Die Vorstellung zu Fuß die Welt zu erkunden, übt seit Jahren eine starke Faszination auf mich aus. Nun wage ich den Schritt und trete in freudiger Erwartung den Erfahrungen, Erlebnissen und Begegnungen entgegen, die am Wegesrand auf mich warten.
  • Jan8

    Koh Lanta

    January 8 in Thailand ⋅ ⛅ 31 °C

    Die Doppelinseln Koh Lanta – Lanta Noi und Lanta Yai - liegen an der Südwestküste von Thailand. Während Lanta Noi nahezu unbewohnt ist, ist Lanta Yai von einer sehr entspannten Atmosphäre geprägt und die Zeit dort ermöglicht uns eine sehr gemütliche und wohltuende erste Woche im neuen Jahr.

    Am 2. Jänner machen wir uns von Rai Leh East auf den Weg dorthin. Nachdem pandemiebedingt derzeit keine Fähre verkehrt, steigen wir in ein Longtailboat und fahren zum Ao Nam Pier, von wo es mit einem Minivan zum Busbahnhof in der Nähe der Stadt Krabi weitergeht, ehe wir von dort mit einem Kleinbus nach Koh Lanta weiterfahren. Etwa viereinhalb Stunden nach dem wir Rai Leh verlassen haben, beziehen wir im Mook Lanta Eco Ressort unseren Bungalow für diese Woche.

    Wir verbringen die Woche mit Yoga am Meer, viel meditieren, viel schreiben und gemütlichen Inselerkundungen mit dem Moped.
    Wir besuchen das charmante „Old Town Lanta“, sehen uns Stelzenhäuser und einen Friedhof der Moken (Seenomaden) an und in einer Doku erfahren wir mehr über ihre frühere Lebensweise.
    Die Moken pflegten unzählige Jahre eine halbnomadische Lebensweise. Ihr Leben spielte sich überwiegend auf dem Meer ab, lediglich zur Monsunzeit zogen sie in ihre Stelzenhäuser in den Buchten der Andamenküste. Sie lebten ausschließlich vom Fischfang, den sie freitauchend mit einem speziellen Speer bewaffnet, vollzogen. Eine ihrer Kultur entsprechenden Lebensweise werden in der Gegenwart allerdings – so die Erzählungen in der Doku – gesetzliche Vorgaben in den Weg gestellt.

    Und wieder einmal fasziniert mich eine Lebensweise, die so gänzlich anders ist, als das Leben das wir kennen. So wird der Friedhof von den Moken als „Pigayilaynuyuberlai“ bezeichnet. „Piga“ bedeutet “gehen zu“, „Yilai“ bedeutet „Friedhof“ und „Nuyuberlai“ – „Herkunft“. Was frei übersetzt so viel bedeuten könnte, wie, dass der Friedhof ein Ort ist, wo wir zu unserem Ursprung zurückkehren und somit der Tod vielmehr eine Art Heimkehr bedeutet.
    Die Moken begraben ihre Ahnen nahe dem Meer. Sie möchten, dass ihre Ahnen auch weiterhin den Wellen des Meeres lauschen können – eine wunderbare Vorstellung. Und einmal im Jahr veranstalten sie ein Fest am Friedhof, wo sie essen mitbringen und den ganzen Tag über fröhlich tanzen. Sie glauben, dass, wenn sie fröhlich und glücklich sind, dass auch ihre Ahnen fröhlich und glücklich sein werden.
    Eine faszinierende und sehr schöne Bezeichnung für einen Friedhof, eine sehr schöne Art und Weise seinen Wunsch Ausdruck zu verleihen, dass wir den Verstorbenen und uns lieben Menschen wünschen, dass es ihnen gut geht.

    An einem anderen Nachmittag nehmen wir an einer Thai-Cooking-Class teil. Nachdem Genuss der vielfältigsten und sehr leckeren und oftmals unglaublich scharfen Gerichte wurde unsere Neugierde ausreichend geweckt, um uns auch selbst mal als Thai-Köche zu probieren.
    Neben Panang-Curry, bereiteten wir eine vegetarische Kokossuppe zu. Wir erfuhren, wie man eine Currypaste selbst macht und genossen neben einem „Deep fried“-Papaya-Salat auch noch einen würzig-scharfen Kräutersalat mit Süßkartoffeln.
    Mai, unsere bemühte und sehr unterhaltsame Lehrerin, lebt mit ihrer Familie im Süden Thailands. Sie erzählt uns darüber, wie die Thais lernen würden zunehmend schärfere Gerichte zu essen. So könne ihre sechsjährige Tochter mittlerweile drei Chilis im Curry essen und ist somit definitiv den allermeisten Europäern einiges voraus. Erwachsene Südthais essen Currys übrigens gerne mit zehn Chilis in einem Curry. Mai differenziert bei den Schärfegraden auch gerne zwischen „little spicy“, „spicy“ und „Hospital“ :-D

    Und so neigt sich diese Woche langsam ihrem Ende zu. Wir organisieren unsere Weiterreise und packen unsere Rucksäcke…

    … auf nach Koh Samui!
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    Niki HK

    Ich hoffe auf ein Original Thai Menü von euch gekocht wenn ihr wieder da seit 😜

     
  • Jan2

    Auf Rai Leh kletternd ins neue Jahr.

    January 2 in Thailand ⋅ ⛅ 30 °C

    Was war das eigentlich für ein unglaubliches Jahr 2021?

    Ein Jahr, dass ich wohl mein Leben lang nicht vergessen werde.

    Und geht’s nicht auch darum sich solche Erinnerungen zu schaffen?

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    Wir erreichen die Halbinsel Rai Leh nach einem langen Reisetag bereits im Dunkeln. Die Halbinsel in der südlichen Provinz Krabi lässt sich nur per Boot erreichen und so legen wir um etwa 20:30 am Pier auf Rai Leh East an, steigen aus unserem Longtail-Boot und machen uns auf den Weg zu unserer Unterkunft für die kommende Zeit.

    Die Halbinsel bietet mit ihren mächtigen und beeindruckenden Kalksteinfelsen ideale Bedingungen für Kletterer, beherbergt entsprechend viele Kletterschulen und so sehen wir auch ständig thailandische Kletterguides mit kleinen Kursgruppen auf der Halbinsel umherziehen. Wir tun es ihnen gleich, borgen uns Kletterequipment aus und genießen es teils direkt am Strand an den wunderbaren Felsen herumzukraxln.

