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  • Day77

    Mit Peru Rail nach Puno

    December 26, 2018 in Peru ⋅ 🌧 9 °C

    Wir steuern heute unser letztes Ziel in Peru an: Puno am Titicacasee.
    Nach viel Wandern und Busfahren, ist die Reise dorthin unser Weihnachtsgeschenk an uns selbst. Es geht nämlich luxuriös mit dem historischen Zug für 10 Stunden durch das wunderschöne Hochland von Peru.

    Schon morgens erwarten uns Kaffee, Livemusik und bequeme Sessel im Wartesaal am Bahnhof Cusco. Nach dem Check-in werden wir zu unseren Plätzen geführt: ein Zweiertisch am Fenster im holzvertäfelten Wagon, schön eingedeckt und mit frischen Blümchen. 🙌 Wir merken schnell: das wird ein ganz besonderes Erlebnis auf dieser Reise.

    Langeweile kommt während der langen Fahrt definitiv nicht auf: während wir die vorbeiziehende Landschaft und unseren Willkommensdrink genießen, gibt es schon am Vormittag Livemusik und Tanz und ich (Evi) finde es toll, mal nicht selbst das Folkloreprogramm zu sein. 😉 Wir halten einmal an einem kleinen Markt und jetzt wird uns auch noch eine Baby-Alpaca-Modenschau im Zug geboten... Natürlich ist das alles ein bisschen touristisch, aber was soll’s. Wir genießen die Fahrt und das Programm und sind gespannt, was der Tag noch an Überraschungen für uns bereit hält.
    Pit hat schon jetzt so viele Fotos wie wahrscheinlich noch an keinem anderen Tag dieser Reise gemacht: der Zug, die Landschaft - alles ist so schön und muss festgehalten werden.

    Das Mittagessen wird serviert, vor uns stehen schon Pisco Sour und chilenischer Weißwein. Es gibt eine ganz hervorragende Kartoffelsuppe, leckeres Saltimbocca vom Kalb mit Risotto und eine himmlische Schokoladennachspeise. Alles schmeckt zum Niederknien. 👌

    Am Nachmittag geht das Unterhaltungsprogramm weiter und man kann im Barwagon (ja auch den gibt es hier, gleich nach dem Aussichtswagon 😬) lernen, wie man Pisco Sour mixt und wieder gibt es dazu Musik und Tanz in bunten Kostümen.
    Da wir uns mit Pisco schon sehr gut auskennen 😉 genießen wir die Fahrt in Ruhe an unserem Platz.

    Zwei Stunden vor Ankunft passieren wir die Stadt Juliaca. Der Zug fährt nur Zentimeter am Markt der Einheimischen vorbei, Autos halten ganz knapp vor den Bahnübergängen und schon Sekunden nach dem letzten Wagon nehmen die Leute wieder die Gleiße in Beschlag. Wir fahren in unserer abgeschlossenen Welt durch das ganz normale Peru. Das, was wir aus dem Fenster sehen, ist keine Folklore - es ist das echte Leben mit allen guten und schlechten Aspekten.
    Uns wird ganz schnell wieder bewusst, dass das was wir erleben dürfen, ein großes Privileg und für viele Menschen nicht möglich ist. Vielleicht gar nicht schlecht, kurz vor Puno wieder ein bisschen in die Realität zurück geholt zu werden.

    Zugegeben, als der Afternoon-Tea mit Häppchen und kleinen Kuchen serviert wird, gerät der moralische Kompass wieder ein bisschen ins Trudeln. Aber diese Fahrt zu genießen, ist ja auch keine Sünde. 😉
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  • Day75

    Weihnachten in Cusco

    December 24, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 14 °C

    Wir verbringen Hl. Abend und den ersten Weihnachtsfeiertag in Cusco und starten gleich mal mit einer guten Tat in die Feiertage. 😬

    24.12. 09:30 Uhr
    Americo, unser Guide die letzten Tage auf dem Weg zum Macchu Picchu, hat uns auch viel über sein Privatleben erzählt. Er lebt mit seiner Familie in einer kleinen Community ca. eine Stunde außerhalb von Cusco. Jedes Jahr zu Weihnachten beschenkt er die dortigen Kinder mit Süßigkeiten und wir entscheiden spontan, dass wir ihn dieses Jahr dabei unterstützen. Also auf in den Supermarkt und zwei Tüten voller Bonbons, Schokolade und Lollis gekauft. So macht Weihnachts-Shopping Spaß! Auch die Kassiererin im Supermarkt kann sich ein Lachen bei unserem Einkauf nicht verkneifen. 😂
    Wir treffen Americo noch einmal in unserem Hotel und überreichen ihm unsere kleine Spende. Wenn sich die Kinder im Dorf genauso freuen, wie seine beiden kleinen Söhne, die er mitgebracht hat, dann haben wir alles richtig gemacht! ☺️

