• Es geht heim: Unsere letzte Überfahrt ⛵

    7–18 apr. 2025, North Atlantic Ocean ⋅ 🌬 13 °C

    Es geht heim: Unsere letzte Überfahrt ⛵

    Während unserer letzten Überfahrt gibt es bekanntlich keine Schule mehr, d. h. die Schüler*innen haben pro Tag 8 Stunden Watch. Aufgeteilt in Alpha (1-5/13-17) - Bravo (5-9/17-21) - Charlie (9-13/21-1) haben die Schüler*innen - wie am Anfang der Reise immer 4 Stunden Watch und dann 8 Stunden frei. Da es auch während unserer letzten Überfahrt demnach eine wiederkehrende Routine gab, folgen hier die Highlights unserer letzten Tage auf See 🌊:

    1. In der Nacht vom 07. auf den 08.04.25 gab es aufgrund einer Verstopfung der Rohre ein 'Missgeschick' in der Aftcabin, aus deren Abflüsse aufeinmal Schwarzwasser austrat 💩
    2. Die ersten Tage der Überfahrt waren geprägt von Seekrankheit, Müdigkeit und dem allgemeinen HandOver. So mussten sich die Schüler*innen erst einmal an ihre neue Rolle gewöhnen und ich nutzte - mit Unterstützung von Anna - die ersten Tage der Überfahrt für das Schreiben der Zeugnisse (inkl. großzügiger Pausen, denn ich bin ja jetzt bekanntlich 30 🫥) 📝
    3. Da selbst die Schüler*innen mitbekommen, dass wir Lehrkräfte nun parallel Zeugnisse schreiben, werden auch Bestechungsversuche in Form von Erdbeerkuchen-Versprechungen unternommen - ob dies so erfolgreich war, lässt sich nicht abschließend sagen 🍰
    4. In den letzten Tagen auf See sind Gemeinschafts- und Gesellschaftsspiele hoch im Kurs. So werden jeden Tag etliche Runden Monopoly sowie Durak, Arschloch oder Dobble gespielt - eine abendliche Runde Durak/Arschloch von Can, Jana, Hannes, Christian, Anna und mir gipfelte in großartigen Schummelversuchen🃏
    5. Viele Schüler*innen nutzen - mit Blick auf die baldige Rückkehr in die Heimatschule - noch die Gelegenheit einer 1zu1-Betreuung in Mathe. So saß ich in den letzten Tagen meist mittags mit Ella zusammen und abends mit Sali. Zwischendurch kam dann auch SaSa mit ein paar Fragen zur Kreis- und Prismenberechnung um die Ecke 📐🔢
    6. Am 11.04.25 ging es - zusammen mit Anna - wahrscheinlich das letzte Mal auf den Mast. So genossen wir die Aussicht mit ein paar Chips und amüsierten uns köstlich über die Steuerkünste der diensthabenden Watch. Im Anschluss legten wir uns mit drei Sitzsäcken auf die Schot vom Basan und schauten uns den nahenden Sonnenuntergang an - während SaSa sich noch spontan auf meinem Gesicht mit einer Malerei verewigte 🛞🌅
    7. Am 12.04.25 kam Anna und mir während einer klassischen Nacht-und-Nebel-Aktion um halb 1 im Messroom mal wieder eine grandiose Idee: so beschlossen wir am Dienstag, den 15.04.25, eine 24-stündige Watch durchzuziehen, in der ich die Voraussetzungen für das erste Level im blauen Buch absolvieren muss ⚡🖊️
    8. Die besten Bäckerinnen und Bäcker an Bord ließen sich in den letzten Tagen nicht lumpen und versorgten uns mit allerlei schönem Gebäck, wie z. B. Apfelkuchen, Schokokuchen, Zimtschnecken etc.
