Evi, Pit & die Welt

October 2018 - May 2019
Nach einem Jahr warten wagen wir uns nun an das Abenteuer Weltreise. Ab München geht’s nach Mexiko, Béliz, Guatemala, Peru, Bolivien, Chile, Neuseeland, Hawaii und Japan. Wir freuen uns riesig und hier könnt ihr unsere Erlebnisse mitverfolgen.
  • Day215

    Pits Fazit nach 7-monatiger Weltreise

    May 13 in Germany ⋅ ⛅ 9 °C

    Was soll ich sagen, wir sind vor 5 Tagen zurück in München angekommen, und es ist ein richtig seltsames Gefühl wieder in der Heimat zu sein.
    Gefüllt mit einem Haufen neuer Erinnerungen, Erfahrungen und Eindrücken, und trotzdem ist der Kopf total leer.
    Es ist sehr schwer zu beschreiben und trotzdem kennt es jeder welcher für eine längere Zeit gereist ist. Ich bin überrascht, dass sich, bis auf paar verdrückte Tränen beim Anflug auf den Münchener Flughafen, das Gefühlschaos noch einigermaßen in Grenzen hält.
    In den ersten Tagen treffen wir Freunde und Familie und es werden Fragen gestellt wie: „Seid ihr gut erholt?“, „Was war das schönste Ziel?“ oder „Wie ist es wieder hier zu sein?“. Alle Fragen sind recht schwer zu beantworten. Zum einen sind wir erholt, auf der anderen Seite war die Reise natürlich auch anstrengend. Es ist einfach ein großer Unterschied einen Urlaub zu verbringen oder Langzeitreisender zu sein.

    Auch die Frage nach dem schönsten Ziel ist sehr schwer zu beantworten. Jeder der unseren Blog mitverfolgt hat weiß, wie begeistert wir von der überwältigenden Freundlichkeit der Menschen, der atemberaubende Natur und der tollen regionalen Küche waren. Trotzdem versuche ich mal die Highlights zu erwähnen, auch wenn es absolut nicht vollständig ist.
    Das Erste Highlight war gleich am Anfang. Mexiko ist einfach ein tolles Reiseland. Es ist sehr einfach zu bereisen, das Essen schmeckt fantastisch und die Herzlichkeit mit der man als Fremder aufgenommen wird ist einfach toll.
    In Guatemala hatten wir zu wenig Zeit eingeplant. Auch hier sind es wieder die Menschen die uns das Gefühl geben, sehr willkommen zu sein. Wir machen eine tolle 3-tägige Wanderung und klettern auf den Fuego, einen aktiven Vulkan. Aber auch sonst hat Guatemala extrem viel zu bieten und gerade Antigua hat es uns mit seiner hippen Art sehr angetan.
    In Peru verbringen wir richtig viel Zeit. Das Land ist riesig. Von sehr hohen und beeindruckenden Bergen, sehr interessanter Geschichte bis zur tollen Strandstadt, hat Peru alles was das Herz begehrt. Wir hätten hier auch locker 6 Monate verbringen können. Außerdem ist die peruanische Küche der Wahnsinn.
    In Chile haben wir dann gelernt, wie wenig man eigentlich braucht um glücklich zu sein. In unserem kleinen Camper sind wir tausende Kilometer durch die beeindruckendste Natur gefahren und das einzige was wichtig war, waren die Fragen: „Wohin fahren wir heute und was gibt es zu essen?“. Am Abend am Lagerfeuer sitzen und Stockbrot machen war alles was nötig war um mich absolut glückselig werden zu lassen.
    Ein weiteres Highlight der Reise war unser letztes Land, Japan. Noch nie habe ich mich fremden Leuten so verbunden gefühlt. Noch nie habe ich soviel Respekt vor anderen Leute, so eine Höflichkeit und gleichzeitig Freundlichkeit wie in diesem Land erleben dürfen. Und das tolle ist, dass ich das Gefühl hatte, dass sich diese positive Art und Weise auf mich überträgt. Wenn sich jeder nur ein wenig zurücknimmt und auf die anderen achtet, geht es allen Leuten besser. Ich hoffe, dass ich mir diese positive Denkweise im Alltag bewahren kann.
    Was haben wir sonst noch gelernt/mitgenommen?
    Ein großer Punkt war die Erkenntnis, dass es auch bei uns zuhause sehr schön ist und dass man nicht immer weit weg fliegen muss um tolle Dinge zu erleben. Z.B. haben wir gemerkt, dass es kaum ein besseres Wanderwegenetz und Infrastruktur als bei uns in den Alpen gibt, und das ganze für einen sehr fairen Preis (in Neuseeland kosten die Hütten 5-mal mehr als in Deutschland/Österreich).
    Sonst habe ich mir vorgenommen, mich mehr auf die wesentlichen Dinge des Lebens zu konzentrieren, mehr gelassen und geduldig zu sein und mich nicht mehr über unwichtige Dinge aufzuregen. Ich hoffe, dass mir die Meditation hilft um genau diese Dinge in den Alltag zu integrieren.
    Und was steht jetzt an?
    Nachdem wir die ersten Tage dafür genutzt haben um die Wohnung einzuräumen und in Schuss zu bringen, wollen wir uns jetzt auf die Zukunft konzentrieren. Wir wollen also nicht zu sehr bedauern, dass die tolle Zeit jetzt vorbei ist sondern die kommenden Projekte angehen. Nachdem die Sachen aber noch nicht Spruchreif sind, will ich aber noch nicht zu viel verraten (Nein, die Evi ist nicht schwanger und wir sind auch nicht verlobt:)
    Ich freue mich aber auf jedenfalls riesig, dass es mit Evi und mit mir so hervorragend geklappt hat und ich freue mich auf eine tolle Zukunft mit ihr. Vielen Dank dir Evi, dass du meine Abenteuerlust so toll unterstützt und dass es mit dir alles so wunderbar einfach und unkompliziert ist. Ich liebe dich.

    Ich bedanke mich für das rege Interesse an unseren Abenteuern und freue mich auf die nächste große Reise ;)
    Pit
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  • Day214

    Wieder daheim... Evis Fazit

    May 12 in Germany ⋅ 🌧 4 °C

    Da sind wir also wieder... zurück in München, in der Wohnung. Alle Lieben ganz nah, alle Verpflichtungen ebenfalls. Wobei die noch ein paar Tage warten dürfen. ☺️

    Irgendwie ist das Heimkommen seltsam. Man erwartet vorab klar definierte Gefühle: große Wiedersehensfreude oder auch Trauer, dass es vorbei ist oder Angst vor dem Alltag. Es ist zum Sabbatical-Ende definitiv von allem etwas dabei, was bei mir schon zu einem kleinen Gefühlschaos führt. Gleichzeitig ist da eine gewisse Leere, die schwer zu erklären ist. Gerade an den ersten Tagen des Zurückkommens. So als würde sich der Körper noch Abschotten von der Normalität und jede größere Gefühlsregung einfach gar nicht erst zulassen. Das tut zum Einen gut (noch bissl in der Sabbatical-Blase bleiben), zum Anderen ist es auch ein unbekannter und etwas verstörender Zustand.

    Die Zeit auf Reisen war zwar voller Erlebnisse, aber gleichzeitig haben wir den Luxus genossen, nur eine ganz kurze Liste an Todos zu haben. Oft drehte sich ein Tag einfach darum: wo geht es hin, wo schlafen wir und was gibt es zu Essen? Das Beste daran: alles war herrlich selbstbestimmt. Keine Arbeit, keine Verpflichtungen, keine anderen Menschen, die einen fremdsteuern. Dass das nicht das normale Leben darstellt, ist klar, aber es war extrem wohltuend, sich aus dem üblichen Hamsterrad zu verabschieden.
    Dieser Zustand gibt einem endlich einmal den Raum, sich mit sich und seinen Bedürfnissen zu beschäftigen. Oft geht das ja im Alltag unter.

    Mir hat die Sabbatical-Zeit einige Einsichten beschert, von denen ich zuvor zwar schon etwas geahnt habe, die aber erst jetzt klarer wurden. Vieles davon empfinde ich als sehr privat und sehr persönlich - ein kleines Schatzkästchen an Erkenntnissen, die ich als Kompass durch das „normale“ Leben benutzen möchte. Wertvolle Erinnerungen, Ziele für die Zukunft und erneuerte Werte, die ich mir immer wieder bewusst machen will.

