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Off to see the World

August 2018 - September 2019
August 2018 - März 2019
  • Day282

    Letzter Stopp: Rio

    May 9 in Brazil ⋅ ⛅ 28 °C

    Nach 3 Wochen in denen wir viel erlebt und gesehen haben, kehrten wir wieder nach Rio und in unser altes Hostel in der Nähe der Copacabana zurück. Wir bummelten nochmal am Strand entlang, tranken einen Caipirinha und aßen Abendbrot. Am nächsten Tag bereiteten wir uns nach einem leckeren Frühstück auf den Abflug von Caros Mutti vor. Jetzt mussten unsere ganzen Souvenirs sowie unsere ausgemusterten Sachen in den Koffer und dieser durfte dann auch nicht zu schwer sein. Nach etwas mehr als einer Stunde packen, registrierten wir dann erleichtert das Ergebnis von 21,7 Kilogramm. Genug Platz um noch guten Gewissens eine Flasche Cachaça einzupacken. Danach machten wir uns auf den Weg zum Zuckerhut. Diesen hatten wir bei unserem ersten Besuch nicht geschafft und so holten wir es jetzt nach. Das Wetter war nicht zu warm, aber die Sicht trotzdem gut. Insgesamt muss man zwei Seilbahnen nehmen um am Ende auf dem „Pao do Azucar“ in 390m über dem Meeresspiegel zu stehen. Von hier oben hat man eine super Aussicht auf die Stadt, hinüber zur Christusstatue, auf die Copacabana und das Stadtzentrum. Auf der Zwischenstation genehmigten wir uns noch einen Caipirinha, für Carmen der letzte auf dieser Reise, bevor wir weiter hoch fuhren. Nach insgesamt 3,5 Stunden kehrten wir wieder in die Stadt zurück. Wir machten uns so langsam bereit für den Abschied und bestellten ein Taxi zum Flughafen. Am Lufthansa-Schalter stellten wir verdutzt fest, dass der Mann vom Bodenpersonal deutsch sprach. Damit hätten wir überhaupt nicht gerechnet. Diesmal schien auch alles zu passen und der Flug nicht auszufallen. Die Entschädigung für die 12 Stunden Verspätung auf dem Hinflug konnte Caro übrigens schon während unserer Rundreise sichern. Immerhin ein kleiner Trost für die verlorene Urlaubszeit. Nun verabschiedeten wir Caros Mutti und drückten die Daumen für die Heimreise. Und während sie sich im Flieger sitzend über Rio erhob, saßen wir schon wieder an der Copacabana und genossen den milden Abend mit einem weiteren Caipirinha.
    Wir hatten jetzt noch rund 2 Tage Zeit in Rio bevor wir weiterfliegen wollten nach La Paz in Bolivien. Die Zeit verbrachten wir zum einen damit in unserem Hostel zu sitzen und uns über La Paz und Peru zu informieren und zum anderen damit am Strand baden zu gehen. Zwischendurch versuchten wir auch der Bilderflut der letzten Wochen Herr zu werden und unsere Erlebnisse in Footprints zu gießen.

    Wie ihr vielleicht gemerkt habt ist das Wort Caipirinha ziemlich oft gefallen und ungefähr so oft haben wir auch welche bestellt. Das Getränk steht zumindestens bei uns sinnbildlich für Brasilien und wird auch hier überall verkauft. Jedoch trinken die Brasilianer davon gar nicht übermässig viel und einige können ihn auch eher schlecht als recht zubereiten. Im Pantanal erzählte uns die ältere Küchenfrau dass sie gerade für uns ihre ersten Caipirinhas zubereitet hatte. Die typische Zubereitung hier ist, Limetten der Länge nach zu halbieren und den Strunk herauszuschneiden (schmeckt sonst bitter). Danach wird die Limette geachtelt und zerstoßen. Auf Wunsch wird ein EL Rohrzucker (weiß) hinzugefügt. Anschließend wird das Glas erst mit Eis und dann mit Cachaça aufgefüllt und geshaked. Dadurch vermischen sich die Zutaten am besten. Wahlweise kann ein Caipirinha auch mit dem Inhalt einer Maraquja zubereitet werden.

    Anzahl der Caipis die wir zu dritt im Urlaub getrunken haben: 80 Stück

    Konrad
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day280

    Ilha Grande

    May 7 in Brazil ⋅ 🌧 27 °C

    Nach unseren Abenteuern im Kayak wollten wir vor allem für Caros Mutti aber auch für uns ein bisschen Entspannung haben. Deshalb hatte Caro vorab schon die Ilha Grande als kleines Paradies ein paar Kilometer vor der Costa Verde ausgespäht. Auf der Insel sind Autos verboten und einzig die Polizei ist im Besitz einiger Quads. Ansonsten wird hier alles auf Handwagen oder auf dem Boot transportiert. Nach unserer Ankunft und einem kleinen Snack suchten wir uns sofort einen kleinen Strand, welcher durch die Flut kaum vorhanden war und sich alle Besucher deshalb auf die Steine verzogen. Der Strand war schön und etwas abseits konnte man in der Nähe einiger Steine immer wieder Schildkröten auftauchen sehen. Leider hatten wir keine Schnorchelausrüstung dabei um sie uns näher anzuschauen. Am nächsten Tag buchten wir spontan einen Transfer per Boot zum „Lopes Mendes“ Strand. Dieser wurde zu einem der schönsten Stränden Brasiliens gevotet und das mit Recht. Ein langer, breiter Sandstrand in einer Bucht, die nicht zu groß und nicht zu klein ist. Eingefasst von tropischem Wald und ein paar Klippen zu den Seiten hin. Nach vorn nur Meer und eine Insel, denn die Bucht ist für Boote aller Art gesperrt. Traumhaft - und auch das Wetter spielte mit. Als die Wolken zum Nachmittag dicker wurden, nahmen wir gerade rechtzeitig den 20 Minütigen Fußmarsch in Angriff um auf dem Boot zurück dem ersten Schauer zu entgehen.
    >>...Auch auf dieser Rundreise durch Brasilien hat „Heinze & Zinke Sunshine Tours ☀️ GmbH“ sein Versprechen von anhaltend gutem Wetter und tollen Erlebnissen vollstens eingehalten...<<
    Seit unserem verregnetem Dezember meinen es die Wettergötter der Welt sehr gut mit uns und wir hoffen, dass unser Spaß am Reisen sie auch für die restliche Zeit wohlgesonnen für uns stimmt.
    Unsere Rückfahrt nach Rio bereitete vermutlich nur mir einen leichten Kopfschmerz was ich aber auf die zu leckeren Caipirinhas vom Vorabend schiebe.
    Konrad
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  • Day278