    9. Die letzten Ideen und Einfälle werden umgesetzt. So versammelten sich alle leidenschaftlichen Sänger*innen in einer Cabin, um ein von Anna ungedichtetes Lied aufzunehmen (Tim Bendzko 'Nur noch kurz die Welt retten'). Dazu begleitete Marilen das Ganze mit ihrem Keyboard. Auch ein Musikvideo soll es geben. Wir bleiben gespannt 🎙️🎶
    10. Am 15.04.25 zogen wir es tatsächlich durch - 24h Watch bei miesestem Wetter mit durchgehend Regen und zeitweise Hagel (⚡). Die Krönung war dann ein einstündiger Aufenthalt im Engineroom, um die tiefgefrorenen Gliedmaßen - auf einem unserer Generatoren sitzend - wieder aufzutauen ❄️🔥
    11. Immer mehr Namen wurden notiert und immer mehr Rätsel taten sich um die geheimnisvolle Kühlschranktür auf. Das Geheimnis soll in Amsterdam gelüftet werden. Wir bleiben gespannt 🏹
    12. Und dann saßen sie aufeinmal wieder vor mir um 2:45 Uhr nach unserem 24h Watch-Marathon: Jana und Arvid mit ihren warmgemachten Dosenravioli in den typisch weißen Schälchen. Nach 6 Monaten auf diesem Schiff wundert mich gar nichts mehr (lustiger SideFact: während ich diese Zeilen schreibe, veranstalten Sali und Timo um Mitternacht (16-17.04.25) eine Kissenschlacht. Zu zweit. Im beinahe leeren Messroom. Mit verschiedenen 'Runden' ☁️)
    13. Am Abend des 16.04.25 setzte sich Graf SaSa neben mich und wir gingen zusammen das erste Level vom blauen Buch durch. So konnte ich 3 Tage vor dem Ende der Reise das Level tatsächlich noch abschließen 📘
    14. Unser letzter gemeinsamer Sonnenuntergang auf See verabschiedete uns am 17.04.25 in phänomenaler Weise. Alle standen auf dem Poopdeck und schauten gemeinsam auf die letzten Minuten Tageslicht. Danach kam spontan die Idee auf, das Schiff in Fluch-der-Karibik-Manier zum Schaukeln zu bringen. Der Motor wurde ausgeschaltet und unter Anleitung von Heine kam unsere Regina tatsächlich ins Wanken. Ein Spaß für alle 🌅⛵
    15. Am Abend des 17.04.25 wollte ich noch einige Sachen zusammenpacken und wurde dabei von Graf SaSa vorbildlich davon abgehalten. Ob er selbst in den Müllbeutel passt? Klar! Zumindest ist dabei ein wunderschönes Video rausgekommen 📽️
    16. Anna und ich verbrachten den Abend bis 01:00 Uhr im Messroom und bastelten noch ein paar Abschiedsgeschenke. Um 01:00 Uhr kam 'Schlumpfi' (die kl. Marie) von ihrer Watch runter und wir saßen noch bis 04:00 Uhr zusammen. Mit einigen Unterbrechungen durch Menschen, die um halb 3 auf die Idee kamen, noch Nudeln zu kochen oder sich spontan noch Filme von Festplatte zu Festplatte zu ziehen, bedankte ich mich bei den beiden für ihren Einsatz während der gesamten Reise und insbesondere an meinem Geburtstag, die geschriebenen Worte von Anna und die Bilder, die Stöpsi mir gemalt hatte. Passend auf Geschenke zu reagieren liegt wahrlich nicht in meinen Stärken. In meinem Kopf freue ich mich über alle Maße und bin meist sehr gerührt von jeglicher Geste, es aber in Worten auszudrücken und mich angemessen zu bedanken, fällt meist doch sehr schwer. Ich hoffe, es ist so rübergekommen, wie ich es intendiert habe 💭

