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  • Day16

    Welcome to NOLA - Mardi Gras 2.0!

    October 15 in the United States ⋅ ☀️ 28 °C

    Lang ersehnt, nun endlich da - unser Erlebnisbericht zu New Orleans, oder wie wir (eigentlich nur Anna) gerne sagen: ‚Norlens‘.

    Wir starten den Tag mit einem Frühstück to go und einer letzten Fahrt über den Blues Highway mit einem ganz besonderen Ziel: der Whitney Plantage. Es geht vorbei an den für New Orleans typischen Sumpfgebieten (die uns sehr beeindruckten), den gewohnten straßensäumenden geplatzten Autoreifen sowie Zuckerohrplantagen zur sogenannten German Coast. Es folgt eines der bewegendsten Erlebnisse unserer Reise.

    Die Whitney Plantage, eine der ursprünglich größten bewirtschafteten Anwesen dient heutzutage als Museum, um über den so wichtigen Teil der amerikanischen Geschichte, die Sklaverei, aufzuklären. Unser großartiger Tour-Guide Susan führte uns über das gesamte Areal der von Sklaven erbauten und bewirtschafteten Plantage und legte hier vollen Fokus auf die versklavten Menschen und eben nicht auf die Unterdrücker, die für all dies Verantwortung tragen. Wir erfuhren alles über den Tagesablauf, die Unterbringung, die martialischen Arbeitsbedingungen, aber auch die hier entstandene Kultur und Kulinarik, die in der Gegend von New Orleans noch heute deutlich spürbar ist und gelebt wird. Besonders gut hat uns die kritische Sichtweise und Deutlichkeit von Susan (deren 1. Ehemann aus München kam, weswegen einer ihrer Lieblingsorte der Augustiner Biergarten ist) gefallen, die 300 Meter entfernt aufwuchs und teilweise die Ausläufe noch persönlich miterlebte, welche gar nicht so lange zurückliegen wie man denkt. Noch in den 60er Jahren wurden beispielsweise Bahnwagons nach ethnischer Herkunft getrennt.
    Auch die Flora und Fauna kam nicht zu kurz: neben Baby Schildkröten und Schlangen (kurze oder auch anhaltende Panik bei Anna), konnte man auch das ein oder andere Krokodil entdecken, was Isn im ersten Moment als alten Autoreifen identifizierte.

    Tief beeindruckt und bewegt, machten wir uns nach der Tour und einem kurzen Plausch mit Susan auf den Weg, um unser Auto ‚Hank‘ abzugeben. Es stand nämlich eine weiteres Highlight an, das Treffen mit unserem persönlichen in New Orleans geborenen Tourguide Mike (mit Holzsonnenbrille), den wir dank Marias Schwester Annabell (we love you!) an unserer Seite begrüßen durften.

    Es folgte eine geschichtlich spannende und aufschlussreiche Tour durch die von Franzosen und Spaniern begründete Innenstadt, vorbei am Mississippi inkl. der ein oder anderen Getränkebegleitung.
    History meets Drinks - Mike war nun offizielles Mitglied unserer Reisegruppe. Nach 20.000 Schritten, einem Brass-Hochzeitsumzug (Fun fact: jeder Einwohner New Orleans hat immer ein weißes Stofftaschentuch dabei, um damit wedelnd jederzeit am Straßenrand einem dieser Umzüge beiwohnen zu können), einem Daiquiri, einem Absinth, einem Perückenshop, einem Mojito, einigen Haunted Houses und einem Frozen Irish Coffee, machten wir Stop bei einem absoluten Highlight: dem Pat O‘Brian Pub, der für seinen Hurricane (in diesem Falle der Drink, nicht die Naturkatastrophe) und seine Piano-Battles bekannt war. An diesem Abend in Form eines Duos, das sich mit Bravur an Elton John versuchte - wer uns drei ein wenig kennt, weiß, wer hier außer Rand und Band geriet. Nach einer kurzen kreolischen Stärkung in Form von Poboys und Gumbo setze uns Mike (er musste am nächsten Tag in der Kirche singen) an einem der angesagtesten Music Clubs, dem DBA, ab, wo wir in die wilde Welt der Brass Musik eintauchen sollten. Ein wahnsinniges Highlight jagt das nächste. Apropos Highlight - gegenüber des Clubs befand sich ein Nachtmarkt, auf dem wir Isabelle kurze Zeit verloren hatten, um sie dann mit 200$ weniger im Gepäck, aber dafür um eine Papier-Pferdejacke, einem Milly Vanilly Outfit und einem (sagen wir interessanten) Gemälde reicher wiederzufinden. Diese Errungenschaft feierten wir anschließend mit der 8-köpfigen Brassband, wonach nur noch Maria und Anna (dank Freund und Helfer Red Bull) Kraft hatten, um weiter zu ziehen. Es ereigneten sich in dieser Nacht auf der sagenumwobenen Bourbon Street (das Pendant zur Honky Tonk und Beale Street - ja, das muss es überall geben) nun folgende Ereignisse: vorbei an halbnackten mit Autos twerkenden Frauen, Menschen mit Schlangen (Anna weniger Panik, weil Absinth intus), einem Stopp in eine Bar namens ‚Dungeon‘ (der Name war Programm), in der Maria neue Freunde in Form der tanzenden Meute (3 Menschen außer Maria) und einer Leopardenstatue fand und Anna mit einer Frau kämpfte, die aus Müdigkeit ihren Kopf auf ihre Schulter ablegte, einer wilden Dirty Dancing ‚Havanna Nights‘ Party in einem Hinterhof ging es ins Tropical Island Bayou (Anna nervte seit Beginn der Reise damit) zu einem Drink Ritual namens ‚Shark Attack‘. Der durchführende Bartender, danach von uns nur noch Shark Boy genannt, ließ keine Wünsche offen. Alles Weitere bitte aus dem angehängten Video entnehmen.