    Paraty

    May 5 in Brazil ⋅ ⛅ 25 °C

    Von Foz do Iguaçzu aus ging es mit dem Flieger wieder nach Rio. Nach kurzem Warten holte uns direkt am Flughafen ein Bus von Easy Transfer ab und nach ca. 6 Stunden Fahrt erreichten wir am frühen Nachmittag Paraty an der Costa Verde. Paraty ist ein kleines Örtchen, welches vor allen Dingen durch seine hübsche Altstadt bekannt ist. Diese ist aufgrund ihrer Einzigartigkeit UNESCO-Weltkulturerbe. Nachdem wir endlich den Check-in hinter uns gebracht haben, schlenderten wir über das noch erhaltene Kopfsteinpflaster und die weißen Gebäude mit ihren bunt angemalten Fenster- und Türrahmen. Kurz zuvor hatten wir meiner Mutti verraten, dass wir die nächsten drei Tage paddeln gehen werden und heute Abend noch unser Guide für ein Vorgespräch und letzten Absprache vorbeikommt. Ich hatte den gesamten Urlaub Bammel, wie meine Mutti auf das Paddeln reagiert. Sie reagierte ein wenig überrascht, aber auch gefasst. Ich meine viel Wahl hätte sie auch nicht gehabt. Abends lernten wir unseren Guide Michael kennen. Er ist Nordire, kann sogar ein wenig deutsch und lebt schon 16 Jahre in Brasilien. Er brachte uns auch gleich genügend wasserfeste Packsäcke mit und so konnten wir abends unsere Sachen bereits packen.
    Den nächsten Tag waren wir nach dem Frühstück verabredet und das Abenteuer Paddeltrip konnte beginnen. Heute lagen 24 km Strecke vor uns. Zu unserer Überraschung hatte Michael ein Beiboot organisiert auf dem man zu jeder Gelegenheit mitfahren kann, wenn man nicht mehr paddeln möchte. Konrad und ich saßen jeweils im Einer und meine Mutti mit Michael im Zweier. Als alles verstaut war ging die Reise los. Nach etwa einer Stunde paddeln entdecke Michael im Wasser Delfine. Er meinte, dass wir unglaubliches Glück haben, denn er sieht nur etwa viermal im Jahr Delfine in den Buchten um Paraty. Kurz danach hielten wir am Strand vor einer Luxusvilla an um Baden zu gehen. Die meisten Strände in Brasilien sind nämlich öffentlich und obwohl die Bucht sehr privat schien, kann man hier halten. Kurz nachdem wir ausstiegen, kam auch ein motorisiertes Boot mit Touristen, um genau hier ganz idyllisch und exklusiv Pause zu machen. Vorbei mit der Ruhe für uns. Nach weiteren Kilometern paddeln erreichten wir unseren Strand für die Mittagspause. Ab hier stieg Mutti in das Beiboot um und ich in den Zweier zu Michael. Mein Einer-Kayak wurde vom Boot gezogen. Laut Michael paddelt er in 20% seiner Touren nur die kompletten 24 km mit seinen Touristen und so war natürlich unser Ehrgeiz gepackt. Nach 24 km erreichten wir das kleine Fischerdorf im Fjord von Mamanguá. Authentischer könnte es kaum sein. Wir vier hatten unser eigenes Haus am Hang gelegen. Dieses hatte 3 Zimmer, 2 Bäder, eine Veranda und den süßen Hund Todji, den wir am Liebsten mitgenommen hätten. Abendessen gab es unten in einem kleinen Restaurant, wo der Inhaber gleich mehrere Jobs übernimmt. Er angelt, kocht, kümmert sich um Touristen und pflegt die Wanderwege in der Umgebung. Wir fühlten uns direkt wohl und verbrachten die erste Nacht mit ein paar Mücken in unserer neuen Bleibe. Den nächsten Morgen machten unsere Gastgeber Frühstück für uns. Es gab frisch gebackenen Kuchen und Brot dazu Wurst und Käse. Heute folgte uns kein Beiboot, da laut Michael jeder die 15km paddeln kann. Wir starteten unseren Weg auf die andere Seite des Fjords und entdeckten wieder eine Gruppe Delfine. Selbst Michael konnte es kaum glauben, denn er hatte noch nie welche in Mamanguá gesehen. Auf der anderen Seite angekommen hieß es den „Zuckerhut“ im Fjord zu erklimmen. Dabei ging es eine Stunde lang steil bergauf. Beim Aufstieg machte uns vor allen Dingen die hohe Luftfeuchtigkeit zu schaffen, dennoch packten wir es alle und waren sogar schneller als die junge lautstarke Truppe Brasilianer hinter uns. Oben angekommen hatte man einen tollen 360°C Blick auf die Umgebung. Vor uns lagen 3 Fjorde mit vielen Buchten und vielen kleinen Inseln. Alles war grün, da wir uns aktuell in der Regenzeit befinden. Nach dem Zuckerhut gab es erstmal Mittag. Dabei hat sich Michael bewusst für das weniger volle Restaurant entschieden. Er meinte, dass es hier auch gut schmeckt, was auch so war. Er verfolgt die Philosophie sein Geld bei den Einheimischen lieber zu streuen und nicht immer bei den gleichen Restaurants zu essen. Wir fühlten uns auch sehr wohl mit dieser Idee, denn es verirren sich auch nicht viele Touristen in diesen Fjord. Generell machen nur 6 Mio. ausländische Touristen Urlaub in Brasilien, zum Vergleich in Mallorca sind es 11 Mio. Wir waren über diese Zahlen überrascht. Die Brasilianer hoffen seit Jahren auf eine Steigerung der Zahl, aber auch die WM 2014 und Olympia 2016 konnten daran nichts ändern. Nach dem Mittag ging es für uns in einen Mangrovenwald am Ende des Fjords. Hier paddelten wir einen Kilometer in den Wald hinein und den gleichen Weg wieder heraus. Konrad und ich sahen jeder eine Schildkröte kurz auftauchen und nach Luft schnappen, aber vor allen Dingen lebten hier unzählige Krabben - weiße, rote, braune, blaue und gelbe. Wir hatten noch nie so viele Krabben gesehen. Langsam wurde es aber Zeit zu unserem Haus zurückzukehren bevor es dunkel wird. Wir alle meisterten die besagten 15 km paddeln ohne Probleme. Am nächsten Tag hatten wir eher einen Muskelkater vom Wandern. Abends gönnten wir uns einen Caipirinha und genossen die Ruhe und Idylle in der wir uns gerade befanden. Wir waren die einzigen Gäste des Restaurants und ließen uns den servierten Fisch schmecken. Kaputt fielen wir ins Bett und schliefen fest, nur die Mücken machten uns zu Schaffen. Am nächsten Tag standen 24 km Rückweg auf dem Programm. Michael steuerte auf eine Insel zu auf der kleine Affen leben. Wir warteten vor der Insel mit der Hoffnung, dass die Affen sich zeigen. Aber statt der Affen tauchte hinter uns wieder eine Gruppe Delfine auf. Michael konnte es selbst kaum glauben. Wir haben seine Statistik total ruiniert, indem wir jeden Tag Delfine unglaublich nah in freier Natur erleben durften. Und den letzten Tag war es nochmal was ganz besonderes, denn die Gruppe fing vor unseren Augen Fische. Bei einer Jagd biss der Delfin nur den Kopf des Fisches ab und der tote Fisch schwamm an der Oberfläche. Michael sammelte diesen ein und ließ ihn im nächsten Restaurant für uns frittieren. „Frisch vom Delfin gefangen“ - wer kann das schon erzählen. Verrückt! Zum Mittag gab es also frischen Fisch, Calamares, Reis und rote Bohnen. Kurz bevor ein Unwetter aufzog erreichten wir Paraty. Meine Mutti war in der Hälfte wieder auf das Beiboot gewechselt und ich war mit Michael im Zweier, aber wir meisterten die 24km ein weiteres Mal. Angekommen im Hotel gingen wir Duschen und anschließend nochmal in die kleine Altstadt in Paraty zum Shoppen. Hier gibt es so tolle kleine Läden. Wir kauften uns eine bunte Decke, eine Hängematte und ich mir einen Rock. Zum Glück kann meine Mutti die erworbenen Souvenirs gleich mit nach Hause nehmen. Für mich persönlich war der Paddeltrip das Highlight in unserer Rundreise. Die Landschaft ist durch die grünen Inseln und Buchten sowie die vielen sandigen Strände traumhaft schön. Zudem waren wir so weit abgelegen, sodass man das Gefühl hatte mit den Menschen im Fjord zu leben. Auch wenn es nur 3 Tage waren. Michael meinte am Ende, dass wir ihn sicher für den größten Lügner halten würden, weil er meinte, dass er viermal im Jahr Delfine sieht und wir jeden Tag welche gesehen haben. Wir denken das nicht, wir hatten einfach mal wieder Glück! 😊
    Caro
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  • Day273

