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  • Day10

    Tagesausflug: Knottnkino und Karersee

    June 23, 2019 in Italy ⋅ ⛅ 17 °C

    Der gestrige Tag war ein Faulenzertag. Am Morgen zogen Nebelschwaden durch die Berge und die Wolken hangen tief. Dazu regnete es, so dass wir uns mit Josefine meist im Spielzimmer aufhielten. Erst am späten Nachmittag wurde es freundlich und sonnig, so dass wir sogar kurz auf den Spielplatz konnten.

    Das Highlight des gestrigen Tages war das Kennenlernen des kleinen Lian, ein Junge aus dem Nachbarort, der Josefine schnell ins Herz geschlossen hat und das auch herzlich mit einer Umarmung zeigte.

    Erinnert ihr euch an meine wanderbegeisterte Ehefrau. Ne, ich auch nicht. Wir hatten Oma und Opa gebeten, einen Enkelinnentag einzurichten, da ich meiner Frau eingetrichtert hatte: „Wer in Meran ist, muss einmal das Knottnkino gesehen habe“. Mein Versprechen so nah wie möglich mit dem Auto heranzufahren, hatte ich eingehalten.

    Lediglich die Missachtung eines Straßenschildes hätte uns noch näher herangebracht und wenn ich dazu noch gewusst hätte, dass die gerade frisch gemähten Felder bei meiner Frau eine allergische Reaktion in Form eines asthmatischen Lungenpfeifens beim Aufstieg auslösen würde, wäre dies im Nachgang auch besser gewesen. Durch den fehlenden Sauerstoff und das immer kurzatmige Luftholen waren ihre Flüche nur noch als leises fiepsiges Säuseln zu hören und mein angeberisches Angebot sie ein Stück Huckepack zu nehmen, wurde glücklicherweise abgelehnt.

    Was eine Aussicht über das Etschtal. Auf dem Rotsteinkogel kann man auf 30 Kinosesseln aus Stahl und Kastanienholz Platz nehmen und das Naturkino genießen. Das Knottnkino stammt vom ansässigen Künstler Franz Messner und ermöglicht einen Blick auf die Bergspitzen der Texelgruppe bis zum Gantkofel und weiter zum Weißhorn. Knottn bedeutet übrigens im Südtiroler Dialekt „Fels“.

    Nach einer Weile verließen wir den Aussichtspunkt und machten uns mit dem Auto weiter auf den Weg in die westlichen Dolomiten. Ab Bozen geht es die Karereseestrasse nach oben. Das schöne Wetter lockte zahlreiche Ausflügler zum See. Leider bildeten sich vor drei Ampeln an Baustellen Rückstaus in die nachfolgend einspurigen Abschnitte wurden von Rennradfahrern und meist Wohnmobilen verstopft, die wegen der Enge nicht überholen konnten. Und so zog sich die Ankunft in die Länge.

    Am Karersee gibt es einen kostenpflichtigen Parkplatz, der ursprünglich mal von Hohen Tannen und Bäumen im Schatten gelegen haben musste. Aber schon auf der gesamten Strecke von Bozen waren mir die großen Holzlager aufgefallen. Baumstämme wurden auf Grund der Hitze mit Sprinkleranlage gekühlt und zahlreiche Hänge waren abgeholzt. Grund für den Kahlschlag war der Orkan Vaia Ende Oktober 2018, der in Südtirol ganz Waldflächen zerstört hat. Hier im Karerwald sahen wir das zerstörerische Ergebnis. Da kann man nur hoffen, dass in den nächsten Jahren nicht weitere Dinge passieren, schließlich handelt es sich häufig um sogenannte Schutzwälder, die vor Erosion und Lawinen einen natürlichen Schutz bieten.

    Durch einen Tunnel gelangt man vom Parkplatz auf die andere Straßenseite und von dort aus zu einer Aussichtsplattform auf den tiefgrünen Kareresee, der unterhalb des Latemarmassivs liegt.

    Das Naturdenkmal kann man auch bei einem Spaziergang umrunden. Der See befindet sich übrigens in 1520 Meter Höhe und wird auch Regenbogen- oder Märchensee genannt. Die der Sage nach dort im See lebende Wasserjungfrau haben wir allerdings nicht gesehen.

    Im Anschluss aßen wie noch eine Kleinigkeit in einer der beiden Imbissbuden und gönnten uns noch ein Eis vor der Rückfahrt nach Falzeben.

    Und weil wir früher als geplant wieder im Hotel ankamen, konnten wir uns unsere einzige Wellnesseinheit des ganzen Urlaubs gönnen und verschwanden für zwei Stunden in Saunen, Dampfbädern und Ruheräumen.
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