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  • Day6

    Wanderung zum Ifinger und Moschwaldalm

    June 19, 2019 in Italy ⋅ ⛅ 17 °C

    Die Wanderschuhe waren angeschnallt, der Rucksack gepackt. Erstmals nach meiner letzten Herzmuskelentzündung wollte ich mich wieder einer konditionellen Herausforderung stellen. Das Mindestziel, die Wanderung zur Kuhleitenhütte auf 2300 Meter. An der Bergstation wurden noch die Treckingstöcke angelegt, die Ohrenstöpsel eingesteckt, die Musikplaylist angespielt und los ging es.

    Vom leichten Kuhleitenweg ging aus die „nur für geübte“ ausgezeichnete Strecke Richtung Ifinger. Zahlreiche Wanderer drehten nach kurzer Zeit wieder um und entscheiden sich für den längeren, aber nicht so steilen Aufstieg. Und auch ich brauchte mehrere Pausen auf dem Weg nach oben. Diese kann man dann aber auch gut nutzen, um die Aussicht zu genießen. Ganz verrückte joggen die Strecke hoch. Irre.

    Am Ende angekommen entschied ich mich tatsächlich noch das steile Stück zum Kleinen Ifinger zu wandern. Angespornt von einem ca. 14 jährigen Mädchen und ihrem schätzungsweise rund 70 jährigen Opa, die als Einheimische den gleichen Weg scheinbar völlig unangestrengt meisterten und mich ermutigten, dass ich das letzte Stück auch noch schaffe.

    Kurz hatte ich überlegt, ob ich mich einem geübten jungen Pärchen anschließe und über einen Klettersteig den Gipfel des Großen Ifingers in 2.581 Meter besteigen soll.

    Aber mich verließ der Mut aus Angst die Kondition zu verlieren. Noch mehr Sorgen machte mir aber der Abstieg am Klettersteig, nachdem ich die Beiden vom Gipfel beobachtete.

    Leider musste die junge Frau auf Grund einer Handverletzung aufgeben, denn auch sie bekam es mit ihrem Handicap, einer Fingerverletzung, dann doch wegen fehlender Griffkraft mit der Angst zu tun und drehte um. Ihr Freund erreichte das Gipfelkreuz des Großen Ifingers allerdings spielend.

    Erschöpft aber glücklich erreichte ich den Gipfel des Kleinen Ifingers in 2.552 Meter Höhe.

    Mein Weg führte mich nun abwärts zur Kuhleitenhütte um eine Pause einzulegen und mich zu erkundigen, wo meine Eltern in der Zwischenzeit waren. Diese kehrten zum gleichen Zeitpunkt auf der Meraner Hütte ein und so entschied ich mich, den gemäßigten breiten Weg 19A in ihre Richtung zu gehen.

    Einen weitere Stop musste ich dann auf der Waidmannalm im Schatten einlegen. Denn eins hatte ich am Morgen vergessen. Mich mit Sonnencreme einzucremen. Entsprechend rot glänzten bereits Arme und Nacken.

    Außerdem nutzte ich die Pause um was deftiges zu essen, schließlich sollte es eine länger Wandertag werden. Rund zwei Stunden später traf ich an der Meraner Hütte ein, um mit meinen Eltern dem Wanderweg 17 zur Moschwaldam zu gehen.

    Die urige Alm liegt auf 1750 Meter und wird von Elisabeth und Sepp Reiterer bewirtschaftet. Hier gibts köstliche selbstgemachte Kuchen und andere Südtiroler Köstlichkeiten. Kurz unterhalb führt ein steiler steiniger Weg (51) her. Achtung, gerade bei Nässe muss man hier wirklich vorsichtig sein. Die letzten 20 Minuten des Weges legte ich einen Zahn zu und wartete bereits bei einem kühlen Bier auf der Sonnenterasse unseres Hotels auf meine Eltern.

    Nur 15 Minuten später stieg Anky mit Josefine und einer Horde Kids aus dem Bus aus. Sie hatte den Tag mit Josefine verbracht und war am Nachmittag zum Sulfner Reiterhof gefahren. Klar, Reitern zuschauen und Pferde streicheln stand auf dem Plan.

    Der Tag war für unsere Tochter so spannend und aufregend, dass sie bereits kurz vor dem Abendessen anfing vor Müdigkeit zu quengeln. Das Geknötter wollte ich weder den anderen Gästen im Restaurant zumuten, noch uns selbst. Deshalb verzichtete ich an diesem Abend auf das Menü und machte Josefine bettfertig. Noch etwas spielen und kuscheln und weg war die junge Dame. Eine halbe Stunde nachdem sie eingeschlafen war, wurde mir sogar noch ein Nachtisch und ein Bier aus dem Restaurant hochgebracht. Was ein Service meiner Familie.
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