    Foz do Iguaçu

    April 30 in Brazil ⋅ ⛅ 16 °C

    Nach einer Nacht in Cuiabá und einem ausgiebigen Frühstück im Hotel starteten wir unsere Reise nach Foz do Iguaçu. Wir machten einen Zwischenstopp in São Paulo und landeten am frühen Nachmittag. Am Flughafen wartete schon unser Guide Rodrigo mit seinem Fahrer auf uns und brachte uns zur Unterkunft. Hier mussten wir feststellen, dass die Unterkunft anscheinend mittlerweile geschlossen wurde. Die Klinke war von außen abgebaut und weder auf klingeln noch auf Anrufe und Nachrichten bekamen wir eine Antwort. Unser Guide versuchte uns aus der patsche zu helfen indem er uns eine Unterkunft von einem Freund besorgte. Jedoch haben wir es in dem Chaos nicht geschafft die Vermittler von Booking.com zu erreichen und somit haben wir die Sache für den Moment etwas verkompliziert. Wir konnten auf jeden Fall in de anderen Hotel bleiben, mussten dafür dann aber etwas mehr bezahlen und uns um die Stornierung des anderen kümmern. Das erste mal, dass wir wirklich vor einer verschlossenen Tür standen. Naja wir versuchten die Sache so schnell wie möglich abzuhaken und gingen abends in einem Grillhaus essen. Hier ist es wie bei einem Buffet, mit dem Unterschied, dass einem die verschiedensten Fleischspeisen an den Tisch gebracht und frisch auf den Teller serviert werden. Hier trafen wir auch Katrin und ihre Mutter aus dem Pantanal wieder. Sie hatten die restlichen Tage in Rio de Janeiro verbracht und wir waren uns alle einig, dass 2-3 Tage definitiv nicht genug Zeit für diese tolle Stadt sind.
    Tags darauf starteten wir mit der Hauptattraktion der Umgebung, den Iguaçu-Wasserfällen. Argentinien und Brasilien teilen sich die Wasserfälle, wobei behauptet wird, dass man sie von der Brasilianischen Seite aus besser sieht und von der argentinischen Seite aus näher herankommt. Bei Sonnenschein und tollem Wetter besichtigten wir dieses Spektakel von der brasilianischen Seite und da es uns für heute noch nicht nah genug war, buchten wir kurzerhand noch eine Bootstour, die uns bis direkt unter einen Teil des Wasserfalls führte. Die 3 Stränge werden liebevoll die „3 Musketiere” genannt und als man mit dem Boot darunter fuhr könnte man sich nur die Hand vors Gesicht halten und sich durch gleichmäßiges atmen dem Gefühl erwehren dass man Ersticken könnte.
    Nachdem wir zweimal untergetaucht waren und die Fahrt durch die Stromschnellen unterhalb der Wasserfälle hinter uns gebracht hatten schlüpften wir wieder in unsere trockenen Sachen und fuhren weiter zum Vogelpark "Parque das Aves" in der Nähe. Über einen Rundweg durchläuft man mehrere große Volieren mit den verschiedensten Vögeln, Reptilien und Schmetterlingen. Hier konnte ich auch nochmal einen schönen großen Tukan in freier Wildbahn (er befand sich nämlich außerhalb der Volieren) fotografieren. Richtig interessant war auch das Schmetterlingshaus mit vielen riesigen Schmetterlingen und Kolibris. Nebenbei gesagt macht sich ja alle Welt über die deutsche Bezeichnung Schmetterling lustig, wie wir nur darauf kommen konnten, einem so zarten Insekt einen recht brachial klingenden Namen zu geben. Insgesamt hatten wir jedoch einen tollen Ausklang für den ersten Tag an den Wasserfällen bevor wir wieder in die Stadt fuhren. In der Unterkunft angekommen zogen wir uns kurz um und machten uns auf die Suche nach einer Bar um einen Caipirinha zu trinken und später etwas essen zu gehen. Nachdem die ersten zwei Adressen geschlossen waren, half uns ein Einheimischer weiter eine Bar zu finden. Am nächsten Tag starteten wir sehr zeitig um vor dem großen Touristenansturm auf der argentinischen Seite der Wasserfälle zu sein und die tolle Sicht zu genießen. Wir passierten die Grenze, kauften ein Ticket für den Nationalpark und ein weiteres Ticket für die kleine Bahn, die uns durch den Park bis in die Nähe des "Garganta do Diabo" (Teufelsschlund) fuhr. Mit schnellen Schritten näherten wir uns der Besucherplattform ganz vorn an der Kante und hatten so noch vor allen anderen eine gute Sicht und wenig Gedränge auf der Plattform. Nachdem dieses Etappenziel erreicht war, ließen wir es ruhiger angehen und streiften noch ein bisschen an den Wasserfällen entlang. Diese haben eine Gesamtlänge von 2.830m und man kann wohl jedes Mal ein neues Detail erkennen. Es bewahrheitete sich, was uns schon viele vorher sagten. Von der brasilianischen Seite hat man einen besseren Überblick aber von der argentinischen Seite ist man einfach näher dran am Geschehen und das Gefühl ist einfach überwältigender. Für diesen Tag stand jedoch noch etwas mehr auf unserer Liste und so fuhren wir zurück Richtung Grenze. Vorher besichtigten wir aber noch einen Stamm der Guarani, der Ureinwohner, die vor über 10.000 Jahren vom Amazonas hierher kamen. Da es am Abend zuvor geregnet hatte, hatte sich der Weg zum Dorf in eine weiche Lehmpiste verwandelt. Einer der Dorfbrwohner führte uns herum und zeigte uns die Felder auf denen alles angebaut wird, was benötigt wird. Jede Familie hat ihr eigenes Feld, aber in Notfällen wird in der Gemeinschaft geteilt. Die Häuser stehen lose beeinander und sind teilweise aus Holz oder solide aus Beton. Wie fast überall gibt es einen großen Fußballplatz, welcher aktuell wie ein frisch gepflügter Acker aussieht und auf dem gerade zwei Teams bis zu den Knöcheln im Schlamm versinken. Das tut der Stimmung der Spieler und der einigen Besucher am Rand aber keinen Abbruch. Direkt daneben befindet sich eine Schule in der die Kinder bis zur 7. Klasse unterrichtet werden. Danach besitzen sie eine Art Hauptschulabschluss. Wer mehr lernen will muss danach in die nächste größere Stadt fahren. Vor einem Haus haben einige Frauen einen kleinen Stand mit Souvenirs aufgebaut, nachdem wir gekommen waren und an dem wir uns später wieder einfanden um noch eine Spende abzugeben. Mit uns traf eine Gruppe Franzosen mit zwei Autos an den Ständen ein, von denen sich einer direkt auf den Weg machte und sich an einem nahegelegenem Feldrand erleichterte. Wir machten uns auf den Weg zurück zum Auto, und um unseren Fahrer nicht allzusehr zu verärgern verbrachten wir noch 5 Minuten damit, notdürftig die jeweils 2 Kg Lehm von unseren Schuhsohlen zu entfernen. Weiter ging es zum 3-Ländereck Argentinien, Brasilien und Paraguay. Wir standen unterhalb des Zusammenflusses von Iguazu und Parana - von hier aus haben sich die Iguazu-Wasserfälle im laufe der Jahrtausende rund 25km den Canyon hinauf zu ihrer heutigen Stelle vorgearbeitet. Auf der Paraguayischen Seite liegt direkt am Flussufer die Schmugglerstadt "Ciudad del Este". Von hier aus gelangen nach Angaben unseres Guides jede Menge Drogen, Hehlerware und Fälschungen von Markenprodukten wie Smartphones nach Brasilien. Dafür fahren viele Brasilianer nach Paraguay zum tanken. Was uns schon aufgefallen war, war dass es an den Tankstellen neben Benzin auch Ethanol zum tanken gab. Bei der Recherche zum Text fand ich heraus, dass in Südamerika sog. Flex Fuel Motoren sehr häufig vorkommen. Diese können mit einem nahezu beliebigen Kraftstoffgemisch aus Benzin und Ethanol betrieben werden, wobei beide Kraftstoffe in einem Tank gelagert werden. Neuere Modelle benötige noch nicht einmal reines Benzin für einen Kaltstart unterhalb von 15°C.
    Von Argentinien ging es zurück nach Brasilien und von dort weiter nach Paraguay. Hier wollten wir uns den Itaipu-Staudamm anschauen. Leider wurden unsere Pläne vom internationalen Tag der Arbeit durchkreuzt und wir fuhren unverrichteter Dinge aber immerhin mit vollem Tank zurück auf die brasilianische Seite um von hier eine Rundfahrt auf dem Staudammgelände zu machen. Der angestaute Fluss ist der Parana der hier auch als Landesgrenze zwischen Paraguay und Brasilien dient. Der Staudamm wurde vollständig von Brasilien finanziert und Paraguay tilgt seinen Kredit indem es seinen Strom an Brasilien verkauft. Insgesamt besitzt der Staudamm 20 Turbinen wovon die letzten beiden 2007 in Betrieb genommen wurden. Durch zwei Turbinen fließt die selbe Menge wie an den Iguaçu-Wasserfällen. Diese Menge reicht im übrigen auch aus um 75% des Energiebedarfs von Paraguay zu decken. Insgesamt werden hier im Jahr 95 TWh (95.000.000.000.000 Wh) Strom erzeugt und damit im Durchschnitt mehr als am Drei-Schluchten-Staudamm in China. Die Rundfahrt im Doppeldeckerbus war interessant und wir haben viel gesehen. Am Ende des Tages können wir sagen, dass wir an einem Tag eines der 7 Weltwunder der Architektur und eines der Natur besucht haben (beide Wertungen sind mit etwas Kritik zu betrachten).
    Konrad
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  • Day271

