• Imperiale Zitadelle

    March 10, 2020 in Vietnam ⋅ ☀️ 29 °C

    Zuerst besuche ich heute Morgen die Zitadelle von Hue. Sie war die frühere Residenz der Kaiser der vietnamesischen Nguyen-Dynastie in der damaligen Hauptstadt. Die Zitadelle enthält einen Kaiserpalast nach dem Vorbild der Verbotenen Stadt in Peking und ist heute Unesco-Weltkulturerbe, welcher von Gia Long, Gründer der Nguyen-Dynastie, ab 1804 erbaut worden ist. Allerdings ist diese hier, im Gegensatz zum Vorbild der Ming-Dynastie, nicht genau nach Süden ausgerichtet. Die Anlage befindet sich hinter einer über 20m dicken und ca. 6m hohen Mauer. Diese ca. 10km lange Mauer ist von tausenden von Arbeitern in sehr kurzer Zeit erstellt worden. Zu Verteidigung stehen Kanonen bereit. Auf dem freien Platz hinter der Mauer stehen sich je fünf Kanonen gegenüber. Diese haben jedoch lediglich symbolischen Charakter und stehen für die fünf Elemente im Buddhismus; Feuer, Erde, Metall, Wasser und Holz.
    Symbolik hat hier sowieso einen grossen Stellenwert. Allgegenwärtig ist das Zeichen für Glück, Reichtum und ein langes Leben: Quadrat (Erde), Kreis (Himmel), Rechtecke = chinesisches Schriftzeichen (langes Leben) und Fledermaus (Glück). Auch Drachen und Einhörner für den König und Phönix und Schildkröte für die Königin sind hüben und drüben auf irgend eine Art und Weise eingearbeitet.
    Heute sind leider nur noch wenige Gebäude vorhanden. Einerseits hat die Bausubstanz unter Termiten und Zyklonen gelitten und andererseits zerstörten amerikanische Streitkräfte einen beträchtlichen Teil der Anlage während der Tet-Offensive bei der Schlacht um Hue. Am 24. Februar 1968, dem Kriegsende, war die alte Kaiserstadt mit Ausnahme der Tempel Thai Hoa, Can Thanh, The Mieu und Hien Lam Cac vollständig zerstört.
    Dem heutigen Wiederaufbau fehlen eigentlich nur noch die finanziellen Mittel. Dank der Kolonialmacht Frankreich sind nämlich detaillierte Pläne der Anlage vorhanden.
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