    Aber es gibt auch weniger private Einsichten, die mich nachhaltig beschäftigen.
    Zum Beispiel hat mir die Reise gezeigt, dass es in dieser Welt unfassbar viele liebe Menschen gibt, die am Ende alle das gleiche wollen: Zufriedenheit und ein glückliches Leben. Wir hören aus vielen Ländern immer nur Schlechtes, machen uns aber viel zu wenig bewusst, dass überall Leute leben, mit denen wir die selben Bedürfnisse und Wünsche teilen. Egal wo wir herkommen und welche Sprache wir sprechen.
    Es tat gut, so lange Gast in fremden Ländern zu sein. Man ist auf das Wohlwollen Anderer angewiesen und in manchen Situationen dem guten Willen Anderer regelrecht ausgeliefert und dieser Zustand macht durchaus ein bisschen demütig. Wie schön, dass wir diese Gutmütigkeit von so vielen Fremden auf der Reise aber immer wieder erleben durften. Das gibt den Glauben an das Gute in den Menschen zurück und ich verstehe das durchaus als Ansporn, auch selbst wieder mehr auf andere zuzugehen und nicht nur auf den eigenen Vorteil aus zu sein.

    Es ist außerdem erstaunlich, wie wenig materielle Dinge man eigentlich braucht. Wir umgeben uns oft mit so vielen unnützen Sachen, die sich beim Kauf vielleicht für kurze Zeit wertvoll anfühlen, die aber langfristig keine Erfüllung darstellen. Rückblickend sind die nachhaltigsten positiven Erinnerungen der Reise mit Natur, Menschen und der zur Verfügung stehenden vielen Zeit verbunden. Diese Einsicht setzt sich bis ins Berufsleben fort: wie unwichtig einem auf einmal Gehaltsstufen, Karrieresprünge und alle sonstigen oberflächlichen Eitelkeiten erscheinen.
    Ich glaube, ich weiß jetzt ein bisschen mehr, was mich wirklich glücklich macht und das fühlt sich hervorragend an.

    Wem das jetzt alles ein bisschen pathetisch klingt, dem kann ich nur sagen: keine Angst, wir schweben nicht in anderen Sphären. 😉 Ganz im Gegenteil: wir sind wahrscheinlich deutlich geerdeter und gelassener als wir es vor der Reise waren. Das hoffe ich, ganz lang bewahren zu können. 😊

    Mit einer Rangliste „Wo war‘s am Schönsten?“ kann ich leider nicht dienen. Wer ein bisschen unseren Blog verfolgt hat, der weiß, wie vielfältig unsere Reise war und dass wir das Privileg hatten, ganz ganz viele tolle Dinge zu erleben. Dabei haben wir auch oft gemerkt, wie schön wir es eigentlich in der Heimat haben. Das fängt bei der besten Familie der Welt und tollen Freunden an und hört bei unserer wunderschönen Natur und dem einzigartigen deutschen Brot auf. Auch so etwas, für das es sich lohnt, gewohnte Bahnen zu verlassen.

    Apropos Privileg: dass Pit und ich uns in den sieben Monaten noch einmal in einer ganz anderen Qualität kennenlernen durften und dass das noch dazu hervorragend geklappt hat, ist eine der besten Sachen am Sabbatical. Ich finde, es ist nochmal schöner als davor geworden und so schnell kann uns am anderen nichts mehr überraschen. Danke Pit, dass wir so eine harmonische Reise hatten und Du mich mit allen meinen Eigenheiten so gut aushalten kannst. Ich liebe Dich ❤️

    Wie sagt man so schön in Bayern: aus is‘, und gar is‘ und schad is‘ dass‘ wahr is. 😬
    Ja, das Sabbatical ist vorbei, aber nehmen kann es uns keiner mehr und aus allen Eindrücken und Erlebnissen sind ein paar wunderbare Ideen entstanden. Ganz kleine für den Alltag und größere, die vielleicht in Zukunft unser Leben noch ein bisschen besser machen werden.
    Auch wenn’s vielleicht jetzt „schad“ ist, ich freu mich wahnsinnig drauf, was wir draus machen werden!
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  • Day207

    Kyoto - ganz viel Tradition

    May 5 in Japan ⋅ ☀️ 24 °C

    In Tokio haben wir das verrückte neonbunte Japan kennengelernt, in Hakuba die schöne Natur bewundert und als letztes besuchen wir das kulturelle Zentrum des Landes: Kyoto.

    Mit vier verschiedenen Zügen sind wir quer durch die japanischen Alpen unterwegs. Dabei zahlt sich das überall spürbare Streben nach Perfektion aus: alle Züge pünktlich, kaum Wege beim Umsteigen, alles bestens organisiert. Ohne Stress kommen wir in Kyoto an. 👍
    Was uns gleich auffällt: alles viel beschaulicher. Zwar sind die Straßen wegen der Golden Week immer noch voll, aber die Stadt an sich ist überschaubar, hat wenige große Hochhäuser und jeder Winkel ist blitzsauber. Schon auf dem Weg vom Bahnhof zum Hotel gehen wir an einigen großen Tempeln und Schreinen, sowie coolen Geschäften und vielen Galerien vorbei. Das macht Lust auf mehr!

    Gleich am ersten Abend machen wir eine Foodie-Tour, also eine Stadtführung rund um das lokale Essen. In einer kleinen Gruppe geht es auf den berühmten Nishiki Markt, einer langen überdachten Straße, in der sich ein Delikatessengeschäft neben das nächste reiht. Wir probieren uns durch verschiedene Spezialitäten, bekommen von unserem Guide viele Details erklärt und merken uns gleich mal, zu welchen Ständen wir wieder zurückkehren wollen. Eines vorab: in einem kleinen Imbiss gibt es hier die wahrscheinlich besten Wagyu-Beef-Spießchen der Welt. Das wird auch die nächsten Tage unser Anlaufpunkt. 😬
    Nach dem Markt kehren wir in drei Lokale ein und jedesmal gibt es eine tolle Auswahl an Gerichten, lokale Getränke und viele Infos. Außerdem spazieren wir durch den Ausgehdistrikt Kyotos, rund um die berühmte Ponto Cho - Gasse. In Tokio gibt es nur noch wenige kleine enge Gassen, voller Bars und coolen Geschäften. Kyoto dagegen besteht im Zentrum größtenteils aus verwinkelten Straßen, Restaurants, Pubs und stylischen Shops. Es macht großen Spaß, hier zu sein. 😊

    Neben dem Essen und dem Nachtleben kann man in Kyoto unfassbar viele Tempel, Schreine, Schlösser und sonstige historische Städten besuchen. Wir nehmen uns am zweiten Tag morgens den buddhistischen Tempel Kinkaku-ji am nordwestlichen Stadtrand vor. Er gilt mit seiner mit 25 Kilo Blattgold verzierten Fassade und den wunderschönen Gartenanlagen als einer der prächtigsten und schönsten Tempel Japans.
    Auch wir sind von seinem Anblick begeistert. 😍 Mit uns allerdings auch Hunderte anderer Touristen. Schon der Weg mit dem Bus ist ein einziges Gequetsche wie zur Tokioter Rush Hour. Tja, es ist eben immer noch Golden Week. Aber das macht nichts: der Tempel war es wert.

    Nachmittags nehmen wir dann an einer Free Walking Tour teil. Eine junge Dame aus Kyoto führt uns durch die Altstadt, angefangen vom Geisha-Dirstrikt Gion, weiter die kleinen Gassen den Berg hoch zum Hokanji-Tempel mit seinem berühmten Pagodenturm bis zum Gelände des Yasaka-Schreins. Leider ist unsere Gruppe viel zu groß und die Sonne brennt vom Himmel. Aber wir erfahren viel über die Geishas Kyotos (die Stadt ist nämlich der Ursprung dieser Kultur), lernen noch einmal einiges über den Shintoismus und bestaunen die alten Straßen Kyotos mit ihren traditionellen japanischen Holzhäusern.
    Am nächsten Tag kommen wir noch einmal hierher: am Vormittag ganz ohne Tour und Touristenmassen. Es ist wunderschön und es ist genauso wie man sich traditionelles Japan vorstellt. Dass sich hier viele Mädels und einige Paare für ein gutes Foto in traditionelle japanische Kleidung werfen, macht das Stadtbild perfekt! ☺️

    Am Nachmittag geht es dann mit dem Zug nach Nara. Der kleine Ort zwischen Kyoto und Osaka hat neben noch mehr Tempeln und Schreinen eine ganz besondere Attraktion zu bieten: wild in der Stadt lebende Hirsche. 😂 Mitten in einem Park liegen sie auf der Wiese, lassen sich streicheln und füttern (wobei sie meistens satt sind) und die Unmengen an posierenden Touristen über sich ergehen. Sowas sieht man auch nicht alle Tage!