    Es herrscht eine sehr entspannte Atmosphäre auf Rai Leh.
    Es ist ein kleines Fleckchen, wo die drei verschiedenen Beaches (East-, West- und Phra Nang-Beach) nur wenige hundert Meter zu Fuß voneinander entfernt liegen.
    Die Menschen, mit denen wir so ins Gespräch kommen, erzählen uns davon wie viel hier normalerweise los ist und wie ungewöhnlich ruhig es jetzt gerade sei. Für uns ist das bereits (mehr als) ausreichend viel und es gibt uns so glücklicherweise doch immer wieder die Möglichkeit einen freien Platz an den sehr begehrten Kletterfelsen zu ergattern.

    Neben dem Klettern genießen wir die eiskalten Fruchtshakes und das thailändische Essen, das auch für Vegetarier eine so große Vielfalt an Nudel-, Reis-, Suppen- und Currygerichten bereithält. Wir widmen unsere Zeit vor allem auch einem Rückblick auf dieses so ereignis- und erfahrungsreiche Jahr und schenken ihm somit auch eine entsprechende Würdigung.
    Und auch einen Abschluss, der wichtig ist, damit was Neues kommen und entstehen darf.

    Und wir dürfen alle gespannt sein, was dieses neue Jahr für uns bereithält :-)

    PS: Und auch wenn ich so viele von euch schon für eine lange Zeit nicht mehr gesehen hab, freut es mich, dass ihr mich und uns auf dem Blog begleitet und wir unsere Erfahrungen mit euch teilen dürfen und euch somit auch an unserer Reise teilhaben lassen dürfen. DANKE! :-)
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  • Dec23

    „Papa, ist dass das Thai-Land da unten?“

    December 23, 2021 in Thailand ⋅ ⛅ 28 °C

    „Papa, ist dass das Thai-Land da unten?“, fragt ein etwa 3-jähriger Junge aus der Schweiz als wir gerade zur Landung am Flughafen in Bangkok ansetzen.
    Wir müssen eine Reihe vor der jungen Familie ziemlich schmunzeln, aber er hat schon recht, immerhin statten wir nun dem Land der Thai ("dem Thailand") einen Besuch ab.

    Schon in Norwegen haben Claudia und ich darüber gesprochen, dass wir gerne Südostasien auf unserer Reise einen Besuch abstatten würden, damals sah die Lage bezüglich Einreise aber pandemiebedingt nicht besonders vielversprechend aus.
    Mit 1. November gab es schließlich in Thailand eine starke Auflockerung der Einreisemöglichkeiten, wobei es nicht immer einfach ist, dass alles auch so zu durchschauen :-D Bei den Fotos hab ich euch einen Auszug aus meinem Notizbuch fotografiert, was es für die Einreise nach Thailand so alles zu bedenken gab. Mittlerweile haben die Thais allerdings das ganz schon wieder verschärft, also ist das alles jetzt auch schon wieder Geschichte.

    Wir sind letztlich mit dem „Sandbox“-Programm eingereist. Ursprünglich wollten wir dabei über Bangkok in den Süden weiterfliegen, allerdings ist ein Inlandstransitflug nicht erlaubt. So verbringen wir also die Zeit etwa eineinhalb Autostunden von Bangkok entfernt in Pattaya, das war für uns letztlich nur eine Notlösung, aber es drängte bei der Organisation dann doch schon etwas die Zeit um alle Formulare etc. beisammen zu haben und so sind wir letztlich froh, dass es dennoch so gut geklappt hat.

    Vom Flughafen in Bangkok wurden wir mit einem Privattransfer gleich direkt zum Krankenhaus gebracht, wo ein weiterer PCR-Test gemacht wurde. Dann ging es gleich weiter zum Hotel und in unser Zimmer für die folgenden sieben Nächte. Dort mussten wir dann am nächsten Morgen mal auf das Testergebnis warten, dass glücklicherweise negativ ist und uns somit die Berechtigung gegeben hat, dass wir uns in den nächsten sieben Tagen frei in der Provinz Chonburi bewegen dürfen. Für uns ging es aber zunächst einmal nur zum Frühstücksbuffet des Hotels ;-)
    Es ist ja das erste Mal, dass wir während unserer Reise sieben Nächte in einem Hotel mit Frühstücksbuffet und Pool verbringen werden (aber das nicht ganz freiwillig). Wir genießen die Zeit, machen viel Sport, Yoga und meditieren einiges und es bleibt auch Zeit um die Blogbeiträge über den Oman zu verfassen. Und einen Haarschnitt hab ich auch bekommen :-) Und natürlich haben wir auch schon die leckere thailändische Küche probiert :-)

    Am siebten Tag machen wir schließlich noch einen Antigen-Selbsttest und am Tag 8 dürfen wir die Provinz Chonburi verlassen und uns nun in ganz Thailand frei bewegen, was wir gleich nutzen, indem wir am Donnerstag, den 23. Dezember in die Provinz Krabi weiterreisen. :-)
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    Christina Beke

    🥺🙄🤣🤣

     
  • Dec16

    Geburtstag feiern in Maskat

    December 16, 2021 in Oman ⋅ ⛅ 26 °C

    Unsere letzten Tage im Oman verbringen wir in Maskat, dabei darf ich erstmals in meinem Leben meinen Geburtstag im Ausland und mit kurzer Hose feiern ;-)

    Wir besuchen die eindrucksvolle, große Moschee mit einem der größten persischen Teppichen der Welt und einem Kronleuchter bestückt mit Swarovski-Kristallen. Zu ehren des Sultans wurde diese von 1995 bis 2001 in Maskat erbaut.
    Am Abend dürfen wir dann noch ein letztes Mal omanisches Essen genießen.

    An unserem letzten Tag statten wir dem Nationalmuseum in Mutrah einen Besuch ab. Hier erfahren wir mehr über die Geschichte des Omans und auch über seine Blütezeit als der Oman ein maritimes Empire war und sich das Reich entlang der ostafrikanischen Küste (vor allem Sansibar) und entlang des persischen/arabischen Golfs an der iranisch-pakistanischen Küste ausdehnte.
    Aktuell hat dieses flächenmäßig sehr große Land etwa 5 Millionen Einwohner, davon sind über eine Million Inder.

