• Casa Gladys y Gerardo

    December 25, 2024 in Cuba ⋅ ☁️ 21 °C

    Schon jetzt das Highlight unserer Reise.
    Wir haben von Gladys und Gerardo so viel über sie und über Kuba gelernt und man hat gemerkt, dass sie uns von Tag zu Tag immer mehr erzählen, sogar über Dinge, über die man in Kuba nicht redet oder sogar ins Gefängnis kommen könnte.

    Wenn der Präsident sich medienwirksam ein Bild von der Landwirtschaft machen will und auf eine Farm geht, werden im voraus Kühe, Schweine, Hühner, Zirgen, etc. dorthin gefahren, sodass es so aussieht als würde alles nach Plan funktionieren. Doch eig haben die Farmer überhaupt nichts und können kaum vom Ertrag leben.
    Unter Fidel Castro war das anders, er hat sich spontan umentschieden und eine ganz andere Farm angeschaut, um sich ein authentisches Bild zumachen. Fidel Castro war nicht nicht perfekt, aber er hat sich mehr um das Volk gekümmert.

    Mit den Löhnen kann man sich fast nichts leisten, selbst ein Arzt bekommt monatlich nur 10.000 Pesos, was ca. 30 Euro entspricht.
    Weshalb man Mediziner oft in Restaurants arbeiten sieht, da man dort oft besser verdient.
    Selbst für Gemüse gibt es einen Schwarzmarkt, wo wir auch eingekauft haben, da wir nirgendwo was gefunden haben. Der Staat legt die Preise dafür so niedrig fest, dass es sich nicht für die Farmer lohnt und diese nur teuer auf dem Schwarzmarkt verkaufen.

    Vor einem Jahr ist ihre Tochter nach Uruguay ausgewandert. Das war hart für die zwei, aber sie hatte keine Hoffnung weiter in Kuba zu leben und ein Kind groß zu ziehen.
    Über Schleuser ist sie nach Brasilien und dann nach Uruguay. 5 Tage haben sie nichts von ihr gehört.
    Das ist kein Einzelfall, die jungen Leute sehen in Kuba keine Zukunft und versuchen auszuwandern. Allein in ihrer kleinen Straße sind schon 16 Leute ausgewandert.
    Bis in ein paar Jahren besteht Kuba nur noch aus alten Menschen...

    Die Tochter versucht einen Prozess anzustoßen um die spanische Staatsbürgerschaft für sie und vllt die ganze Familie zu bekommen. Das ist möglich da Gerardo spanische Vorfahren hatte. Damit könnte sie nach Spanien auswandern.

    Ich könnte hier noch viele Sachen schreiben die wir erlebt und erzählt bekommen haben.

    Zum Schluss wurde uns eine große Ehre zuteil, normalerweise isst Gerardo nie mit den Gästen. In 10 Jahren war das mit uns das dritte Mal, dass er das gemacht hat. Er bezeichnet uns als Familia.

    Wir werden weiter mit ihnen in Kontakt bleiben und uns vllt wieder sehen, evtl. sogar in Europa.
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