• Valentin Thoss
  • Valentin Thoss

Seidenstraße

Von München nach China in 3 Monaten auf dem Landweg. Grobe Route: München-Ungarn-Serbien-Bulgarien-Türkei-Georgien-Armenien-Azerbaijan-Kasachstan-Usbekistan-Kasachstan-China Read more
  • Trip start
    April 1, 2026
  • Budapest

    April 1 in Hungary ⋅ ☁️ 9 °C

    Gegen 9 Uhr kommt der Nachtzug in Budapest an. Es ist wunderbares Wetter um am Donauufer und zur Fischerbastei entlang zu spazieren. Die Stadt ist voller Plakate für die bevorstehende Parlamentswahl. Nach dem Spaziergang fahren wir hinauf in die Hügel hinter Buda um mit der Kindereisenbahnmuseum Hűvösvölgy zu fahren, die längste der Welt, welche sich 11km durch die Wälder am Stadtrand entlangschlängelt. Am Nachmittag nehmen wir den Zug nach Szeged, an der Grenze zu Serbien.Read more

  • Szeged

    Apr 1–2 in Hungary ⋅ ☁️ 11 °C

    Am Abend kommen wir in Szeged an und haben am nächsten Morgen ein paar Stunden Zeit, die kleine aber nette Innenstadt mit ein paar Jugendstil-Bauten zu besichtigen. Gegen Mittag geht es dann mit dem Zug über die Grenze nach Serbien.Read more

  • Novi Sad

    April 2 in Serbia ⋅ ☁️ 14 °C

    Auf dem Weg von Szeged nach Belgrad machen wir einen Zwischenstopp in Novi Sad. In einem 30 Jahre alten, heruntergekommenen und komplett vollgestopften Volvo-Bus 🚌 geht es in die kleine aber schöne Altstadt mit einer Festung am Ufer der Donau. In Novi Sad queren wir zum letzten Mal den Fluss und sind von nun an südlich der Donau unterwegs.Read more

  • Belgrad

    Apr 2–4 in Serbia ⋅ ☁️ 9 °C

    In Belgrad haben wir leider Schmuddelwetter, was die kommunistischen Plattenbauten aber recht gut untermalt. Das Stadtbild ist ein Mischmasch aus hässlichen Ostblock-Bauten, recht prachtvollen Kirchen (und dem alten Hauptbahnhof) sowie moderner Architektur an der nagelneuen Waterfront mit dem Flaschen-Hochhaus. Vor der Festung sind eine größere Zahl (historischer) Panzer aufgereiht und man konnte Tassen mit Putin kaufen 😅. Am Morgen unserer Abreise ist der Ausblick von unserem Hausboot-Zimmer auf der Donau dann aber dank schönerem Wetter wirklich toll.Read more

  • Die Entdeckung der Langsamkeit

    April 4 in Serbia ⋅ ☁️ 9 °C

    Vom nagelneuen gläsernen Hauptbahnhof von Belgrad geht es Richtung Süden bis nach Niš weiter. Internationale Züge nach Bulgarien gibt es seit Corona nicht mehr (selbiges gilt für viele grenzüberschreitende Züge im Balkan) und die Strecke ist inzwischen in einem so schlechten Zustand dass die Fahrt von unter 300km über 6 Stunden dauerte - sehr entschleunigend. Die Szenerie ist aber durchaus schön und wir fahren durch über 50 serbische Dörfer. Die bieten leider meist einen recht ärmlichen Anblick mit unverputzten oder sogar verfallenen Häusern. In Nis haben wir Gelegenheit durch die Stadt zu spazieren und die Überreste der Festung zu besuchen, deren Fundamente zum Teil bis zu den Römern zurückgehen. Danach geht es in einem Minibus weiter nach Sofia.Read more

  • Sofia

    Apr 4–6 in Bulgaria ⋅ ⛅ 11 °C

    Bei unserem Besuch in Sofia ist Palmsonntag und die Stimmung in der Stadt daher besonders, mit langen Schlangen vor den unzähligen Kirchen und Kathedralen. Wir erleben Teile einer Messe, bei der ein Chor so schön singt, dass man Gänsehaut bekommt. Ganz toll sind auch die archäologischen Ausgrabungen die bei der Sophienkirche (Bild vom Mosaik) bis ins 3. Jahrhundert zurückreichen, als die Stadt noch Serdica hieß. In den Bäumen hängen überall Marteniza, Armbänder die man ab 1. März bis zur Frühlingsblüte trägt und sie dann an Bäumen aufhängt. Sie sind ein Talisman für Gesundheit und ein langes Leben. Ein weiteres Highlight ist die „Red Flat“, ein Museum welches versucht ein authentisches Abbild einer Wohnung im kommunistischen Bulgarien zu sein, mit vielen Details. Insgesamt sind wir beide sehr positiv überrascht von Sofia und genießen das tolle Wetter und den prachtvollen Blick auf die Bergkulisse im Hintergrund der Stadt.Read more