    Ganz in der Frühe brechen wir auch zum Tenryu-ji - Tempel und dem daneben gelegenen Bambuswald auf. Und das war auch gut so, denn schon 30 Minuten nach uns schieben sich schon wieder die Besucherströme durch das Weltkulturerbe. Schön, dass wir noch die Stille des edlen japanischen Gartens und den beeindruckenden Weg durch die hohen Bambusstängel in Ruhe genießen konnten.

    Genau aus diesem Grund buchen wir uns für eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Kyotos auch eine etwas andere Tour. Wir besuchen an unserem letzten Tag in der Stadt die Fushimi Inari Schreine, bekannt durch die tausenden roten Tori-Tore, die die Wege säumen. Dank einer Empfehlung finden wir eine geführte Wanderung zu diesem Heiligtum, die uns über unbekannte Pfade quasi durch die Hintertür dorthin bringt. Ohne all die Touristen und Instagram-Mädels wandern wir durch die Wälder rund um Kyoto, besuchen etwas abgelegene Schreine und erreichen die Torigates vor den Massen. Perfekt! 😬 Beeindruckend, wie man hier von Schrein zu Schrein wandern kann, immer durch die langen Galerien aus gespendeten Toren hindurch.

    Zum Abschluss unserer Zeit in Japan gönnen wir uns eine Nacht im Ryokan Izuyasu. Ein Highlight der Reise! ❤️ Ein Ryokan ist ein traditionelles japanisches Gasthaus bzw. eine Pension. Als wir das Izuyasu betreten, tauchen wir augenblicklich in eine andere Welt ein. Unser Zimmer besteht aus einem Essplatz und einem Schlafzimmer mit perfekten Matratzen auf Tatami-Matten. Außerdem haben wir eine schöne Sitzgelegenheit mit Blick auf einen kleinen Zen-Garten. Dieser Ort strahlt eine immense Ruhe aus, die sofort auf uns übergeht. Man bewegt sich langsamer, geht leiser und spricht gedämpft. Das tut gut! Auf uns warten schon die traditionellen Yukatas, also kimonoähnliche Mäntel, die man hier trägt. Wir gönnen uns ein traditionelles Bad und werfen uns dann in Schale. Bequem und edel fühlen sich die Yukatas an. Nach ein bisschen Meditation und einem Nickerchen geht es dann zum Abendessen. Es sind nur vier weitere Gäste in unserem Ryokan und wir sitzen an einem Tresen, hinter dem der Inhaber des Hauses und gleichzeitig Koch ein unvergleichliches traditionelles Kaiseki-Dinner zubereitet. Es gibt sieben Gänge saisonaler und regionaler Spezialitäten: Sashimi, Pickles, Reis, Ente, Gemüse, Suppe, Nachspeisen - alles zum Niederknien und präsentiert wie Kunstwerke! Es ist japanische Küche in Perfektion, die sich beim traditionellen Frühstück - diesmal in unserem Zimmer serviert - fortsetzt. Ein krönender Abschluss unserer Zeit in diesem herrlichen Land.
    Wir werden die Stunden im Ryokan so schnell nicht vergessen. Selten, oder vielleicht noch nie haben wir so eine beruhigende, luxuriöse und doch zurückhaltende Unterkunft besucht und so ein perfektes, gleichzeitig modernes und traditionelles Abendessen genossen. 🙌

    Das war noch einmal Japan in Reinstform. Wir steigen fast beseelt in den Shinkansen, der uns für unsere letzte Sabbatical-Nacht zurück nach Tokio bringt. ☺️
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  • Day203

    Golden Week in Hakuba

    May 1 in Japan ⋅ 🌧 10 °C

    Zwischen unseren Stops in Tokio und Kyoto wollen wir auch die Berge Japans anschauen und mal ein bisschen Natur tanken. Es gibt hier viele wunderschöne Orte auf dem Land, die wie Japan aus dem Bilderbuch aussehen. 🙌

    Aber es gibt hier auch die Golden Week - eine Reihe nationaler Feiertage Ende April, Anfang Mai, die diese Woche zu einer der beliebtesten Reisezeiten des Landes machen. Das heißt im Klartext: die Preise steigen teilweise immens, beliebte Orte oder Sehenswürdigkeiten sind oft restlos überfüllt oder wegen der Feiertage ganz geschlossen. Wegen der Abdankung bzw. Krönung des Kaisers gibt es dieses Jahr sogar eine „Super Golden Week“: 10 Tage am Stück hat ganz Japan frei. Und alle drehen deswegen ein bisschen durch. 😅

    Wir entscheiden uns daher für einen der wenigen eher ruhigen Orte. In Hakuba, in der Nähe von Nagano ist momentan Zwischensaison und man hat gute Chancen, die Natur zu erleben, ohne dabei arm oder zertreten zu werden.
    In Hakuba ist um diese Zeit des Jahres eigentlich alles möglich. In den hohen Lagen kann man mit etwas Glück noch Skifahren, es gibt einige Wandergebiete in der Nähe, Sehenswürdigkeiten, heiße Quellen und sogar das Meer - alles von hier aus zu erreichen.

    Wir haben schon mal Glück, dass bei unserer Ankunft die Kirschbäume noch blühen. Als eine der letzten Gegenden kann man hier dieses Jahr und um diese Zeit das Spektakel noch erleben. Mal mehr mal weniger stark, aber immer schön.
    Ansonsten ist das Wetter leider etwas durchwachsen und an einem Tag gibt es bei sogar nur 5 Grad ordentlich Regen. Bäh!
    Gut, dass wir mit dem Bed&Breakfast Santana ein kleines Juwel in den Wäldern rund um Hakuba gefunden haben. In dieser gemütlichen Unterkunft im Chalet-Stil mit knisterndem Feuer, viel Holz und liebenswerten Gastgebern finden wir die Ruhe, die nach Tokio nötig war. Hier lässt sich so ein regnerischer Tag gut aushalten.

    Von unserer Unterkunft aus brauchen wir auch nur 10 Minuten zu Fuß zum Skilift. Und ja: wir holen nochmal zwei Tage Winter nach und wagen uns auf die Piste. Der Schnee ist schwer und nicht der beste und einmal beendet ein Sturm unseren Skitag bereits mittags, aber es war ein großer Spaß. 👍 Und wer sich jetzt fragt, wie japanische Skigebiete so sind im Vergleich zu europäischen, dem können wir eine ganz einfache Antwort geben: es ist alles bis auf das Essen mittags genau gleich. 😂

    Zum Wandern war das Wetter dieser Tage eher nichts, trotzdem machen wir ein paar Ausflüge. In Togakushi schauen wir uns einen alten Shinto-Schrein in den Bergen an und werden mal wieder gute Wünsche los. Ein wunderschöner Ort... leider etwas viele Leute, so dass wir eine gute Stunde in der „Wunschschlange“ stehen. 😉 Aber die Berge, die riesigen Zedern-Alleen und die mystische Stimmung hier lenken unsere Wahrnehmung weg von den Leuten um uns herum.
    Nach diesem eher spirituellen Programmpunkt geht’s ins Ninja-Museum und ins Ninja-Fun House. 😅 Über Geheimtüren, schiefe Räume und versteckte Treppen muss man sich hier seinen Weg nach außen ninjagleich erschleichen. Wir haben bestanden. 😉
    In Nagano besuchen wir den Zenko-ji Tempel, den bisher größten und auch schönsten buddhistischen Tempel auf unserer Tour. Die Gebäude und die Gärten entführen uns in eine ganz andere Welt und wir lasen uns einfach treiben. Bei den Händlern rund um das Areal erstehen wir dann noch edle Essstäbchen, damit wir auch in Zukunft zuhause stilecht unser Sushi genießen können.
    Auch nach Matsumoto fahren wir einen Tag. Die berühmte Burg dort ist eine der ältesten und größten in ganz Japan. Leider lässt uns das Wetter hier buchstäblich im Regen stehen. Aber was soll’s, dagegen können wir wenig ausrichten. Die Fahrt nach Matsumoto durch Japans Alpen war schön und die Burg auch bei grauem Himmel ein toller Anblick.