    24.12. 12:30 Uhr
    Danach geht es in das Zentrum von Cusco. Von Besinnlichkeit keine Spur: auf dem zentralen Platz findet ein riesiger Markt statt. Es gibt alles an weniger oder mehr wertvollen Kleinigkeiten und es scheint, ganz Cusco ist hier und erledigt letzte Einkäufe. Die Sonne scheint, es gibt leckeres Essen - da passt am besten noch ein Pisco Sour. Somit stoßen wir das erste mal am Nachmittag auf die Feiertage und die Lieben daheim an. 🥂

    24.12. 16:15 Uhr
    Mehr Pisco Sour 😂

    24.12. 17:30 Uhr
    Passend zu unserem Aufenthalt in Peru schauen wir „Tim & Struppig im Sonnentempel“. Struppi wird gerade von einem Kondor entführt. 😳
    PS: nie wieder Pisco Sour... huiuiui

    24.12. 23:00 Uhr
    Den Hl. Abend lassen wir mit einem tollen Drei-Gänge-Menü im MAP Café ausklingen. Es gibt Salat bzw. Meerschweinchen-Tortellini, dann Lammlendchen bzw. Alpaca-Steak und als Abschluss warme Schokoladentrüffel bzw. Limonen-Kuchen mit Karamelleis (Danke an die Familie daheim für das Sponsoring ❤️). Wir rollen zurück ins Hotel. 😉

    25.12. 00:00 Uhr
    In Peru begrüßt man das Christkind anscheinend mit lautem Feuerwerk. 🎇 Ein Blick aus dem Fenster zeigt: Es kommt weniger auf die Farben als auf die Lautstärke der Böller an. 😬
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  • Day74

    Macchu Picchu

    December 23, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 19 °C

    Am dritten Tag unseres Treks sind wir also gestern Abend nach einer wunderschönen Zugfahrt durch das Sacred Valley in Aguas Calientes angekommen. Dieser Ort war vor 50 Jahren noch ein verschlafenes Nest, in dem ungefähr 4 Familien gewohnt haben. Seit dem aufkommenden Tourismus rund um Macchu Picchu ist das Städtchen aber explodiert und ein Restaurant oder Hotel steht neben dem nächsten. Es gibt einen riesigen Markt für Mitbringsel aller Art und es dreht sich wirklich alles um die Besucher des Macchu Picchu.
    Die Ankunft mit dem Zug in Aguas Calientes war beeindruckend: der Ort liegt in einem schmalen Talabschnitt, eingezwängt zwischen steilen Bergen und die Bahnstrecke verläuft nur wenige Meter neben Tischen und Stühlen von Restaurants. Würde es hier sowas wie den deutschen Sicherheitsstreifen bei der Bahn geben, würden die Leute wohl nur den Kopf schütteln. Die Gleise und Züge sind ganz normaler Bestandteil des alltäglichen Trubels und wenn grad kein Zug kommt, mehr Gehweg als Bahntrasse. 😊
    An diesem Abend müssen wir nicht im Zelt schlafen. Unser Touranbieter hat ein schönes Hotel gebucht und auch das Abendessen ist bereits geregelt. Bei Alpacasteak, Bier und Pisco Sour mit unserem Guide Americo steigt die Vorfreude auf den nächsten Tag, an dem es hoch zum Macchu Picchu geht. Nur zum Schlafen brauchen wir dann doch Ohropax: unser Zimmer geht auf den Urubamba-Fluss hinaus und der veranstaltet deutlich mehr als ein leises Rauschen. 😂