    Wir absolvieren schließlich für unseren nächsten Flug einen weiteren PCR-Test und machen uns am Donnerstag frühmorgens auf den Weg zum Flughafen in Maskat.
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    Rita Völker

    Tolle Foto!

    Christina Beke

    alles Gute zum Geburtstag nachträglich! 🥳🎈🎆

    Bernhard Grießler

    danke Christina 🙏☺️

     
  • Dec13

    Arabische Gastfreundschaft

    December 13, 2021 in Oman ⋅ ☀️ 19 °C

    Wir verlassen am Freitag nach dem Besuch des Ziegenmarktes die Stadt Nizwa.

    Es folgen drei wunderbare Nächte im Zelt und unter freiem Himmel.
    Am Freitag besuchen wir die so genannten „Bienenkorbgräber“. Vor etwa 5000 Jahren in der Hafit-Zeit wurden im Raum um Al Ayn sowie in den Vereinigten Arabischen Emiraten hunderte Grabbauten (so wird vermutet) errichtet. 5000 Jahre trotzen sie hier den Umwelteinflüssen, wie zahllosen Erdbeben. Präzise liegt hier Stein über Stein um teilweise fast unbeeindruckt die Zeiten zu überdauern.
    Seit mindestens 5000 Jahren haben sich also Menschen auf dem selben Flecken Erde bewegt wie wir es hier tun. Wie viele Menschen sind hier wohl schon über diesen Boden spaziert? Wie viele Menschen vor uns haben sich ähnliche Fragen über das Leben und die Welt gestellt?
    In Verbindung mit den beeindruckenden Kalksteinfelsen und dem immer wieder gewaltigen Sternenhimmel (Sorry Daniel, aber ich kann dir den Oman wirklich nur sehr empfehlen :-) spüren wir wieder, wie klein und unbedeutend wir doch sind. Und das in einem sehr positiven Sinn.
    Wir sind ein kleiner Teil des Universums, ein kleines Puzzlestück dieses großen Ganzen und haben auch da unsere Aufgaben. Die Aufgaben des Menschseins liegen denke ich auch darin, sich mit den Fragen des Menschseins zu beschäftigen, wie sich auch die Menschen vor 5000 Jahren bereits mit dem Tod und dem was danach sein wird auseinandergesetzt haben und ihm, wie in diesen Bauten ersichtlich wird, eine große Bedeutung zugeschrieben haben.

    Mit einer besonderen Stimmung verlassen wir diesen Ort wieder und fahren noch ein Stück weiter zum Wadi Damm in dessen Nähe wir unser Zelt aufschlagen und die Nacht verbringen.
    Am Tag darauf wandern und bouldern wir den Canyon hinein. Es ist ein weniger besuchter Wadi und so treffen wir nur auf wenige Touristen und manche Einheimische, die uns wie so oft bereits im Oman Willkommen heißen und uns hilfsbereit befragen, ob wir etwas brauchen würden und uns einfach melden sollten, falls wir Hilfe bräuchten.
    Es ist ein entspannter Tag und wir genießen die Zeit im kühlen Schatten. Am Abend schlagen wir am Ausgang des Wadis unser Zelt auf, machen ein Lagerfeuer mit Palmenblättern und backen das erste Mal – wie zuletzt in der Wüste – Brot über dem Lagerfeuer. Mehl, Wasser und Salz, Holz und Palmenblätter und etwas Zeit lassen uns ein einfaches, aber sehr leckeres und nicht minder besonderes Abendessen genießenn. Dazu gibts noch einen Topf Linsendal gewürzt mit swanetischen Salz aus Georgien. Keep it simple - das mag ich besonders :-)

    Am Sonntag fahren wir am Morgen mit unserem Auto weiter in Richtung Jebel Shams Plateau. Im Oman sieht man viele Allradautos und das hat schon seinen Grund und für so manche Straßen ist es auch unerlässlich. Nachdem die allerdings echt teuer sind, haben wir uns entschieden es mit einem gewöhnlichen Auto zu versuchen. Auf dem Weg zum Plateau hinauf, waren wir uns allerdings nicht ganz sicher, ob es klappen würde – zu unterschiedlich waren die Erfahrungsberichte, die wir darüber gelesen haben. Letztlich hat es allerdings wirklich gut geklappt und so parkten wir dann wenig später unser Auto neben einem Haufen Offroadfahrzeugen ;-)

    Am Plateau wanderten wir zunächst am so genannten „Balcony Walk“ zu einem verlassenen Dorf mit unglaublichen Tiefblicken in den größten Canyon des Omans, immer wieder mit Blick auf den höchsten Punkt des Omans – einer Radarstation des omanischen Militärs am Jebel Shams Gipfel auf 3009 m. Das verlassene Dorf war eindrucksvoll. Ein Pool oberhalb des Dorfs ermöglichte die Wasserversorgung. Man kann noch gut die angelegten Terrassen für den Anbau von Obst und Gemüse erkennen und die Haltung von Ziegen sorgte für die Versorgung mit Milch und Fleisch. Zugleich boten die Felsüberhänge neben einem kühlenden Schatten auch Schutz vor den Witterungseinflüssen.
    Und gerade in diesem verlassenen Dorf im Oman treffen wir auf eine Familie, die aus Maria Taferl und Grein stammt und mit ihren Kindern seit diesen Jahres in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten lebt. So wissen wir nie, welche Wege sich da in unserem Leben immer wieder kreuzen.