    Dieses einschlägige Erlebnis hat dann auch Maria und Anna ins Bett bewegt, die von Isn mit einem ‚Hallo Leute, wie war‘s?‘ begrüßt wurden - die Antwort musste allerdings bis zum nächsten morgen warten, weil die Fragende und Befragten direkt (wieder) einschliefen.

    Danke New Orleans (fachkundig: NOLA), danke Susan, danke Mike (we love you!) und danke Shark Boy, dass ihr euch so in unser Herz gespielt habt!

    Breakfast: Lattes on Loyola
    Lunch: Pythian Market
    Dinner: NOLA Poboys
    Meet the locals: Susan, Mike (!), Shark Boy
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  • Day15

    Ready to Roll? - Off to New Orleans

    October 14 in the United States ⋅ ☀️ 28 °C

    Heute müssen wir früh aus den Federn, denn es steht uns die längste Autofahrt unserer gesamten Reise bevor. Von Memphis auf dem Blues Highway (61) ging es in Richtung Süden nach New Orleans mit Stops in Clarksdale, Leland, Vicksburg und Natchez.

    Wir verließen Memphis pünktlich um 8:30 Uhr bei strahlendem Sonnenschein und einem sehr guten Frühstück mit Avocado-Toast und Granola Bowl. (Wir brauchten Mal eine Pause von Bacon Marple Syrup Waffles und Fried Chicken.)

    Unser erster Halt war der Ground Zero Blues Club in Clarksdale, welcher u.a. Morgan Freeman gehört und einer der bekanntesten Blues Schuppen des Landes zu sein scheint. Als wir ankamen, waren wir zunächst etwas verunsichert und hatten ein bisschen Schiss überhaupt aus dem Auto auszusteigen, da die Umgebung mit herumliegenden, pöbelnden Einwohnern gesäumt war und auch das Gebäude selbst einen ziemlich heruntergekommenen Eindruck auf uns machte. Unsere Angst löste sich aber recht schnell auf, da wir von den Barbesitzern herzlich empfangen wurden und wir Bilder von innen machen durften - und das, obwohl er noch nicht geöffnet hatte.

    Eine Beyoncé-Konzertfolge später, rollten wir anschließend in Leland ein - dem Geburtsort von Kermit.
    Leider gab es neben dem kleinem Muppet-Museum, welches wir natürlich besucht haben, nicht viel „Schönes“ zu sehen. Im Gegenteil, der Highway und die Orte, die wir durchfahren haben, waren gesäumt mit Trailerparks und maroden Bretterbuden. Wir mussten sogar einen kurzen Stop im örtlichen Diner machen, um auf‘s Klo zu gehen. Das Restaurant (!) glich eher einer Garage, in der eine Lady auf ihrem Sofa vor dem Fernseher ihre Dollars zählte. Auch wenn es ziemlich schäbig war, wurden wir dennoch immer wieder herzlich empfangen und wir haben Limonade aufs Haus bekommen - Isn hatte sich getraut, sie zu trinken und lebt noch.