    Wir starten morgens um 6 und erreichen eine Stunde später Macchu Picchu in einer dicken Nebelsuppe. Americo beruhigt uns und versichert, dass das Wetter noch besser wird. Sein Wort in Gottes Ohr! 😉 Aber tatsächlich reißt es nach einer halben Stunde auf und wir erhalten einen immer klareren Blick auf die Ruinen und die umliegenden Berggipfel. Was für ein Traum! 🙌
    Americo führt uns ausführlich über das gesamte Areal und wir erfahren viel über die Inkakultur, die Architektur und die Geschichte von Macchu Picchu. Wir bestaunen die Tempel und den Königspalast und hören gebannt zu, welche Fragen rund um diese Ruinen noch immer offen sind. Wir wandern sogar eine halbe Stunde über einen ehemaligen Inkapfad, der zum Tal hin steil in die Tiefe abfällt und erkunden eine alte Inka-Brücke: 4 Baumstämme hunderte Meter über dem Abgrund (nein, drüber gehen darf man nicht 😉).
    Es scheint nun immer mehr die Sonne und Macchu Picchu zeigt sich von seiner Postkarten-Seite. So haben wir uns eins unserer Highlights der Reise vorgestellt!
    Um einen noch besseren Blick zu erhaschen, steigen wir noch auf den Wayana Picchu, dem berühmten Berg hinter den Ruinen. Mit normalem Wandern hat das wenig zu tun: es geht 40 Minuten steile Stufen nach oben und treibt einem den Schweiß ins Gesicht. Aber der Ausblick belohnt die Mühen, denn oben angekommen liegt uns Macchu Picchu in der Sonne zu Füßen. Wie schön, dass wir diesen Ort, den man von so vielen Bildern kennt, endlich live sehen durften.

    Am Nachmitag kehren wir dann mit Zug und Taxi zurück nach Cusco. Morgen ist der 24. Dezember und wir verbringen ein gemütliches Weihnachten hier. 😊
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  • Day72

    Lares Trek - einmal Luxuscamping bitte

    December 21, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 13 °C

    Wir wollen nach Macchu Picchu - und das am besten zu Fuß. 😊
    Genau deswegen geht es am 20.12. früh morgens los auf den Lares Trek. Wir machen nicht den klassischen Inka-Trek, weil er mittlerweile zu sehr überlaufen ist. Und um eines vorweg zu nehmen: wir sehen die ganze Wanderung tatsächlich keine anderen Touristen - unser Plan ist also aufgegangen. 👍 Wir sind sogar „alleiner“ als geplant, denn bei der Trek-Besprechung am Vorabend erfahren wir, dass sich niemand sonst für die Tour angemeldet hat. Auf den Weg machen sich also Pit, Evi, Americo (unser Guide), Odilon (unser Koch), ein Helfer, der „Horse-Man“ und seine drei Mulis. Wir fühlen uns bei so viel menschlichem und tierischem Personal fast ein bisschen unwohl. 🙈
    Die Stimmung ist aber schon beim Start gut und Americo und seine Crew kümmern sich sehr herzlich um uns. Mittags und abends gibt es jeden Tag drei Gänge zu Essen und morgens werden wir mit Tee im Zelt aufgeweckt (ja, seit dem gereizten Magen in Cusco hat sich sogar Evi an Tee gewöhnt... eine Hassliebe 😂). Alles schmeckt hervorragend und wir sind wirklich beeindruckt von der Leistung der ganzen Truppe. Immer vorauswandern, Zelte aufbauen, kochen, alles für uns vorbereiten und danach alles wieder aufräumen, abbauen, auf die Mulis packen und schnell los. Wenn wir helfen wollen, wird uns das immer verboten. 😉
    Americo wandert mit uns und beeindruckt uns nicht weniger: er weiß viel über die Einheimischen, die rund um Lares leben. Jede Pflanze, die hier wächst und jeden Berg und See, den wir sehen, kann er uns erklären und auf alle unsere Fragen bekommen wir kompetente und unterhaltsame Antworten.

    Man muss sagen, dass wir leider nicht ganz so viel Glück mit dem Wetter haben. An Tag 1 ist es neblig und nass und reißt erst am Nachmittag auf und an Tag 2 wandern wir zwar bei Sonnenschein los, kommen aber mittags durchnässt und frierend an. Tag 3 ist dann sonnig und trocken. Aber ob ihr‘s glaubt oder nicht: das Wetter ist völlig egal, denn die Landschaft ist atemberaubend und wirkt mit ein paar Wolken ganz geheimnisvoll. Da man das Wetter eh nicht ändern kann, ärgern wir uns auch nicht weiter drüber. 😊

    Jeden Tag bekommen wir ein kleines Snackpaket, das es wegen der hervorragenden Verpflegung eigentlich gar nicht braucht. Aber auf dem Weg quer durch ein Dorf treffen wir am zweiten Tag viele Kinder, denen wir mit unseren Früchten und Süßigkeiten eine Freude machen. Hier ist Peru genauso wie man es sich vorstellt: Mädchen mit schwarzen Zöpfen und bunten Röcken, die einem schon von weitem ein freundliches „Buenas Dias“ entgegenrufen. Und daneben immer wieder hunderte von Lamas und Alpacas. Pit macht so viele Fotos mit den sympathischen Tieren, dass wir alleine davon einen ganzen Bildband machen könnten. 😂