    Oh, der Ofen in unserer Unterkunft wird gerade angeheizt. Wir sind dann mal auf der Couch und lassen den letzten Abend hier gemütlich ausklingen. 👋😬
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  • Day198

    Der ganz normale Wahnsinn in Tokio - 2

    April 26 in Japan ⋅ 🌧 10 °C

    Wir machen uns also auf ins Tokyoter Nachtleben! Und weil wir das richtig erleben wollen, buchen wir über Airbnb eine ganze Ausgehtour mit der fabelhaften Kyoko, einer jungen sympathischen Japanerin und - wie sich rausstellen wird - einem Glücksgriff als Guide. In einer kleinen internationalen Gruppe (der
    lustigerweise auch Evis Kollege Philipp mit seiner Freundin angehört. Danke nochmal für den spaßigen Abend!) starten wir in einem traditionellen japanischen Pub, einem Izakaya. Dort probieren wir uns durch mehrere kleine Gerichte und Kyoko erklärt uns viel zum Essen und zur japanischen Trinkkultur, die wir - klar - auch gleich kennenlernen. 😬
    Danach geht’s zu Fuß weiter und wir erkunden mit Kyoko das Kellergeschoss eines Tokioter Kaufhauses. Hier gibt’s Nahrungsmittel in hervorragender Qualität und sie erklärt uns alles von der 80 Euro - Melone (kaufen hauptsächlich Chinesen) bis zum Kugelfisch-Sashimi.

    So riiichtig interessant wird’s dann in Kabukicho, dem Rotlichtbezirk Tokios. Da wir ja hier unser Hotel haben (das hört sich jetzt viel schmuddeliger an als es in Wirklichkeit ist 😉) kennen wir die Straßen schon, aber mit Guide erfahren wir so viel mehr. Zum Beispiel, dass es für die Mädels hier offizielle Rankings gibt, die überlebensgroß auf riesen Displays von den Häuserwänden leuchten. Damen buchen sich hier übrigens ganz selbstverständlich männliche Hosts und diese wiederum stehen nach Dienstschluss auch den japanischen Prostituierten zur Verfügung. Auch dieses Angebot an Männern lacht uns verführerisch von riesigen Werbetafeln entgegen. Wir dachten bis dahin noch, es handelt sich dabei vielleicht um Boy Bands. 🙈😂 Eine verrückte Gegend!

    Danach führt uns Kyoko durch eine besondere Gasse, die Omoide Yokocho, auch „Piss Alley“ genannt. In dieser engen Straße reiht sich eine kleine Kneipe neben der nächsten. Alles ist zur Straße hin offen und meistens gibt es nur um die 10 Plätze an einem Tresen, hinter dem kleine Spieße mit Fleisch, Innereien oder Gemüse über offener Glut gebraten werden. Der Rauch von Hunderten kleinen Grills wabert durch die Luft und zwischen Einheimischen im Anzug, die hier ihr Feierabendbier trinken, mischen sich neugierige Touristen. Wir kommen an einem anderen Tag noch einmal hierher und genießen ein ganz ursprüngliches Abendessen mit Bier, Highballs (ähnlich Whisky Soda) und leckeren Spießchen. Vor uns steht ein großes Glas mit in Schnaps eingelegten Wespen. Ja, wir sind in einer völlig anderen Welt. Es macht mega Spaß! 😬

    Aber zurück zum Abend mit Kyoko. Als letzte Station besuchen wir mit ihr den Golden Gai - Distrikt. Das sind vier kleine Gassen mit Bars im Miniformat auf zwei Ebenen. Ein Paradies zum Ausgehen. Wir landen in einem Raum von ca. 12 Quadratmetern (man muss durch ein Loch im Tresen steigen um z.B. aufs winzige Klo zu kommen 😂), über und über von kleinen Grußbotschaften anderer Gäste übersät und mit dem wahrscheinlich einzigen buddhistischen Mönch als Barkeeper.
    Als wir danach denken, verrückter geht’s nicht, haben wir das Glück, dass Kyoko noch privat mit uns weiter zieht. Nach einem kleinen Ausflug zum Shinto-Schrein hier im Rotlichtbezirk (am großen Holzpenis über dem Schrein erkennt man auch gleich, was sich die Leute hier wünschen 🙈), gehen wir nochmal in eine dieser mega lauten Automaten-Spielhöllen, machen lustige Fotos und laden Kyoko auf einen Snack ein. Was hatten wir für ein Glück, sie als Guide erwischt zu haben!!!

    Einen Tag später steht dann wieder Kultur auf dem Programm. Wir besuchen das Digital Arts Museum. Was für ein toller Ort! Große abgedunkelte Hallen werden mit teilweise interaktiven Lichtinstallationen bzw. Animation zu riesigen Kunstwerken. Untermalt mit passender Musik und Soundeffekten ergibt sich ein unvergleichliches dreidimensionales Erlebnis. Dabei kann man einige der Werke sogar selbst mitgestalten und wird sozusagen selbst zum Künstler. So wandern wir z.B. durch einen Wald aus LED-Kristallstäben, die wir über eine App selbst in verschiedenen Mustern leuchten lassen. Oder wir füllen ein digitales raumhohes Aquarium mit eigenen Fischen, die wir malen und die dann eingescant und projiziert durch den Raum schweben. Einziger Wermutstropfen: es sind zu viele Leute im Museum, die vor allem alle auf der Jagd nach dem besten Instagrambild sind anstatt einfach die Eindrücke zu genießen. Aber wir sind trotzdem nachhaltig beeindruckt. ☺️
    Da das Digital Arts Museum in einem modernen Viertel Tokios liegt, bleiben wir noch ein bisschen, fahren sogar Riesenrad und besuchen die Konkurrenz in der Toyota-Welt. 😬

    Am nächsten Morgen machen wir uns dann zur nächsten Tour mit Guide auf. Es geht über den
    Tsukiji Fish Market. Bis Oktober letzten Jahres wurde hier ab den frühen Morgenstunden die Ware an Händler versteigert, es war der Ort an dem sowohl die Profis als auch die Touristen ganz auf ihre Kosten gekommen sind was Fisch und Meeresfrüchte angeht. Allerdings ist der Profi-Fischmarkt seit einem halben Jahr in ein neues, steriles Gebäude, ein paar Kilometer vom alten Standort entfernt, ausgelagert worden. Wir sehen also nur noch den Teil für den Endverbraucher, aber das macht gar nichts. Verteilt auf mehrere kleine Straßen finden wir Hunderte hervorragende Lebensmittelgeschäft und Essensstände nebeneinander. Es gibt natürlich Fisch und Meeresfrüchte, aber auch Fleisch, Obst, Tee und Süßes. Wir probieren Seetang, getrocknete Snacks, grünen Tee, Suppe, Bohnen und das wahrscheinlich beste Thunfisch-Sashimi der Welt. 😍 Auch nach der Tour bleiben wir noch ein paar Stunden hier und snacken uns durch die Stände.
    Eigentlich ein Wunder, dass wir abends noch Hunger haben... Da wartet nämlich eine Reservierung im Kill Bill Restaurant Gonpachi auf uns. Die erste Szene des Films wurde hier gedreht und Essen wie auch Atmosphäre sind wirklich cool. 👍

    Für unseren letzten Tag in Tokio haben wir uns das berühmteste Viertel aufgehoben: Shibuya. Die Leuchtreklamen und überfüllten Straßen können uns nicht mehr schocken, daran haben wir uns schon ein bisschen gewöhnt. Aber Shibuya ist wohl DAS Shopping-Paradies und z.B. im Shibuya 109 bekommen Mädels auf 10 Stockwerken alles was das japanische Modeherz begehrt. 😍
    Damit der Tag auch noch was für Pit zu bieten hat, gehen wir danach in die Virtual Reality World. 😉 An verschiedenen Stationen tauchen wir in virtuelle Welten ein, fliegen auf Teppichen, kämpfen gegen Monster, machen Bungeesprünge und Achterbahnfahrten und amüsieren uns ganz hervorragend in diesem Spielplatz für Erwachsene. Wahnsinn, was alles mit Virtual Reality möglich ist. Was wohl in 10
    Jahren hier geboten sein wird?
    Abends beobachten wir die berühmte Shibuya-Kreuzung, die angeblich geschäftigste Kreuzung der Welt. Zu Stoßzeiten überqueren hier 3000 Menschen die Straßen - und das bei jeder Ampelschaltung! 😅
    Danach geht es dann noch einmal ins Nachtleben. Wir haben wieder eine Tour gebucht und wollen mal sehen, was man abends so in Shibuya treibt. Wir starten auch hier in einem traditionellen Izakaya, bevor wir dann in einem richtig coolen Indoor-Streetfood-Markt unter anderem super leckeres Wagyubeef-Sushi probieren und weitere Drinks bestellen. Den Ort hätten wir wohl ohne unseren Guide nicht gefunden.
    An dieser Tour gibt’s eigentlich nicht viel auszusetzen... wenn da nicht ein paar andere Teilnehmer wären. Jens aus dem Osten Deutschlands brüllt die halbe Bar nieder und repräsentiert auch sonst eher den unangenehmen Deutschen, zwei Jungs aus Niederbayern halten bei Jens‘ Lautstärke ordentlich mit und vergleichen wirklich alles mit daheim („you know at home we call it ‚Roßwurscht‘“). Nicht falsch verstehen: jeder hat so seine liebenswerten Eigenheiten und andere Länder andere Sitten, aber wenn einen schon die zurückhaltenden Japaner schief ansehen, weil in ohrenbetäubender Lautstärke viel dummes Zeug geredet wird, dann ist leider eine große Portion Fremdschämen angesagt. Gut, dass wir viele Drinks probieren - da ist einem das alles gleich ein bisschen mehr egal. 😬

