Frederike Thun

Joined August 2016Living in: Deutschland
  • Day352

    Ein letztes Abenteuer

    August 31, 2017 in Canada

    Ich habe dann wohl oder übel langsam anfangen müssen, mich auf das Ende meiner Zeit hier vorzubereiten, vieles habe ich aber auf die letzte Woche verschoben. Kleiner Fehler, denn wie so oft hat Colin es mal wieder geschafft, meine Pläne auf den Kopf zu stellen.
    Am Montagmorgen meiner letzten Woche hat er mir nämlich eröffnet, dass er für einige Tage in Cornwall zum Segeln sei und mich dazu überredet, in den nächsten Zug zu steigen und ebenfalls nach Cornwall zu kommen. Das hieß zwar, dass ich noch am selben Abend all meine Sachen packen musste, meinem Chef erzählen, dass ich leider doch nicht noch ein paar Extraschichten einlegen kann, für die ich eigentlich schon zugesagt hatte, und ein Zugticket zu kaufen. Aber hey, was tut man nicht alles für etwas mehr Zeit mit der Person, die man liebt?
    Jedenfalls hat mich Colin dann am Dienstagnachmittag vom Zug abgeholt und ich habe den Vater einer seiner Freunde kennengelernt, Joe, dem das Boot gehört. Der Plan war, am Mittwoch in See zu stechen, um Freitag spätestens in Montreal zu sein, jedoch gab es ein paar Komplikationen und wir mussten im Hafen bleiben. Immerhin sind wir hin und wieder ein kleines Stück ins Wasser hinausgefahren, das Wetter war die meiste Zeit fantastisch, Colin war endlich mal nicht nur unterwegs sondern hat tatsächlich die Ruhe finden können, ein Buch zu lesen und wir haben einfach das Beste aus unseren letzten Tagen zusammen gemacht.
    Am Freitagmorgen hat Joe uns beide dann zurück zum Bahnhof gefahren, es ging zurück nach Toronto, wo wir uns noch mit Colins Vater zum Essen getroffen haben, und dann zum Flughafen. Den ganzen Tag hatte ich immer mal wieder mit Tränen zu kämpfen und als wir dann am Ziel angekommen sind und Abschied nehmen mussten, konnte ich sie einfach nicht mehr zurückhalten. Ich musste meine erste große Liebe zurücklassen, aber ich nehme so viele unglaubliche Erinnerungen mit. Ich werde unsere Zeit zusammen nie vergessen, all die schönen Momente, die wir geteilt haben, und ich hoffe wirklich, dass sich unsere Wege nochmal kreuzen, ich hoffe, dass es noch eine Fortsetzung unserer Geschichte gibt, eine Fortsetzung zurück in Kanada, dem Land, das nun meine zweite Heimat ist.
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  • Day340

    Das Leben geht weiter

    August 19, 2017 in Canada

    Nach meiner Rückkehr folgte eine der längsten Wochen während meiner Zeit hier. Colin war zu dieser Zeit nämlich noch in Calgary mit seinen Freunden unterwegs und ich musste mich dazu noch an meine neue Wohnung gewöhnen. Immerhin habe ich mir während dieser Zeit ein paar Malutensilien angeschafft, um endlich mal ein paar Bilder für mein Portfolio zu malen. Die nächsten Wochen waren dann recht ereignislos, ich habe mich für eine Probemitgliedschaft in einem Fitnesscenter angemeldet, Colin beim Renovieren einer der vermieteten Wohnungen seiner Familie geholfen und sonst außer der Arbeit nicht viel spannendes erlebt. Anfang August waren wir bei den Port Colborne Canal Days mit Colins Freunden, bei schönstem Wetter, haben uns ein paar Schiffe und noch viel mehr schicke Autos bei der Autoshow angesehen und ich habe einfach genossen, wie aufmerksam Colin war und wie sehr er meine Nähe gesucht hat (was sonst eher nicht der Fall ist, wenn wir unterwegs sind).
    Der große "Knall" kam dann am nächsten Tag. Das gefürchtete Gespräch über die Zukunft, bei dem Colin mir gesagt hat, dass eine Fernbeziehung für ihn nicht in Frage kommt, vorallem auch um mir die Chance zu geben, nichts zu verpassen, was die nächsten Jahre an der Uni für mich bereithalten. Später am Abend lagen wir uns einfach nur weinend in den Armen, und es war tatsächlich neben all der Traurigkeit erleichternd zu sehen, dass es ihm genauso schwer fällt wie mir, unsere Zukunft zusammen aufzugeben. Ich habe ihn noch nie zuvor weinen sehen.
    Die nächsten 1 1/2 Wochen hatten wir keinen Kontakt zueinander, bis ich ihn dann noch noch dazu überreden konnte, die letzten paar Tage mit mir zu verbringen und erst Abschied zu nehmen, wenn mein Abflug direkt vor der Tür steht, und wir somit noch ein paar nette Abende bei mir Zuhause hatten.
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  • Day301