    Zwei Tage und Nächte wandern wir und übernachten im Zelt. Am dritten Tag geht es dann zu Fuß ins sogenannte „Sacred Valley“ und wir bekommen eine tolle Stadtführung von Americo in Ollantaytambo, einer bedeutenden Inkastadt. Nachdem wir uns die dortigen Ruinen angesehen haben und uns nach all der Ruhe in der Natur fast der Schlag durch die Touristenmassen trifft, nehmen wir von dort den Zug von Peru Rail und fahren bis Aguas Calientes unserem Ausgangsort für Macchu Picchu. Aber darüber dann mehr im nächsten Post... ☺️
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  • Day69

    Cusco - Auszeit von der Auszeit

    December 18, 2018 in Peru ⋅ 🌧 12 °C

    Hallo zusammen 👋,

    wir melden uns aus dem wunderschönen Cusco in Peru. Wenn man‘s genau nimmt, sitzen wir gerade auf einer bequemen Couch in einem Café mit Blick über die Stadt. Beste Vorraussetzungen um Euch mal wieder zu berichten.

    Ein bisschen kehrt bei uns auch sowas wie Weihnachtsstimmung (oder so ähnlich) ein. Wir haben jedenfalls die letzten Tage deutlich ein paar Gänge runter geschaltet. Das lag nicht zuletzt auch daran, dass uns dann doch irgendwann der Durchfall erwischt hat. 😂 Nachdem wir aber bisher auf der Reise glimpflich davon gekommen sind und es auch nicht so schlimm war, wollen wir uns mal nicht beschweren.

    Aber es waren grundsätzlich ein paar ruhigere Tage eingeplant. Cusco bietet wirklich alles dafür.
    Fangen wir mal mit unserem Hotel an: sollte jemand von Euch mal hier sein, dann übernachtet im El Balcón (https://www.balconcusco.com/)! Ein altes Kolonialhaus, liebevoll restauriert, viel Holz, gemütliche Zimmer, viele kleine Öfen, wunderbares Frühstück, tolles Essen (selbstgemachte Pasta, eigener Kräutergarten etc.) und einfach ein Platz zum Wohlfühlen und Ausspannen.
    Dann die Stadt: Cusco ist umringt von Bergen und liegt teilweise selbst an steilen Hängen. Meistens läuft man hier durch kleine Gassen zwischen ganz toll restaurierten alten Häusern. Natürlich gibt’s hier auch den ganzen Touristenkram, aber man entdeckt mindestens genauso viel echtes Kunsthandwerk und hippe, auf Qualität und Regionalität bedachte Cafés und Restaurants (ohne dabei anstrengend zu sein).
    Cusco ist jung und modern und atmet gleichzeitig die Geschichte vieler Jahrhunderte (schließlich war die Stadt das Zentrum des Inka-Reichs). Ein bisschen Kultur haben wir uns deswegen auch schon gegönnt. 😉 Nach einem Museum und einem interessanten Stadtrundgang wissen wir viel über die Inkakultur und können Baby-Alpaka-Schals von billigen Plastikschals unterscheiden. 🙌 Im Planetarium haben wir uns über das Universums-Verstehstmi der Inkas aufklären lassen und in und um den Markt den ganz alltäglichen Wahnsinn dieser Stadt erkundet.
    Dazu kommt, dass man hier irgendwie die Mentalität der Menschen in den Bergen erkennt: alles ist ein bisschen entspannter, unaufdringlicher und gemütlicher als z.B. in Lima oder Arequipa.
    Was uns zusätzlich aufgefallen ist: anscheinend wurden alle panflötenspielenden Peruaner in die Münchner Fußgängerzone exportiert. Hier sieht man nämlich keinen. 😂 Dafür kann man ein Foto mit einem zwölfkantigen Stein machen, der für die präzise Steinmetzkunst der Inkas steht. Er hat sogar einen eigenen Google-Maps-Eintrag mit Bewertungen. 😜
    Und obwohl es zwar tagsüber in der Sonne durchaus warm genug für T-Shirt und kurze Hose ist, wird es mit Wolken oder nachts schon ganz schön kühl und man freut sich auf die kleinen Holzöfen im Hotel und ist ein bisschen ans winterliche Deutschland erinnert (ganz ganz bisschen 😂).

    Cusco hat‘s geschafft, trotz aller Touristen, die die Stadt als Ausgangspunkt für Macchu Picchu nehmen, einen ursprünglichen und heimeligen Charakter zu bewahren. Was will man mehr rund um Weihnachten...