    Je weiter südlich es ging, desto tropischer und wärmer wurde es. Auch die Landschaft veränderte sich: Baumwollplantagen so weit das Auge reicht und der Mississippi Fluss mit seinen breiten Strom und Zuckerrohrfeldern hat uns so richtig von den Socken gehauen. In Vicksburg haben wir schließlich für Koffein (Coca Cola Museum) und „Däkary“ (Daiquiri Hub) angehalten. Irgendwie hat es Maria auch geschafft sich im Duckhunter Kaffeeladen ein Hologramm Sportoutfit zu kaufen. 🤔

    Ein absolutes Highlight war allerdings der Stop in Natchez. Über 1.000 Bauwerke sind hier im National Register of Historic Places gelistet, darunter mehrere Wohnhäuser aus dem späten 18. Jahrhundert. Die beeindruckenden Herrenhäuser schimmerten weiß durch die moosbewachsenen, mächtigen Eichenallen und ließen unser Fakeln im Sturm Herz höher schlagen. Auch, wenn es sehr beeindruckend war und sehr schön aussah, hinterließ es bei uns doch einen üblen Nachgeschmack, wenn man bedenkt, dass dies alles auf Sklavenarbeit und totaler Ausbeute beruhte. (Hier haben wir noch eine gesonderte Tour zur Whitney Plantage, am nächsten Tag geplant.)

    Am Flussufer des Mississippis hatten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang. Generell, fanden wir ein großartigen turbulenten Vibe in der Stadt vor, da mit dem Balloon Festival mal wieder keine Kosten und Mühen gescheut wurden uns musikalisch und Feuerwerksmäßig zu unterhalten.

    Leider hatten wir beim Abendessen nicht so viel Glück. Wir hatten scheinbar alle eine kleine Unterzuckerung 🤔 und mussten von Schwindel geplagt ziemlich schnell eine Restaurantauswahl treffen. Uns düngte es nach Pasta, also fiel die Wahl auf den authentischen Italiner der Stadt - allerdings wurde es eine der schlimmsten Dosen Ravioli und Alfredo Soßen Erfahrungen der Reise. Immerhin waren alle wieder super nett und das nahe gelegene Kürbis 🎃 Gartenmotiv entschädigte.

    Nach dem Abendessen hieß es nochmal 2:30 h Durchhalten. Nach ein paar philosophischen Fragegesprächen und einer Podcast-Folge Tokio-Hotel sahen wir New Orleans um Mittenracht vor uns liegen. Mit Mondschein-Glitzer sind wir schließlich das pulsierende Nachtleben eingefahren.

    ———
    Meet the Locals:
    - den Limoverkaufenden Bill im schäbigen Diners
    - Kermits, größter Fan: die grünhaarige, mittellose, bald Manga-Tattoo-tragende Museumsangestellte
    - Entenjäger und Barrista Joe

    Frühstück: Hustle & Dough
    Dinner: Pearl Street Pasta
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  • Day14

    Memphis, die Stadt der Kings (GB Maria)

    October 13 in the United States ⋅ ☀️ 22 °C

    Oh Memphis du hast wirklich mehr Könige, als das englische Königshaus die letzten 100 Jahre vorweisen konnte. 😉 Elvis, den King of Rock, Martin Luther King oder B.B. King - alle haben ihre Geschichte in Memphis. Und genau auf den Spuren dieser Geschichten sind wir heute gewandert.

    Aber erstmal starten wir gemütlich in diesen sonnigen wolkenlosen Tag. Mit einem Venti-Latte und Hipster Avocado-Toast am Pool. So lässt sich das Leben doch 1A genießen. Natürlich haben wir Alman-mäßig was zu meckern: Der Pool ist zu heiß und dient nicht zur Abkühlung 😎

    Pünktlich 12:00 Uhr macht sich Anna zur Old Dominick Distillery auf und wir (Isn und ich) nehmen den weiten Weg (auf die andere Straßenseite) auf uns, um das Civil Rights Museum zu besuchen. Jetzt folgen zwei Erlebnisberichte, die zur selben Zeit, aber unabhängig voneinander passiert sind:
    1. Anna machte ein spannendes Whiskey- und Spirituosen-Tasting, durfte ihre Händchen mal in den Fermentations-Topf halten (wie hygienisch das ist, lass ich mal im Raum stehen) und lernte einen waschechten Cop kennen. Der Cop 👮‍♀️ aus Mississippi, der auch Gitarrist war (hier ist einfach jeder Musiker), zeigte Anna nach dem Tasting noch ein paar Parkplätze mit Einschusslöchern in den Wänden und erzählt ihr, dass Memphis ein gefährliches Pflaster ist und zur gefährlichsten Stadt in den USA gehört. Während Anna beeindruckt den Geschichten des Cops lauschte, sind wir in die Geschichte der amerikanischen Sklaverei und Unterdrückung versunken….