    Tokio, Du warst ganz wundervoll und wir wollen Dich und Deine Menschen eigentlich gar nicht verlassen. Aber morgen geht’s auf in die Japanischen Alpen! 😊
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  • Day194

    Der ganz normale Wahnsinn in Tokio - 1

    April 22 in Japan ⋅ ☀️ 21 °C

    Eine Woche in Tokio in einen Post zusammen zu fassen ist wie aus Herr der Ringe eine Kurzgeschichte zu machen. Wo anfangen??? 🙈

    Man kennt viele Vorurteile und Geschichten über Japan im Allgemeinen und Tokio im Besonderen. Wir nehmen uns in dieser verrückten Stadt 7 Tage Zeit, um uns selbst ein Bild zu machen. Und nach dem beschaulichen Maui ist das tatsächlich ein ganz schönes Abenteuer. 😬

    Unser Hotel liegt im Stadtteil Shinjuku, genauer gesagt in Tokios Rotlicht- und Ausgehviertel Kabukicho (es ist eines von vielen Ausgehvierteln dort). Und als wir ankommen, ist es abends, die Neonreklamen und Riesenbildschirme an den Hochhäusern machen die Nacht zum Tage und tausende Menschen sind auf den Beinen. Der Bahnhof von Shinjuku gilt als der verkehrsreichste Bahnhof der Welt. Angeblich steigen hier mehr als 3,6 MILLIONEN Menschen JEDEN Tag in oder aus einem Zug oder einer U-Bahn, es gibt 36 Gleise und mehr als 200 Ausgänge. Wenn man sich verläuft, heißt das schnell mal 30 Minuten Umweg. Dass wir dort nicht immer noch rumirren ist eigentlich ein Wunder, aber Dank Google Maps klappt es mit der Orientierung ganz zu unserem Stolz die Woche über sogar sehr gut. 😬
    Reizüberflutet fallen wir am ersten Abend nur noch müde in unser Bett in unserem geräumigen *räusper* 11 Quadratmeter - Zimmer (da ist das Bad schon mit eingerechnet) - Tokioter Standardmaße für Hotelzimmer. 🙌

    Bevor wir weiter erzählen, was wir so erleben, vielleicht ein paar allgemeine Dinge, die uns im Gedächtnis bleiben werden:
    - die Japaner sind unglaublich zuvorkommend, höflich und freundlich. Man hat das Gefühl, ein ganzes Land hat einen Benimmkurs gemacht. Wir erleben so hilfsbereites Personal, egal ob im Hotel, in Restaurants oder bei Sehenswürdigkeiten, wie sonst fast nirgends auf der Welt. Man geht grundsätzlich respektvoll miteinander um und bemüht sich stets, niemanden um einen rum zu stören. Uns ist klar, dass wir als Touristen natürlich oft nur das Schöne an einem Ort sehen, aber trotzdem: von der ersten Minute an fühlen wir uns hier wohl, umsorgt und willkommen. Wir sind begeistert von den Japanern, die wir kennenlernen dürfen und von dieser positiven, aufmerksamen Grundstimmung. Wir würden uns wünschen, etwas davon nach Deutschland importieren zu können und nehmen uns vor, am besten bei unserem eigenen Benehmen anzufangen. Vielleicht steckt es andere ja genauso an, wie es uns gepackt hat.
    - Tokio ist eng, bunt, laut und verrückt. Aber nicht überall. Wir erleben viele Ecken, in denen man problemlos gemütlich mit dem Radl oder als Fußgänger unterwegs sein kann und auch grün ist es Dank der vielen Parks immer mal wieder. Manchmal ist man einfach in einer ganz normalen Stadt.
    - alles ist tatsächlich wahnsinnig zweckmäßig und organisiert. Das fängt bei den Armaturen im Bad an (und ja: alles was ihr über japanische Toiletten gehört habt, stimmt 🤣) und hört bei den vorgegebenen Fußwegen in der U-Bahn auf. Wir denken uns des Öfteren, warum so manche Idee noch nicht zu uns übernommen wurde. Detaillierte Beispiele können wir leider nicht nennen, denn die Sachen importieren wir jetzt nach Europa und werden reich und reisen nur noch. 😉

    Los geht es für uns in Tokio dann erst mal mit einer Reise in die Höhe: wir fahren auf den Sky Tree und schauen von 450 Metern auf die Stadt herunter, die so groß ist, dass man bis zum Horizont nur Häuser sieht. Wir bekommen ein gutes Gefühl, wie weit sich Tokio erstreckt.
    Im Nachbarviertel Asakusa bummeln wir danach durch die Gassen, bestellen mit Händen und Füßen unser erstes richtiges japanisches Essen (wir bekommen tatsächlich das, was wir möchten 😉) und besuchen den buddhistischen Senso-Ji-Tempel.
    Leider fallen ja unsere Souvenirs der Reise sehr spärlich aus. Es passt einfach nicht alles, was man in sieben Monaten gerne kaufen würde, in unsere Rucksäcke. Aber wir erfüllen uns in Tokio einen Wunsch und kaufen uns ebenfalls in Asakusa in einem kleinen engen Laden gute japanische Messer. Jetzt kann Zuhause wie beim Profi geschnippelt werden! Wir könnten hier im Viertel auch noch passend dazu täuschend echt aussehende Plastik-Repliken von Essen kaufen, können uns aber dann gerade so zurückhalten. 😬
    Nach der ganzen Rumlauferei schlägt dann der Jetlag zu und wir müssen zu unserer Schande gestehen: für mehr als noch ein bisschen Spazieren durch den Ueno-Park hat’s am ersten Tag dann nicht mehr gereicht. Müde fallen wir früh ins Bett.

    Fit für neue Abenteuer wagen wir am nächsten Tag eine Fahrt in der U-Bahn zur Rush Hour. Und es ist so, wie man sich das vorstellt: alle stellen sich zwar brav an wenn der Zug einfährt und jeder lässt auch erst alle Leute aussteigen. Aber dann gibt’s kein Halten mehr. Alle wollen rein, alle drücken und quetschen und mit Hilfe des Bahnpersonals von außen kommen dann auch alle rein. 🙈 In der U-Bahn muss man keine Angst haben, umzufallen - man ist sicher eingeklemmt zwischen den Leuten. Was total furchtbar klingt, ist allerdings besser zu ertragen als so manche U-Bahnfahrt in München, denn die Leute sind diszipliniert und es wird nicht gesprochen, nicht gegessen und die Anweisung, das Handy lautlos zu stellen, von allen befolgt. Man könnte eine Stecknadel fallen hören.
    Lauter geht’s danach im Manga-/Technik-Viertel Akihabra zu. Leider sind wir unter Tags hier und erleben nicht die ganzen 180% bunt, aber das macht nichts: 3 Stunden in einem der größten Technikkaufhäuser der Welt, extrem gehaltvolle Ramen und viele Manga-Mädchen lassen uns erahnen, wie es hier nach Sonnenuntergang zugeht. Außerdem wagen wir uns immer mal wieder in die riesigen Gaming Arcades, also Tempel für Automatenspieler jeder Art. Egal ob Teddybären angeln, Egoshooter, Trommeln oder Autorennen - hier gibt’s alles und Hauptsache, es ist bunt und unfassbar laut. Manchmal stehen auch einfach hunderte „Kaugummiautomaten“ nebeneinander. Wer kauft denn dieses ganze Zeug??? 😂
    Und der Tag hält noch ein Highlight für uns bereit: das 🙌 Robot Restaurant!!! Wir erwarten die totale Reizüberflutung und bekommen mehr als das! Das Ganze ist eine absolute Touristen-Sache, aber es ist wahrscheinlich das Verrückteste, was wir je erlebt haben. Schon die Pre-Show ist fast zu viel für die Sinne. In einem Raum voller bunter Blinkelichter macht eine Roboter-Band (verkleidete Menschen) ohrenbetäubende Partymusik, dazu tanzen hübsche Japanerinnen in knappen Pailletten-Kostümen, die von Geisha bis Samurai alles an japanischer Kultur durch den Kakao ziehen, was man sich vorstellen kann. Die Stimmung ist schon jetzt prächtig und das Hirn kommt mit Verarbeiten gar nicht mehr hinterher. 😂 Bei der echten Show danach lassen wir uns von überdimensionalen Robotern, Tänzern, Lasern, Musik und Knalleffekten nur noch mitreißen und kommen aus dem hysterischen Lachen gar nicht mehr heraus. Wir haben uns selten so sinnlos und gut unterhalten gefühlt, wie an diesem Abend. Das Ganze ist so schwer zu beschreiben, dass wir nur empfehlen können sich mal ein zwei Videos auf YouTube zum Robot Restaurant anzusehen. Oder Ihr geht auf Facebook, Pit hat dort auch ein Hammer Video gepostet. 👍