    Apropos Macchu Picchu... übermorgen machen wir uns auch nach dorthin auf. Vier Tage über den Lares Trek. Ganz faul sein wollen und können wir dann doch nicht. 😉
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  • Day64

    Colca Canyon - runter und wieder rauf

    December 13, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 16 °C

    Es ist gerade halb 10 morgens und wir sitzen in einem Bus von Cabanaconde zurück nach Arequipa (der Bus stößt übrigens sooo schwarze Rauchwolken aus, dass sich der Fahrer über die deutsche Feinstaub-Diskussion wohl nur totlachen würde 😂). Frühstück hatten wir auch gerade: Steaksandwich, Empanadas, Schokolade, Cola - das haben wir uns nach dem Aufstieg aus dem Colca Canyon nämlich verdient! 💪

    Gestern sind wir um halb 4 morgens in unserem Hotel abgeholt worden. Mit dem modernsten und schönsten Minibus der ganzen bisherigen Reise. Das hat aber nicht viel gebracht, denn gerade eine Stunde außerhalb von Arequipa ist der Keilriemen gerissen und somit heißt es für uns erst mal warten: auf die vergeblichen Reparaturversuche des Busfahrers und schließlich auf den Ersatzbus.
    Um 12 Uhr, mit drei Stunden Verspätung und nach 8,5 Stunden „Fahrt“ kommen wir dann endlich am Ausgangspunkt unserer Wanderung an. Der Minibus war übrigens von Mercedes - das nur als Anmerkung nebenbei 😂.
    Wir steigen in der Mittagshitze ca. 2 Stunden in den Colca Canyon ab und sind mal wieder beeindruckt von der herrlichen Landschaft Perus. Der Canyon ist übrigens der zweittiefste Canyon der Welt und fast doppelt so tief wie der Gran Canyon.😍 Zwischen Kakteen, buntem Gestein und mehreren grünen Oasen sind wir beide zuvor auch noch nicht so oft gewandert.
    Am Talboden angekommen, steuern wir die Oase Sangalle an, in der wir uns für die Nacht einquartiert haben. Auf der Karte sieht der Weg relativ gerade und wenig anstrengend aus... tja, falsch gedacht: die Wanderung hält für uns doch mehr Höhenmeter rauf und runter bereit, als wir erwartet hatten. Gott sei Dank entschädigen uns die herrlichen Ausblicke und ein wirklich abwechslungsreicher Wanderweg für die Mühen. Kaputt aber glücklich kommen wir am Nachmittag an und genießen ein (fast) kühles Bier am Pool unserer Oasen-Lodge. Das klingt jetzt luxuriöser als es war, aber die Betten, das Essen und die Pools bieten alles, was man sich nach einer Wanderung wünscht.
    Diese Oase im Canyon ist wirklich ein besonderer Ort: rings um uns steigen steile Felswände auf und wir sitzen hier in einem grünen Paradies. Im Colca Canyon wird einem mehr als anderswo bewusst, wie sehr alle Pflanzen und Tiere vom Wasser abhängig sind.

    Wer einen Canyon hinunter steigt, muss ihn allerdings auch wieder hoch. 😅 Und das haben wir soeben erledigt. Kurz nach Sonnenaufgang geht’s 1100 Höhenmeter quasi gerade nach oben (keine Übertreibung!), aber wir schlagen uns gut und erledigen die Strecke in 2 Stunden.

    Jetzt geht’s mit dem öffentlichen Bus (halb so teuer wie der gecharterte Minibus und hoffentlich mit unzerstörbaren Keilriemen 🤞) zurück nach Arequipa. Nochmal belohnt uns der Colca Canyon: aus dem Busfenster sehen wir einen majestätischen Condor, der über dem Abgrund seine Kreise zieht.
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  • Day61

    Arequipa - peruanische (Ess)kultur

    December 10, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 17 °C

    Liebe Grüße von einer sonnigen Dachterrasse mit Blick auf Arequipa - der angeblich schönsten Stadt Perus. 👋
    Daheim wird’s Winter, während wir uns hier die kalten Getränke schmecken lassen. Arequipa ist definitive eine Stadt für Genießer und nicht umsonst UNESCO Weltkulturerbe: interessante Geschichte, koloniale Architektur, ganz viele leckere Restaurants, Cafés und Bars.

