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  • Day207

    Ciudad Perdida

    October 2, 2019 in Colombia ⋅ 🌧 23 °C

    Es geht los, Basti und ich machen uns mit einer Wandergruppe auf die verlorene Stadt zu finden. Die Tour startet in der Nähe von Santa Marta und von hier aus schlagen wir uns zu Fuß durch zu einer der größten wiederentdeckten präkolumbischen Städte Südamerikas. Es geht durch dichten Urwald, über teilweise sehr schlammige und rutschige Wege. Die Regenschauer an den Nachmittagen sind eine willkommene Erfrischung bei dem sehr schwül-heißen Klima. Nach zwei Nächten in größeren Freiluftbaracken mit anderen Wandertouren zusammen, in denen wir hauptsächlich damit beschäftig sind die Mücken fernzuhalten, kommen wir an Tag drei in der Stadt an. Der Weg in die Stadt hinein führt über 1.200 Steinstufen mitten im Dschungel (man fühlt sich ein bisschen wie Indiana Jones), die zu einem ca. 2km² großen Netzwerk aus ovalen und runden Terrassen führt, die über Steinwege und Treppen miteinander verbunden sind. Hier lebten zu Hochzeiten zwischen 2.000 und 8.000 Tairona, die die Stadt um 1000 n.Chr. erbaut haben. Die Stadt wurde kurz nach der Ankunft der Spanier wegen des Ausbruchs mitgebrachter Seuchen verlassen und von den Spaniern selbst nie betreten. Wiederentdeckt wurde sie in den 70er Jahren von Grabräubern und nachdem diverse goldene Figuren und keramische Urnen auf dem Schwarzmarkt auftauchten, wurde durch die kolumbianische Regierung eine archäologische Expedition entsannt, um die Stadt vor weiterer Zerstörung zu bewahren. Für die Völker der Kogi und Arhuaco, die jetzt in der Region heimisch sind, sind Teile der Stadt noch heilige Stätten und werden regelmäßig zu zeremoniellen Zwecken genutzt. So ist im gesamten September der Zugang zur Stadt für Touristen untersagt, um den Völkern in diesem Monat Raum für ihre Zeremonien zu geben.
    Unser Tag in der Stadt ist super. Wir kommen als letzte Gruppe dort an und lassen uns sehr viel Zeit, so dass wir irgendwann die Stadt für uns haben (es fängt also nicht nur der frühe Vogel den Wurm). Obwohl die Stätte nicht aus Gebäuden besteht, sondern aus Plattformen, bekommt man durch die Wege und Stufen ein schönes Gefühl von der früheren Stadt. Auch die Lage versteckt mitten im Dschungel ist toll und man hat einen super Ausblick über das Tal, durch das wir gekommen sind. Auf dem Weg zurück übernachten wir noch einmal im Dschungel und kommen an Tag vier durchgeschwitzt und nassgeregnet wieder in Santa Marta an (die Wäscherei dort hat sich gleich bereit erklärt meine Klamotten doppelt zu waschen, die kennen wohl den hartnäckigen Mief der Wanderer schon).
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