    Calgary Stampede

    July 11, 2017 in Canada

    Am Dienstagmorgen ging es nach einem leckeren Crêpe-Frühstück in einem Café los zur Stampede, wo wir uns ein Rodeo angesehen haben. Es waren unglaublich viele Menschen mit Cowboyhüten unterwegs, auf der Stampede lässt man einfach seinem inneren Cowboy freien Lauf wie es scheint. Es wurden Pferde geritten, versucht Bullen zu zähmen, Kälber eingefangen...was man sich halt unter einem Rodeo so vorstellt. Es gab sogar einen Rodeo-Clown, der eine ziemlich unterhaltende Show abgeliefert hat. Immerhin wurde das Wetter im Laufe des Tages besser, am Morgen war es noch sehr regnerisch und so war auch der Reitplatz eine ziemliche Schlammpfütze. War aber wirklich sehr nett anzusehen, auch wenn einem die Tiere ziemlich leid getan haben und ich insgeheim froh war, wenn eines der Kälber dem Lasso entkommen konnte und nicht von einem Cowboy in den Schlamm geworfen und gefesselt wurde.
    Nach dem Rodeo sind wir noch ein wenig übers Festivalgelände gewandert, haben ein paar Ausstellungen über Farmwirtschaft angesehen und am frühen Abend ging es dann in den Weingarten, leider Gottes sind Colins Freunde dem Alkohol sehr zugeneigt, während ich nicht wirklich Lust hatte, großartig was zu trinken (und vor allem Geld für Alkohol auszugeben, der hier wirklich nicht billig ist) und mich deswegen auch sehr zurückgehalten habe. Kaum verwunderlich, dass ich mich mit steigendem Alkoholpegel der anderen immer unwohler gefühlt habe und mir eine kleine Auszeit von der Gruppe nehmen musste. Nach so vielen Tagen mit pausenlos Menschen um mich herum waren meine "sozialen Batterien" einfach leer und ich brauchte etwas Zeit für mich. Immerhin kam Colin nach einer Weile zu mir und hat mich ein wenig beruhigen können.
    Das nächste Ziel war dann ein Partyzelt, anfangs mit Livemusik, wo sich meine Laune dann doch spürbar wieder aufhellte, besonders dadurch, dass ein angetrunkener Colin doch ziemlich anhänglich ist, wir haben ziemlich lange zusammen getanzt und die anderen so ein bisschen ihr Ding machen lassen.
    Der anschließende Plan war dann zum Regal Beagle zu gehen, einer berühmt-berüchtigten Bar-Kette, die aber (sehr zu meiner Erleichterung) schon geschlossen war, wodurch wir "leider" schon zurück zu Davis' Haus gefahren sind und den Tag beendet haben.
    Am nächsten Morgen herrschte noch Totenstille im Haus als Colin und ich uns auf den Weg zum Flughafen gemacht haben, ich musste leider am Donnerstag schon wieder auf Arbeit sein und habe dadurch nicht viel von Calgary und den Rockies sehen können, aber allein der Trip war schon Erlebnis genug. Immerhin wurde ich auf dem Flug zurück nach Toronto verwöhnt, ich habe ein freies Upgrade zur Business-Class bekommen (war zwar sehr billige Business-Class, aber freies Essen und Trinken haben den sehr schmalen Fußraum dann doch wieder gutgemacht).
    Am Ende des Tages war ich einfach nur froh, wieder Zuhause zu sein, auch wenn der Weg vom Flughafen nach St. Catharines doch so ein paar Komplikationen hatte, ich habe meinen Greyhound-Bus verpasst und musste somit ein recht teures Shuttleticket kaufen, aber das war mir am Ende doch relativ egal, ich war ziemlich müde und angespannt, wie die nächsten Tage ohne Colin wohl werden würden, wo ich doch schon lange Zeit nicht mehr von ihm getrennt war.
    Der Calgary Roadtrip war wirklich ziemlich cool, ich hatte so doch noch die Gelegenheit, viele neue Eindrücke von diesem wunderschönen Land einzufangen und ein bisschen mehr über mich selbst zu lernen.
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  • Day300