    Wir haben uns zu Beginn erst mal bei einer Free Walking Tour einen Überblick über die Stadt verschafft.
    Fun Facts:
    - die Kathedrale hat man hier im Querformat gebaut (die Front mit dem Eingang ist quasi auf der Längsseite), einfach weils repräsentativer aussieht!
    - uns umgeben 3 Vulkane und beim Bekanntesten hat man sich 250 Jahre lang nicht auf einen Namen einigen können (er heißt jetzt El Misti, stattliche 5822 Meter hoch und der daneben ist der Picchu Picchu, wörtlich übersetzt „Berg Berg“ - sehr kreativ 😂)
    - ach ja, der Vulkan hatte übrigens keinen Namen mehr, weil er mal die Stadt zerstört hat und die Inkas dann sauer waren und seinen Namen überall gelöscht haben
    - jedes Jahr gibt es einen El Misti - Lauf: der Beste schafft die 17 km und 3500 hm (!) in guten drei Stunden
    - in Arequipa kann man Baby-Alpaca-Pullis für umgerechnet 6.000 Euro kaufen (man gibt uns bei einer Führung einen 10 Dollar Gutschein dafür - na dann... 😂)

    Apropos Alpaca: unseren ersten Abend verbringen wir in einem tollen Steak-Restaurant und probieren unter anderem auch dieses Fleisch. Mmmhhhmmm - ein Traum! Auch die lokalen gefüllten Paprika, das Lomo Saltado, die Garnelensuppe, die vielen Schoko-Leckereien, der Pisco... alles ganz hervorragend. Wir wollen noch mehr typische Gerichte aus Peru und ein bekanntes Feinschmeckerlokal (10 Gänge vom Sternekoch kosten hier 31 Euro) sowie natürlich Wein der Region probieren. Essen und Trinken ist ein Muss in Arequipa!
    Wer jetzt allerdings denkt, wir trinken hier nur Alkohol, der liegt falsch: am gestrigen Sonntag waren Wahlen in Peru und dann herrscht im ganzen Land ab dem Vorabend Alkoholverbot. Skandal eigentlich! 😉 Gut, dass sich doch noch ein Lokal gefunden hat, dass es mit der Auslegung der Gesetze nicht so genau nimmt und uns mit Pisco Sour versorgt. 😬

    Nach Natur in den Bergen und Relaxen in der Oase, steht in Arequipa definitiv auch mal wieder Kultur auf dem Programm. Mit dem Klosterkomplex Santa Catalina besuchen wir eine beeindruckende jahrhundertealte Stadt in der Stadt und die Eis-Mumie Juanita (ein Inkamädchen, das man vor 500 Jahren auf dem Gipfel des Vulkans geopfert hat) gibt uns interessante Einblicke in die Geschichte und Kultur des alten Perus.

    So, die Sonne verabschiedet sich von unserer Terrasse. Zeit, sich fürs Abendessen aufzubrezeln. 😉 Zwei Nächte haben wir noch in Arequipa und auf der to do - Liste steht weiterhin: sich’s gut gehen lassen. 👍
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  • Day58

    Nazca - Alles für die Linien!!!

    December 7, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 28 °C

    Ich hab mir gerade einen Traum erfüllt... und trotzdem bin ich fix und fertig und schweißgebadet! Mir ist übel, ich zittere und mein Kreislauf braucht dringend Erholung... (ach ja: Pit geht’s prima ☺️)

    Von vorne: Einmal die weltberühmten Nazca-Linien überfliegen - das steht als Zwischenstop auf dem Weg von Ica nach Arequipa heute für uns auf dem Programm.
    Dass das Ganze viele Touristen machen, wird uns spätestens bei der Ankunft mit dem Bus in Nazca klar: wir werden belagert von Touranbietern und Taxifahrern, alle schreien wild durcheinander und jeder will uns etwas verkaufen. Was für ein Stress!!! Schließlich steigen wir in ein Auto und als dem Fahrer und seiner mit Prospekten bewaffneten Beifahrerin klar wird, dass sie uns wirklich nur zum Flughafen fahren dürfen, weil wir dort bei den Airlines direkt buchen wollen, haben wir die Stimmung der ersten Einheimischen schon mal versaut. 😂
    Am Flughafen dann ein ähnliches Spiel: unzählige kleine Fluggesellschaften wollen einem den Rundflug über die Linien andrehen. Am Ende entscheiden wir uns für den Anbieter, der als nächstes fliegt. Tja, leider fehlen nur noch weitere Fluggäste, deren Bus Verspätung hat und so warten wir... und warten... und warten. Irgendwann als sich alles nochmal verzögert, lassen wir uns überreden und machen eine private Tour für einen geringen Aufpreis. Es sind also nur wir, der Pilot und sein Copilot, der uns in der Luft alle wichtigen Figuren erklärt. Na das klingt doch hervorragend! 😬 Wir steigen in das kleinste Flugzeug des ganzen Flughafens und los geht’s.

