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  • Day61

    Tikal, Guatemala

    February 2, 2020 in Guatemala ⋅ ☀️ 25 °C

    Meine Lieben☺️ Meine Weiterreise nach Belize hat prima funktioniert und mittlerweile bin ich sogar schon wieder in Mexiko, auf der Halbinsel Yucatán. Aber Schritt für Schritt, schließlich habe ich Euch erst einmal meinen Bericht über die Ruinenstadt Tikal angekündigt, den ich hiermit liefere 😉.

    Meine Reise von Rio Dulce nach Flores, dem Ausgangspunkt für einen Ausflug nach Tikal, ist ehrlich gesagt ein bisschen spannend. Ich fahre im sogenannten „Chickenbus“, also dem öffentlichen Nahverkehr in Zentralamerika. Samstags ist es allerdings völlig überfüllt im Bus, sodass ich keinen Sitzplatz mehr bekomme und die 4,5 Stunden Fahrt stehend im Mittelgang verbringe. Um mich herum sitzen ganz viele Kinder, die mich sehr umsichtig mit Chips und allen möglichen Snacks versorgen😆. Der Helfer des Busfahrers wird sogar ganz besonders kreativ und klettert durch den Mittelgang bis ganz ans Ende des Buses, um zu kassieren. Die Aktion wollte ich Euch nicht vorenthalten und habe Euch ein Video hochgeladen. Letztlich komme ich aber gut in Flores an und treffe Caroline im Hostel wieder, sie war schon einen Tag vorher in Rio Dulce aufgebrochen.

    Caroline und ich haben uns für die Sunrise-Tour nach Tikal entschieden. Sie ist zwar umgerechnet etwa 12 Euro teurer, aber aus meiner Sicht jeden Cent wert. Morgens um 3 Uhr werden wir am Hostel in Flores abgeholt und fahren etwa 1,5 Stunden nach Tikal. Dort geht es noch im Dunkeln los auf eine kleine Wanderung durch den Dschungel bis zum ersten Tempel Tikals, von wo aus wir den Sonnenaufgang beobachten werden. Es ist eine wirklich einmalige Stimmung. Da es noch dunkel ist, sieht man zunächst nichts, hört dafür aber umso mehr. Nach und nach erwachen die Tiere im Urwald und es ist unheimlich spannend, ihnen zuzuhören. Neben den vielen unterschiedlichen Vögeln wie Papageien und Tucane sind vor allem die Brüllaffen sehr eindrucksvoll und vor allem laut. Dann geht ganz langsam die Sonne über dem Urwald auf, um einen herum sieht man wirklich nur Wald in allen möglichen Grüntönen. Ich habe versucht, Euch die Stimmung in dem Video einzufangen, ich hoffe, Ihr könnt es etwas nachempfinden.

    Nach dem Sonnenaufgang laufen wir etwa vier Stunden lang durch die Ruinenstadt, die wirklich beeindruckend groß ist. Da die Besucherzahl bei Sonnenaufgang begrenzt ist, ist es nicht überfüllt und teilweise stehen Caroline und ich sogar alleine vor einem Tempel. Die Geschichte der Maya-Stadt Tikal reicht zurück bis etwa 700 v.Chr. und ist an vielen Stellen wirklich sehr gut erhalten. Besonders beeindruckend finde ich jedoch den dichten Dschungel, durch den man zwischen den Ruinen hindurchläuft mit seinen vielen Grünschattierungen, Affen, Ameisenbären und Vögeln. Ich hoffe, dass die Fotos dies ein wenig widerspiegeln. Wir lassen uns also durch den Wald treiben und müssen uns manchmal zügeln, die Zeit nicht ausschließlich mit Fotografieren zu verbringen.

    Mittags sind wir zurück im Hostel und kochen uns erstmal einen großen Topf Spaghetti mit Tomatensoße (sogar mit echtem Parmesan, den wir in einem gut sortierten Supermarkt finden☺️). Manchmal braucht man einfach Spaghetti, vor allem bei all den Tortillas, die man in Zentralamerika ständig zu Essen bekommt. Dabei fällt mir auf, dass ich Euch noch gar nichts über das typische Essen in Guatemala erzählt habe. Tatsächlich ist das Essen ziemlich anders als in Mexiko. Zwar gibt es auch Taco- und Burritoläden, aber dies ist kein klassisches guatemaltekisches Essen. Vielmehr ist es ganz typisch, Guacamole mit Rühr- oder Spiegelei, frijoles (eingekochte schwarze Bohnen), gebratenen Platanos (Kochbananen) und Tortillas aus Maismehl zu essen. Und das sowohl zum Frühstück als zu sonstigen Tageszeiten. Vorteil ist, dass das Essen lange vorhält und sehr günstig ist (was prima ist, weil Essen und Getränke in Guatemala nicht so günstig sind, wie in Mexiko). Der Nachteil ist jedoch, dass man es schlichtweg irgendwann nicht mehr sehen kann, vor allem die frijoles und die Tortilla. Auch das guatemaltekische Streetfood unterscheidet sich vom Mexikanischen. Es gibt z.B. sehr leckere Baguettes, die meist mit Guacamole (die wirklich absolut köstlich schmeckt, die Avocados wachsen im ganzen Land im Überfluss) und verschiedenen Salaten (meist mit Hühnchen, aber auch vegetarisch) belegt werden. Manchmal gibt es auch harte Tortillas, die ebenfalls mit Guacamole, Tomatensoße und Käse bestreut serviert werden - auch wirklich sehr lecker.

    Am Sonntag bin ich froh, dass Caroline auch keine Tortilla und frijoles mehr sehen kann und sie meine Liebe für Spaghetti teilt. Sie ist richtig gut ausgestattet und hat Gewürze und sogar echtes griechisches Olivenöl in ihrem Rucksack verstaut😆, sodass unsere Spaghetti ein richtiges Festmahl werden. Als Nachtisch gibt es Apfeltaschen, die abends neben allerlei anderen Speisen an Straßenständen verkauft werden (Süßspeisen können die Guatemalteken wirklich richtig gut!) und danach fallen wir völlig geschafft, aber glücklich ins Bett.

    Montags steht dann meine Reise nach Belize an, während Caroline weiter nach El Salvador fährt. So trennen sich unsere Wege und ich bin ein bisschen traurig, weil Caroline wirklich eine ganz liebe, lustige und unkomplizierte Reisepartnerin war. In Belize habe ich jedoch wieder richtig Glück mit meinen Zimmernachbarinnen und bin nicht lange alleine. Aber davon erzähle ich Euch im nächsten Beitrag☺️.

    Es ist schon Donnerstag, bei Euch sogar schon Freitagmorgen - das Wochenende steht schon vor der Tür. Ich wünsche Euch allen einen ruhigen und angenehmen Freitag!

    Ganz liebe Grüße und Umarmungen von Eurer Astrid 😘❤️
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