    Calgary Roadtrip Day 4: Saskatoon

    July 10, 2017 in Canada

    Der Rest des Trips nach Saskatoon verlief recht ereignislos, ich durfte wieder fahren und es ist echt erstaunlich, wie schnurgerade die Highways in den Prairies oftmals sind, in der Dunkelheit konnte man die Scheinwerfer des nächsten Autos schon fünf Minuten bevor man tatsächlich aneinander vorbeifährt sehen, und die meiste Zeit war man einfach komplett allein.
    Wir hatten eigentlich geplant, in der Nähe von Saskatoon zu campen, allerdings zog ein Unwetter auf, die Tore zum Campingplatz waren schon geschlossen und wir waren kurz davor, kein Benzin mehr zu haben (wir hatten alle irgendwie verplant, wie selten hier doch Tankstellen zwischen den einzelnen Städten sind, zum Glück hatte Colin mitgedacht und einen Dieselkanister von Zuhause mitgebracht), daher haben wir uns auch in Saskatoon ein Hotelzimmer genommen, im schicken Delta Hotel, wirklich zu einem guten Preis. Ich war froh, endlich im Bett liegen und ein paar Minuten alleine mit Colin haben zu können, an diesem Tag ist mir Luis schon ein wenig auf die Nerven gegangen, er hat stundenlang mit Colin über sein Lieblingsthema Politik geredet und ich habe mich die meiste Zeit etwas ausgeschlossen gefühlt, von daher war ich ganz froh, Colin wenigstens für die Nacht ganz für mich zu haben.
    Der nächste Morgen begann wie alle anderen auch, wir haben unsere Sachen gepackt und uns dann einen Ort zum Frühstücken gesucht. Anschließend haben wir uns auf den Weg zum hiesigen Universitätscampus gemacht, da Luis unbedingt zur Museumsausstellung seines Lieblingspremierministers wollte. Immerhin war diese Ausstellung umsonst, so ganz langsam war ich die ganzen Museumsbesuche ein wenig leid. Ein weiteres musste ich aber noch über mich ergehen lassen, das Museum of Western Development, das sich auf die technischen Fortschritte in den Prairies konzentriert, von daher doch ganz interessant war.
    Saskatoon fand ich nun wirklich nicht so ansprechend, von daher war ich auch ganz froh, dass wir uns bald darauf auf den Weg auf die letzte Etappe gemacht haben, nach Alberta.
    Alberta hat viel mehr Weideland, weniger Getreidefelder als der Rest der Prairies, man sieht viel mehr Kühe und Pferde, da wird Alberta wirklich seinem Ruf als Land der Ranches gerecht. Hier fühlte ich mich nun wirklich sehr an Zuhause erinnert.
    Nach einem kurzen Abstecher nach Drumheller, wo noch heute viele Dinosaurierknochen ausgegraben werden, gelangten wir in die Badlands, einer beeindruckenden, durch Erosion geprägten Landschaft, die wir zum Glück noch vor Einbruch der Dunkelheit sehen konnten.
    Nicht viel später kamen wir dann in Calgary an, trafen auf Davis und Rachel und Davis' Familie, die uns eingeladen hatten, und waren bald darauf schon in den Betten, endlich hatten Colin und ich mal wieder ein Zimmer nur für uns und ich wurde nicht mehr von einem schnarchenden Luis vom Schlaf abgehalten.
    Nach vier Tagen, 3.500 Kilometern und dem Durchqueren von zwei Zeitzonen waren wir endlich an unserem Ziel angekommen.
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  • Day299