    Dieser letzte Satz trifft dann ganz besonders auf den Sonntagabend am Plateau des Jebel Shams zu. Es fällt nicht leicht, dass was wir da erlebt haben in Worte zu fassen.
    Wir waren auf der Suche nach einem Zeltplatz und haben einen wunderbaren Ort auf einer Felsstufe hinab in Richtung Canyon gefunden. Gerade haben wir uns Kaffee gemacht und uns gedacht, dass wir hier einen entspannten Abend alleine verbringen würden. Allerdings sollte es dann doch anders kommen, als kurze Zeit später ein großes Geländefahrzeug angefahren kam und zwei junge Männer ausstiegen. Einer, in traditionell omanischem Gewand – einem dishdasha, der sich uns später als Jallal vorstellen sollte sowie ein Mann aus Saudi Arabien (Hamad), der uns zunächst noch fragt, ob wir „crazy“ seien, als er unseren Zeltplatz sieht und uns danach Videos von einem Berg in Saudi Arabien zeigt, wo tiefster Winter herrscht und ein alter Mann mit einem Kamel herumwandert.
    Kurze Zeit später sitzen wir bereits auf ausgerollten Teppichen am Boden vor seinem Geländefahrzeug und sehen zu, wie er frischen Kaffee mit Kardamon, Safran und Nelken mahlt und uns einen arabischen Kaffee zubereitet. Zu uns stoßen schließlich noch Dave aus den Vereinigten Staaten und sein omanischer Tourguide Majid. Zum Kaffee werden dann Datteln und noch weiteres frisches Obst gereicht.
    Während die Sonne langsam untergeht, wir von den beiden warme pakistanische Kleidung bekommen und wir versuchen ihnen dabei zu helfen, wie man „Austria“ ausspricht, sodass sie nicht wieder denken wir kommen aus Australien, bekommen wir ein Gefühl dafür, was arabische Gastfreundschaft bedeutet.
    Noch mehr als dann begonnen wird das Abendessen zu kochen. Es wird ein „Cocktail“ aus arabischen Kabsa, Hummus mit Salat und Fladenbrot und unserer Pasta, die wir in unseren kleinen Jetboil-Gaskochtöpfen kochen.
    Lustigerweise erzählt uns schließlich Dave, dass er in den USA vor seiner Pensionierung für die CEO von Jetboil gearbeitet hat – prompt machen wir ein Foto davon, dass er seiner ehemaligen Chefin zukommen lassen wird :-D
    Wir sitzen noch lange auf den Teppichen von Jallal und Hamad. Sie bringen uns noch Decken und sogar Polster und bieten uns auch an hier bei ihnen schlafen zu können. Wir genießen mit ihnen gemeinsam noch den Nachthimmel, sehen unzählige Sternschnuppen – manche so groß, dass sie schon fast an ein Feuerwerk erinnern, andere erscheinen wiederum zart, klein und sind nur ganz kurz zu sehen.
    Wir machen uns dann auf den Weg zu unserem Zelt, lassen noch etwas die Zelttür offen und sehen in den Nachthimmel, während wir völlig überwältigt von den Eindrücken unseres Abends und dem was Gastfreundschaft bedeuten kann, langsam einschlafen.
    Am nächsten Morgen gegen 6:30 weckt uns Hamad zum Sonnenaufgang. Wir genießen ein gemeinsames Frühstück machen noch Fotos und verabschieden uns schließlich, wobei sich unsere Wege an dem Tag nochmals kreuzen sollten.
    Mit Jallal und Hamad trinken wir einige Stunden später in Bahla nochmals einen Kaffee, als sie an uns auf der Straße vorbeifuhren, prompt stehen blieben und sich zu uns setzten.
    Dave und Majid sind uns dann beim Besuch des Fort in Bahla auch nochmals über den Weg gelaufen. :-)

    Nach dem Besuch des Forts hieß es für uns dann unseren Weg zurück nach Maskat anzutreten.
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    Leo Grießler

    Immer wieder wunderschöne Fotos von eurer Reise. Alles Gute für eure weitere Reise.

    Bernhard Grießler

    danke Papa ☺️

    Daniel Birbaumer

    😅 hach, ja, danke für die Empfehlung. Die Sternschnuppen waren wohl entweder die Geminiden (mit ihrem scheinbaren "Ursprung", auch Radiant gennant, im Sternbild Zwilling in eher südlicher Richtung), oder die Ursiden, mit Radiant im kleinen Bär, also dann aus Richtung Norden kommend. Damit ich auch was beitragen kann 😄 btw immer noch super coole Berichte. Bin gespannt ob ihr überhaupt mal wieder heim kommen wollt, und ob es euch da dann zu fad wird 😆

    Bernhard Grießler

    oh, das ist ja spannend. kann das sein dass wir beides gesehen haben, es waren sowohl in südlicher als auch nördlicher Richtung zahlreiche Sternschnuppen zu sehen? findet das immer statt oder ist das vergleichbar mit den Perseiden Mitte August?

    Bernhard Grießler

    und na sicher kommen wir wieder heim ☺️ und gibt ja in Österreich auch genug Möglichkeiten um Abenteuer zu erleben 🧗🚵⛷️🪂🚣🏂🤸

    Daniel Birbaumer

    gute Frage 😅 könnte wohl schon sein, dass beide nöglich wären, weiß es aber nicht genau. Ja, das ist wie bei den Perseiden, die Geminiden sind sogar ein stärkerer Meteorstrom als die Perseiden. Diese sind aber bekannter, weils halt im Sommer mehr mitbekommen, weil halt mehr Leute draußen sind. Meteorströme sind deshalb zeitlich begrenzt, weil da die Erde sich durch einen Bereich bewegt wo mal ein Asteroid die Erbahn gekreuzt hat und der ein paar Krümel hinterlassen hat. Die verglühen dann bei uns in der Atmosphäre. Sobald die Erde wieder aus der Spur draußen ist, keine Sternschnuppen mehr. Wenns ein Asteroid ist, dessen Bahn immer wieder die Erdbahn kreuzt, dann wirds den Strom länger geben, wenns ei Asteroid ist der aus dem Sonnensystem geflogen ist, oder es den Asteroid nicht mehr gibt (weil er zb in der Nähe der Sonne zerbrochen ist) dann geht dem Meteorstrom irgendwann mal die Puste aus, weil keine Krümel mehr nachkommen.

    Bernhard Grießler

    echt spannend - danke für deine Erklärungen 🙏☺️ sehr cool, dass wir jetzt immerhin wissen, was wir da so gesehen haben 😃

     
  • Dec10

    Eine Nacht in der Wüste

    December 10, 2021 in Oman ⋅ ☀️ 24 °C

    Am Freitag haben wir uns um 14:45 in Al Wasil am Parkplatz mit Hamid getroffen. Er nimmt uns beide heute mit ins Nomadic Desert Camp in der Wahiba-Wüste. Wir steigen also in sein Allradfahrzeug, laden unser Gepäck um und los gehts.
    Auf unserer Fahrt kommen wir an zahlreichen Wüstencamps und Wohnhäusern vorbei. Neben der Straße sind in regelmäßigen Abständen Markiersteine zu sehen auf denen „11 kV cable“ zu lesen ist. Sie sorgen dafür, dass die Camps ausreichend mit Strom versorgt sind. Unser Camp, dass von einer Beduinenfamilie geführt wird, verzichtet noch darauf. Kurze Zeit später dürfen wir bereits unsere wirklich sehr schöne, kleine Bambushütte für diese Nacht beziehen.
    Nachdem ich wirklich erledigt bin, mache ich gleich mal eine Pause, während Claudia in der Zwischenzeit omanischen Kaffee und Datteln gemeinsam mit Hamid, Finn und Markus genießt. Markus stammt aus Schweden und lebt in Bergen (Norwegen). Finn lebt als „Expat“ mit seiner Familie in Maskat und arbeitet als Berater für einen Ölkonzern. Als Expat gibt er uns während unserer Zeit im Wüstencamp sehr interessante und spannende Einblicke in seine Arbeit und bietet uns eine ungewöhnliche Perspektive auf dieses Land.