    Nord-Pantanal

    April 28 in Brazil ⋅ ☀️ 32 °C

    Unser nächster Stopp in der Region war das Nord-Pantanal. Das Pantanal ist das größte Binnen-Sumpfgebiet der Welt und wird grob in den Norden und Süden aufgeteilt. Ein Fahrer holte uns in Cuiaba am Flughafen ab und fuhr uns zu unserer Unterkunft, der Estancia Vitoria. Hier wurden wir direkt an den Mittagstisch gebeten und nachdem wir gegessen und uns ausgeruht hatten, stand unsere erste Tour an. Dafür wurden wir jeder auf ein Pferd gesetzt und mit mehr oder weniger Überzeugung ließen sich die Vierbeiner in Bewegung setzen. Der Ausflug dauerte insgesamt 2 Stunden und die Landschaft war einfach traumhaft. Zuerst ging es durch einen kleinen Wald in dem man mit Glück Tapire sehen kann und später gut eine Stunde lang durch einen Sumpf in dem die Pferde an manchen Stellen bis zum Bauch im Wasser standen. Ich hatte schon immer ein gewisse Bewunderung für diese Tiere, aber Reiten an sich hatte es mir bisher nicht angetan. Nach diesen zwei Stunden könnte ich es mir durchaus wieder vorstellen.
    Die nächsten drei Tage folgte im wesentlichen der gleiche Ablauf. Früh um 7 Uhr gab es Frühstück, um 12 Uhr Mittagessen und 19 Uhr Abendbrot. Davor, dazwischen und danach wurden Touren angeboten von denen wir so viele wie möglich mitnahmen. Bei unserer Ankunft lernten wir Katrin und ihre Mutter Hanna kennen, die auch zusammen für 3 Wochen durch Brasilien reisen. Leider reisten die beiden schon am nächsten Tag ab und so verbrachten wir 3 Tage allein mit unserer Guidin Milka und dem Personal auf der Farm. Wir gingen Piranha-Fischen (nicht gerade erfolgreich) und Paddeln, wandern zu allen Tageszeiten, ein zweites mal reiten und machten zwei Auto-Nachtsafaris. Wirklich toll und wirklich aufregend. Fast jedes Mal entdeckten wir ein neues Tier. Und falls nicht, so konnten wir wenigstens die tolle Landschaft bewundern. Die tollsten Tiere haben wir jedoch direkt in der Nähe unserer Unterkunft entdeckt. Jeden Tag kamen Hyazinth-Aras vorbei und setzten sich auf die Palme vor dem Haus. Dort wurde vor kurzem ein Nistkasten für die seltenen und von Wilderern und Schmugglern bedrohten Vögel aufgehangen und es machte den Anschein als würden die Aras schon mal ihre neue Unterkunft inspizieren. Zum letzten Mittag kamen gleich zwei Pärchen, die sich erst beide interessierten und dann stritten wer bleiben durfte. Im Tümpel hinter dem Haus, hatte sich (mindestens) ein Kaiman niedergelassen, der vom Personal liebevoll Neymar genannt wurde und der schon für einige Storys gut war (lag schon im Pool und im Hausflur, was vor allem für Begeisterung bei den Besuchern gesorgt hat). Uns hätte es schon gereicht, wenn er sich mal gut sichtbar der Länge nach an den Rand gelegt hätte, damit wir ein tolles Foto machen können. Den Gefallen tat er uns aber erst am letzten Nachmittag nach einem kurzen Gewitter. Caros Mutti entdeckte die beiden Reptilien und wir kamen - noch in Badesachen - hinterhergeflitzt. 15 Minuten lang lichteten wir die zwei Kaimane aus allen Winkeln und Perspektiven ab, bis uns die Mücken so sehr zusetzten, dass wir es nicht mehr aushielten. Als wir gerade wieder nach drinnen verschwinden wollten, meldete sich noch ein weiterer seltener Besucher, und zwar ein Gelbbrust-Ara, der ab und an in Hör- und Sichtweite der Küche landet und nach einer Scheibe Brot bettelt. Diese lässt er sich dann von den Küchenfrauen (und von Caro) auch geduldig auf die Kralle geben und pickt dann genüsslich daran herum. Lange konnten wir das Schauspiel aber nicht genießen, da uns die Moskitos so arg zusetzten.
    Eine kleine Obsession habe ich für den Tukan entwickelt. Dieser schöne Vögel ist meiner Kamera schon in Indonesien entwischt und hier hat er sich bei der einzigen Begegnung hinter einem Ast versteckt. Aber die Zeit wird kommen wo ich ihn nochmal richtig erwische. Ein unscharfes Foto konnten wir auch vom kleinen Ameisenbären machen, bevor er bei der Nachtsafari wieder im Busch verschwand. Einen Tapir und einen Puma konnten wir selbst nicht sehen, aber unsere Guidin hat jeweils eins der Tiere gesichtet als sie mit uns unterwegs war. Insgesamt war es eine tolle Zeit in der wir viel gesehen und erlebt haben und wir wurden köstlich mit Essen und Getränken versorgt. So viel Luxus haben wir uns mitten im Sumpfgebiet nicht träumen lassen.
    Konrad
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  • Day267

