auf (eigentlich) direktem Weg zu den San Blas Inseln. Von Bequia ging es jedoch vorerst zur Insel St. Vincent, da unser Kapitän Heine dort noch ein persönliches Treffen ausgemacht hatte. Deshalb startete unsere achttägige Überfahrt nach einem zweistündigen Umweg über St. Vincent gegen 12:00 Uhr 🇻🇨
Da die Tage auf See einer immer wiederkehrenden Routine folgen, gibt es auch von dieser Etappe hauptsächlich eine Auflistung der Highlights:
1. Einige Stunden nach dem Ablegen gab es einen Schwimmstopp, den alle für eine wohltuende Abkühlung nutzten - hier an Bord ist's mittlerweile auch während der Fahrt sehr warm und die Ventilatoren in den Zimmern können da ebenfalls kaum noch Abhilfe leisten (obwohl es ohne wahrscheinlich noch deutlich schlimmer wäre) 💨
2. Am 29.12.24 fiel mir vor unserer Kreidetafel sitzend auf, dass Marie gerade in ihrer Cabin war (das Fenster direkt unter der Kreidetafel) und Musik hörte. Ich fragte mich - wie so häufig - wie ich die ganze Situation zu meiner Belustigung nutzen könnte. Da erinnerte ich mich daran, dass es im Wheelhaus ja eine beträchtliche Anzahl an Wasserpistolen gibt. Ich fragte Hannes nach einer kleinen Wasserpistole, füllte sie mit Wasser und der Spaß nahm seinen Lauf. Nachdem ich Marie zunächst im Glauben ließ, dass es anfangen würde zu regnen, wollte sie sich daraufhin prompt revanchieren. Auch Janno und Christian schlossen sich sehr schnell der spontanen Wasserschlacht an und so verbrüderten wir uns zunächst, um Marie mit etwas Wasser zu erfrischen. Alsbald gab es dann jedoch keine Bündnisse mehr und das Spektakel nahm seinen Lauf. Durchnässt, aber glücklich, wurden dann die Friedensverhandlungen aufgenommen und der DeepClean der Cabins weitergeführt 🔫
Am Abend gab es dann wieder eine 'Silent Hour', zu der ich einen gedanklichen Impuls vorbereitet hatte. Es ging darum, dass man von unserer Reise auf jedenfall 'große Highlights' in Erinnerung behalten wird; sei es ein besonderes Land, eine gemeinsame Aktivität o. ä. Vielleicht wollen ja einige Schüler*innen (viele schreiben auch Tagebuch) die Silent Hour nutzen, um sich 'kleine zwischenmenschliche Highlights' zu notieren, die ansonsten eher in Vergessenheit geraten würden. Ein Kompliment, ein spannendes Gespräch, eine gemeinsame Erfahrung oder eine herzliche Umarmung, über die man sich gefreut hat etc.
Vom Gefühl her kam dieser Perspektivvorschlag bei vielen Schüler*innen gut an. Ob sie diesen beherzigten konnte ich leider nicht ausmachen, da ich die anschließende Stunde am Steuer verbrachte 🛞
3. Am 31.12.24 feierten wir auf hoher See den Jahreswechsel. Dazu hatten sich Tilly und Felipa ein paar Dinge überlegt:
Nach dem leckeren Abendessen von Heine und der zuständigen Galley sollte jede Person für sich Vorsätze sowie Dinge notieren, die sie gerne im nächsten Jahr 'loslassen' möchte. Danach wurden die Personen zunächst einzeln, aber später auch in Zweier- oder Dreiergruppen nach draußen aufs Maindeck geschickt, um vom Tilly-und-Felipa-Orakel eine Weissagung über das kommende Jahr zu erhalten. Einige waren sehr präzise: 'Matthias du wirst Manuel Neuer im Tor des FC Bayern München beerben'. Einige waren weniger präzise: 'Anna, du wirst segeln und deine Bestimmung darin finden' 🔮
Laut des Tilly-und-Felipa-Orakels werde ich Yogalehrer in Indien und dort noch mehr zu meiner inneren Mitte finden 🧘🏽🕉️
Im Anschluss an das Orakel gab es dann eine Eigenkreation von 'Dinner for One' (Dinner for Watch), die wir uns alle zusammen im Messroom anschauten. Außerdem gab es zum Jahreswechsel noch Pralinen, Zimtschnecken und Süßigkeiten. Um kurz vor 12 warfen wir dann unsere Zettel mit unseren Vorsätzen etc. ins Meer und hofften, dass es in diesem Sinne als Wunschbrunnen fungierte und zur Erfüllung dieser Vorsätze auf magischer Weise beiträgt. Nach einem gemeinsamen Countdown wünschten wir uns pünktlich um 00 Uhr (Deutsche Zeit: 05 Uhr morgens) ein Frohes Neues Jahr und konnten entfernt am Horizont tatsächlich Feuerwerk aus Aruba sehen 🎆🫂🥳
Bis 01:00 Uhr erlaubten wir den Schüler*innen auf dem Maindeck zusammen zu feiern - währenddessen steuerte ausnahmsweise tatsächlich mal der 'Autopilot' und wir mussten uns hauptsächlich um den Ausguck kümmern. Ab 01:00 Uhr übernahm dann die diensthabende Watch und alle konnten sich am 01.01.25 auf ein absolutes Novum freuen: Der Unterricht begann anstelle von 09 Uhr erst um 10 Uhr 🙏🏽🥰🙃
Ocean College bedeutet damit u. a. auch, am 01.01. Chemieunterricht zu haben 🥳