    2. Was viele nämlich nicht wissen: Martin Luther King wurde in Memphis im Lorraine Motel auf dem Balkon erschossen. Dieses traurige Ereignis spielte sich nur wenige Meter von unserer Unterkunft ca. 55 Jahre vor unserem Besuch ab. Das Motel wurde umgebaut und ist jetzt das Civil Rights Museum, welches schon von Kendrick Lamar, Obama und dem aktuellen Präsidenten Biden besucht wurde. Isn und ich planten eine Stunde im Museum und es wurden drei daraus. Beinahe hätten wir die eigentliche Ausstellung verpasst, weil wir den Film nach dem Ausstellungsraum überspringen wollten. Jedoch fängt nach dem Film das eigentlich Museum an, indem sich die Leinwand zur Seite schiebt. Na ein Glück konnten wir uns doch noch von der Museums Lady zum Film überreden lassen. 😅

    Das Museum war wahnsinnig aufschlussreich, gut gemacht und vor allem bewegend. Es hat definitiv angeregt, sich mehr mit der amerikanischen Black Movement auseinanderzusetzen. Am Ende fanden wir uns im Motelzimmer von Martin Luther King wieder, in dem er sich noch Minuten vor seinem Tod aufhielt.

    Nach dem Besuch folgten viele Uber-Fahrten durch die Stadt: zur Harahan Brücke, die über den Mississippi von Tennessee nach Arkansas führt, zu den berühmten Sun-Studios in denen Elvis und Johnny Cash ihre berühmten Songs aufgenommen haben und zum Lafayette’s Music Room auf dessen Bühne schon Weltstars wie Kiss oder Billy Joel aufgetreten sind.

    Nachdem uns die Cover-Lagerfeuer-Band im Lafayette so langsam auf die Nerven ging, fuhren wir ein letztes Mal auf die bunte Beale Street. Im Blues City General Store verzauberte uns Earl the Pearl Banks (was für ein Name). Earl ist wahrscheinlich 110 Jahre alt und spielt mindestens genauso lang Gitarre und schmettert Blues Hits ins Mic. Eine absolute Legende, die unter die Haut geht. Ganz beflügelt vom Set des King of Beal, schielten wir noch einmal beim B.B. King rein, doch der Kid Rock Abklatsch überzeugte uns nicht so sehr und die Option auf eine nächtliche Whirlpool-Session hörte sich einfach nach einem perfekten Tages-Abschluss an. Sternenhimmel, Dosenbier und das Hot Bubble Bath machten diesen ereignisreichen Tag perfekt. Memphis du warst gut zu uns und deine Musik wird uns noch lange im Herzen bleiben.

    ——

    Meet the Locals:
    - Anna hat den Cop Carlton getroffen
    - Uber Fahrer 1,2,3,4,5
    - Earl the Pearl Banks

    Breakfast: Hustle & Dough
    Lunch: Nichts außer Whiskey für Anna und Geschichte für Isn und Maria
    Dinner: Tacos im Slider Inn
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    Traveler

    Wir warten auf einen ebenso tollen Bericht wie die vorigen hab gerade alles Oma Karin und Opa Klaus vorgelesen

    10/15/22Reply
     
  • Day13

    Walking in Memphis (Gastbreitrag Maria)

    October 12 in the United States ⋅ 🌧 24 °C

    Mit dem ersten Augenaufschlag kam auch schon die Wehmut: wir verlassen heute die Musik- und Country-Metropole Nashville - eine Stadt, die uns so viel geboten, absolut entertained und auch ein bisschen verwirrt hat. Doch bevor es “on the road” ging, suchten wir mal wieder eine von den Amerikanern so geliebte Systemgastronomie auf, um uns auf das anschließende Whiskey-Tasting vorzubereiten. Gehyped und gut gezuckert (oder vielleicht gehyped weil mal wieder zu gut gezuckert) ging es in die Nelsons Green Brier Distellery.

    Eine geschichtsträchtige Distillery, in der Tennessee Whiskey erfunden wurde und nun von uns (Anna/Maria) genüsslich durchprobiert wird. Whiskey zum Mittag ist schließlich immer eine gute Idee, das wussten auch schon die Gründerväter des Landes. Mit einem kleinen Schwips ging es nun endlich in die Stadt des Blues und Rock’n’Rolls: Memphis.

    Doch auf dem Weg haben wir einen kleinen Vorgeschmack auf das unberechenbare Südstaaten Wetter bekommen. Gewitter, Sturm und Platzregen machten das Weiterfahren unmöglich. Mit Warnblinker und einer Sichtweite von nicht mal einem Meter ging es notgedrungen auf einen Rastplatz. Nach einer Stunde Pause und drei Tacos im Magen (natürlich vom Franchise Taco Place) ging es wieder gut gelaunt und mit Magenkrämpfen (manch eine hat das mit den Tacos nicht so gut vertragen) auf den Highway 40.

    In Memphis staunten wir dann nicht schlecht über unsere Unterkunft, die uns einen Whirlpool und Pool bot. Endlich werden unsere unerfüllten Träume, die uns seit der Norwegen-Reise begleiten, erfüllt ❤️ Nach einem Bubble-Bath, ging es zum Essen in eine… na klar… Distillery. Weil Whiskey am Abend ist schließlichen eine hervorragende Idee, das wussten schon die Gründerväter des Landes. Nach einem sehr guten Dinner und zwei-drei Austern ging es mit bester Laune auf die berühmte Beale Street. It’s all about the Blues! Wir waren hungrig auf Livemusik und sollten auf der Beale Street gesättigt werden.