    Chapada dos Guimarães

    April 24 in Brazil ⋅ ⛅ 28 °C

    Chapada dos Guimarães - Unser erster Stopp auf unserer Reise durch Brasilien. Nach einer ewigen Prozedur beim Mietwagen-Center bekamen wir dann doch endlich unseren kleinen Wagen und nahmen die letzten 80km von Cuiaba nach Chapada dos Guimarães in Angriff. Vorher deckten wir uns noch mit ein paar Lebensmitteln ein. Es war bereits dunkel als wir unsere Fahrt starteten, aber wir waren alle guter Dinge. Im Ort angekommen warteten wir wie ausgemacht an der ersten Tankstelle und nach etwa 20 Minuten rollte ein schrottreifer Opel Corsa auf den Platz. Mit ein paar Handzeichen verständigen wir uns, dann recken wir beide den Daumen in die Luft 👍 und es war klar, dass wir im folgen sollten. Es ging noch um ein paar Ecken und schließlich erreichten wir unser Haus am Stadtrand. Es lag umgeben von viel Grün am Ende einer Sackgasse. Von innen war es eher praktisch: die wichtigen Gegenstände wie Herd, Kühlschrank und Esstisch waren vorhanden - für Ambiente sorgte die leere Wohnung mit dem gefliesten Boden aber nicht. Wir arrangierten uns schnell mit den Gegebenheiten, Caros Mutti brauchte ein bisschen länger. Noch dazu wirkte das leere Haus in der dunklen Nachbarschaft doch ziemlich gespenstisch. Dementsprechend unruhig war die Nacht, aber das Frühstück am nächsten Morgen umso ausgelassener. Auf dem Weg zur Touristen-Information schafften wir es in einem Klamottenladen unsere Simkarte aufzuladen und fanden dann ein kleines Büro mit der Aufschrift „Ecotours“. Der Mann hinter dem Laptop konnte gut Englisch und versorgte uns mit Infos zur Region und mit einem Guide für den nächsten Tag. Anschließend half er uns noch im Internet einen passenden Prepaid-Tarif für unser Handy zu finden. So gut ausgestattet konnten wir dann die Entdeckung der Gegend beginnen. Ziel waren zwei Wasserfälle und zwei Aussichtspunkte. Beim Salgadeira Wasserfall erschlug uns fast die Hitze, aber wir besichtigten trotzdem noch kurz die Ausgrabungsstätte eines Dinosauriers, der Tyrannosaurus recht ähnlich sieht. Beim zweiten Wasserfall konnten wir nur die Aussicht genießen, aber selbst die war atemberaubend. Am „Morros dos Vente“ Aussichtspunkt blieb uns nur kurz Zeit für ein Foto, dann mussten wir vor dem starken Regen fliehen. Wir nutzten jedoch die Zeit für ein spätes Mittagessen. Am zweiten Aussichtspunkt wollten wir eigentlich den Sonnenuntergang anschauen, aber dafür waren wir zu spät und mussten unverrichteter Dinge wieder abziehen. Am nächsten Tag holte uns unser Guide Rodrigo früh morgens ab und wir wanderten zu 3 Wasserfällen in denen wir Baden konnten. Nachdem wir im ersten Pool baden waren, waren wir bei den darauffolgenden noch genug abgekühlt. Trotzdem genossen wir den Schatten und die tolle Natur um uns herum. Anschließend wurde es ein bisschen rasanter und wir fuhren über eine ziemlich holprige und nur mit Jeeps befahrbare Straße in eine andere Ecke des Nationalparks. Hier hielten wir an einem Aussichtspunkt von dem wir eine tolle Sicht auf das Plateau hatten. Genau vor uns befanden sich, wie eine Messerklinge, zwei dünne Felsscheiben, die senkrecht in die Höhe standen. Das zurückbleiben genau dieser Formation wurde mit dem höheren Eisengehalt erklärt. Jetzt waren wir bereit für einen Mittagssnack. Dafür fuhren wir zum „Clear-River“. Wir fanden ein idyllisches Plätzchen an einer kleinen Bucht und packten unsere Brötchen aus. Als wir fertig gegessen hatten, nutzten wir die Gelegenheit und kühlten uns im Bach ab. Das Wasser war so klar, dass man die kleinen Fische sehen konnte. Dann zog die Regenwand auf und wir beeilten uns, aus dem Wasser zu kommen. Jetzt stand nämlich noch Schnorcheln im Fluss auf dem Programm. Dazu fuhren wir ein Stück weiter flussabwärts und bewaffneten uns mit Schnorchel, Taucherbrille und GoPro. Dann sprangen wir ins Wasser und ließen uns rund 15 Minuten mit der Strömung treiben. Durch den leichten Regen war das Wasser nicht mehr so klar wie vorher, aber es war trotzdem ein tolles Erlebnis, sich in diesem kleinen Fluss durch den Dschungel treiben zu lassen. Über manche Baumstämme mussten wir drüber klettern und unter manchen konnten wir hindurchtauchen. Da es erst früher Nachmittag war, aber das Wetter durch den Regen nicht mehr so schön war, besuchten wir noch einen letzten Wasserfall bevor wir uns zuhause absetzen ließen. Über den Tag hatte sich eine Sohle von Carmens Wanderschuhen gelöst und wir hatten im Supermarkt Kleber gekauft. Leider haben wir dann erst Zuhause festgestellt, dass es sich um Holz- und Papierleim handelte und dementsprechend wirkungslos blieb unser Versuch die Sohle wieder anzukleben.
    Da wir uns in unserem Haus selbst versorgten, gab es heute zum Abschluss einen selbst kreierten Gnocci-Schinken-Auflauf mit Tomatensauce und Mozzarella. Dazu gab es noch eine Flasche Rotwein aus Mendoza und zum Nachtisch eine Tafel Rittersport Schokolade. Nach den ersten zwei Abenden Rommee lässt uns Caros Mutti alt aussehen und ich bin sowieso weit abgeschlagen mit mittlerweile über 1.000 Punkten.
    Konrad
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  • Day265