    Calgary Roadtrip Day 3: Winnipeg

    July 9, 2017 in Canada

    Mitten in der Nacht auf Sonntag haben wir Winnipeg erreicht und uns ein Hotelzimmer gesucht, da wir hier leider niemanden hatten, bei dem wir übernachten konnten. Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf die Suche nach einem Platz zum frühstücken, da aber die meisten Geschäfte noch geschlossen waren (oder wir einfach am falschen Ort gesucht haben), beschlossen wir, einfach später ein nettes Mittagessen zu genießen und davor das örtliche Eisenbahnmuseum zu besuchen (was Colin natürlich sehr gefreut hat). Anschließend ging es zum Museum of Human Rights, eines der architektonischen Wahrzeichen von Winnipeg, wir hatten aber nur Zeit für einen kleinen Teil der Ausstellung, hier muss man wirklich Zeit mitbringen, allgemein fanden wir alle das Museum aber nicht ganz so beeindruckend. Immerhin hat es eine Aussichtsplatform mit einem wirklich schönen Überblick über die Stadt. Auf dem Weg weiter gen Westen hielten wir noch kurz an Winnipegs Regierungsgebäude, bevor es so richtig in die kanadischen Prairies ging. Die drei zentral gelegenen Provinzen Alberta, Saskatchewan und Manitoba sind nämlich die Hauptlandwirtschaftsgebiete Kanadas, es gibt Felder soweit das Auge reicht, keine Berge die die Blickweite stören könnten, und dazu noch kaum große Städte (Winnipeg hat knapp 700.000 Einwohner, die zweitgrößte Stadt Manitobas, Brandon, nur knapp 50.000). Die Landschaft ist geprägt von leuchtend gelben Rapsfeldern, grünen Weiden, auf denen hin und wieder ein paar Kühe grasen, und Silotürmen. Fühlte sich also schon ziemlich wie Zuhause an.
    An einer Raststätte bei Minnedosa (nicht Minnesota, wohlgemerkt) hielten wir eine kleine Rast, und als wir bei dem kleinen See dort gesehen haben, wie einfach sich die schwimmenden kleinen Stege vom Ufer lösen lassen (sie waren nur mit einer Art "Anker", einem Metallstück an einer Kette, das man ans Ufer geworfen hat, befestigt), sind wir auf die glorreiche Idee gekommen, einen der Stege einfach mal zum Floß umzufunktionieren und eine kleine Bootsfahrt zu machen (die hat aber nicht lange gedauert, als wir gemerkt haben, dass Äste kein wirklicher Ersatz für Paddel sind).
    Am frühen Abend passierten wir die Grenze zu Saskatchewan, natürlich mussten wir aussteigen und ein kleines Fotoshooting am Willkommensschild machen, bevor wir uns weiter auf den Weg nach Saskatoon gemacht haben.
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  • Day298