    Am Abend machen wir gemeinsam noch einen Spaziergang. Zunächst füttert Hamid Ziegen und Kamele und wir dürfen ein erst sechs Tage junges Kamel bestaunen, dass bereits auf seinen noch etwas wackeligen Beinen steht. Und schließlich wandern wir eine Sanddüne hinauf, die einen wunderbaren Ausblick über die Weite der Wüste und auf den vor uns liegenden Sonnenuntergang gibt. Die sanft-hügelige Dünenlandschaft der Wüste erscheint durch die sich verändernde Sonneneinstrahlung immer wieder in einem neuen Licht und bietet dadurch weit vielfältigere Landschaftsperspektiven als ich vermutet hätte.
    So sitzen wir zu fünft auf dieser Düne in der Wüste blicken dem Sonnenuntergang entgegen und genießen diesen wunderbaren Augenblick.
    Wir bleiben danach noch lange sitzen und unterhalten uns über vielfältiges, wie zum Beispiel Kamelrennen im Oman und wie aufwendig es ist ein gutes Rennkamel aufzuziehen und zu trainieren.

    Erledigt von den vergangenen Tagen und nicht ganz wissend, ob ich gerade irgendetwas „ausbrüte“, schaffe ich es nicht mehr zum Abendessen und freue mich schon wieder aufs Bett. Claudia bringt mir vom Abendessen noch eine Auswahl (inkl. Kamelfleisch) - zumindest für eine Kostprobe.
    Während ich schon schlafe, sitzt Claudia gemütlich unter dem Sternenhimmel beim gemeinsamen Lagerfeuer und bekommt so einiges erzählt über den Umgang des Landes mit Covid19 – so hat es einen sehr langen und strengen Lockdown gegeben, wo die Menschen ausschließlich für Lebensmitteleinkäufe ihr Zhause verlassen durften und die Schulen über ein Jahr lang geschlossen waren, über den Umgang mit dem Erdölvorkommen und die Bedeutung von Expats, die wertvolles Knowhow ins Land bringen.
    Der Oman erlebt seit den 1970er Jahren durch den neuen Sultan einen massiven Aufschwung. Einerseits durch die Erdölvorkommen (die allerdings weit geringer ausfallen als in den arabischen Nachbarländern) andererseits auch aufgrund der umfangreichen Investitionen in den Bildungs-, Sozial- und Gesundheitsbereich. Ebenso ist es dem omanischen Sultan ein großes Anliegen sich für die Gleichberechtigung einzusetzen und so lässt sich eine hinsichtlich des Geschlechts ausgeglichene Akademikerrate ebenso finden, wie Frauen in der Regierung, beim Militär oder in Führungspositionen von Unternehmen.

    Am nächsten Morgen bin ich erleichtert, dass ich mich nun doch deutlich fitter fühle. Es gibt noch ein leckeres Frühstück mit frisch gebackenen Brot direkt über einem Lagerfeuer, eine kleine Runde auf dem Rücken eines Kamels sowie erste Sandboard und Bobfahrversuche in der Wüste. Ein bisschen fehlt uns um diese Zeit ja dann doch der Schnee ;-)

    Wir fahren dann gemeinsam mit Hamids Bruder Abdullah zurück zu unserem Auto. Er zeigt uns abseits des „Wüstenhighways“ noch seine Fahrkünste über die Dünen und dabei dürfen wir gleich mal einem anderen Auto behilflich sein, dass im Sand stecken geblieben ist.
    Ein wunderbares Beispiel für die Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft, die in der Wüstenregion lebensnotwendig ist und in der man nach wie vor auf die gegenseitige Hilfe weit mehr angewiesen ist, als uns in unserem Kulturkreis vertraut ist.

    Die kommenden Tage verbringen wir dann zunächst in Seeb und danach in Nizwa. Aufgrund einer kleinen Lebensmittelvergiftung von Claudia geben wir uns etwas mehr Pause, die wir auch aufgrund der doch sehr herausfordernden Einreisebestimmungen für unser nächstes Reiseziel durchaus brauchen können.
    Wir besuchen schließlich die beiden Orte Al Hamra und das wunderschöne Bergdorf Misfaht Al Abryyin und am Freitag statten wir dem Ziegenmarkt in Nizwa einen Besuch ab. Seit vielen Jahrhunderten kommen jeden Freitag Landwirte aus dem gesamten Oman nach Nizwa um hier ihre Tiere zum Verkauf anzubieten – ein echtes Spektakel! :-)

    Schließlich verlassen wir Nizwa und setzen unseren Roadtrip durch den Oman fort.
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    Georg Braun

    Wieder ein sehr schöner Bericht und tolle Bilder vom Oman 👍🏻

    Bernhard Grießler

    danke Georg und schöne Weihnachtsgrüße nach Weiding ☺️🎄

    Daniel Birbaumer

    Bitte hör auf Berichte zu posten über Orte wo der Nachthimmel so super ist, da läuft mir das Wasser im Mund zusammen, ich bin vom bewölkten Wetter hier schon sehr frustriert... 😅

     
  • Dec3

    Welcome to Oman

    December 3, 2021 in Oman ⋅ ☀️ 26 °C

    „Welcome to Oman“ sagen die beiden Grenzbeamten am Flughafen in Maskat zu uns, kurz nachdem sie unseren Reisepass abgestempelt haben und uns somit ermöglichen unsere kommenden 17 Tage hier zu verbringen.
    „Welcome to Oman“ bekommen wir auch später noch zahlreiche Male von den sehr freundlichen Omanis zu hören.