    Rio de Janeiro

    April 22 in Brazil ⋅ ☀️ 30 °C

    Jetzt ist es endlich soweit. Unsere Rundreise durch Brasilien zusammen mit Caros Mutti für die kommenden 3 Wochen kann beginnen - dachten wir. Leider begann der Urlaub mit einer 12-Stündigen Verspätung des Fluges aus Frankfurt und so ging uns der 1. Tag verloren. Ziemlich ärgerlich, aber zum Glück hatten wir für diesen Tag noch kein Programm gebucht. Für die folgenden zwei Tage hatten wir unseren Guide Lasse aus Tübingen. Unsere Unterkunft hatten wir auf Empfehlung von Nina und Daniel gebucht, die letztes Jahr im November hier waren und das Hostel ist wirklich super! Es liegt am Hang in einer ruhigen Favela mit Blick auf die Copacabana. Unser Zimmer hatte einen kleinen Balkon mit Hängematte und auf der Dachterrasse wurden leckere Cocktails und kleine Gerichte serviert.
    Den ersten Tag fuhr uns unser Guide durch die Stadt und wir besichtigten einige historische Gebäude wie die Oper und die Bibliothek. Wir machten eine kurze Fahrt mit der historischen Straßenbahn nach Santa Teresa und probierten ein typisches Gericht namens Açaí (Assa-I ausgesprochen). Es ist ein Sorbet aus der gleichnamigen Beere und Bananen und wird zusammen mit etwas Granola gegessen. Nachmittags besichtigten wir noch eine kleine Favela in der zwei Jungs es zu einiger Berühmtheit durch ihre Kunst geschafft haben. Sie bauten die Favelas aus geklauten Ziegelsteinen nach und rekonstruierten Geschehnisse um damit zu spielen. Irgendwann wurde jemand darauf aufmerksam und sie wurden international bekannt. Später schlenderten wir noch ein Stück auf dem Olympia-Boulevard und ließen den Abend dann bei einem Caipirinha und Samba ausklingen.
    Am nächsten Tag starteten wir auf die „Rio-Natur Pur“-Tour. Wir besuchten Rios Stadtwald der zu den größten der Welt zählt. Vorher machten wir noch einen kurzen halt in „Parque Lage“ für ein kleines Foto mit Pool und Christusstatue, sowie einem kleinen Snack mit Empanadas und Mate-Limo. Nach dem Vista Chinesa, einem Aussichtspunkt, den eine nachgeahmte chinesische Pagode schmückt, ging es weiter zum Museu do Açude, wo wir die Kunstsammlung, die vornehmlich aus alten Kacheln bestand, bestaunten. Interessanter als die Ausstellung, war die Bootstour, die wir im Anschluss machten und wo wir in direkter Nähe zu den Siedlungen Wasserschweine und Kaimane fanden. Jetzt hatten wir noch ein bisschen Zeit bis zum Sonnenuntergang, den wir auf einem Aussichtspunkt zwischen Stadt und Christus genießen wollten. So entschlossen wir uns kurzerhand zum Strand nach Barra zu fahren und ins kühle Nass zu springen. Die Begeisterung bei den Frauen hielt sich in Grenzen und so ging ich allein mit unserem Guide baden und ließ mich ein paar Minuten in den Wellen treiben. Das Wasser und der Strand waren einfach super schön. Jetzt stand als Abschluss noch der Aussichtspunkt „Mirante Dona Marta“ an. Wir nahmen noch einen Umweg durch die größte Favela in Rio in der nach Schätzungen rund 300.000 Menschen leben. Wir waren zwar etwas knapp dran, aber dennoch hatten wir von dem Aussichtspunkt eine tolle Sicht auf den Christus, den Zuckerhut und die Stadt. Besonders toll war, dass gerade ein Fußballspiel lief und die Tore sowohl im Stadion als auch in den einzelnen Stadtteilen mit Jubel und Feuerwerk gefeiert wurden. Als letzte Amtshandlung gingen wir jetzt noch in einem richtig tollen Restaurant im Stadtteil Santa Teresa essen, bevor wir im Hostel noch unsere Koffer für die bevorstehende Rundreise packten und ins Bett fielen. Die Zeit war wirklich viel zu kurz und wir freuen uns, wenn wir in 2,5 Wochen nochmal hier sind.
    Konrad
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  • Day261