    Nach all dem künstlichen Neon-Tokio wird es am nächsten Tag Zeit, sich mal die echte Stadt anzusehen. Bei einer Walking Tour rund um den Meiji-Schrein erfahren wir viel über die religiösen Traditionen der Japaner, wie sich das Land im 19. Jahrhundert dem Westen öffnete und wie man im Shinto-Schrein einen Wunsch korrekt an die Götter äußert. Bei vielen geschichtlichen und Glaubensthemen zeigt sich wieder der Pragmatismus der Japaner: man pickt sich hier z.B. aus einigen Religionen einfach das Beste heraus. Heiraten in einer Kirche, Trauern im buddhistischen Tempel, Wünsche äußern im Shinto-Schrein und wenn sie nicht in Erfüllung gehen, dann einfach den Schrein wechseln 😬. Und an Weihnachten gibt es eigentlich nur eine Tradition: man geht zu KFC - denn das kommt dem Truthahn noch am nächsten.
    Nach so viel Geschichte erleben wir im Szeneviertel Harajuku wieder das zeitgenössische Tokio. Hier also kaufen diese ganzen Manga-Mädels ihre Schulmädchen-Röcke und kleiden sich die Hippster der Stadt mit teuren Sneakers und der aktuellsten Mode ein. In den kleinen Gassen bummeln wir zwischen Designershops und essen super Gyoza. 😍
    Aber dann müssen wir auch schon wieder zurück nach Shinjuku. Heute steht nämlich noch eine Ausgehtour auf dem Programm.

    Oh verdammt... wir haben ja schon einen riesigen Text geschrieben! Weiter geht’s mit Tokio im nächsten Post. 😅
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  • Day191

    Hawaii - Maui

    April 19 in the United States ⋅ ⛅ 26 °C

    Liebe Grüße vom Flughafen Honolulu! 👋

    Gerade sind wir hier angekommen und in drei Stunden geht es weiter nach Tokio. Was kann man da besseres tun, als die letzte Woche auf Maui Revue passieren zu lassen? 😉

    Maui ist das Traumziel - vor allem für viele US-Amerikaner selbst. Wir haben uns während unserer Zeit auf Hawaii des Öfteren gedacht, dass viele Restaurants, Cafés oder Bars etwas angestaubt sind. Man könnte vieles individueller und moderner gestalten und auch die Qualität des Essens lässt oft ein bisschen zu Wünschen übrig. Bei den Hotels ähnlich: oft große Resorts oder Bettenburgen mit ein paar Jährchen auf dem Buckel.
    Hippe oder „bessere“ Orte gibt es zwar, aber erstens nicht viele und zweitens sind die eh schon hohen Preise dort nochmal teurer. Und man muss sagen, der durchschnittliche Hawaii-Urlauber will das vielleicht auch gar nicht. Einkaufszentren, All Inclusive und Burger mit Pommes sind auch im Urlaub auf Maui für viele die Erfüllung (das ist natürlich eine rein subjektive Mutmaßung und nicht ganz ernst zu nehmen 😊).
    Lange Rede kurzer Sinn: ab und zu denken wir uns schon, ob es das Hawaii-Paket mit Sonne, Palmenstrand und Meer nicht auch z.B. in Asien für ein Drittel des Geldes und in stylisch gibt.

    ABER dann fährt man morgens auf Maui die Küste entlang, die Sonne geht hinter den Bergen auf, der rötliche Himmel ist mit Wolken getupft und alles spiegelt sich in den sanften Welles des Meeres wieder. Oder man liegt am Strand, der Wind bläst durch die Palmen und hinter einem steht plötzlich der (ungelogen und nicht übertrieben) farbintensivste Regenbogen der Welt am Himmel. Und alles hat dieses Besondere, das so schwer zu beschreiben ist und das es nur hier gibt. Auf Hawaii sind die Farben einfach intensiver, die Sonne scheint größer, das Grün grüner, das Türkis türkiser.
    Ja, es gibt auch andere wunderschöne Orte auf dieser Welt, aber Hawaii ist Hawaii und einfach mit nichts sonst zu vergleichen! ❤️

    Das merken wir in unserer Woche auf Maui einmal mehr ganz deutlich. Es ist noch mal viel Strand angesagt und was hier nicht fehlen darf: Schnorcheln! Unter Wasser ist einiges geboten: eine Menge bunter Fische zwischen Korallen und Riesenschildkröten! 😍 Wir kommen diesen sogar so nahe, dass Pit sie fast mit der Nase anstubsen kann. Die Strände Mauis sind vielfältig und jeder für sich ist wunderschön. Man kann von felsigen schwarzen Buchten bis zum weißen Sandstrand-Traum (auch direkt vor unserem Hotel) alles haben.
    Aber auch abseits des Wassers schauen wir uns einiges an: auf der Road to Hana fahren wir fast einmal um die gesamte Insel. Bei unzähligen engen Haarnadelkurven und kleinen Brücken macht schon allein das Rumkurven auf einer der angeblich schönsten Straßen der Welt Spaß! Man kann an vielen Wasserfällen halten, Strände und Aussichtspunkte besuchen und Gärten und Lavahöhlen erkunden. Wahnsinn, wie vielfältig Maui ist: wir starten in der Stadt, fahren durch dichten grünen Regenwald und kommen am Ende bei weiter Steppe raus. Immer mit der Extraprise Meerblick. ☺️

    Am Ende unseres Roadtrips stoppen wir noch bei Maui Wines und probieren den wahrscheinlich einzigen Ananas-Sekt der Welt. Sagen wir mal so: ein bisschen wie Ananasschorle. Da waren die anderen „normalen“ Weine von Maui Wines doch deutlich besser. 😬

    Einmal heißt es auf Maui auch richtig früh aufstehen für uns. Um halb vier morgens machen wir uns auf den Weg hoch auf den Gipfel des Haleakala. Natürlich nicht zu Fuß, sondern mit dem Auto (wir sind schließlich in den USA 😉). Den Sonnenaufgang dort muss man gesehen haben! Nur den starken Wind, der einem bei Temperaturen um den Gefrierpunkt noch zusätzlich das Gesicht einfriert, hätt es nicht gebraucht.

    Drei Wochen Hawaii gehen zu Ende und wir haben uns nochmal richtig klassischen Urlaub gegönnt. Schön und entspannt wars. Dann sind wir ja jetzt bestens ausgeruht für das verrückte Tokio. 👍😊
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  • Day184

    Hawaii - Kauai

    April 12 in the United States ⋅ ⛅ 27 °C

    Kauai, die älteste der großen Hawaii-Inseln, wird auch Garden Island genannt. Und das trifft den Nagel auf den Kopf! Vielleicht wäre nur noch „Garden Eden Island“ eine passendere Beschreibung. 😉 Kauai ist paradiesisch grün, hat die perfekten Bergmassive mit steil eingeschnittenen Tälern und traumhaften Wasserfällen, einen Canyon, der manche mehr beeindruckt als der Grand Canyon und natürlich Strände wie aus dem Bilderbuch.

    Eine Kuriosität gibt’s hier auch: überall sieht man Hühner und Gockel in den Straßen und selbst an entlegenen Orten hört man es krähen. 😂 Diese ehemaligen Bewohner einer bei einem Hurrikan zerstörten Hühnerfarm (oder die ehemaligen Kampfhähne der Plantagenarbeiter - so ganz ist man sich noch nicht einig, woher sie kommen) laufen einem hier ständig über den Weg. Und wenn sie auch für die Einheimischen eine Plage darstellen, so sind sie für uns lustig anzusehen und Teil der Zeit auf Kauai.