  • Bansko/Rhodopenbahn

    Apr 6–7 in Bulgaria ⋅ ☀️ 6 °C

    Von Sofia aus geht es als nächstes in die Rhodopen - und zwar mit der letzten verbliebenen Schmalspurbahn Bulgariens. Die Fahrt ist unglaublich szenisch - der Zug schlängelt sich ratternd durch Schluchten und Wälder bis wir am Ende mit fantastischem Bergpanorama in Bansko ankommen. Der Ort selber sieht so aus als könnte er auch in den Alpen liegen und überhaupt nicht nach „Ostblock“. Dort verbringen wir die Nacht in einem Spa Hotel, wo wir in den Pools entspannen. Nach einem Spaziergang am nächsten Tag geht es zurück mit der Bahn und weiter nach Plovdiv. Beim Filmen aus dem offenen Zugfenster fällt Benjamin dabei das Handy aus dem Zug, wodurch wir nochmal eine Ehrenrunde mit dem Taxi drehen müssen um es (glücklicherweise heil) einzusammeln.Read more

  • Plovdiv

    Apr 7–9 in Bulgaria ⋅ ⛅ 15 °C

    Plovdiv ist einer der ältesten kontinuierlich besiedelten Orte Europas, dessen Geschichte bis ins 5. Jahrtausend v. Chr. zurückreicht. Heute wimmelt die Stadt nur so von archäologischen Ausgrabungen, bis zurück zur Zeit des Alexanderreichs - als die Stadt noch Philippopolis hieß. Überall kann man die antiken Ruinen besichtigen. Die Stadt ist außerdem sehr hügelig was einem schöne Ausblicke ermöglicht. Am zweiten Tag fahren wir ins Luftfahrtmuseum, wo viele sowjetische Maschinen zu sehen sind. Nach 2 eindrucksvollen Tagen bei prächtigen Wetter in dieser tollen Stadt geht es in den Nachtzug nach Istanbul.Read more

  • Istanbul-Stopover

    April 10 in Turkey ⋅ ☁️ 9 °C

    Der türkische Nachtzug von Plovdiv nach Istanbul ist zwar äußerst gemütlich, aber die Grenzkontrolle raubt uns trotzdem ziemlich viel Schlaf. In Istanbul haben wir nur ein paar Stunden, bevor wir den Zug nach Ankara erwischen wollen. Leider regnet es ziemlich und so werden wir hauptsächlich eingeweicht. Nach einem Spaziergang an der Hagia Sophia vorbei und über den Basar zum Bootsanleger geht es auf die Fähre über den Bosporus. Die recht verregnete und unspektakuläre Fahrt ist trotzdem ein Highlight - markiert sie ja den Wechsel von Europa nach Asien auf der langen Reise. Nass und durchgefroren erreichen wir unseren Schnellzug nach Ankara. Die Kulisse auf der Fahrt ist unerwartet spektakulär. Am späten Abend erreichen wir die Hauptstadt der Türkei.Read more

  • Ankara

    Apr 10–12 in Turkey ⋅ ☁️ 1 °C

    Die türkische Hauptstadt mit 6 Millionen Einwohnern fühlt sich relativ ruhig an. Die U-Bahnen fahren in einem gemütlichen Takt und sind fast leer, in den Straßen ist auch nicht übermäßig viel los. Ein wirkliches Touristenziel ist Ankara nicht, aber es gibt trotzdem einiges zu sehen. Wir schauen uns Ausgrabungen römischer Thermen an und die Festung auf einem der vielen Hügel der Stadt. Im Museum für anatolische Zivilisationen sind interessante Fundstücke aus der Steinzeit und Bronzezeit ausgestellt. Die Türkei ist immerhin Heimat der ältesten existierenden Bauwerke und Städte der Welt. An beiden Abenden essen wir in einem Restaurant wo wir dank Sprachbarriere einfach mit wilden Gesten auf Speisen am Buffet deuten, die uns dann bei einem wahren Festmahl aufgetischt werden.Read more