    Anfang des 20. Jahrhunderts war die Beale Street ein Vergnügungszentrum mit Spielhöllen, Saloons, Prostitution und Kriminalität. Das zog die besten Blues, Jazz und Rock’n’Roll Musiker an und so waren unter anderem Louis Armstrong, Johnny Cash, Elvis oder B.B. King auf den Bühnen der Straße zu Gast. Und eigentlich ist die Straße noch heute so, nur mit mehr Neon-Signs sowie bunten Drinks und ein paar verlorenen Seelen.

    B.B. King ist eine der berühmtesten Blues Bars auf der Beale, die uns direkt in ihren Bann zog. Die Band Diversity heizte den Laden mit Blues und Soul Covern ein. Das Prinzip ist simple, für 20 Dollar spielen sie alles was du willst. Leider schrumpft da der künstlerische Anspruch, aber es steigert unsere Laune.

    Im Laden selbst spielten sich wirklich wahnwitzige Szenen ab: Auf der Tanzfläche eine Expatgruppe, die sich kaum noch auf den Füßen halten konnte und wie vom Teufel besessen tanzte. Am anderen Ecke der Tanzfläche war ein Rock’n’Roll Paar, die den Tanzstil durchaus beherrschten und in ihrer Euphorie spontan eine dritte Person in ihren Liebeskreis aufnahmen und von der Bar schrie ein sichtbar operiertes und aufgebrachtes Whoo-Girl die Band an, weil diese trotz der 20 bezahlten Dollar nicht ihren gewünschten Song spielten.
    Diese Frau (nennen wir sie Tiffany) und ihr kleinerer Geliebter (nennen wir in Derek aus Kanada) sollten schon im nächsten Laden unsere neuen Freunde werden. Denn nachdem Diversity endgültig von dem Treiben auf der Tanzfläche genug hatte, beendeten sie ihre Show und wir suchten eine neue Bar mit guter Livemusik auf. Sind wir ehrlich, es war nur noch ein Laden offen und dort pilgerten wir nun alle hin. Tiffany und Derek setzten sich zu uns, kauften uns Bier und schrien uns ihr Arsenal an Deutschen Wörtern entgegen, die sie irgendwann mal gelernt hatten. Wir nickten brav, lachten aus Anstand, haben noch mal das Tanzbein geschwungen und suchten dann das Weite. Auf dem Rückweg sahen wir von Weitem noch wie Tiffany kopfüber in einem Polizei-Auto hing (was sie da machte, weiß wirklich niemand), Mike stand daneben und schrie noch irgendwas auf gebrochenem Deutsch über die Straße. Memphis hat uns hervorragend begrüßt und wir freuen uns auf den nächsten sonnigen Tag in Tennessee.

    Breakfast: Biscuit Love Gluch
    Lunch: Whiskey & Chipotle
    Dinner: Grey Canary (Old Dominick Distillery)

    Meet the Locals: Tiffany & Derek
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  • Day12

    American Post Legion 82

    October 11 in the United States ⋅ ☀️ 25 °C

    Es war keine Überraschung, dass der Tag erst gegen Mittag startete. Es ging uns erstaunlich gut, was mit Blick auf die letzte Nacht gleichzeitig auch etwas Sorge bereitete.

    Naja, erstmal was essen! So sind wir zum Pinewood Social gegangen - ein sehr stylisches, fabrikartiges Café, in dem es sogar eine Bowling Bahn gab. Hier haben wir uns mit Pepsi, Humus Bowl und Mac‘n‘Cheese gestärkt.

    Leider mussten wir feststellen, dass es uns Kreislaufmäßig doch noch nicht so gut geht - die mittlerweile 27 Grad taten ihr Übriges. Ein Powernap im Hotel schaffte Abhilfe.

    Gut gestärkt und wieder bei 💯 angekommen, liefen wir 27 min. quer durch Nashvilles „interessante“ Vororte zum Attaboy, einer sehr schönen Speakeasy Bar. Hier haben wir einen auf unsere Vorlieben abgestimmten Cocktail geshaked bekommen.

    Nach einem kleinen Spaziergang durch Historic Edgefield sind wir in eines der leckersten Restaurants unserer ganzen Reise eingekehrt: Butcher & Bee! Das Essen war nicht nur ein Highlight, nein, auch der Tipp, die American Post Legion 82 zu besuchen, setzte dem ganzen Aufenthalt die Krone auf.

    Bevor wir da hin sind, haben wir uns aber noch ein Konzert der renommierten Country Sänger Steve Williams, Wil Nance & Brian White im Listening Room Café angeschaut.