4. Zur Feier des Tages hatte die Galley um Max, Jakob und Johannes die Idee, das Dinner am 01.01 etwas anders zu gestalten. Dazu schlossen sie eine halbe Stunde vor Start des Essens den Messroom, deckten für alle ein und tischten uns dann nach und nach ein Drei-Gänge-Menü auf. Wir saßen also alle die ganze Zeit beisammen und konnten uns voll und ganz aufs Essen konzentrieren. Normalerweise wird das Essen nämlich am Galley-Fenster ausgegeben und jede Person sucht sich seinen favorit-place-for-eat 🍽️
Zuerst gab es eine schmackhafte Tomatensauce, danach ein Kartoffelgratin mit Fleisch bzw. vegetarischen Bällchen á la Köttbular und als Nachtisch Eis mit Schokosauce 🍨
Als Belohnung für die Bewirtung und die tolle Idee gab es dann für die drei noch ein paar Schokoladenhighlights 🍫
5. Am 02.01.25 gab es dann ein Ereignis, an dass die meisten schon beinahe nicht mehr geglaubt hätten: wir hatten was an der Angel 🎣
Ich war zu dem Zeitpunkt selbst auf dem Poopdeck und konnte mit ansehen, wie Janno und Maxim eine Goldmakrele auf Steuerbordseite aus dem Wasser holten. Nach ein paar kräftigen Schlägen von Malte wurde der Fisch von Janno ausgenommen und die zu verwertenden Teile zunächst eingefroren. Lisa und Raphi sezierten unterdessen den Kopf und die ausgenommenen Organe mit ein paar wissbegierigen Schüler*innen. Es wurden die einzelnen Organe fein säuberlich getrennt und der Mageninhalt ('oh, noch ein Fisch') analysiert. So wurde der Unterricht von Kaspar an diesem Tag eher zur Nebensache - kann beim Ocean College schonmal passieren 🐟
6. Nach dem Fang kletterte ich auf den Mast, um mir den - aufgrund des strahlend blauen Himmels potenziell fantastischen - Sonnenuntergang aus einer anderen Perspektive anzuschauen. Ich muss sagen: ich wurde nicht enttäuscht 🌅
Das schöne am Platz dort oben? Man kann auch in luftiger Höhe das Spektakel auf dem Schiff weiter beobachten - so war es mir möglich, sowohl den Sonnenuntergang, als auch das Ausnehmen von Janno sowie das Sezieren mitzuerleben 🚩
Weitere zwischenmenschliche Highlights:
Ein Gespräch mit Arne über das Zugehörigkeitsgefühl zum eigenen Wohnort und die Frage, ob der Mensch im Leben eher Bequemlichkeit oder Abenteuer bevorzugen sollte.
Eine Umarmung von Marilen nach dem Impuls über die zwischenmenschlichen Highlights und ein anschließendes Gespräch über die positive Seite zwischenmenschlicher Beziehungen und gegenseitiger Einflussnahme.
Ein Gespräch mit Talea über Sensibilität und die Schwierigkeit als sensibler Mensch nicht alles zu wörtlich bzw. persönlich zu nehmen 💬
---
New Year's Eve at sea 🎆
On 28.12.24, we finally headed west and thus (actually) directly to the San Blas Islands. From Bequia, however, we first went to the island of St. Vincent, as our captain Heine had arranged a personal meeting there. So after a two-hour detour via St. Vincent, our eight-day crossing started at around 12:00 🇻🇨
As the days at sea follow a recurring routine, the highlights of this stage are mainly listed below:
1. A few hours after casting off, there was a swimming stop, which everyone used for a refreshing dip - it's now very warm on board, even during the trip, and the fans in the rooms can hardly help (although it would probably be much worse without them) 💨
2. On 29.12.24, sitting in front of our chalkboard, I noticed that Marie was in her cabin (the window directly under the chalkboard) listening to music. I wondered - as I often do - how I could use the whole situation to my amusement. Then I remembered that there are a considerable number of water pistols in the Wheelhaus. I asked Hannes for a small water pistol, filled it with water and the fun began. After I initially led Marie to believe that it was going to start raining, she promptly wanted to return the favor. Janno and Christian also quickly joined in the spontaneous water fight and so we fraternized at first to refresh Marie with some water. Soon, however, there were no more alliances and the spectacle took its course. Soaked but happy, the peace negotiations were then resumed and the deep clean of the cabins continued 🔫
In the evening, there was another 'silent hour', for which I had prepared a thought-provoking impulse. The idea was that we would definitely remember 'big highlights' from our trip, be it a special country, a joint activity or similar. Perhaps some students (many of whom also write in their diaries) would like to use the silent hour to make a note of 'small interpersonal highlights' that would otherwise be forgotten. A compliment, an exciting conversation, a shared experience or a warm hug that made them happy, etc.