  • Göreme/Kappadokien

    Apr 12–14 in Turkey ⋅ ⛅ 2 °C

    Zum Sonnenaufgang mit dem Heißluftballon sanft über die skurille und fantastische Landschaft von Kappadokien zu gleiten ist sicher einer der Höhepunkte dieser Reise. Neben der Ballonfahrt verbringe ich die zwei Tage in Göreme mit ausgiebigen Wanderungen durch die Täler mit den Feenkaminen und Felskirchen. Zum Abschluss mache ich noch einen einstündigen Ausritt durch die Landschaft. Göreme selbst ist im Gegensatz zu Ankara extrem touristisch - der Kontrast könnte kaum stärker sein.Read more

  • Zug nach Kars

    April 15 in Turkey ⋅ 🌙 0 °C

    Fast wäre alles in die Hose gegangen als mich der Flixbus in Göreme einfach hat stehen lassen. Zum Glück bringt mich ein verspäteter Bus eines anderen Unternehmens noch rechtzeitig nach Kayseri, wo ich zu später Stunde meinen langen Nachtzug nach Kars im äußersten Osten der Türkei besteige. Ich habe das Schlafabteil für mich allein und kann hervorragend schlafen, bis ich vom Anblick spektakulärer Canyons, Schluchten und Berge an meinem Fenster geweckt werde. Die Fahrt geht insgesamt rund 20 Stunden, aber langweilig wird mir dabei nicht. Ich treffe andere Reisende die auf dem Landweg nach Georgien oder sogar Indien sind. Die Landschaft wandelt sich stetig bis ich nach Einbruch der Dunkelheit Kars inmitten einer kargen Steppenlandschaft auf 1800m Höhe erreiche.Read more

  • Kars

    Apr 15–17 in Turkey ⋅ 🌙 -3 °C

    Mir ist aufgefallen wie perfekt der Name der Stadt Kars im äußersten Nordosten der Türkei ist. Zum einen ist die Landschaft auf dem Plateau rundherum sehr karg, steppenartig und jetzt nach dem Winter fast arktisch. Wer würde bei der Türkei an eine Steppenlandschaft denken? Zum anderen ist Käseproduktion hier sehr wichtig und die Stadt hat gefühlt mehr Käseläden als Einwohner. Und Kaas und Karg gibt eben Kars 😛 Die Gegend um die Burg ist ganz schön, ansonsten ist die Stadt aber eher staubig und unansehnlich. Viel beeindruckender ist da das etwa 40km entfernte Ani (siehe nächster Post)...Read more

  • Ani

    April 16 in Turkey ⋅ ☀️ 8 °C

    Etwa eine Stunde von Kars entfernt findet man die Ruinen der seit dreihundert Jahren verlassenen Stadt Ani welche 961 zur Hauptstadt Armeniens ernannt wurde und heute direkt an der Grenze zu Armenien liegt - aber auf der türkischen Seite. Der Fluss in der Schlucht auf dem Bild markiert die Grenze. In seiner Blütezeit im 10. und 11. Jahrhundert zählte die Stadt bis zu 100,000 Einwohner und war auch ein wichtiger Teil der Seidenstraße. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Stadt Opfer zahlreicher Kriege und Belagerungen und wechselte viele Male die Hände. Dazu kamen mehrere Erdbeben welche die Stadt ebenfalls schwer beschädigten bis schließlich vor etwa 300 Jahren nur noch ein kleines Dorf bestand. Heute kann man umringt von Bergen und tiefen Flusstälern die Ruinen bewundern. Für mich sind solche „verlassenen“ Orte inmitten von Natur immer was ganz besonderes - Hampi in Indien ist ganz ähnlich und auch magisch.Read more

  • Batumi

    Apr 17–20 in Georgia ⋅ ☀️ 14 °C

    Meine erste Stadt in Georgien nach dem drastischen Wechsel von der Steppe (Kars) in die Subtropen ist Batumi mit zahlreiche Wolkenkratzern am Strand, ein bisschen Singapur-Feeling. Und das ich für 13€ pro Nacht im 38. Stock eines der Wolkenkratzer übernachte ist preislich auch ein Kontrast zu den vorherigen Ländern. Highlight von Batumi ist definitiv der große botanische Garten direkt an der steilen Schwarzmeerküste. Direkt hinter der Grenze steht übrigens sofort das erste Kasino - viele Türken kommen fürs Glücksspiel herüber. Und direkt an der Grenze weht auch gleich die erste EU-Flagge - in keinem Land Europa habe ich sie so oft und präsent gesehen wie in Georgien. Die georgische Küche ist mit ihren Vorspeisen mit Walnusscreme, Khachapuri und Khinkali übrigens sehr vegetarierfreundlich.Read more