    Am späten Freitagabend sind wir heil in Thunder Bay angekommen, wo wir bei Colins Cousine untergekommen sind. Wir hatten ein großartiges Frühstück bei Tina's Breakfast Restaurant (ich liebe Homefries, eine Mischung aus Bratkartoffeln und Pommes!) und sind dann zum Fort William Historical Park gefahren, einer Nachbildung eines der Pelzhandelszentren der North West Company, die später von der Hudsons Bay aufgekauft wurde, wo Darsteller einem viel über die Geschichte des Forts erzählen, was wirklich sehr interessant war (und die Tiere dort waren großartig!).
    Am späten Nachmittag trafen wir uns dann noch mit Colins Cousine und ihrem Freund zu einem kleinen Abendessen, bevor wir uns weiter auf den Weg nach Winnipeg gemacht haben. Auf dieser Strecke durfte ich dann auch endlich mal für längere Zeit ans Steuer, was natürlich gleich mit einem Speeding Ticket belohnt wurde, wobei ich wirklich viel langsamer und verantwortungsvoller gefahren bin als die Jungs, nur leider interessiert das die Polizei nicht. Wahrscheinlich bleibt das für mich aber ohne große Konsequenzen, so viel zu schnell war ich nicht und wer weiß, ob es die Punkte überhaupt bis nach Deutschland schaffen. Jedenfalls habe ich mich danach strikt an die Geschwindigkeitsbegrenzungen gehalten und uns sicher in die nächste Provinz, nach Manitoba, gebracht.
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  • Day297

    Am Abend des 6. Juli machten Colin und ich uns auf den Weg nach Calgary, zusammen mit Luis, den wir in Toronto abgeholt haben. Eine Freundin von Luis hatte uns zu sich nach Hause eingeladen, um die Calgary Stampede zu besuchen, das größte Rodeo Kanadas. Damit begann ein viertägiger Roadtrip, der wirklich eine bleibende Erinnerung war.
    Nach etwa vier Stunden Fahrt legten wir unsere erste Rast ein, einer von Luis' Freunden hat ein Cottage auf einer Insel am Rande vom Lake Huron, einem der drei "Great Lakes". Mitten in der Nacht hat besagter Freund uns mit einem kleinen Motorboot zu seiner Insel gebracht, wo wir dann relativ rasch den Tag beendet haben. Am nächsten Morgen wurden wir (nach einem netten Frühstück mit Peameal Bacon und Toast) ein wenig auf der Insel herumgeführt, auf der wohl sämtliche Familienmitglieder ein Cottage haben und dort im Sommer relaxen und gemütlich ein wenig Gras rauchen. Ich war ganz froh, dass wir uns schon gegen Mittag wieder auf den Weg gemacht haben, das war dann doch nicht so ganz meine Welt.
    Den Rest des Tages verbrachten wir dann auf der Straße, auf dem Weg nach Thunder Bay, unserem nächsten Ziel. Dafür mussten wir einmal halb um Lake Superior herum, dem größten der Great Lakes, man hatte wirklich das Gefühl, dass sich der See endlos erstreckt, weit und breit kein anderes Ufer in Sicht, das war wirklich beeindruckend. Dieser Teil war wohl panoramatechnisch der beste Abschnitt, es ging über kleine Berge, durch Wälder, immer mal wieder gab es Ausblicke auf den Lake, aber leider haben wir trotz der zahlreichen Elch-Warnschilder keines dieser typisch kanadischen Tiere gesehen (war vielleicht auch besser, das kann schon ziemlich schwere Folgen haben, wenn sich dir so ein Elch vors Auto stellt). Weit und breit waren kaum Autos unterwegs, der Handyempfang blieb auch öfters mal aus, das ist wirklich, was man sich unter dem kanadischen Outback vorstellt.
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  • Day295