    Mein persönliches Highlight:
    Zum ersten Mal auf dieser Reise gab es kein richtiges Highlight, denn unser nächstes Ziel dieser Überfahrt bedeutet gleichzeitig auch das Ende dieser Reise. Viele letzte Male (bspw. letzte Silent Hour inkl. Impuls), die tagtäglich passieren und uns alle in eine ambivalente Stimmung bringen. Einerseits glücklich und dankbar, andererseits traurig und wehmütig...
    So setzte ich mich am Tag nach der 24h Watch in den Messroom und schrieb zu jeder Person an Bord ein paar persönliche Zeilen, die bei Wiederankunft entweder vorgelesen werden sollen oder den einzelnen Personen ausgehändigt werden 📝
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    We're going home: our last crossing ⛵

    As you know, there is no more school during our last crossing, which means that the students have 8 hours of watch per day. Divided into Alpha (1-5/13-17) - Bravo (5-9/17-21) - Charlie (9-13/21-1), the students always have 4 hours of watch and then 8 hours off, just like at the beginning of the trip. Since there was also a recurring routine during our last crossing, here are the highlights of our last days at sea 🌊:

    1. in the night from 07 to 08.04.25, there was a 'mishap' in the aft cabin due to a blockage in the pipes, with black water suddenly leaking out of the drains 💩
    2. the first few days of the crossing were characterized by seasickness, tiredness and the general handover. The students first had to get used to their new role and I used the first few days of the crossing - with Anna's support - to write the reports (including generous breaks, because as you know I'm now 30 🫥) 📝
    3. since even the students realize that we teachers are now writing reports at the same time, attempts are also made to bribe them in the form of promises of strawberry cake - whether this was so successful cannot be said conclusively 🍰
    4. During the last few days at sea, community and board games are very popular. Every day, several rounds of Monopoly as well as Durak, Arschloch or Dobble are played - an evening round of Durak/Arschloch by Can, Jana, Hannes, Christian, Anna and me culminated in great attempts at cheating🃏
    5. many students - with a view to their imminent return to their home school - still take the opportunity of 1-to-1 support in math. In the last few days, I usually sat with Ella at lunchtime and Sali in the evening. In between, SaSa came around the corner with a few questions about calculating circles and prisms 📐🔢
    6. 11.04.25 was probably the last time we went up the mast - together with Anna. We enjoyed the view with a few potato chips and had a good laugh at the steering skills of the watch on duty. Afterwards, we lay down on the sheet of the basan with three beanbags and watched the approaching sunset - while SaSa spontaneously immortalized herself on my face with a painting 🛞🌅
    7. on 12.04.25, Anna and I had another great idea during a classic night-and-fog activity at half past midnight in the messroom: so we decided to do a 24-hour watch on Tuesday, 15.04.25, in which I have to complete the requirements for the first level in the blue book ⚡🖊️
    8. the best bakers on board have been busy over the last few days, providing us with all kinds of delicious pastries, such as apple pie, chocolate cake, cinnamon buns, etc.
    9. the last ideas and ideas are implemented. All the passionate singers gathered in a cabin to record a song that Anna had not written (Tim Bendzko 'Nur noch kurz die Welt retten'). Marilen accompanied the whole thing with her keyboard. There will also be a music video. We remain curious 🎙️🎶
    10. on 15.04.25 we actually went through with it - 24h watch in the worst weather with continuous rain and occasional hail (⚡). The crowning glory was a one-hour stay in the Engineroom to thaw out our frozen limbs - sitting on one of our generators ❄️🔥
    11. more and more names were noted down and more and more mysteries arose about the mysterious fridge door. The secret is to be revealed in Amsterdam. We remain curious 🏹
    12. And then suddenly they were sitting in front of me again at 2:45 a.m. after our 24-hour watch marathon: Jana and Arvid with their warm canned ravioli in the typical white bowls. After 6 months on this ship, nothing surprises me anymore (fun side fact: as I write these lines, Sali and Timo are having a pillow fight at midnight (16-17.04.25). The two of them. In the almost empty Messroom. With various 'rounds' ☁️)
    13. On the evening of 16.04.25, Count SaSa sat down next to me and we went through the first level of the blue book together. So I was actually able to complete the level 3 days before the end of the trip 📘
    14. Our last sunset at sea together was a phenomenal farewell on 17.04.25. Everyone stood on the poop deck and watched the last few minutes of daylight together. Afterwards, we spontaneously came up with the idea of rocking the ship in Pirates of the Caribbean style. The engine was switched off and, under Heine's guidance, our Regina actually started to sway. Fun for everyone 🌅⛵
    15. On the evening of 17.04.25 I wanted to pack up a few things and Count SaSa did an exemplary job of stopping me. I wonder if he can fit into the bin bag himself? Sure, at least he made a wonderful video 📽️
    16. Anna and I spent the evening in the Messroom until 01:00 and made a few farewell presents. At 01:00 'Schlumpfi' (little Marie) came down from her watch and we sat together until 04:00. With a few interruptions from people who had the idea of cooking pasta at half past two or spontaneously pulling movies from hard disk to hard disk, I thanked both of them for their commitment during the whole trip and especially on my birthday, the written words from Anna and the pictures that Stöpsi had painted for me. Responding appropriately to gifts is really not one of my strengths. In my head, I am very happy and usually very touched by every gesture, but expressing it in words and thanking them appropriately is usually very difficult. I hope it came across as I intended 💭

    My personal highlight:
    For the first time on this trip, there was no real highlight, because our next destination on this crossing also meant the end of this trip. Many last times (e.g. last silent hour incl. impulse) that happen every day and put us all in an ambivalent mood. On the one hand happy and grateful, on the other sad and wistful...
    So the day after the 24h Watch, I sat down in the Messroom and wrote a few personal lines for each person on board, which will either be read out or given to each person on arrival 📝.
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