    Leider ist die Straße in den Norden der Insel wegen massiven Erdrutschen nach den stärksten je gemessenen Regenfällen in 2018 gesperrt. Uns bleiben somit ein paar Highlights vorenthalten, aber der Rest Kauais entschädigt uns mehr als gerecht. Auch das Wetter ist teilweise ein bisschen durchwachsen, aber wir sind ja auch in den Tropen und so ein paar Regenschauer gehören dazu. Die stören nicht viel bei unseren Aktivitäten bzw. de Entspannen am Strand. 😬

    Als wir am ersten Tag in unserem Apartment ankommen, bleibt uns erst einmal der Mund offen stehen: wir sind ca. 20 Meter vom Meer entfernt, vom Balkon aus sehen wir direkt auf Wasser, Wellen, Sand und Palmen und in den sechs Monaten Reise bisher gewinnt Kauai den Preis für die beste Aussicht einer Unterkunft. 😉 Bei jedem Aufwachen und jeder Minute, in der wir draußen sitzen, genießen wir den wunderschönen Ausblick.

    Da kann nur noch der Blick auf Kauai von hoch oben aus dem Heli mithalten. Gleich zu Beginn unseres Aufenthalts fliegen wir mit Blue Hawaiian Helicopters einmal rund um die Insel. Es ist schwer zu beschreiben, wie schön dieses Erlebnis war! Wir haben Glück und werden in die erste Reihe des mit bodentiefen Fenstern ausgestatteten Hubschraubers gesetzt. Unser Pilot zeigt uns eine knappe Stunde lang alle Highlights, erklärt vieles und untermalt das Ganze auch noch mit passender Musik. Wir steuern dabei in die Schluchten des Waimea Canyons, fliegen tief in die Täler der Na Pali Coast und stoppen immer wieder vor Wasserfällen, die Hunderte Meter tief in den Urwald stürzen, auf. Zum Schluss fliegen wir dann noch in den ehemaligen Krater eines erloschenen Vulkans. Um uns herum steigen senkrechte Felswände in die Höhe und die Sonne verschwindet im Dschungel, der oben am Kraterrand wächst. Pit und auch die Kamera am Helikopter filmen die ganze Tour und versuchen, diese einzigartigen Panoramen zu erfassen und die unglaublichen Bilder einzufangen, aber die schönsten Eindrücke werden wir wohl in unserem Gedächtnis behalten. ❤️

    Nach diesem absoluten Highlight könnte man sich jetzt eigentlich den Rest der Woche faul an den Strand legen. Ein bisschen tun wir das auch.
    Aber wir erkunden natürlich die Insel nochmal genauer. 😉

    Bei einer Wanderung durch den Waimea Canyon kommen wir den Wasserfällen, die wir tags zuvor von der Luft aus gesehen haben, ganz nahe. Die Schluchten um uns herum leuchten rot, braun und grün vom Gestein und der kargen Vegetation. Immer wieder ergibt sich ein weiter Blick in den Canyon und bis tief auf den Talboden. Wow!
    Nicht ganz so wow sind allerdings die Wanderwege. 😂 Pfade hören einfach auf, Abzweigungen sind nicht in den Karten verzeichnet und Wege, die eigentlich da sein sollten, sind verschwunden. Gut dass die Highlights gleich am Anfang der Tour liegen. Der Durchschnitts-Hawaii-Urlauber wandert auch nicht viel weiter, was das schlechte Wegenetz erklärt. Am Ende sind wir dann aber doch fast vier Stunden unterwegs, wenn auch mit ein bisschen Hin und Her. Nicht zu letzt auch wegen einer verlorenen Lieblingssonnenbrille von mir (Evi), die bei einer kleinen Klettereinlage in einem Tümpel landet... was ich leider aber erst auf dem Rückweg merke. Wir kehren deswegen um und Pit taucht heldenhaft durchs Wasser - leider ohne Ergebnis. Trotzdem: bester Freund ever. 😘🦸🏻‍♂️

    Einen Tag drauf leihen wir uns ein Kajak aus und paddeln den Wailua Fluss hoch. Danach geht es zu Fuß eine gute halbe Stunde durch den Urwald zu einem mehr oder weniger geheimen Wasserfall. Ok, er ist gar nicht geheim, denn kurz nach unserer Ankunft dort treffen auch allerlei geführte Touren ein. Gut, dass wir früh dran waren.
    Der Pfad dorthin ist schon ein großer Spaß, denn die Nacht davor hat es geregnet und anstatt zu wandern stapfen wir barfuß durch Matsch. Ist ja egal, denn der kleine See, in den der Wasserfall stürzt, lädt zum Baden (und Saubermachen) ein. Und während wir im Wasser plantschen, genießen wir die Aussicht nach oben: senkrechter Fels, oben wachsen Bäume und Farne, deren Wurzeln über das Gestein hängen und mittten über die Kante stürzt dieser fast schon perfekte ca. 2 Meter breite und mehr als 30 Meter hohe Wasserfall. „Paradiesisch“ trifft es mal wieder am besten. 🙌

    DAS Highlight der Insel ist die Na Pali Coast im Norden Kauais. Wie schon erwähnt, ist es gerade unmöglich, an dieser Küste entlang zu wandern, da die Zufahrt versperrt ist. Allerdings gibt es ein paar Wege hoch oben auf die Grate der Na Pali - Bergrücken und somit finden wir uns am vierten Tag nach einem kleine Abstieg durch den Wald auf einem atemberaubenden Aussichtspunkt am Ende des Awa‘awapuhi Trails wieder. Wir kommen über einen schmalen Steig bis zu diesem Punkt, an drei Seiten um uns herum stürzt der Berg mehrere Hundert Meter in die Tiefe, vor uns das Meer, links und rechts von uns nur grüne, tiefe Schlucht bevor sich genauso steil auf jeder Seite der nächste Berg erhebt. Jetzt nur nicht ausrutschen, sonst landet man da unten. 😉 Der Blick ist unbeschreiblich!!! Wir sehen bis zum Talboden, durch den ein kleiner Fluss fließt, auf der anderen Seite ein Wasserfall, der so tief fällt, dass sich das Wasser im Laufe des Weges in feine Gischt auflöst. Hier waren wir auch mit dem Heli ein paar Tage zuvor, aber auch von Land aus ist die Aussicht unfassbar schön und die kleine Überwindung bis aufs Aussichtsplateau definitiv wert. Vor allem als kurz bevor wir zurück gehen ein kompletter Regenbogen unter uns erscheint! 😱😍

    Ach Kauai, Du bist wunderschön!

    Und ab morgen schauen wir dann, ob Maui mithalten kann 😬
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  • Day175

    Hawaii - Big Island

    April 3 in the United States ⋅ ⛅ 29 °C

    Hawaii 🙌 Drei Wochen und drei Inseln - so lautet unser Plan für diesen wunderbaren Ort!

    Los geht’s auf Big Island, dem jüngsten und größten Eiland des Archipels. Hier gibt es wahnsinnig viel zu tun:
    - den Vulcanos Nationalpark mit dem riesigen Kilauea Krater und den Lavahöhlen erkunden
    - über die „frische“ Lava spazieren und flüßige Lava aus der Nähe sehen
    - durch die Mondlandschaft des seit den 50er Jahren abgekühlten, kreisrunden Kilauea Iki Krater wandern
    - auf dem Mauna Kea den Sonnenuntergang zwischen den Observatorien bestaunen und sich von Astronomen an einem professionellen Teleskop Sterne zeigen lassen
    - über den grünen Norden der Insel cruisen
    - schwarze, weiße, rote und grüne Strände besuchen
    - mit riesigen Mantarochen und nachtaktiven, leuchtenden Kreaturen aus der Tiefsee tauchen
    - etc. etc. etc. 😅

    Also, wir haben einiges von der Liste oben gemacht. Und einiges nicht 😆. Aber fangen wir mal von vorne an...

