• Piopiotahi

    October 10, 2025 in New Zealand ⋅ ☁️ 11 °C

    …ist der Name der Māori für Milford Sound.
    Das ist eines der ersten Bilder, die ich zu Neuseeland im Kopf habe. Ich glaube ich habe irgendwann Anfang 2000 einen Bildband zu Neuseeland geschenkt bekommen… da will man einfach hin!
    Wir haben lange überlegt, wie wir hinfahren, es liegt so abgelegen und wir haben uns letztendlich für einen Touri-Busausflug entschieden. Zeit-Preis-Leistung irgendwie ganz gut!
    Es gibt viele Stops unterwegs, der Busfahrer ist klasse, erzählt viel über die Umgebung, alte Legenden und Wissenswertes und die Anreise an sich ist schon wie durch einen Bildband fahren!!!
    Als wir vor ein paar Tagen gebucht haben, waren alle Tage völlig verregnet vorhergesagt. Das Wetter wechselt im Fjord schnell und der Busfahrer sagt, dass am Vortag nichts zu sehen war…
    Wir sind gespannt!

    Zuerst fahren wir am Lake Wakatipu lang, dazu gibt es, wie zu so vielem, eine Mairi Legende (siehe unten).
    Bevor wir in den Naturpark Fjordland fahren, fahren wir durch Southland und sehen fast alle 27 Millionen neuseeländischen Schafe…
    Im Park selber gibt es kein Vieh mehr, nicht mal Hunde sind erlaubt. Artenschutz!! Ab Fjordland wird es kurvig, bergig, spektakulär! Nach dem Regen der letzten Tage kommen überall Wasserfälle den Berg herunter… und wie viele!
    Wir fahren durch den Tunnel, dahinter wieder dichter Regenwald und dann geht’s aufs Schiff!
    Die Sonne kommt durch, neben dunklen Wolken und Sturm, das Wetter ändert sich ständig. Der Kapitän hat Spaß, er fährt nah an die Wasserfälle heran, alle auf dem Deck werden nass! Wir fahren bis zur offenen See, drehen um, sehen Robben und ein paar Pinguine im Wasser, die waren aber schneller als mein Foto! Das ganze Fjord ist sehr beeindruckend, wahnsinnig hohe Felsen, sehr nass und wild! Toll!

    Wir sind völlig begeistert, wir haben einen der trockenen Tage erwischt (230 Regentage im Jahr!), sogar mit Sonne!
    Kurz bevor wir an Land gehen trinken wir noch ein Glas Wasser, denn das kommt direkt aus einem der beiden permanenten Wasserfälle (Lady Bowen Falls) und ist sehr rein… und gesund, so sagt man. Außerdem wird er zur Stromerzeugung genutzt!
    Wir fahren wieder heim, bestes Wetter und sind kurz nach Sonnenuntergang wieder in Queenstown!
    Was für ein Tag! So schöne Landschaften…

    wen es noch interessiert

    >> Fakten zu Milford Sound:
    Der Sound (Unterschied Sound und Fjord: Fjord ist ein durch Gletscher während der Eiszeit geformtes, schmales, tiefes Flusstal, das nach dem Rückzug des Gletschers vom Meer überflutet wurde. Fjorde haben steile Felswände und sind oft sehr tief, wie der Milford Sound, also eigentlich der falsche Name. Marlborough Sound, durch das wir mit der Fähre auf die Südinsel kamen, ist ein richtiger Sound) erstreckt sich von der Tasmanischen See etwa 15 Kilometer ins Landesinnere. Er ist von steilen Felswänden flankiert wird, die bis zu 1.200 Meter und höher aufragen. Milford Sound ist für seinen außergewöhnlich hohen jährlichen Niederschlag bekannt – mit etwa 7000 mm/Jahr ist Milford Sound einer der regenreichsten Orte weltweit. Die häufigen und intensiven Regenfälle sorgen für Hunderte von temporären Wasserfällen entlang der Felsen; Lady Bowen Falls (165m) und Stirling Falls (155m) sind die einzigen beiden Wasserfälle, die ganzjährig fließen.
    Entdeckung:
    Die englische Bezeichnung Milford Sound stammt übrigens vom walisischen Siedler John Grono, inspiriert von Milford Haven in Wales. Er hat 1823 Robben gejagt und ist ihnen in den Fjord gefolgt… im Gegensatz zu
    James Cook, der 1770 am Milford Sound vorbeigesegelt ist, weil der Eingang nur wie eine kleine, unbedeutende Bucht aussieht!

    >> Die Māori-Legende zum Lake wakatipu: Der junge Krieger Matakauri verliebte sich in Manata, die Tochter eines Stammeshäuptlings. Als der Riese (taniwha) Matau sie entführte und mit einem magischen Seil in seinem Versteck festhielt, gelang es Matakauri, Manata zu retten – ausgelöst durch ihre Tränen, die das Seil auflösten.
    Matakauri durfte Manata daraufhin heiraten. Um den Riesen endgültig zu besiegen, wartete er auf den Nordwestwind, der Matau in Schlaf versetzte und zündete ihn dann an. Die brennende Gestalt des Riesen schmolz die Erde und formte das Becken des Sees. Aus dem geschmolzenen Eis und Schnee entstand Lake Wakatipu. Der Legende nach liegt der Kopf des Riesen bei Glenorchy, die Füße bei Kingston, und Queenstown befindet sich auf seinem Knie.
    Ein weiteres mythisches Detail: Das „schlagende Herz“ des Riesen sei nie zerstört worden und verursache das geheimnisvolle, rhythmische Anheben und Absenken des Wasserspiegels alle 25–27 Minuten um etwa 12–20 cm – ein Phänomen, das wissenschaftlich als „Seiche“ bekannt ist. (Das gibt es sonst nur noch beim Genfer See!)

    >> Noch was: Die Strasse zwischen Te Anau und Milford Sound wurde zwischen 1919-1953 gebaut, ist ca. 20-60 Tage im Jahr gesperrt, wegen Lawinen, Steinschlag, umgefallenen Bäumen, extremem Wetter usw.
    Es gibt Bauarbeiter, die ausschließlich für die 120 km der Strecke angestellt sind und diese überwachen und betreuen, inkl. Streudienst im Winter!
    Read more