    Die neue Wohnung

    July 5, 2017 in Canada

    In der kommenden Woche bin ich langsam in meine neue Wohnung eingezogen, ich wollte die Gastfreundlichkeit von Colins Eltern nicht überstrapazieren und außerdem näher an der Stadt sein, von daher habe ich ein Zimmer in einer kleinen Nachbarschaft vom örtlichen College gemietet, ein nettes kleines Kellerapartement, das ich nur mit einem Mitbewohner teile, mit dem ich ganz gut klarkomme. Nachdem wir am Montag den Großteil meiner Sachen dorthin gebracht haben und ich die nächsten Tage nur eine handvoll Klamotten bei Colin hatte, bin ich am Mittwochabend dann endgültig umgezogen, damit ich noch meine Taschen für den anstehenden Calgary-Roadtrip packen konnte. Die Wohnung ist relativ kalt und der obere Teil des Hauses wird als Ferienwohnung vermietet, von daher ist es manchmal ziemlich unruhig, aber es ist gut, einen Platz für mich allein zu haben, quasi wieder ein eigenes Leben aufzubauen, nachdem ich so lange Colins Leben gelebt habe. Mittlerweile habe ich mich auch daran gewöhnt, ohne ihn einzuschlafen und genieße es tatsächlich, nicht geweckt zu werden, wenn er aufstehen möchte.Read more

  • Day291

    Canada Day in Ottawa

    July 1, 2017 in Canada

    Tatsächlich bin ich doch noch dazu gekommen, den Canada Day und gleichzeitig auch Kanadas 150. Geburtstag mitzuerleben, eigentlich wollte ich um diese Zeit ja schon wieder Zuhause sein. Colin und ich haben uns am Freitagabend auf den Weg in die Landeshauptstadt, mein altes Zuhause, gemacht, um uns dort mit ein paar seiner Freunde zu treffen. Wir sind schön durch die USA gefahren um den Verkehr zu umgehen, an den Grenzen in Richtung Kanada staute es sich nur so, unzählige Menschen wollten übers Wochenende zurück in die Heimat. Wir haben glücklicherweise einen Übergang gefunden, den sonst wohl niemand zu kennen scheint, wir waren das einzige Auto nach Kanada hinein und kamen somit noch relativ früh in Ottawa an (was trotzdem schon so gegen 2 Uhr nachts war). Luis hat von der Partei, für die er arbeitet, ein Hotelzimmer zur Verfügung gestellt bekommen, was wir dann mit fünf Leuten geteilt haben, zum Glück haben Colin und ich das Bett bekommen (hat schon so seine Vorteile, wenn man als Pärchen antanzt). Nach etwa 4 Stunden halbwegs Schlaf (Luis schnarcht wirklich königlich) klingelte auch schon der Wecker, natürlich regnete es in Strömen, was Luis, Colin und mich aber nicht aufhielt, uns auf den Weg zum Parliament Hill zu machen, dem Hauptaustragungsort der Festivitäten. Wir kamen um etwa 9 Uhr an und die Schlange vor der Security war schon so lang, dass wir ne gute Stunde im Regen warten durften, bis wir endlich zum Parliament kamen. Uns war schon klar, dass wir Luis' Freunde wohl nicht mehr sehen würden, diese wollten noch ne Stunde länger schlafen und dann zu uns stoßen, sie hätten aber noch viel länger anstehen müssen, da sich das Wetter am frühen Nachmittag endlich besserte und wir die Regenponchos einstecken