Many of the students liked the idea of this perspective. Unfortunately, I couldn't tell whether they took it to heart, as I spent the following hour at the wheel 🛞
3. On 31.12.24 we celebrated the turn of the year on the high seas. Tilly and Felipa had thought of a few things to do:
After a delicious dinner from Heine and the responsible galley, each person was asked to write down their own resolutions and things they would like to 'let go' of in the coming year. The people were then sent out onto the main deck, initially individually, but later also in groups of two or three, to receive a prediction about the coming year from the Tilly and Felipa oracle. Some were very precise: 'Matthias, you will succeed Manuel Neuer in goal for FC Bayern Munich'. Some were less precise: 'Anna, you will sail and find your destiny in it' 🔮
According to the Tilly and Felipa oracle, I will become a yoga teacher in India and find my inner center there even more 🧘🏽🕉️
After the oracle, there was a special creation of 'Dinner for One' (Dinner for Watch), which we all watched together in the Messroom. There were also chocolates, cinnamon buns and sweets to celebrate the new year. At just before 12, we then threw our notes with our resolutions etc. into the sea and hoped that it would act as a wishing well and magically contribute to the fulfillment of these resolutions. After a joint countdown, we wished each other a Happy New Year punctually at 00:00 (German time: 05:00 in the morning) and could actually see fireworks from Aruba in the distance on the horizon 🎆🫂🥳
We allowed the students to celebrate together on the main deck until 01:00 - during this time, the 'autopilot' actually steered for once and we mainly had to take care of the lookout. From 01:00, the watch on duty took over and everyone was able to look forward to an absolute novelty on 01.01.25: instead of starting at 09:00, lessons only began at 10:00 🙏🏽🥰🙃
Ocean College also means having chemistry lessons on 01.01. 🥳
4. To celebrate the day, the galley around Max, Jakob and Johannes had the idea of organizing the dinner on 01.01 a little differently. They closed the Messroom half an hour before the start of the meal, set the table for everyone and then gradually served us a three-course meal. So we all sat together the whole time and were able to concentrate fully on the food. Normally, the food is served at the galley window and each person chooses their favorite place to eat 🍽️
First we had a tasty tomato sauce, then a potato gratin with meat or vegetarian balls à la Köttbular and ice cream with chocolate sauce for dessert 🍨
As a reward for the hospitality and the great idea, there were a few chocolate highlights for the three of them 🍫
5. On 02.01.25 there was an event that most people almost didn't believe would happen: we had something on the line 🎣
I was on the poop deck myself at the time and watched as Janno and Maxim pulled a dolphinfish out of the water on the starboard side. After a few powerful strokes from Malte, the fish was gutted by Janno and the parts to be used were frozen for the time being. Meanwhile, Lisa and Raphi dissected the head and the gutted organs with a few inquisitive pupils. The individual organs were neatly separated and the stomach contents ('oh, another fish') were analyzed. So Kaspar's lessons became more of a minor matter on this day - can happen at Ocean College 🐟
6. After the catch, I climbed the mast to watch the sunset - potentially fantastic due to the bright blue sky - from a different perspective. I have to say: I was not disappointed 🌅
The nice thing about the place up there? You can continue to watch the spectacle on the ship even at lofty heights - so I was able to witness the sunset as well as the gutting of Janno and the dissection 🚩
Other interpersonal highlights:
A conversation with Arne about the feeling of belonging to one's place of residence and the question of whether people should prefer comfort or adventure in life.
A hug from Marilen after the impulse about the interpersonal highlights and a subsequent conversation about the positive side of interpersonal relationships and mutual influence.
A conversation with Talea about sensitivity and the difficulty of not taking everything too literally or personally as a sensitive person 💬
____________________
#atlanticcrossing #atlantic #aruba #sanblasislands #reginamarisamsterdam #gapyear #segeln #atlantiküberquerung #adventureatsea #aroundtheworld #gedanken #erlebnisse #erfahrungen #perspektivwechsel #philosophie #auslandshalbjahr #meer #ocean #oceancollege #andersdenken #sailing #sailinglife #sailship #boat #travel #travelbyship #traveltheworld #travelblogger #caribbean #swimstopLeggi altro






