  • Kutaissi

    Apr 20–22 in Georgia ⋅ ☁️ 11 °C

    Von der Schwarzmeerküste geht es ins Landesinnere nach Kutaissi an den südlichen Ausläufern des großen Kaukasusgebirges. Aber auch die Gipfel des kleinen Kaukasusgebirges im Süden Georgiens kann man von den Hügeln sehen. Die nette Stadt mit ulkigen Häusern am Fluss ist umgeben von einigen wunderschönen Klöstern in den Bergen zu denen ich wandere. Dabei überquere ich auch eine nicht sehe vertrauenserweckende Brücke über einen reißenden Fluss...Read more

  • Tskaltubo

    April 21 in Georgia ⋅ ☁️ 11 °C

    Ein Highlight von Kutaissi war der nahegelegene Ort Tskaltubo - dort hat Stalin aufgrund der Heilquellen in den 40ern eine große Zahl von Sanatorien errichten lassen - quasi eines für jede Berufsgruppe. Heute ist nur noch das für Stalin selbst in Betrieb, alle anderen sind ab den 90ern verfallen und überwuchert und jetzt beeindruckende Lost Places. Einige von ihnen sind oder waren von abchasischen Flüchtlingen bewohnt.Read more

  • Gori

    April 22 in Georgia ⋅ ⛅ 14 °C

    Auf dem Weg von Kutaissi nach Tbilisi mache ich einen Zwischenstopp in Gori um das dortige Stalin-Museum an dessen Geburtsort zu besuchen. Während ich bisher fast ausschließlich russische Touristen getroffen habe bin ich dort auf einmal von einer Herde Amerikaner umzingelt - wie ironisch. Das Museum enthält Stalins privaten Zugwaggon und eine große Sammlung von Fotos und Gemälden die fast wie eine nostalgische Sammlung wirken. Etwas versteckt gibt es zwar auch einen kleinen Raum der sich sen Gulags widmet aber insgesamt wirkt das Museum wie eine Verniedlichung eines Diktators und Massenmörders. Fortbewegen tue ich mich übrigens mit der gemütlichen georgischen Eisenbahn die extrem pünktlich ist aber im Wesentlichen zweimal am Tag verkehrt und dabei an extrem verfallenen Bahnhöfen anhält. Ab Gori wechselt die Vegetation von subtropisch und tiefgrün zu mediterran.Read more

  • Tbilisi

    Apr 22–23 in Georgia ⋅ ☀️ 18 °C

    Tbilisi (Tiflis) ist natürlich eine andere Hausnummer als die vorherigen Städte und fühlt sich trotz 6x weniger Einwohnern als Ankara viel lebendiger an. Im Stadtzentrum gibt es prachtvolle Architektur, zahlreiche Kirchen und die markanten zierlichen Holzbalkone welche das Erkennungsmerkmal der Stadt sind. Tiflis ist unmittelbar umgeben von Hügeln, welche die Stadt begrenzen und zu denen Seilbahnen hochführen. Hinter den Hügeln ist man direkt in der Natur. Leider ist das Stadtzentrum von Tiflis durchzogen von mehrspurigen Straßen ohne Ampeln die man nur hier und dort durch eine unschöne Unterführung queren kann - nicht sehr fußgängerfreundlich (und barrierefrei). Trotzdem genieße ich das georgische Essen und die Spaziergänge durch die Stadt und besonders entlang der Hügel mit Panoramablick. Am zweiten Abend geht es in den Nachtzug nach Jerewan.Read more

  • Jerewan

    Apr 24–26 in Armenia ⋅ ☁️ 12 °C

    Nach eher mittelmäßigen Schlaf im holprigen Nachtzug von Tiflis erreiche ich Jerewan am 24. April - wie es der Zufall will einer der wichtigsten Tage des Jahres, der Gedenktag für den Genozid an den Armeniern. Gegen Mittag fahre ich zum Mahnmal wo halb Armenien versammelt ist und Menschenmassen durch den Park zum
    Zizernakaberd wandern um dort Blumen niederzulegen. Die Innenstadt hat einen interessanten architektonischen Stil mit vielen sandfarbenen bis pinken Gebäuden - vor allem bei Sonnenuntergang. Es gibt Einkaufsmeilen, tolle Cafés und Parks, einiges an witziger Kunst und natürlich die Kaskaden von denen aus man einen prächtigen Blick über die Stadt und - viel wichtiger - auf den Ararat hat. Der omnipräsente Berg ist eine schöne Kulisse und ein Nationalsymbol von Armenien, auch wenn er heute in der Türkei liegt.
    Read more