    Danach ging es schließlich ins American Legion Post 82, ein etwas außerhalb gelegenes ehemaliges Kriegs-Veteranen Haus, das mittlerweile als dörfliches Kulturhaus, Tanzlokal und Cowboy-Bar dient. Man hatte sich entschieden das Inventar seit 1975 nicht zu verändern. Im Tanzsaal spielte vor einer glitzernden 15 Quadratmeter großen Amerika Flagge eine Country Band. Dazu schwang ein wahrhaftig bunter Mix an Southern Folklore Leuten zu Songs aus längst vergangen Tagen ihre mit Cowboy Boots geschmückten Beine. Elvis war ebenfalls mit von der Partie und draußen verkaufte eine Hippie Lady volltrunken ihre Klamotten aus den 70ern. Es wirkte alles in allem wie eine Abschlussszene aus einem Quentin Tarantino Film.

    Leider waren wir etwas spät dran, aber immerhin reichte es noch für 1 Bier und zwei Abschlusstänze. Maria hatte sich sogar noch ein Nashville Mitbringsel, eine Glitzer-Jersey-Hose, bei der Hippie Lady gekauft.

    Leicht verwirrt über das eben Gesehene, schlummerten wir schließlich seelig und ruhig ein.

    ———

    Meet the locals:
    - Rob und seine in Deutschland Studierende Freundin am Nachbartisch im Butcher & Bee, die uns u.a. den Tipp zum American Legion Post 82 gegeben haben
    - Attaboy Bartender, der uns ganz tolle Drinks gemixt hat, aber eher an einen Ex-Soldaten erinnerte
    - brüllender Obdachlose in der Nähe der Attaboy Bar
    - Old Country Joe, der Isn erfolglos zum Tanz aufgefordert hat

    Brunch: Pinewood Social Café
    Dinner: Bucher and Bee
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  • Day11

    Honky Tonk in Nashville

    October 10 in the United States ⋅ ☀️ 23 °C

    Wir lassen Knoxville hinter uns und jetzt gibt es nur noch ein Ziel: Nashville!

    Nach einer kurzen Rundfahrt durch die Reste des Smokey Mountain Nationalparks, sind wir gegen Mittag in dem „hometown of country music and the birthplace of bluegrass“ angekommen.

    Wie kann man sich am besten auf diese Stadt vorbereiten? Richtig, mit einer Line Dance Stunde! Zu Shania Twain und Ole Country Banjo Beats haben wir die Stiefel (und FlipFlops) klackern lassen. Anscheinend haben wir so eine gute Figur gemacht, dass es 4 Ladys aus Florida bewegt hat uns anzusprechen und den längsten Fantastic Smalltalk der Reise zu führen.

    Nach einer Stunde auspowern haben wir uns den Klängen der Country Bands in einer der vielen Roof Top Bars auf der Honky Tonk Road hingegeben.

    Dies sollte uns schon einen Vorgeschmack auf den kommenden Abend geben:

    Nach einer kurzen Auffrischung im Hotel sind wir zunächst in die Bourbon Street Blues and Boogie Bar - eine waschechte Blues Bar wie man sie aus alten Filmen kennt. In der ersten Reihe sitzend, haben wir mit Jacky Lemons in der Hand den Jams der wahnsinnig coolen Bands gelauscht. Leider hat die Bar gegen 23 Uhr dicht gemacht und wir mussten in die gegenüberliegende Karaoke Bar flüchten. 2 Jacky Lemons später, verabschiedeten wir uns von den Laien-Sänger:innen und sind wieder zurück auf die Honky Tonk. Von dort an können wir den Abend nur noch bruchstückhaft rekonstruieren. In der ersten Tanz-Bar gab es einen wilden Geigenspieler, der von einer noch wilderen Sängerin begleitet wurde. Das Publikum hat gejodelt und gegrölt - so ging es mehr oder weniger in den anderen Lokalen weiter…
    Das Ende der Nacht wurde von Annas Shot Runde Fireball ☄️und einer Einladung zum Skifahren mit Manuel aus New York eingeläutet - letzteres haben wir dankend abgelehnt.

    What a night!

    Breakfast: Honeymoon Cafe
    Lunch: Burger King und Popeye
    Dinner: Fine Dining in The Etch (Nashville)
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    Traveler

    Expert mode 👌🏻😀

    10/15/22Reply
     
  • Day10

    Back on the road - Great Smoky Mountains

    October 9 in the United States ⋅ ☀️ 18 °C

    Mit einer guten Nacht Schlaf, konnten wir uns von den Strapazen am Vortag ein wenig erholen.

    Nachdem uns am Hertz Counter gesagt wurde, dass unser gesamter Mietvertrag aufgehoben wurde und wir vermutlich kein Auto nach New Orleans mehr bekämen, haben wir bei Avis noch eine Reservierung für einen ähnlichen Preis buchen können.