    Wir sind am Montag um etwa 4:30 in Maskat gelandet. Kurz nach der Ankunft besorgen wir uns bereits SIM-Karten für unsere Handys und da wir unser Mietauto für 8 Uhr reserviert haben, legen wir uns auf dem recht ruhigen Flughafen auf eine Bank und holen etwas Schlaf nach.
    Für den ersten Tag haben wir nach der recht schlafarmen Nacht wenig geplant. Einkaufen und uns für die kommenden Tage eindecken und dann ab zum Yiti-Beach, wo wir dann auch zelten wollen. Ein nachmittägliches Frühstück am Strand, eine Runde Schwimmen, zahlreiche Krebse entdecken und gemeinsam mit zahlreichen Omanis den Montagnachmittag am Strand verbringen und uns etwas erholen, dass ist unser erster Tag im Oman.

    Und von Anfang an beeindruckt uns die Landschaft dieses Landes. Die Berge mit ihren unterschiedlichen geologischen Schichten schaffen eine beeindruckende Stimmung und trotz ihrer Höhe strahlen diese eine irrsinnige Weite aus.
    Nach der ersten Campingnacht am Strand vom omanischen Golf geht’s am Dienstag zum Wadi Shab, wo wir bei der Autofahrt dorthin, dass erste Mal Kamele in „freier Wildbahn“ sehen. Wir bleiben prompt am Straßenrand stehen und der indisch anmutende Kameltreiber winkt uns freundlich zu sich heran und lädt uns ein eines seiner Kamele, dass gerade schwanger ist, zu streicheln und Fotos von ihm zu machen. Was für eine schöne und überraschende Begegnung :-)

    Einige Zeit später erreichen wir das Wadi Shab. Ich hab’ ja bis vor kurzem noch nicht mal gewusst, dass ein Wadi, ein Tal oder ein Flusslauf ist , der meist nur nach stärkerem Regen Wasser führt. Das Wadi Shab ist dabei wohl eines der bekanntesten im Oman. Am Eingang direkt unter der Brücke des Highway 17 bringt uns ein Boot über den Fluss und wir wandern einige Kilometer taleinwärts. Die falaj (Bewässerungskanäle), die es im Oman schon seit mindestens 1500 Jahren gibt, sorgen für die Wasserversorgung von zahlreichen Dörfern und Feldern und führen schließlich dazu, dass im nahen Umfeld von Bergquellen und Wadis richtig fruchtbare Oasen entstehen – Ein wirklich wunderschöner und fast schon unwirklicher Kontrast zur kargen und trockenen Berg- und Steinwüstenlandschaft.
    Am Ende des Wanderwegs angekommen, kann nun der Weg durch die Wasserbecken der Wadis schwimmend fortgesetzt werden. Während neben uns die Berge hunderte Meter aufragen schwimmen wir durch das glasklare Wasser umgeben von Felsformationen die über die Jahrtausende durch das Wasser geformt wurden und dringen so noch weiter in den Canyon hinein bis wir schließlich in eine Höhle gelangen. Wirklich mystisch und besonders – und wir dürfen die Höhle sogar eine kurze Zeit völlig für uns allein haben.
    Kurze Zeit später wirds dann sehr lebendig als vier junge Bangladeschis mit Hilfe eines bereits angebrachten Seils den Wasserlauf hinaufklettern und in das Wadibecken hüpfen, was nicht weniger freudvoll ist :-D

    Diese Momente schwimmend im Wadi haben wir ohne Kamera und Smartphone erlebt und so macht es das ganze fast noch besonderer, wenn diese Erfahrungen, Wahrnehmungen und Empfindungen nicht auf den Speicherkarten eines elektronischen Geräts sondern lediglich in unserem Kopf und unserem Körper abgespeichert sind.
    Am Rückweg treffen wir noch auf einen iranischen Fischforscher, der uns offenherzig und mit Begeisterung von seiner Forschungsarbeit erzählt.
    Und kurze Zeit später machen wir uns dann auf den Weg zu unserem zweiten Campingplatz an den Felsklippen in der Nähe des Dorfes Fins. Wir haben davon gelesen, dass es dort ein besonderes Naturschauspiel gibt. Die Klippen werden dort von Meereswellen unterspült und dabei gibt es zwei bis drei Löcher in den Felsen, wo das Wasser des Meeres bei starker Flut senkrecht hinaufgedrückt wird und die Gischt ähnlich wie bei Geysiren nach oben schnellt. Ein faszinierendes Schauspiel!
    Wir finden einen wunderbaren Campingplatz ganz in der Nähe, wo wir uns ein Lagerfeuer machen und Folienerdäpfel grillen.

    Tags darauf besuchen wir die Stadt Sur und fahren schließlich weiter zum Wadi Bani Khalid, wo wir oberhalb des Dorfs Muqal campen. Ein einheimischer Guide, Said, bringt uns dort über die „new road“ zu den Wildzeltplätzen, wo wir auch auf einen Radfahrer treffen, der in zwei Wochen durch den Norden des Omans radelt.

    Am Donnerstag steht schließlich eine Wanderung auf unserem Programm. Wir wandern mit unseren Rucksäcken (inkl. Zelt und Schlafsack) den Wadi Bani Khalid entlang und dann weiter am Wanderweg E35 die Canyons entlang und die Berge hinauf. Und auch wenn wir die sehr warmen Temperaturen, die letzten Tage schon sehr gespürt haben, wars an diesem Tag dann doch nochmal was anderes.
    Der Oman ist schließlich ein Wüstenstaat und auch wenn es Winter ist, hat es zumeist um die 30 Grad. Somit haben wir ziemlich viel Wasser in unserem Gepäck, um annähernd das auch wieder aufzufüllen, was wir verschwitzen ;-)
    Die Wanderung war auf jeden Fall sehr beeindruckend. Wir treffen keine Menschenseele. Lediglich einen Schafshirten hören wir mal auf seiner Flöte spielen, als er seine Herde, um sich schart und wir ihn auf einem entfernten Bergrücken entdecken.
    Und riesige Greifvögel sehen wir ganz nah über uns fliegen. Zunächst waren es lediglich zwei, die mit ihren mächtigen Flügeln über uns segeln. Binnen kurzer Zeit werden es immer mehr, bis es schließlich ganze acht riesige Vögel sind, die über uns hinwegschweben und sich schließlich nach und sich nach höher in den Himmel schrauben bis wir sie nicht mehr sehen können.
    Der Versuch ein Foto davon zu machen scheitert, allerdings werden uns auch diese Momente und die Geräusche, die die Vögel beim Segeln durch die Luft gemacht haben, noch lange in Erinnerung bleiben.