    Da wir uns jetzt in den USA befinden, geht ohne Mietwagen natürlich nichts. Für uns gibt’s auf Big Island einen Jeep Wrangler, mit dem es sich standesgemäß herumdüsen lässt. Ist schon was anderes, als einen Camper über Chiles Schotterstraßen zu steuern. 👍
    Als wir damit am ersten Tag von Hilo zu unserer Unterkunft in Kailua Kona einmal quer über die Insel fahren, merken wir gleich: alles dreht sich auf Big Island um die Lava und die ganze Insel ist vereinfacht gesagt ein riesiger Vulkan. Schnell ist man bei einer Tour auf der Verbindungsstraße von Ost nach West auf 2000 Meter und denkt, man fährt über eine düstere Mondlandschaft. Wetter und Vegetation ändern sich genauso rasch wie die Höhenmeter und wenn man in Küstennähe dann wieder bei Sonnenschein in tropischen Urwald eintaucht, kann man fast nicht glauben, dass man sich immer noch auf der selben Insel befindet. Fährt man dann in den Norden mit grünen Weiden und fast europäisch anmutenden Wäldern, sieht alles wieder ganz anders aus. Die Natur Big Islands mit Lavafeldern, Stränden und den sich ständig ändernden Mikroklimata ist einzigartig und beeindruckend.

    Einzigartig ist vielleicht auch unser Airbnb in Kailua Kona. Eine geräumige Wohnung mit Garten, beides so wie man sich Hawaii vorstellt: bunt, voller Blumen, Früchte, Palmen und Sonnenuntergang und mit der wahrscheinlich liebenswertesten Gastgeberin der Insel. Wir fühlen uns hier sofort wohl und genießen die Stunden im Zuhause auf Zeit. Es gibt Papaya frisch vom Baum, viel Schlaf und den ein oder anderen Film auf Netflix. 😬

    Aber Entspannung finden wir natürlich auch am Strand. Auf Big Island ist dieser allerdings selten groß, da die Insel noch jung ist. Dafür sind die Strände aber wunderschön und meistens mit ordentlichen Wellen gesegnet, was vor allem Surfer und Pits glücklich macht. 😉

    Wobei das Highlight für Pit bestimmt seine Tauchgänge hier waren. Es geht nämlich einmal ins Wasser zusammen mit riesigen Mantas. Die ausgewachsenen Rochen haben eine Spannweite von über 5 Metern und gleiten elegant durchs Meer und um die Taucher herum. Aus allernächster Nähe lassen sie sich beobachten und man ist nachhaltig beeindruckt von diesen mächtigen und edlen Tieren.
    Mindestens genauso besonders ist der zweite Tauchgang, jetzt bei Nacht. Da die Küsten Hawaiis steil abfallen, kommen schon kurz nach Sonnenuntergang allerlei Geschöpfe aus der Tiefsee nach oben um zu fressen und man hat die ansonsten seltene Gelegenheit diese in Tauchtiefe zu bestaunen. Quallenartige Tiere, Fische, kleine Krebse... viele davon leuchten im Dunklen. Ein einmaliger Anblick!

    Wer jetzt fleißig die Liste oben abhakt, der merkt, dass bis auf Tauchen und Strand noch nicht so viel erledigt wurde. Und ja, unser Aufenthalt auf Big Island steht auch eher im Zeichen des Relaxen und ein bisschen Me-Time für jeden von uns. ☺️
    Das hat aber vor allem einen Grund: nach den heftigen Ausbrüchen in 2018 ist die Lava auf Hawaii zur Ruhe gekommen. Komplett zur Ruhe. Es gibt momentan keine flüßige Lava zu sehen. Die Bilder, wie rotes Gestein dampfend ins Wasser fällt, gehören momentan der Vergangenheit an. Und 2018 hat auch sonst große Veränderungen auf Big Island hinterlassen: der Kilauea-Krater ist nun „lavaleer“ und um mehrere Hundert Meter abgesackt. Viele Orte im Volcanos Nationalpark sind wegen der neuen und nach wie vor instabilen Situation gesperrt. Wir können leider nur kurz über erstarrte Lava aus dem letzten Jahrzehnt laufen und einen Blick auf den Kilauea-Krater werfen. Alles andere: nicht möglich. 😢

    Fast wäre uns auch noch der Ausflug auf den Gipfel des Mauna Kea durch die Lappen gegangen, denn die Straße nach oben ist mehrere Tage wegen zu starkem Wind gesperrt. Aber wir haben Glück: es klappt am Ende doch noch und wir erklimmen innerhalb von gut zwei Stunden 4205 Höhenmeter mit unserem Jeep. Dick eingepackt (oben hat es minus 2 Grad) und mit leichten Kopfschmerzen stehen wir mitten in einer Marslandschaft. Um uns nur Vulkankegel aus rotem Kies und die Observatorien der Forschungsinstitute. Ein unwirklicher und deswegen so schöner Ort. Als gegen halb 7 dann die Sonne ins Meer eintaucht und die Sternwarten im roten Licht leuchten, erleben wir einen der außergewöhnlichsten Sonnenuntergänge, die man sich vorstellen kann. Dass das Sternekucken mit den Astronomen momentan ausgesetzt ist, steht ganz im Zeichen unseres Glücks auf Big Island, tut dem Erlebnis Mauna Kea aber keinen Abbruch. 😊

    Big Island hat viel zu bieten, auch wenn grad nicht alles für Touristen zugänglich ist. Es ist eine ganz besondere Insel und einzigartig auf der Welt. Schön dass wir hier waren! 👍

    Jetzt geht es dann weiter auf die älteste Insel Hawaiis: Kauai. Und dort erwartet uns das grüne Gegenteil von der Lavalandschaft hier. Wir sind gespannt und werden natürlich wieder berichten! 👋
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  • Day169

    Sydney

    March 28 in Australia ⋅ ⛅ 23 °C

    Immer mal wieder führt uns unsere Reise in eine Hauptstadt, Großstadt oder sogar Weltstadt! 🙌 Wir lieben diese Abwechslung, auch wenn Stadt automatisch Lärm, Hektik und Strapazen für die Reisekasse bedeuten. Aber bisher hat uns eigentlich noch keine City enttäuscht.
    Und Sydney war nicht nur keine Enttäuschung - es war der Hammer! ❤️ Pit, für den es schon der dritte Besuch ist, hat definitiv nicht zu viel versprochen. Leider haben wir nur 3 ganze Tage hier, denn zu tun gibt es mehr als reichlich.

    Zur ersten Orientierung für mich und damit wir beide noch ein bisschen was über die Geschichte und Fakten Sydneys erfahren, starten wir gleich mal mit einer Walking Tour. Es ist wahnsinnig interessant, wie aus einer ehemaligen Strafkolonie diese wunderbare Multikulti-Weltstadt gewachsen ist. Hier mischen sich nicht nur viktorianische Häuser mit Wolkenkratzern, sondern man trifft auch Menschen aus aller Welt. Diese bunte Kultur verleiht Sydney eine weltoffene und liberale Ausstrahlung. 👍
    Die ganzen Business-Menschen hier erinnern uns zwar auch an die Arbeit daheim, aber der gute Eindruck überwiegt dann doch. 😉

    Was diese Stadt natürlich zusätzlich zu einem absolut positiven Ort macht, ist das gute Wetter und die Lage am Wasser. ☀️ Beides genießen wir in vollen Zügen. Ok, als es einmal zwei Stunden regnet, „müssen“ wir kurz ins Kino ausweichen...
    Aber wir besuchen den Strand von Manly und spazieren immer am Meer entlang auf dem Coastal Walk vom berühmten Bondi Beach nach Coogee. Wunderschön!
    Außerdem bucht Pit eine Segeltour im Hafen und wir genießen die beste Aussicht auf die weltberühmte Harbour Bridge und das wahrscheinlich noch berühmtere Opernhaus. Und damit die Kultur nicht zu kurz kommt, schauen wir uns noch das Maritime Museum an. Neben Schiffe der Marine, und der Geschichte rund um die Seefahrt Australiens kann man hier sogar ein echtes U-Boot besteigen!

    Ach ja und apropos Kultur... Wie kann man in kurzer Zeit die Kultur eines Ortes ein bisschen besser verstehen? Mit Essen! 😂 Was das angeht hat es Sydney einfach drauf. Wir genießen drei Tage bestes Frühstück, wahnsinnig guten Kaffee, leckere asiatische Küche und Snacks zum niederknien. Und Pit kann sogar sein allerliebstes Lieblingssandwich, von dem er schon geschwärmt hat, als wir noch in Deutschland waren, wieder essen! Für alle, die es mal probieren wollen: im Reuben Hills nach dem gleichnamigen Gericht fragen! 😬

    Gott sei Dank sind wir super viel zu Fuß durch Sydney gelaufen (sogar über die Harbour Bridge), damit die Strandfigur nicht ganz versaut ist. Die brauchen wir nämlich jetzt: es geht nach Hawaii! 🙌😍
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