    So sind wir am Morgen 2 Stunden nach Asheville zurückgefahren mit der Mission das 1-Tages-Auto zurückzubringen und auch ein neues Auto von Avis zu bekommen.

    Es kam jedoch etwas anders: Evil Shannon vom Vortag hatte glücklicherweise keinen Dienst mehr und nun war die Hertz Managerin, die an eine ehemalige Sowjet-Kampfsportlerin aus den 80ern erinnerte, am Start. Sie konnte uns binnen 20 min ein neues Auto auf den alten Vertrag buchen. Wir haben sie geliebt, was Isa ihr mit den Worten „Thank you, I love you“ beim Abschied mitgeteilt hatte und dies bei ihr ein leichtes Lächeln hervorzauberte. Bei Avis am Schalter daneben herrschte völliges Chaos, weil sie die Autos überbucht hatten und nun dankbar waren, dass wir die Reservierung nicht mehr in Anspruch nehmen wollten.

    So konnten wir mit einer 1 Stunde Verspätung und neuem Sportwagen (Hyundai Elantra) unsere eigentliche Route fortsetzen.

    Auf den Schrecken der letzten Tage sind wir erstmal zu einer Weingarage gefahren und haben ein kleines Tasting gemacht. Wir wussten nicht, dass Sonntags auch immer Roberts Random Quiz Game Afternoon stattfindet und so haben wir kurzerhand das Team Tripple A gegründet und Anna dabei angefeuert, wie sie mit einem Besen einen Luftballon durch Stuhlbeine schießt. Trotz vollem Körper- und Kopfeinsatz sind wir nur letzter Platz geworden.

    Dem Sonnenuntergang entgegen, sind wir dann durch die Great Smokey Monutains gefahren und haben an verschiedenen Lookouts Halt gemacht. Es war einfach traumhaft schön die Berge im Nebel und goldenen Farben zu erleben.

    Am Abend ging es schließlich wieder zurück nach Knoxville vorbei an Dolly Partons Heimatort „Pigeon Forge“. Das Städtchen ist vollgepackt mit Bling Bling und Freizeitparks - eine Art Las Vegas im Wald. Einen Halt am Dollywood Themenpark hat Maria aber nicht zu gelassen, sodass wir uns mit Dolly’s Joleeeeeeen Geträller im Auto zufrieden geben mussten.

    Ende Gut alles gut! Next stop: Nashville, Baby!

    Breakfast: Honeybee Coffee in Knoxville
    Lunch: Lobster Roll und Veggie Platte in der Plēb Urban Winery
    Dinner: Rigatoni Nudeln und Muscheln in Oliver Royale in Knoxville
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  • Day9

    Blue Ridge Park Highway nach Knoxville

    October 8 in the United States ⋅ ☀️ 18 °C

    Bunt sind schon die Wälder…lalalaaaa 🍁🍂🎶

    Der heutige Tag war bunt und ereignisreich! Das wussten wir aber noch nicht, als wir sehr verkartert aus Boone losgefahren sind.

    Maria und Anna waren vom Vorabend noch nicht bei 100%, deshalb haben wir in einem echten Diners erstmal 8000 Kalorien zu uns genommen. Neben Elvis sitzend haben wir uns mit Milchshake, Philadelphia Roll, Tripple Cheese Sandwich und Pancakes mit Bacon Marple Sirup eingedeckt.

    Danach ging es wieder zurück auf den Blue Ridge Park Highway - mit seinen bunten Wäldern, traumhaften Seen und Wasserfällen. Absolutes Highlight war der super duper große Schwarzbär, den wir am Straßenrand gespottet haben.

    Da es leider schon wieder dunkel wurde und wir wegen der Party erst spät auf den Straßen waren, mussten wir die letzten 2h bis Knoxville auf den Interstate Highway fahren.

    Wir hatten eben noch die Abendplannung besprochen, da platzte beim LKW vor uns während der Fahrt ein Reifen. Es gab einen lauten Knall und der Reifen flog auf unsere Fahrbahn - für uns zu spät, um auszuweichen. So sind wir volle Kanne über den riesigen Reifen gefahren und es hat uns die komplette untere Stoßstange und Reifenmontur weggerissen. Wir konnten uns noch auf den Seitenstreifen retten, Gottseidank ist uns nichts passiert.

    Allerdings folgte danach eine Odyssee mit Polizei, Hertz Kundenservices, Tripple A Abschleppdienst und Zwischenstopp am Asheville Airport, wo uns eigentlich ein anderes Auto versprochen wurde.