    Wir wandern schließlich an einigen sehr einfachen Steinhäusern unter Felsüberhängen vorbei, die von shawawiya (omanischen Halbnomaden und Schafshirten) bewohnt werden, die mit ihren Herden hier in den Bergen leben.
    Nach etwa sechs Stunden erreichen wir den, in der Navigationsapp eingezeichneten, Zeltplatz. Es handelt sich dabei um eine flache Felsplatte. Fast schon erstaunlich, nachdem wir sechs Stunden lang nur über steiniges Geröll gewandert sind. Der Zeltplatz ist auf jeden Fall etwas sehr besonderes. Auf etwa 1650 Höhenmeter blicken wir fern von jedweder Lichtverschmutzung in einen unglaublich schönen Sternenhimmel, wo wir die Milchstraße mit freien Augen erkennen können.
    Einmalig :-)

    Tags darauf wird der Abstieg leider anstrengender als erwartet. Nachdem ich aufgrund von Übelkeit eher wenig Schlaf gefunden habe, heißt es sich beim Abstieg noch mehr zu konzentrieren.
    Aber zum Glück gehts bergab dann doch immer etwas schneller und so sind wir nach wenigen Stunden auch schon wieder zurück im Tal und gönnen uns im Wadibecken eine kleine Erfrischung, bevor wir uns ins Auto setzen und zu unserem nächsten Abenteuer weiterdüsen.

    Es wartet eine Nacht in der Wüste auf uns. Aber dazu beim nächsten Beitrag mehr :-)
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    Daniel Birbaumer

    1650 Höhenmeter fernab Lichtverschmutzung 🤤 ich auch will...

    12/9/21Reply
    Bernhard Grießler

    ja das kann ich wirklich nur empfehlen. aber ein paar so Orte gibt's ja in Österreich auch ☺️

    12/10/21Reply
    Daniel Birbaumer

    Ja eh, wir haben eh Glück, aber bei deiner jetzigen Position kommt dazu, dass du Blick auf den Südhimmel hast, und der soll ja super sein!

    12/10/21Reply
    Bernhard Grießler

    ich muss schauen, ob ich mal ein gutes Foto mit meiner Kamera von einem Sternenhimmel hinbekomm, dann schick ich's dir gern und du kannst mir dann wohl sagen, was wir da eigentlich alles sehen 😉

    12/10/21Reply
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  • Nov28

    Vom Kaukasus zum Bosporus

    November 28, 2021 in Turkey ⋅ ⛅ 16 °C

    Byzanz, Konstantinopel oder heute eben Istanbul. Die Stadt an der europäisch-asiatischen Grenze mit 15,5 Millionen Einwohnern die größte Stadt Europas.

    Wir verbringen die Tage mit vielen Besorgungen und letzten Vorbereitungen für unsere Weiterreise.
    Dazwischen tauchen wir aber auch ins Flair der Stadt ein, spazieren über den Taksimplatz, die Galatabrücke und besuchen die Hagia Sofia.

    Im 6. Jahrhundert als christliche Kirche erbaut, war die Hagia Sofia bis zum Bau des römischen Petersdoms für 1000 Jahre die größte christliche Kirche der Welt. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen 1453 und der Umbenennung der Stadt in Istanbul wurde sie als Moschee weiterhin als religiöser Bau genutzt. Von 1934-2020 diente sie als Museum und seit dem Vorjahr wird sie nun wieder als Moschee genutzt.

    Istanbul ist für uns auch das Ziel unserer dritten Etappe.
    Nach meinem Weg von Krems nach Norwegen und unserer Reise von Oslo ans Schwarze Meer hat uns die dritte Etappe nun nach Istanbul an den Bosporus geführt.

    Es liegen nun siebeneinhalb Monate und über 15.000 Kilometer des Reisens hinter uns und es ist und bleibt eine aufregende Art des Reisens - eine schöne Art und Weise, die vielfältigen Landschaften, Menschen, Kulturen, Regionen und sich selbst zu erfahren und zu erleben.

    Unglaublich, was wir alles erleben durften. Unglaublich auch, an welch' wunderbare Orte es uns geführt hat. So haben wir alleine in der Türkei fünf Weltkulturerbestätten der UNESCO besuchen dürfen.

    Im April hatten wir davon noch keine Ahnung.

    Aufgrund des bevorstehenden Winters (in Österreich ist er ja schon da 😉) haben wir beschlossen ihn für heuer mal auszulassen und stattdessen ins Warme zu fliegen und uns mit dem Steigen ins Flugzeug nochmal die Möglichkeit gegeben weitere, neue Horizonte zu erschließen.
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    Christina Beke

    bestes! 👌🤤

    11/29/21Reply
    Niki HK

    Cool wo gehts hin für euch? Wir wollen im Frühjahr nach Istanbul, brauchen dann eure Tipps 😋

    12/3/21Reply
    Bernhard Grießler

    gern!

    12/10/21Reply
     
  • Nov24

    Roadtrip an der türkischen Westküste

    November 24, 2021 in Turkey ⋅ 🌧 15 °C

    Vergangenen Sonntag haben wir uns ein Mietauto am Flughafen von Antalya abgeholt, dass uns in den kommenden drei Tagen die knapp 1000 Kilometer entlang der türkischen Westküste nach Istanbul bringen darf.

    Da wir nicht genau wussten, wo die Abholstation war, gingen wir zunächst mal in den Terminal und bei der Sicherheitskontrolle fanden wir dann schließlich heraus, dass es scheinbar nicht erlaubt ist mit Gaskartuschen im Rucksack einen Flughafen zu betreten.

    Wenn man das so niederschreibt, klingt das ganze ja mehr als pausibel, dass das möglicherweise ein Sicherheitsrisiko darstellen könnte. Andererseits hat Claudia bereits erfolgreich Gaskartuschen in einem Flugzeug von Österreich nach Norwegen transportiert.