konnten. Auf dem Parliamentsgelände selbst stand eine riesige Bühne, auf der so einige Acts performten, ich habe Prime Minister Justin Trudeau live gesehen und ebenfalls den britischen Prinzen Charles und seine Frau Camilla, wir haben es sogar geschafft, uns bis nach ganz vorne an die Bühne heranzukämpfen. Nach ein paar Stunden packte uns aber dann der Hunger und da Colin und ich nicht zwei Stunden anstehen wollten, um zu dem einzigen Essensstand auf dem ganzen Gelände zu kommen, beschlossen wir, Parliament Hill zu verlassen, uns ein paar trockene Sachen anzuziehen und kurz im Hotelzimmer zu verweilen, bevor wir dann ein wenig durch die Stadt fuhren und einen von Colins alten Freunden getroffen haben, mit dem und dessen Freundin wir dann ganz in der Nähe von meinem alten Zimmer zu Abend gegessen haben. Ich hatte noch versucht, meine alten Mitbewohner zu treffen, hab aber leider nicht wirklich Kontakt zu ihnen aufbauen können. Am späten Abend folgten wir den Menschenmassen, die sich etwas außerhalb von Downtown am Fluss versammelten, um das große Feuerwerk zu sehen, welches auch wirklich nicht schlecht war, nur nach einiger Zeit etwas eintönig (es ging mehr als 20 Minuten). Danach landeten wir auf einem Parkplatz, um dem ganzen Verkehr zu entgehen, außerdem hatten wir keine Ahnung, wie wir zurück zum Hotel kommen sollten, alle Zufahrtswege waren wegen der Festlichkeiten abgesperrt und parken und dann zum Hotel laufen wäre auch schwierig geworden, außerdem gab es nur einen Schlüssel zum Hotelzimmer und der war in der Gruppe um Luis, der mit seinen Freunden in ein paar Bars unterwegs war. Darauf hatten wir nicht so wirklich große Lust und haben die Nacht dann einfach im Auto geschlafen, war sogar besser als die Nacht davor im Hotelzimmer, immerhin war es ruhig. Am relativ frühen Morgen haben wir dann unsere Sachen aus dem Zimmer geholt (wir mussten dafür einen aus dem Zimmer wecken, um 8 Uhr waren echt noch alle am Schlafen) und uns an den Rückweg gemacht, wieder durch die USA, diesmal bin ich aber den größten Teil gefahren, hat echt ziemlich viel Spaß gemacht.
    Am frühen Abend ging es dann noch zur Old Town, wo ein großes Konzert stattfand, wir haben leider keine Tickets mehr bekommen, aber dafür einen ziemlich guten Platz gefunden, wo man einen guten Blick über den Zaun auf die Bühne hatte. Als dann doch der kleine Hunger aufkam, machten wir uns auf den Weg zurück und stoppten bei einer kleinen Party von Bekannten von Colin, nach gutem, kostenlosen Essen aus einem Feuerwehr-Foodtruck und ein paar Gesprächen ging es dann zurück auf die Farm. Colin wollte eigentlich auf die Party zurück, hatte dann aber doch nicht mehr so die Motivation, als er sich erstmal auf dem Bett ausgestreckt hatte, die Tage mit wenig Schlaf zeigten doch so ihre Wirkung, und so beendeten wir das Wochenende doch relativ entspannt und früh, ein wirklich schönes Wochenende.
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  • Day272