    Am Airport hatten wir nach langen Diskussionen mit der äußerst unfreundlichen Shannon vom Hertz Counter nur ein 1-Tages Auto bekommen, welches wir am nächsten Tag wieder zurückbringen sollten. Völlig übermüdet und fertig sind wir nachts noch 2 Stunden nach Knoxville gefahren, in der Hoffnung am nächsten Tag eine Lösung für unser Autoproblem zu finden…let’s see…

    … to be continued!
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    Traveler

    Ein Glück Ihr lebt

    10/12/22Reply
     
  • Day8

    Blue Ridge Park Highway nach Boone

    October 7 in the United States ⋅ ☀️ 19 °C

    Nach einem reichhaltigen Frühstück lassen wir Culpeper hinter uns und machen uns auf zum Blue Ridge Park Highway.

    Die insgesamt 755 Kilometer lange und landschaftlich abwechslungsreiche Panoramastraße verbindet die Nationalparks Great Smoky Mountains (in Tennessee und North Carolina) und Shenandoah (in Virginia). Sie führt durch malerische Berglandschaften, vorbei an rauschenden Bächen und Wasserfällen und feuerrotes Laub.

    Wir hatten unseren ersten Stop am Humpback Rocks. Hier sind wir zu einem wunderschönen Lookout gelaufen und hatten einen phänomenalen Blick über die Bergkette. Bis nach Boone, unsere Endstation für den Tag, haben wir immer wieder an niedlichen Orten (u.a. mit See) gestoppt.

    Den Abend haben wir in der Brauerei Boonshine und im Boone Saloon verbracht, mit Bier-Tasting, Gin Fizz und einer Runde Billiard. Anna und Maria haben ordentlich gebechert und sogar Kontakt zu den Locals (z.B. Brian - von Maria Brain genannt) geknüpft. Deren Einladung mit ihren Müttern zu Frühstücken, haben wir aber dankend abgelehnt.

    Breakfast: Avocado Toast im Ravens Nest
    Lunch: Chips
    Dinner: Tacobell (the worst)
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  • Day7

    Culpeper & Shenandoah National Park

    October 6 in the United States ⋅ ⛅ 19 °C

    „Hit the road!“ - Es ist soweit, wir haben die Stadt erstmal hinter uns gelassen und fahren ins Dixieland! Der Slang, die Freundlichkeit und der Zuckergehalt nehmen zu und wir haben mit unserem AirBnB in Culpeper eine richtige Perle gefunden. Zwar dachten wir zunächst, dass wir ermordet werden, da im sehr niedlich eingerichtete Häuschen überall Licht brannte und Klassikmusik aus Alexa spielte - jedoch niemand da war, der uns begrüßte.
    Wir fanden später heraus, dass man uns den Self-Check-In gemütlich gestalten wollte.

    Nach einer guten Nacht Schlaf sind wir im ansässigen Diner mit einem 1$ Kaffee, Creme Cheese Bagel und Marple Syrup Pancakes in den Tag gestartet. Culpeper ist richtig niedlich und erfüllt alle Klischees, die man sich für so ein Örtchen vorstellt : Blinkendes Kleinstadt-Kino, 3 bis 4 Saloonartige Restaurants mit bunten Drinks und Jukebox Karaoke, dicke Autos und Vorstadt Walmarts, wo man Ibuprofen in 1kg Fässern und Drogentests für zu Hause kaufen kann. Auch wenn alles immer „over the top“ ist, so sind wir jedes Mal völlig hin und weg über die Freundlichkeit, Neugierde, Begeisterungsfähigkeit und Hilfsbereitschaft der Leute.

    Den Tag haben wir im Shenandoah-Nationalpark verbracht. 30$ Eintritt und man kann fast überall mit dem Auto hinfahren. Die Visitor Center gleichen kleinen Event-Museen mit Infos zur Geschichte des Parks und Pfadfinder Vereidigungen, denen wir beiwohnen durften. Wir haben aber auch zwei kleine Wanderungen zu den Dark Hollow Falls und dem Hogback Overlook gemacht - von der spektakulären Landschaft wollen wir gar nicht erst sprechen.

    Anschließend sind wir zur Early Mountain Vinery gefahren und haben uns einen hinter die Binde gekippt. Der Wein war gut, aber auch nicht so gut, dass wir ne Flasche gekauft haben. Was aber richtig gerockt hat, war das Ambiente und der goldene Sonnenuntergang, der sich über das Weinfeld (nicht Berg!) ausgebreitet hatte.

    Den Abend haben wir nach einer kurzen OKF durch den Superstore-Vorort Culpepers im Flavors Bain verbracht. Dort gab es für uns u.a. Trüffel Kartoffel-Dumplings und bunte Cocktails mit dem Namen Holly Dolly. Der Koch hatte hier mit seinem Vaperizer an extra Flavor nicht gespart.

    All in all - What a Day! Unsere Vorstellungen und Erwartungen wurden übertroffen.
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