• Safari Park

    June 1, 2025 in Italy ⋅ ☁️ 27 °C

    Ein tierisches Abenteuer am Gardasee
    Bussolengo, Italien – Der Wecker klingelt unbarmherzig früh für einen Urlaubstag. Doch die Vorfreude auf einen Tag unter wilden Tieren im Parco Natura Viva, dem berühmten Safaripark nahe des Gardasees, lässt uns aus den Federn springen. Die Kaffeemaschine summt leise, während draußen die ersten Sonnenstrahlen die sanften Hügel Venetiens in goldenes Licht tauchen. Ein perfekter Tag für eine Safari, so scheint es. Doch wie so oft am Gardasee, hatten auch andere diese glorreiche Idee.
    Schon auf den letzten Kilometern nach Bussolengo, wo der Park beheimatet ist, verdichtet sich der Verkehr. Aus Vorfreude wird langsam, aber sicher, eine Geduldsprobe. Stoßstange an Stoßstange schieben wir uns dem Eingang entgegen. Die Uhr im Auto tickt unaufhörlich weiter – aus den geplanten wenigen Minuten Anfahrt wird eine handfeste Wartezeit von rund einer Stunde. Ein klassischer "Stau" vor dem tierischen Vergnügen. Ein kleiner Dämpfer, ja, aber wie sich herausstellen sollte, nur die Ruhe vor dem beeindruckenden Sturm der tierischen Begegnungen.
    Endlich am Eingangstor angekommen, ist der Frust über die verlorene Zeit schnell verflogen. Wir entscheiden uns, den Besuch mit der Safari im eigenen Auto zu beginnen. Und kaum sind wir durch die Schranken gerollt, finden wir uns in einer anderen Welt wieder. Die vertrauten italienischen Zypressen weichen einer weiten, afrikanisch anmutenden Savannenlandschaft.
    Die ersten, die unsere Windschutzscheibe neugierig beäugen, ist eine Herde anmutiger Giraffen. Majestätisch und scheinbar unbeeindruckt vom Blechstrom, der sich durch ihr Reich bewegt, schreiten sie über die Straße. Ein unvergesslicher Moment, der die Wartezeit sofort vergessen lässt. Weiter geht es vorbei an Zebras, die in der Sonne dösen, und Gnus, die gemächlich grasen. Der Respekt vor der Größe und Wildheit der Tiere wächst mit jeder Kurve.
    Ein besonderes Highlight ist das Löwengehege. Durch einen Sicherheitsgraben getrennt, aber dennoch zum Greifen nah, faulenzt ein Rudel in der Vormittagssonne. Die mächtigen Raubkatzen strahlen eine unglaubliche Ruhe und Kraft aus. Hier wird einem wieder bewusst, dass man nur ein Gast in ihrem Reich ist.
    Nach der etwa 45-minütigen, faszinierenden Fahrt durch die Safari, parken wir unser Auto und erkunden den zweiten Teil des Parks, den "Fauna Park". Dieser klassische Zoo, der sich an einem Hang erstreckt, beherbergt Tiere aus allen fünf Kontinenten. Von den verspielten Schimpansen über die farbenprächtigen Vögel im tropischen Gewächshaus bis hin zu den urzeitlichen Bewohnern des Dinosaurierparks – die Vielfalt ist beeindruckend.
    Der Parco Natura Viva ist weit mehr als nur ein Zoo. Er engagiert sich stark im Artenschutz und in der Forschung, was dem Besuch eine zusätzliche, sinnvolle Dimension verleiht. Man spürt, dass das Wohl der Tiere hier an erster Stelle steht.
    Fazit: Trotz des anfänglichen Dämpfers durch den Stau war der Besuch im Parco Natura Viva ein absolutes Highlight unseres Gardasee-Urlaubs. Die Möglichkeit, Tiere in einer so weitläufigen und naturnahen Umgebung zu erleben, ist einzigartig in der Region.
    Tipp für zukünftige Besucher: Gerade in der Hauptsaison sollte man entweder sehr früh am Morgen anreisen oder den Besuch unter der Woche planen, um die längsten Wartezeiten zu umgehen. Eine weitere Strategie könnte sein, an besonders vollen Tagen zuerst den zu Fuß begehbaren Fauna Park zu besuchen und die Safari auf den späteren Nachmittag zu legen, wenn der erste große Ansturm möglicherweise bereits abgeebbt ist. So oder so, die tierischen Bewohner sind die Wartezeit allemal wert.
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