    Wie die Zeit vergeht

    June 12, 2017 in Canada

    Zwei Monate ist es jetzt schon her, dass ich aus Halifax zurückgekommen bin und in dieser Zeit ist so einiges passiert. Ich habe so einige von Colins Freunden kennengelernt, einen großen Teil seiner Familie getroffen und ansonsten sehr viel Zeit mit Colin selbst verbracht, was oft in einem unerwarteten Abenteuer endete.
    Wenn wir mit seinen Freunden unterwegs waren, ging es oftmals auf einen „Rip“, eine Autofahrt ohne bestimmtes Ziel, nur mit einem Stopp bei Tim Hortons, begleitet von Country Musik. Dabei kann es auch schonmal passieren, dass man in eine unbemannte Baustelle geht, um ein paar Dinge „sicherer zu machen“, wie Pylonen umzustellen, damit keine unbefugten Menschen aus Versehen die Baustelle betreten.
    Ende April habe ich mir dann einen Job gesucht, da Colin die ganze Woche über arbeiten ist und es schon ziemlich langweilig geworden ist, nicht wirklich etwas zu tun zu haben. Mit ein paar Lebensläufen ausgestattet ging es in die „Old Town“, und noch am selben Nachmittag hatte ich einen Job in einer Bäckerei/Eisdiele dort, die wirklich dringend Personal brauchte, da ihre „beste Frau“ eine Operation vor sich hatte. Mir macht die Arbeit dort ziemlich viel Spaß, ich bin zwar oft 8 bis 9 Stunden auf den Beinen mit nur einer Pause, um sich mal hinzusetzen, aber meine Mitarbeiter sind alle super und der Großteil der Touristen auch sehr freundlich, und ab und an trifft man auch mal ein paar Deutsche, die immer sehr überrascht sind, wenn ich in Deutsch ihre Bestellung aufnehme.
    Mit diesem Job kann ich mir auch easy die Wochenenden freihalten, um Zeit mit Colin zu verbringen. Besonders die letzten Wochenenden hielten so einige Abenteuer bereit.
    Am letzten Maiwochenende haben wir uns nach Long Point zum Campen aufgemacht, einem Provinzpark direkt am Lake Erie, einer der größten Seen in Nordamerika. Auf dem Hinweg ist Colin dann auf die grandiose Idee gekommen, einfach mal ein paar Bahngleisen auf dem Gleisbett ins Nirgendwo zu folgen, was darin resultierte, dass wir nicht mehr rückwärts zum Anfang fahren konnten, weil wir sonst in den Graben direkt neben uns gerutscht wären, wir also weiter vorwärts mussten, dafür einen Baum nur mit einem Hammer und einem Meißel entwurzelt haben, nur um dann doch noch halb im Graben zu landen. Ein Glück hatten wir Fahrräder dabei, sind dann in das nächste Städtchen gefahren und haben gottseidank sehr hilfsbereite (und leicht angetrunkene) Menschen gefunden, die uns geholfen haben, den Wagen wieder auf die Straße zu bekommen. Die beiden Türen auf der Beifahrerseite sind nun zwar hin, der Auspuff hat diese Aktion auch nicht überlebt, aber der Wagen fährt noch wie ne 1. Nach diesem 8-stündigen Umweg ging es dann endlich weiter, wir kamen immerhin noch vor Mitternacht am Zeltplatz an, bauten im Dunkeln unser Zelt auf und beendeten dann den Tag.
    Der Rest des Wochenendes verlief dann aber sehr gut, das Wetter war prima, den ganzen Tag nur Sonnenschein, wir fuhren ein wenig durch die Gegend, liefen am Strand entlang, hatten ein Lagerfeuer mit Hotdogs und am Sonntag haben wir auf dem Rückweg noch nen kleinen Umweg über Port Stanley gemacht, um dort eine kleine Eisenbahntour zu machen, bevor es dann wieder nach Hause ging.
    Die Woche danach stand dann mein Geburtstag an, und ich wusste von Anfang an, dass er wohl ziemlich ereignislos ablaufen würde, immerhin hatte ich einen langen Arbeitstag vor mir. Immerhin hat dieser recht viel Spaß gemacht, sodass die Zeit recht schnell vorbeiging. Am Wochenende waren Colin und ich in der hiesigen Outlet-Mall shoppen, er hat mir zum Geburtstag eine nette Uhr und ein wundervolles Kleid (Michael Kors, mein allererstes Designerstück) gekauft, sich selbst einen Anzug und am Abend ging es dann nett aufgebrezelt zum Italiener für ein spätes Abendessen. Im Nachhinein wohl einer der schönsten Geburtstage, die ich je hatte.
    Mittlerweile habe ich auch eine Entscheidung gefällt, wie ich die nächsten paar Wochen verbringen werde, ich war auf Wohnungssuche und habe tatsächlich ein nettes Apartment gefunden, welches ich nur mit einem Mitbewohner teilen muss, in dem ich wohl die nächsten zwei Monate leben werde, bevor ich nach Deutschland zurückkehre. Der Flug muss noch umgebucht werden, aber sonst ist so ziemlich alles geregelt und dies ist die beste und einfachste Möglichkeit, noch etwas mehr Zeit mit Colin zu verbringen, bevor wir in eine Long-Distance Relationship übergehen müssen.
    Ich genieße meine Zeit hier sehr, vor allem genieße ich es, nach all dem Reisen wieder ein geregeltes Leben zu haben, und auch wenn ich mich schon wieder auf Zuhause freue, hoffe ich doch, dass die Zeit hier nicht zu schnell vorbeigeht.
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