    Buenos Aires

    April 18 in Argentina ⋅ ☁️ 17 °C

    Geschafft! Nach 6,5 Wochen hatten wir uns von Punta Arenas circa 2.000 Km weiter Richtung Norden durchgeschlagen und erreichten am Nachmittag des 10. April Buenos Aires. Die letzte Etappe von Mendoza legten wir untypisch (ein bisschen bereuen wir die Entscheidung im Nachhinein) mit dem Flugzeug zurück. Wir landeten, stiegen aus und teilten uns das Taxi in die Stadt mit einer Einheimischen. Soweit - so gut. Im Flieger war jedoch vorher die Hölle los und es dauerte eine ganze Weile bis wir dahinter kamen warum. Schlussendlich stellte sich heraus, dass wir im ersten kommerziellen Flug der chilenischen Airline „Jetsmart“ in Argentinien saßen. Unsere Sitznachbarin sowie Instagram halfen uns, den Trubel sowie die Anwesenheit von so vielen Journalisten in diesem brandneuen Flugzeug zu erklären.
    In unserer Unterkunft angekommen, bestaunten wir erstmal die Inneneinrichtung. Im Treppenhaus gab es einen alten Fahrstuhl, den man mit zwei eisernen Schiebetüren vor und nach jeder Fahrt verriegeln musste. Von einem kleinen, überdachten Innenhof (in den es bei Regen ein bisschen reintropfte) gingen kreisförmig auf 3 Etagen die Schlafsäle und Zimmer ab. Auf der vierten Etage befand sich eine Dachterrasse mit Bar und einem nach „Marke Eigenbau“ anmutenden Tischkicker. Nichts desto trotz konnte ich im Laufe unseres Aufenthalts hier meinen ersten offiziellen Sieg (10:9) gegen Caro erspielen ⚽️ 😃. Von hier oben hatte man aber auch so noch einen tollen Blick auf die umliegenden Häuser und der Lärm der Straße war angenehm weit weg. Deshalb ließen wir den Abend nach unserer Ankunft hier mit einer Flasche Wein aus Mendoza entspannt ausklingen.
    Da wir für Buenos Aires insgesamt 8 Tage Zeit hatten, ließen wir es im Allgemeinen ruhig angehen, was hieß, dass wir zu angenehmen Zeiten aufstanden und danach ausgedehnt frühstückten. Unser erster Anlaufpunkt waren auch wieder die Free Walking Touren von denen es hier einige gab. Als erstes besuchten wir die Tour im Citycenter, jedoch war diese ein ziemlicher Reinfall. Der Guide war kaum zu verstehen und auf der Straße, der wir zum Großteil folgten, wurde allerhand demonstriert. Glücklicherweise kamen wir in der Nähe von unserer Unterkunft vorbei und so konnten wir die Tour rechtzeitig beenden. Wir wollten sie anschließend immer nochmal wiederholen, aber es ist nicht geworden. Am nächsten Tag machten wir einen Spaziergang auf eigene Faust und kamen schließlich am alten Hafen an. Dort überraschten uns die alten Kräne vom VEB Kranbau Eberswalde. Dem bekannten Friedhof im Stadtteil Recoleta statteten wir später auch noch einen Besuch ab. Hier stehen wirklich tolle, prunkvolle Grüfte dicht an dicht. Die Bezeichnung des Friedhofs rührt von einem Kloster und der umliegenden Bauern, die hier früher ihre Waren auf einem Markt angeboten haben. Die Stadtbewohner kamen dann immer hierher um diese Waren „einzusammeln“. Mittlerweile liegt der Friedhof mitten in der Stadt. Die Bewohner von Buenos Aires nennen sich übrigens selbst „Porteños“, abgeleitet von Hafen, der ja in der Stadtgeschichte eine große Rolle spielte. Das einstige Hafenviertel der Stadt haben wir natürlich auch besucht. Es trägt den Namen „La Boca“, was übersetzt Mund oder Öffnung heißt. Ein relativ passendes Synonym für einen Hafen wie ich finde. Dazu kam, dass der Hafen an einer Flussbiegung lag, die sich auf der Außenseite weit öffnete und sich mit dem ruhigen Wasser gut für den Hafenbetrieb eignete. Hier war das Tor, durch das alle Welt nach Buenos Aires kam. Und hier strandeten auch alle Migranten die vorwiegend aus Italien, Spanien und Osteuropa kamen. Den Erzählungen unseres Stadtführers nach, war das auch der Geburtsort des Tangos. In den Häusern, die aus allen Materialien gebaut wurden, die gerade verfügbar waren, wurden Betten schichtweise geteilt und wenn Feierabend war, saß man am Feuer zusammen. Zu späterer Stunde wurden die verschiedenen Musikinstrumente rausgeholt. Interessanterweise ist gerade das deutsche Akkordeon integraler Bestandteil der Tango-Musik. Der Tanz entstand ursprünglich als Spiel zwischen zwei Männern die sehnsüchtig an ihre Heimat dachten. Neben Tango brachte das Viertel auch einen Bekannten Künstler hervor und mehrere Fußballclubs von denen die bekanntesten (und Erzrivalen) die „Boca-Juniors“ (CABJ) und „River Plate“ (CARP) sind. Letzterer hat späterhin seine Spielstätte in die Nordzone in einen wohlhabenderen Stadtteil verlegt und wird seitdem mit dem Spitznamen „die Hühner die durch die ganze Stadt rennen“ aufgezogen. Zu den Derbys landen dann auch schonmal lebende Hühner auf dem Spielfeld. Allgemein muss eine Partie im Stadion der Boca Juniors ein ganz besonderes Erlebnis sein. Meistens sind 90 statt 45.000 Menschen im Stadion. Dazu kommt eine besondere Bauform die den Schall voll zurück ins Stadion prallen lässt. Von einem bekannten Fußballer gibt es das Zitat, er hätte mehr Angst vor dem Gewinnen gehabt als vor dem Verlieren im Heimstadion der gegnerischen Boca Juniors.
    Die Hippe Variante zu La Boca ist Palermo. Hier machten wir einen Graffiti-Rundgang und konnten viele tolle Bilder sehen. Viel davon spiegelt auch die Meinung der Bevölkerung zur jeweiligen Politik wieder. Interessant waren auch Projekte mit Tandems aus einheimischen und internationalen Graffiti-Künstlern. Irgendwo hatten wir aufgeschnappt, dass ein lokales Gericht ein „Chori Pan“ ist - und dann mussten wir das natürlich auch probieren! Ein Strassenstand in La Boca schien uns dafür der richtige Ort. Mit unseren letzten Pesos kauften wir zwei der Sandwiches. Darauf befand sich eine grobe Bratwurst, die gut durchgebraten ist und der Länge nach aufgeschnitten und aufgeklappt aufs Brot gelegt wird. Dazu kamen noch Salat, Tomate und ein Spiegelei. Auf die Cola dazu (was günstigeres gab es nicht) hat uns die gute Frau noch 10 Pesos Rabatt gegeben als wir ihr erklärten, dass wir wirklich nicht mehr Bargeld dabei hatten. Es schmeckte köstlich! Dazu gab es noch eine Auswahl von 3 selbst gemachten Dips und Saucen.
    Für den letzten Abend in Buenos Aires hatten wir uns noch ein kleines Highlight aufgehoben. Wir wollten unbedingt eine gute Tango-Show anschauen und Ursula, die wir in Mendoza kennengelernt hatten, konnte uns mit guten Infos weiterhelfen. Vor der Show gab es ein leckeres 3-Gänge Menü mit einer guten Flasche Wein dazu. Anschließend ging der Vorhang auf und auf der Bühne wurden 1,5h lang Tango gezeigt. Die Show war echt beeindruckend, gerade weil an vielen Stellen in der Stadt Tango gezeigt wird, aber oftmals nicht wirklich professionell. Nach der Show wollten wir mit der U-Bahn zurück, mussten aber feststellen, dass diese nicht mehr fuhr. Zum Glück führte uns einer der Kellner dann aber zur nächsten Bushaltestelle und mit dem Bus der gerade einfuhr, konnten wir fast bis vor unsere Haustür rollen. Rundum ein gelungener Abschluss für Buenos Aires. Bevor wir am nächsten Tag in den Flieger stiegen, konnten wir noch ein kurzes Treffen mit Ursula arrangieren, die gerade von den Iguaçu Wasserfällen zurück gekommen war. Da wir dort auch noch hin wollen, konnten wir uns noch ein paar Tipps abgreifen. Und falls es klappt, treffen wir uns in 3 Wochen, am Ende unserer Brasilien-Rundreise in Rio noch ein Mal wieder 😊
    Konrad
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  • Day253