    Wie auch immer… :-D

    Für die Sicherheitsbeamten schienen wir aber definitiv keine Bedrohung darzustellen. Wir erklärten ihnen in Ruhe die Situation und kurze Zeit später durften wir unsere Gaskartuschen schon wieder entgegennehmen, nachdem wir den Flughafen wieder verlassen haben, weil zwar unzählige andere Mietautofirmen ihre Servicestellen dort haben, aber nicht die unsere.

    Für unseren geplanten Flug am kommenden Sonntag war das zumindest schon mal eine wertvolle Info und wir ersparen uns das Kaufen weiterer Gaskartuschen :-D

    Schließlich finden wir auch die Mietautostation und sitzen kurze Zeit in unserem Auto auf dem Weg nach Pamukkale.

    Auf einem Hügel mit Blick auf die Millionenstadt Denizli schlagen wir einige Autostunden später und kurz nach Sonnenuntergang unser Zelt auf und machen uns seit langem wieder einmal ein Lagerfeuer und sehen bereits jetzt die weißen Landschaftsflächen, die uns ja eher an Schnee als an Kalksinterterrassen erinnern ;-)

    Pamukkale heißt auf Deutsch soviel wie Baumwollburg und passend dazu finden sich so einige Baumwollfelder entlang der Straßen. Bekannt ist dieser Ort bereits seit der Antike vor allem aufgrund seiner warmen Quellen (ca. 30°) und den Kalksinterterrassen.

    Das dortige Quellwasser ist mit Kalk gesättigt und scheidet diesen an der Erdoberfläche aus, was über die Jahrtausende zur Entstehung einer sehr ungewöhnlichen Landschaft führte über die wir am Montag barfuß spazierten. Beeindruckend wie inmitten von einer eher kargen und trockenen Landschaft auf einmal so ein Naturmonument zu bestaunen ist.

    Oben angekommen ging das Staunen schließlich noch weiter. Die Überreste der antiken Stadt Hierapolis machen uns bewusst, dass auch die antiken Römer bereits Thermalquellen zu schätzen wussten und vor allem die Überreste der Bühne im Odeon beeindruckten uns sehr.

    Nach dem Besuch fuhren wir weiter bis an die Ägäisküste an den Pamucakstrand. Anfangs suchten wir noch ein verstecktes Plätzchen, wo wir unser Zelt aufschlagen könnten. Als wir schließlich zahlreiche Autos und Vans direkt am Strand stehen sahen, freute uns das natürlich ganz besonders. Windgeschützt hinter unserem Auto stellten wir unser Zelt direkt am Strand auf. Mit Blick auf die Ägäis und die griechische Insel Samos, die wie so viele andere griechische Inseln sehr nahe vor dem türkischen Festland liegen.

    Am Dienstag war das Wetter dann nicht ganz so besonders, als wir die griechisch-römische Stadt Ephesos besuchten. So stapften wir in unserem Regengewand und mit Audioguide in der Hand durch die noch heute so eindrucksvolle Stadt.

    Schon vor über 8000 Jahren gab es Siedlungen in diesem Gebiet. In der römischen Kaiserzeit erlebte diese Stadt ihre Glanzzeit und es wird vermutet, dass sie in ihren Hochzeiten über 200.000 Einwohner beherbergte und damit eine der größten römischen Städte war.

    Die damalige Hafenstadt liegt mittlerweile aufgrund von Versandung 9 Kilometer vom Meer entfernt. Sie beherbergte mit dem Artemistempel eines der sieben antiken Weltwunder, von denen heute leider nicht mehr viel übrig geblieben ist. Besonders schön und eindrucksvoll ist die Celsus-Bibliothek.

    Es ist faszinierend, was diese Stadt bereits vor 2000 Jahren leistete – unterirdische Wasserversorgung durch Tonrohre, Abwasserkanalsystem, öffentliche Toiletten, öffentliche Thermen, Fußbodenheizung, Straßenbeleuchtung, …
    Freigelegt wurde diese Stadt unter anderem auch von österreichischen Archäologen und vieles lässt sich davon auch im Ephesos-Museum in Wien bestaunen.

    Und am frühen Nachmittag geht’s dann für uns weiter und nach einer weiteren Nacht erreichen wir am Mittwoch das Marmarameer, Istanbul und wir überqueren mit dem Auto den Bosporus und kehren somit für ein paar Tage zurück nach Europa.
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  • Nov20

    Kaş an der türkischen Riviera

    November 20, 2021 in Turkey ⋅ ☀️ 19 °C

    Die vergangenen zwei Wochen durften wir an der türkischen Riviera verbringen. Für mich wars das erste Mal, dass ich im November bei so warmen Temperaturen im Meer schwimmen war.
    Nach den winterlichen Bedingungen im Oktober in der Kaukasusregion waren die wärmenden Sonnenstrahlen eine echte Wohltat. Wie auch das Verweilen an einem Ort - wie schon oft auf dieser Reise - gut tut und im Grunde für uns auch eine Notwendigkeit darstellt. So bleibt Zeit für schöne Telefonate, Recherche- und Planungstätigkeiten, Sport, frisch gekochtem Essen und Entspannung.

    Anders als das für viele durch die Ferienressorts bekannte und geprägte Antalya ist Kas ein netter, kleiner, ebenso vom Tourismus geprägter Ort. Bei zumeist 20-25 Grad erleben wir den Ort außerhalb der Saison und so scheinen viele Restaurants & Cafés nur wenig besucht, auch wenn dennoch einige andere Touristen aus Russland, Deutschland, Polen oder der Türkei den Weg hierher gefunden haben.

    Entlang von Fethiye über Kas bis nach Antalya befanden sich die antiken Städte des lykischen Bundes aus der Antike, wo griechische und römische Besiedelungen noch heute ihre Spuren in Form von Amphitheatern, Felsengräbern und Nekropolen und vielem anderen in Kas, Patara oder Xanthos hinterlassen haben. Bei einem Ausflug mit dem Motorrad entlang der wunderschönen Küstenstraße statten wir der einen oder anderen Sehenswürdigkeit einen Besuch ab.

    Die letzten drei Tage begeben wir uns dann noch zu Fuß am Lykischen Weg, einem Weitwanderweg der durch die Britin Kate Glow vor rund 20 Jahren ins Leben gerufen wurde und noch im November gut von Wanderern besucht wird. Und wir verbringen somit nach langer Pause endlich wieder einige Nächte im Freien! :-)
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    Christina Beke

    🤩🥰😍 der Hund

    11/29/21Reply