    Eines vorweg: über die Nazca-Linien zu fliegen ist wunderschön, super interessant und war jeden lästigen Touranbieter wert! Und Pit, der alte Flieger, hat das Ganze auch wirklich genießen können und die tollen Fotos geschossen. 😊👍

    Aber naja, also wenn man eh schon nicht gerne fliegt, das Flugzeug echt klein ist, der Wind stark und die Kurven in der Luft extrem... naja, also dann mischt sich Übelkeit mit Kreislauf mit ab und zu aufkommender Todesangst (Dramatisierung 😉) und dann zittert und bibbert man doch ganz schön in der Luft und braucht danach ein bisschen bis man wieder runter kommt. So war das bei mir. Trotzdem möchte ich das Erlebnis nicht missen (ja Pit, stimmt wirklich. Danke, dass ich in der Luft Deine Hand fast zerquetschen durfte 😘).

    Wir haben die Nazca-Linien von oben gesehen und es war toll! ☺️
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  • Day57

    Huacachina - unsere Oase

    December 6, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 29 °C

    Da sind wir also: in einer kleinen Oase bei Ica, 4 Stunden südlich von Lima. Huacachina heißt unser Domizil in der Wüste für 3 Tage.
    Nach dem ganzen Wandern und der langen Anreise aus Huaraz freuen wir uns sehr über die Abwechslung und unsere Oase in der Oase: das Banana‘s Adventure Hostel mit super Zimmer, leckerem Essen, einem schönen Pool und (fast am wichtigsten) ganz hervorragenden Pisco Sours. 😬 Wir müssen zugeben, dass das Nationalgetränk Perus zu unserem Lieblingsdrink avanciert. Erfrischend, kühl, nicht zu süß und nicht zu stark. 🙌
    Aber jetzt Schluss mit der Werbung...

    Hier gibt es nicht viel zu tun und das kommt uns sehr gelegen. Auf dem Programm stehen gerade mal eine Fahrt in ein Wein- bzw. Pisco-Gut und eine Sandbuggy-Tour während der man auf Sandboards die Dünen runter rutscht. Alles wird inklusive zur Zimmerbuchung von unserem Hostel angeboten und da sagen wir natürlich nicht nein.
    Wer uns kennt, kann sich vorstellen, welche Tour wir als erstes gemacht haben... Genau: die mit Alkohol. 😂 Vormittags um 11 sitzen wir also an unserem zweiten Tag in einem sehr touristischen Weingut, probieren Wein, der nicht nach Wein schmeckt, und Pisco bis zum Abwinken. Wir lernen unzählige spanische Trinksprüche, an die wir uns dank der ca. 20 verschiedenen Getränke, die wir verkosten, schon Momente später nicht mehr erinnern können. Sagen wir mal so: gelernt über Wein und Pisco haben wir nicht viel, aber hey: die Tour war inklusive und mittags schon leicht angedüdelt sein haben wir uns auch mal verdient. 🤪

    Als wir in Huacachina angekommen sind, war es schon dunkel und wir haben gar nicht gesehen, von welch riesigen Sanddünen diese Oase umgeben ist. Da war die Überraschung am ersten Morgen beim Öffnen des Vorhangs groß. Jetzt, zwei Tage nach Ankunft, erkunden wir die Wüste um uns herum mit Sandbuggies und Boards. Und diese Tour lässt wirklich keine Wünsche offen: pünktlich zum Sonnenuntergang düsen wir über die Dünen wie in einer Achterbahn. Wir dürfen zusätzlich insgesamt 6 Dünen Kopf voraus herunterrutschen. Dabei wird’s immer steiler und höher, aber das macht niemandem etwas aus - der Spaß ist einfach viel zu groß! 😬
    Wir waren beide eigentlich noch nie so richtig in der Wüste und sind begeistert von der Natur und der riesen Gaudi mit Buggies und Boards. Am liebsten würden wir eigentlich gleich nochmal von vorne anfangen!

    Bei guten Gesprächen an der Poolbar, sehr leckerem Essen und - natürlich - bei Pisco Sour lassen wir unseren Besuch in Huacachina ausklingen. Morgen gehts weiter nach Arequipa. Mit einem kleinen Abstecher nach Nazca. 😉
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  • Day53

    Santa Cruz Trek - die bisher größte...

    December 2, 2018 in Peru ⋅ ☀️ 15 °C

    ...Herausforderung. Gott sei Dank gibt’s Esel. 😂 Aber Eins nach dem Anderen...