    Mendoza

    April 10 in Argentina ⋅ ⛅ 21 °C

    Nach einer ewigen Busfahrt, die uns aber durch den Service so angenehm wie möglich gemacht wurde, erreichten wir Mendoza. Die Stadt wurde als Start- und Zielpunkt zur Andenüberquerung gegründet. Erst später kam der Weinanbau dazu, der heute weltweit bekannte Weine hervorbringt. Passend dazu verbrachten wir den ersten Tag in der Unterkunft und öffneten schonmal kurz nach dem Mittag eine Flasche Rotwein, die wir noch aus El Bolson übrig hatten. Zum Abendbrot suchten wir dann ein Restaurant und landeten in einer kleinen Pizzeria.
    Am nächsten Tag besuchten wir eine (mittlerweile fast obligatorische) Free Walkingtour, die auch wieder sehr gut war. Auf der Tour lernten wir Ursula aus Lindau vom Bodensee kennen. Sie war uns sofort sympathisch und wir schauten direkt ob wir nicht für den Nachmittag noch eine Weinverkostung organisieren können. Nachdem der Mann am Schalter feststellen musste wie hartnäckig wir waren, war es doch noch möglich ganz kurzfristig eine Tour nach Maipu zu buchen. Dort sollten wir zwei Weingüter besuchen und eine Olivenplantage. Das erste Weingut hieß Bodega Lopez. Dort bekamen wir eine Führung durch die Kelterei und anschließend durften wir einen Rotwein und einen Sekt im Weinkeller probieren. Jährlich werden hier 15 Mio. Liter Wein verkauft, jedoch gehen davon nur rund 5% ins Ausland. Zum Glück hatten wir Ursula dabei, immer wenn unsere Spanisch-Kenntnisse nicht mehr zum übersetzen reichten, konnte sie uns helfen. Der Wein war lecker und so kauften wir insgesamt 3 Flaschen. Der nächste Stopp war auf der Olivenplantage. Hier wurde uns etwas über die Produktion des Olivenöls erklärt und anschließend durften wir natürlich alle Produkte probieren. Es gab Öle mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, Seifen, Cremes, Duschbäder, Brotaufstriche,...
    Nach dem ersten Schluck Wein kam jetzt der Appetit und so kauften wir zwei Öle und einen Brotaufstrich mit Tomaten, den wir zum Abendbrot mit frischem Brot essen wollten. Den letzten Stopp machten wir auf dem etwas exklusiveren Weingut namens Don Arturo. Auch hier wurde uns nochmal der Herstellungsprozess erklärt bevor wir drei Weine verkosten durften. Zwei Sorten Malbec und einen Cabernet Sauvignon. Die Rebsorte Malbec stammt ursprünglich aus Frankreich, aber der Großteil der weltweiten Produktion stammt aus Argentinien. Der Bekanntheitsgrad der argentinischen Weine stieg, nachdem die Politik den Weinbauern ein Konjunkturprogramm verordnete. Die meisten Weingüter sind zwar noch in Familienbesitz, haben jedoch auch Investoren aus dem Ausland mit deren Hilfe neue Anlagen und Maschinen beschafft wurden und somit die Qualität der Weine enorm gesteigert werden konnte.
    Die Tour an sich war informativ und die Weingüter schön, es war jedoch auch offensichtlich, dass hier der Verkauf der Produkte im Vordergrund stand. Das war aber insofern ok, da wir ja gern ein paar Weine kaufen und probieren wollten.
    Den Abend genossen wir dann mit frischem Baguette, Knoblauch-Olivenöl, Tomaten-Aufstrich und einer Flasche Malbec auf unserem Balkon. Dieser war herrlich ruhig in dem Innenhof unseres Hotels gelegen und wir hatten ein Sofa und eine Hängematte 😊
    Unseren letzten Tag in Mendoza gingen wir dann auch entspannt an. Wir trafen uns mit Ursula und spazierten zum Markt, wo wir uns Brot, Schinken und Oliven kauften, die wir anschließend bei einem ausgedehnten Picknick im Parque General San Martin zusammen verspeisten. Dazu gab es natürlich wieder leckeren Rotwein. Am späteren Nachmittag machten wir noch eine Führung zur Stadtgeschichte zusammen und gingen anschließend noch zusammen essen.
    Mendoza war seit langem die erste größere Stadt und es fühlte sich einfach gut an, dieses Stadtgefühl aufzunehmen und sich durch die Straßen treiben zu lassen und die Vorzüge zu genießen.
    Konrad
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  • Day250

    Bus fahren in Patagonien

    April 7 in Argentina ⋅ 🌙 15 °C

    5 Wochen waren wir nun in Patagonien unterwegs, einem traumhaften Teil Erde. Es ist dünn besiedelt und man fährt zum Teil Stunden durchs Land ohne an einem Ort vorbei zu kommen. Das Busnetz ist dennoch super ausgebaut, es gibt mehrere Anbieter und man kommt fast täglich zu seinem nächsten gewünschten Reiseziel. Jeder größere Ort hat ein Busterminal, falls es keins gibt, muss man sich im Ort durchfragen, vor welchem Haus wann ein Bus abfährt. Die Tickets bekommt man beim Fahrer, im Busterminal oder online zu kaufen. In Chile sind wir ein ganzes Stück auf der bekannten Carretera Austral gefahren. Diese Straße war zum Teil geteert, aber mehr doch eher eine Schotterpiste mit riesigen Schlaglöchern. Von Chile Chico nach Puerto Rio Tranquilo haben wir für 160km 4 Stunden gebraucht. Schotterpiste oder Teer trifft aber keine Aussage über die Reisegeschwindigkeit. Von Puyuhuapi nach Santa Lucia brauchten wir für die kürzere Teerstrasse länger als danach von Santa Lucia nach Futaleufu, welches eine kurvenreiche Schotterpiste war. Die Busfahrer trauen ihren Bussen zum Teil sehr viel zu. In unserer Zeit sind wir zwei Mal in Chile und zwei Mal in Argentinien eingereist. Dabei bekommt man beim Ein- und Ausreisen einen Stempel. So viele Stempel hatten wir vorher nicht in unserem Pass, wie wir jetzt gesammelt haben, da viele Länder bei der Ein- und Ausreise gar nicht mehr stempeln. In Puyuhuapi (Chile) fuhr nur alle zwei Tage ein Bus und in Futaleufu brachte ein Bus nur zweimal die Woche einen zur Grenze. Hier wurde man an der Grenze rausgelassen, ist in Chile ausgereist, 200 Meter gelaufen und in Argentinien eingereist. Hinter der Grenze stand der nächste Bus zum Weiterfahren. Manchmal weiß man am Anfang noch nicht so richtig was einen erwartet, aber am Ende fügt sich dann alles zusammen. Die Buspreise ähneln in Patagonien dem deutschen Flixbus, aber generell ist das Leben für die Menschen in Patagonien sehr teuer. Es ist zu abgelegen und in den kleinen Orten gibt es meist nur kleine Minimärkte, welche deutsches Preisniveau haben. In Chile und Argentinien reicht bei den meisten Leuten das verdiente Geld nur für die Grund-Lebenshaltungskosten. Dennoch sind sie lieb und laden einen ein, um entweder mit Ihnen zu Essen oder gemeinsam zum Markt zu fahren, um ihre Umgebung zu zeigen. Man hilft sich gegenseitig und dafür wird keine große Gegenleistung erwartet. Es is zudem gängig zu Trampen. Man benötigt dafür Ausdauer, aber uns wurde gesagt, dass am Ende immer jemand anhält. Wir haben zwei Franzosen kennengelernt, die sind die gleiche Strecke, welche wir mit dem Bus von Punta Arenas nach Bariloche gefahren sind, getrampt. Sie meinten, sie haben nie etwas bezahlt, wurden zum Teil noch von den Leuten zum Übernachten eingeladen und haben als Gegenleistung dafür für sie gekocht. Irgendwie ist es dann jetzt verrückt, dass uns solche Gastfreundschaft überrascht. Wir haben in Deutschland noch nicht mal einen Tramper mitgenommen, geschweige denn einen Unbekannten zu Hause eingeladen. Vielleicht müssen wir es einfach mal machen! Man lernt mit Sicherheit dazu!
    Aktuell sitzen wir im Bus von Bariloche nach Mendoza. Die Fahrt dauert 20 Stunden und zu unserer Überraschung gab es jetzt schon ein Sandwich zum Mittag, Kekse und Kaffee als Vesper und Spaghetti zum Abendbrot, alles serviert von einer Bus-Stewardess. Am Nachmittag haben wir im Bus eine Runde Bingo gespielt. Gewonnen hat der Franzose, der bis Bariloche getrampt ist. Es ist mal wieder so, dass man bekannte Gesichter im Bus, am Busbahnhof, in der Stadt oder im Hostel wieder trifft. Das kennen wir schon aus Neuseeland. Fast bin ich jetzt ein wenig traurig, dass wir die Strecke von Mendoza nach Buenos Aires fliegen werden und nicht auch noch mit dem Bus fahren.

    Unsere Busroute:
    Punta Arenas (C) - Puerto Natales (C) - Torres del Paine NP (C) - Puerto Natales (C) - El Calafate (A) - El Chalten (A) - El Calafate (A) - Los Antiguos (A) - Chile Chico (C) - Puerto Rio Tranquilo (C) - Coyhaique (C) - Puyuhuapi (C) - Santa Lucia (C) - Futaleufu (C) - Grenze - Esquel (A) - El Bolson (A) - Bariloche (A) - Mendoza (A)

    Gesamt: 18 Busse, 3000 km

    Caro
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