    Vier Tage geht es für uns also nun durch den Huarascan Nationalpark. Um 5:00 Uhr steigen wir in den Minibus von Eco Ice Peru und die Tour vom Vortag steckt uns noch in den Knochen. Da kommt es ganz gelegen, dass jeder von uns 5 Kilo für die Donkeys (also die Esel) packen darf und dass wir weder Zelt, Schlafsäcke, noch sonstige Verpflegung tragen müssen. Das kennen wir von Guatemala ja auch ganz anders. 😉
    Zusammen mit César, unserem Guide, Jonathan aus den Niederlanden und Brittany aus den USA fahren wir als kleine Gruppe los. Kurz nach Sonnenaufgang ist dann an Schlafen im Bus nicht mehr zu denken: es geht größtenteils über eine Schotterstraße zum Ausgangspunkt und die Schlaglöcher schütteln uns ordentlich durch. Aber Gott sei Dank verpassen wir somit nicht die atemberaubenden Aussichten und eine abenteuerliche Fahrt über einen Pass auf fast 5000 Meter. Wir schauen begeistert aus dem Bus und halten für mehrere Fotostops.
    Nachdem wir dann am Start der ersten Wanderung angekommen sind und unser Donkey-Driver (das klingt doch viel besser als Eseltreiber 😬) Walter alles auf unsere tierischen Begleiter geladen hat, geht’s zu Fuß los. Die erste Tagesetappe ist kurz und führt durch wunderschöne Landschaft zu unserem ersten Campingplatz. Walter ist mit den Eseln schon früher da, die Zelte sind aufgebaut und alles ist bezugsfertig. Was für ein Luxus!
    Man merkt die Höhe schon deutlich, auch die Sonne brennt ordentlich runter und gerade Pit ist noch etwas vom Sonnenstich am Vortag gezeichnet, aber unterwegs gab’s Snacks und mehr als genügend Mittagessen und wir merken schnell, dass wir uns in Sachen Verpflegung keine Sorgen machen brauchen.
    Überhaupt: César und Walter kümmern sich die kompletten vier Tage ganz hervorragend um uns und die größte Sorge ist eigentlich nur, ob wir ausreichend Hunger für Frühstück, Brotzeit-Sackerl, Mittagessen, Teatime (kein Witz, jeden Tag um 16:30 Uhr im Essens-Zelt ☺️) und Drei-Gänge-Abendessen bei Kerzenschein aufbringen können Um die Antwort vorweg zu nehmen: ja, hat geklappt. 😂
    Früh geht es am ersten Abend ins Bett, der Tag war ja schließlich sehr lang. Wir packen uns in viele Schichten und kuscheln uns im Zelt in Schlafsack und Decke. Nachts wird es auf dieser Höhe und bei sternenklarem Himmel schon empfindlich kalt.
    Die nächsten Tage laufen dann ähnlich ab: wir werden um 6 mit Kaffee und Tee im Zelt geweckt, nach dem Frühstück wird ca. 7 Stunden gewandert und am Nachmittag kommen wir in unserem nächsten Camp an. Dort gibt’s dann Kaffee und Tee, leckeres Abendessen und viele Partien UNO. 😉 Pit wäscht sich sogar zweimal im eiskalten Bach, während ich mich dann doch lieber an die Waschschüsseln mit warmen Wasser im Camp halte. 😬
    Die Natur, durch die wir jeden Tag gehen, lässt sich nur schwer beschreiben. Es ist unglaublich schön hier, die Berge um uns sind gute 6000 Meter hoch, die Wanderungen sind extrem abwechslungsreich und wir genießen die Weite, die Lagunen, Wasserfälle, Gletscher, Wiesen, Wälder und Schotterpisten. Irgendwie scheint hier alles ein bisschen größer und malerischer als in den Alpen (auch wenn wir alle wissen, dass wir ganz traumhafte Berge in Europa vor der Haustür haben). Auch das Wetter lässt uns die 4 Tage nicht im Stich und das, obwohl eigentlich schon keine Wandersaison mehr ist und wir tatsächlich gerade die letzte Tour für dieses Jahr bei unserem Tourveranstalter machen. Was für ein Glück, denn auch an den Campingplätzen ist außer uns fast niemand. Von César erfahren wir, dass in der Hochsaison hier oft bis zu 120 Leute ihre Zelte aufschlagen.
    Am letzten Tag kehren wir beeindruckt, müde und sehr glücklich nach Huaraz zurück. Bei Orlando, dem Besitzer unseres Trekkingveranstalters gibt es ein letztes gemeinsames Essen und viele wohlverdiente Pisco Sours. So lässt es sich aushalten!!!
    Fazit nach 4 Tagen Wandern:
    - die Höhe macht den Unterschied (wer genaueres wissen will, fragt am besten Pit)
    - die Natur kann’s einfach am besten
    - und: Gott sei Dank gibt’s Esel 😉
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